Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

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cheli24
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Re: SdV 2 - Sehnsucht, die nie vergeht

Beitrag von cheli24 » 25.02.2019, 01:08

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!



Hallo zusammen, :winken

da bin ich wieder. :winken Hatte doch ein wenig länger gedauert, als beabsichtigt.

In diesem Kapitel gibt es ein Wiedersehen mit einer meiner Lieblingscharas. :verliebt: Sie wird auch noch im weiteren Verlauf der Story eine wichtige Rolle spielen. So viel sei schon einmal gesagt. Sie ist mir ebenso an Herz gewachsen wie z. B. Katie und auch Billy, die wir auch bald wiedersehen werden. :nicken Im Kapitel wird ein früheres Ereignis aus der 1. Staffel erwähnt. Wer die Geschichte nicht kennt, bzw. die 1. Staffel nicht gelesen hat, kann dies hier nachlesen, wenn er mag. Es ist der Abschnitt, als sich Kyle und Monique am nächsten Morgen nach ihrem One-Night-Stand auf dem Sofa unterhalten.

Zu den Bildern: jeder Sims-Spieler weiß, dass man nicht immer alles so darstellen kann, wie es einem vorschwebt und wie man es gerne möchte. Also musste ich leider einige Abstriche machen. Wenn es regnet und man fällt auf die Erde, dann ist die Kleidung gewöhnlich schmutzig. Ja, ist so, ging aber leider nicht. Auch würde ich es toll finden, wenn die Haare nass werden würden, gibt es aber ebenso wenig :( Gespräche zu fotografieren bzw. zu spielen, laufen meistens auf das gleiche Ergebnis hinaus. Man hat da nicht so viele Möglichkeiten, Mimiken und Animationen darzustellen. Dank Poseplayer kann man ein wenig variieren. So, das wollte ich nur einmal erwähnt haben. :grins

Nun wünsche ich aber viel Spaß beim Lesen des 2. Teils und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.


LG cheli24 (Marga)




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Kapitel 19.1 - If you leave me now - Teil 2





Das Unwetter, das am späten Nachmittag über Bridgeport hereingebrochen war, hatte bedrohliche Ausmaße angenommen. Oben auf den Bergen war es zu einem Erdrutsch gekommen, der zwei Menschen das Leben gekostet hatte. Ein Blitz hatte in einem Baum eingeschlagen, der daraufhin auf die Straße gestürzt war. In der City standen etliche Keller unter Wasser, die Feuerwehr war im Dauereinsatz, viele Haushalte ohne Strom, einige Boote, die am Yacht-Hafen geankert hatten, waren durch eine Flutwelle zerstört worden. Mittlerweile hatte sich das Wetter wieder ein wenig beruhigt. Es regnete zwar immer noch stark und hier und da zuckten auch noch ein paar Blitze, aber das Schlimmste war wohl vorüber.

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Der Luxus-Wohnkomplex, in der Monique Molliére eine elegante Eigentumswohnung besaß, war weitgehend von dem Unwetter verschont geblieben. Die Achtundzwanzigjährige hatte gerade Einkaufen fahren wollen, als Kyle plötzlich unverhofft vor ihrer Tür gestanden hatte. Er hatte verzweifelt geklungen, als er gefragt hatte, ob sie Zeit hätte und ob er mit ihr reden könne. Bridgeports ehemaliges It-Girl und Kyle Fairchild waren schon seit ein paar Jahren miteinander befreundet. Sie war die erste Frau gewesen, mit der er nach dem tragischen Tod seiner Frau Marlena, wieder das Bett geteilt hatte. Sie waren sich in Starlight Shores zufällig über den Weg gelaufen, hatten ein wenig miteinander geflirtet, zu viel an der Bar getrunken und waren schließlich zusammen im Bett gelandet. Aus einem One-Night-Stand war schließlich eine lockere Freundschaft entstanden, die erst nach der Verlobung Trish’s mit Carlo intensiver geworden war. Damals, als Kyle völlig verzweifelt gewesen war und nur noch diesen schrecklichen Tag vergessen wollte, hatten die Beiden erneut eine Nacht miteinander verbracht. Seitdem waren sie eng befreundet, zumal Monique auch die beste Freundin seiner Schwester Katie war. Sie hatte immer ein offenes Ohr für ihn und bestärkte ihn, um Trish zu kämpfen und sie nicht aufzugeben. Auch dieses Mal hatte sie ihn nicht einfach stehen lassen können, als er gefragt hatte, ob sie Zeit hätte.

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„Monique, sei ehrlich. Wenn Du einen Mann wirklich lieben würdest, könntest Du dann einfach so weggehen und ihn verlassen?“

Höhnisch lachte Kyle auf, der mit der Freundin in deren Wohnzimmer saß und ihr sein Herz ausschüttete.

„Ich komme mir gerade so richtig verarscht vor, das kannst Du mir glauben. Weiß sie überhaupt, was sie will? Sie will uns nicht aufgeben, hat sie gemeint, ich solle ihr Zeit lassen. Wie viel Zeit denn noch? Und ich Idiot flieg‘ noch extra rüber und suche tagelang halb Lucky Palms nach ihr ab. Ich habe ehrlich gesagt, die Schnauze gestrichen voll. Soll sie doch glücklich werden, mit wem auch immer.“

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Monique schaute betrübt auf Kyle, der seit einer gefühlten Stunde nur über Trish sprach und sich darüber beklagte, wie sehr ihn ihr Verhalten enttäuscht und verletzt hatte. „Das glaubst Du doch selbst nicht, Kyle“, versuchte sie ihn zu besänftigen. „Du liebst sie, sonst wäre Dir das alles gleichgültig und Du würdest nicht so reagieren. Was hat sie denn genau gesagt?“

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„Ehrlich gesagt, habe ich ihr nicht mehr zugehört und bin einfach davon gerannt“, gestand er ehrlich. „Verdammt. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Am liebsten würde ich mich mit Sheila ins Auto setzen und einfach irgendwo neu anfangen. Nur weg von hier, um nicht mehr ständig an sie denken zu müssen. Ich hatte wirklich gehofft, sie würde uns noch eine Chance geben. Aber sie will nach Lucky Palms zurück. Kannst Du das verstehen? Wahrscheinlich läuft da doch etwas mit diesem Latino, den ich bei ihr angetroffen hatte.“

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„Du bist eifersüchtig, Kyle und noch lange nicht über sie hinweg, falls Du es überhaupt kannst. Davonlaufen bringt gar nichts, solange sie immer noch in Deinen Gedanken spukt und in Deinem Herzen weilt. Jetzt lass‘ sie doch erst einmal ihre Angelegenheiten regeln und dann wirst Du weitersehen. Mehr kannst Du momentan eh nicht machen.“

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Doch Kyle schüttelte nur verärgert den Kopf. „Ich weiß schon jetzt, auf was es hinauslaufen wird. Sie wird sich nicht von selbst bei mir melden. Aber diesmal kann sie meinetwegen solange warten, bis sie schwarz wird. Ich werde nicht den Anfang machen und ihr wieder wie ein treudoofer Dackel hinterherwackeln. Das habe ich nicht notwendig.“

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„Sorry, Kyle. Entschuldige bitte meine Wortwahl. Aber Du verhältst Dich gerade wie ein störrischer Esel. Jetzt mach‘ nicht Einen auf beleidigt. Ich will garantiert keine Partie für Trish ergreifen, aber ich kann sie schon irgendwie verstehen. Überleg‘ mal, was in so kurzer Zeit alles über sie hereingebrochen ist. Warum gibst Du ihr nicht die Zeit, die sie benötigt?“

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Er atmete tief durch, ehe er resigniert fragte: „Meinst Du, es bringt etwas? Na ja, vielleicht hast Du Recht und ich bin einfach nur ungeduldig. Ach, es ist alles so kompliziert geworden. Entschuldige, dass Du das jetzt alles abbekommst. Das hast Du wirklich nicht verdient. Aber wenn nicht mit Dir... mit wem sollte ich dann reden? Katie ist weit weg und Fabio... Nun ja, er hat seine eigenen Probleme.“

Als sie ihm darauf keine Antwort gab, fragte er plötzlich: „Sag‘ mal, was hältst Du von der Idee, mit mir ein paar Tage weg zu fahren? Das Meer, die Berge, ist mir egal, einfach nur weg.“

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„Und dann? Was kommt danach, Kyle? Es ändert sich doch nichts. Ich habe es Dir schon einmal gesagt. Ich werde nichts mit Dir anfangen, solange Du noch an einer anderen hängst und sie liebst. Und das tust Du, mehr als Du glaubst. Wir können gerne übers Wochenende irgendwohin fahren. Aber jeder schläft in seinem eigenen Zimmer. Ich werde nicht mit Dir ins Bett gehen, falls Du das denkst.“

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„Das ha... hatte ich doch gar nicht gemeint, Monique. Es war nur... Nun ja, ich wollte nur... Ich wollte bestimmt nicht...“ Hilflos brach er sein Gestammel ab.

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Monique atmete tief ein und aus, ehe sie fortfuhr: „Ich will keine Lückenbüßerin oder Ersatz für eine Andere sein. Du weißt, ich mag Dich sehr und unter anderen Umständen wären wir vielleicht auch zusammengekommen. Aber Dein Herz und Deine Liebe gehören einzig und alleine Trish. Ich will mir nicht selber wehtun. Das werde ich mir garantiert nicht antun.“

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Nur mit Mühe hatte sie die Tränen unterdrücken können, so dass Kyle aufstand, um neben ihr Platz zu nehmen. Liebevoll strich er ihr über die Wange und sagte leise: „Es tut mir leid, Monique. Das hätte ich nicht sagen sollen. Ich habe mir wirklich nichts dabei gedacht, als ich Dir das vorgeschlagen hatte.“

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Müde lehnte er sich an die junge Frau und fuhr murmelnd fort „Ich schätze Dich sehr als Freundin und jemanden, dem ich jederzeit mein Herz ausschütten kann. Das möchte ich auf keinen Fall verlieren. Du bist mir immens wichtig geworden. Bitte, verzeih‘ mir. Ich wollte Dir nicht wehtun oder Dich in irgendeiner Weise verletzen.“

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„Das hast Du nicht, Kyle. Wirklich nicht. Aber versprich‘ mir bitte, falls Du mir jemals wieder solch ein Angebot unterbreiten solltest, dass es ehrlich und tief aus Deinem Herzen kommt.“

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„Monique. Ich habe Dich wirklich sehr gern und vielleicht ist ein Teil von mir auch in Dich verliebt. Du bist wirklich eine tolle Frau, eine super Freundin und zudem unglaublich attraktiv. Ich sehe Dich nicht als Ersatz für Trish. Das habe ich nie getan. Ehrlich nicht. Dazu seid Ihr viel zu verschieden.“

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Kyle nahm ihre Hand und führte sie an seine Lippen. „Aber ich verspreche es Dir, Monique. Schade, dass das Timing zwischen uns nie gepasst hatte. Du bist einfach wunderbar und ich bin mir sicher, dass auch Du irgendwann die wahre Liebe finden wirst. Das wünsche ich Dir aus tiefstem Herzen.“

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Monique ging nicht darauf ein und fragte stattdessen: „Und... was wirst Du jetzt tun, Kyle? Wirst Du Trish die Zeit geben?“

„Ich hab‘ wohl keine andere Wahl, will ich sie nicht für immer verlieren. Oder?“

Gedankenlos starrte er dabei ins Leere und erschrak, als sie plötzlich in die Hände klatschte. „Hey, wechseln wir das Thema. Wie geht es, Katie? Hast Du mal wieder etwas von ihr gehört?“

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Überrascht sah er sie an. „Habt Ihr denn keinen Kontakt mehr?“

„Doch schon. Aber es ist schon wieder eine Weile her. Sie hat ja auch durch ihr Studium wenig Zeit.“

„Na ja. Das Studium alleine wird es wohl nicht sein“, schmunzelte er. „Meine Mum hat vor eins, zwei Tagen mit ihr telefoniert. Mein kleines Schwesterchen ist mal wieder verliebt.“

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„Oh, davon wusste ich gar nichts. Sie hatte nichts dergleichen erwähnt, als wir das letzte Mal miteinander geskypt hatten.“

„Es ist noch ganz frisch, Monique. Sie kennen sich wohl erst seit ein paar Tagen. Aber Du kennst doch Katie. Sie ist schnell entflammt. Aber mehr weiß ich auch nicht.“

„Dann werde ich sie mal morgen anrufen. Vielleicht erzählt sie es mir auch von selbst.“

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„Aber ich freue mich für sie. Das mit Kevin... Na ja, ich würde auch keine Fernbeziehung wollen. Aber Katie fehlt mir. Es ist nicht mehr so wie früher, wo wir uns einfach spontan besucht haben und um die Häuser gezogen sind.“

Monique und Kyle’s Schwester Katie hatten, als diese noch in Bridgeport gewohnt hatte, oftmals die Nachtwelt unsicher gemacht. Zwar waren sie immer noch beste Freundinnen und so etwas wie Seelenverwandte, aber New Sunset Valley und Bridgeport trennten fast sechs Stunden Flugzeit voneinander. Die junge Frau seufzte leise auf und musste an die Freundin denken, die nun so weit weg wohnte. Ach, Katie. Auch wenn ich mich für Dich freue und es Dir von Herzen gönne. Du hast wohl einen passenden Deckel gefunden. Ich werde ihn wohl nie finden. Du fehlst mir. Irgendwann werde ich alleine sein, während alle Anderen verheiratet oder in einer Beziehung sind. Vielleicht soll es einfach nicht sein. Aber Nein, ich werde jetzt garantiert kein Trübsal blasen und nach vorne schauen. Ich bin doch noch jung, unabhängig und habe das ganze Leben vor mir.

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Energisch schob sie die trüben Gedanken zur Seite und schaute Kyle fragend an. „Hast Du eigentlich schon gegessen? Ich habe heute Mittag Makkaroni mit Käse gekocht, falls Du magst.“

„Ich will Dir aber keine Umstände machen. Muss‘ auch noch ein paar Akten bearbeiten“, sagte er, während er zögernd aufstand und ihr in die Küche folgte.

„Nein. Ich muss es nur aufwärmen. Mit einer Mikrowelle würde es schneller gehen“, murmelte sie, während sie den Topf zum Erhitzen auf die Kochplatte stellte.

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Kyle sah kopfschüttelnd zum Fenster. „Hm. Es schüttet draußen immer noch wie verrückt. Ich habe vorhin noch mit meinen Eltern telefoniert. Im Wald oben hat ein Blitz in einen Baum eingeschlagen und ist nach unten auf die Straße gestürzt. Etwas unterhalb des Aussichtspunktes hat sich ein Hang gelöst, die Feuerwehr kämpft sich gerade nach oben durch. Es wurde wohl auch ein Haus beschädigt. Aber bei uns zuhause scheint alles in Ordnung zu sein, wenn ich meine Mutter richtig verstanden habe.“

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Monique nickte, während sie ein wenig Paprika in die Tomatensoße rührte. „Ich habe es vorhin im Radio gehört. Zwei Menschen sind wohl ums Leben gekommen, furchtbar. Solch ein kräftiges Unwetter hatten wir schon lange nicht mehr. Ich weiß nicht, irgendwie wird es hier immer ungemütlicher. Die Sommer viel zu heiß, die Winter schneereich, eisig und kalt, dazu die Tornados, Blizzards. Ich beneide Katie. Den Pazifik vor Augen, die Rockys im Hintergrund. Vielleicht sollte ich auch meine Zelte hier abbrechen.“

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„Denkst Du ernsthaft darüber nach oder war das nur so eine Eingebung?“, fragte Kyle etwas betrübt, dem etwas fehlen würde, wenn sie nicht mehr hier wäre.

„Na ja, mal schauen. Starlight Shores wäre doch nicht schlecht. Das wär ganz in der Nähe von New Sunset Valley. Ich glaube eineinhalb Stunden mit dem Auto oder so. Oder Europa. Italien, Frankreich. Da fällt mir gerade ein. Was macht eigentlich Charly? Hast Du mal wieder etwas von ihr gehört? Ist sie immer noch in Europa?“, richtete sie das Wort an Kyle.

Dieser lehnte lässig an der Tür und sah die Rothaarige überrascht an, da er eine solche Frage nicht von ihr erwartet hatte. „Nun ja, sie ist noch in Nizza, wird aber wohl in der nächsten Woche zurückkommen.“

„Und, was wirst Du ihr sagen?“ Monique gab die Makkaroni mit der Tomatensoße auf die Teller und weichte den Topf im Spülbecken ein.

„Na ja, telefonisch hatten wir uns ja schon mehr oder weniger ausgesprochen. Es tut ihr sehr leid.“

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Monique sog scharf die Luft ein, zählte innerlich bis Drei, ehe sie Kyle bat, am Tisch Platz zu nehmen, während sie ihm den Teller reichte und sich ihm gegenüber setzte. Sie wünschte ihm einen guten Appetit und sagte schließlich: „So, so, Miss Evans tut es also leid. Kyle, sei doch nicht so verdammt naiv“, fuhr sie den Freund etwas unsanft an, während sie einen Bissen nahm. „Sie bastelt sich ihre Ausrede, wie es ihr gerade in den Kram passt. Tatsache ist, Du hattest es ihr zu verdanken, dass Trish Bridgeport verlassen hatte.“

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„Nein, das stimmt so nicht ganz, Monique“, unterbrach er die junge Frau, die ihn verständnislos ansah, weil sie einfach nicht verstehen konnte, wie Kyle Charlene auch noch verteidigen konnte. „Carlo hatte zu viel getrunken und wollte ihr an die Wäsche gehen. Daraufhin hatte sie am nächsten Morgen die Koffer gepackt.“

„Er hat was getan?“ Ungläubig starrte Monique Kyle an.

„Ja. Er hatte es hinterher bereut und ist noch vor Weihnachten nach Monte Vista geflogen. Dort hatte er dann die Ehe annullieren lassen.“

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„Oh, das ist natürlich übel. Aber hätte Charly sie nicht angelogen, dann wäre es erst gar nicht so weit gekommen. Du wärst zu ihr nach Sunlit Tides geflogen und hättest sie zurückgeholt.“

Kyle seufzte laut auf. „So einfach ist es leider nicht.“

„Ist es nicht?“

„Nein. Die Geschichte ist sehr komplex und aus ermittlungstaktischen Gründen kann ich Dir darüber auch nichts sagen.“

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„Ja, okay. Musst Du ja auch nicht“, antwortete sie und räumte den Tisch ab, nachdem sie alles aufgegessen hatten.

„Das heißt... warte mal.“ Plötzlich schien Kyle eine Idee zu kommen. „Monique, ist Dir der Name DeMarco ein Begriff?“

Angewidert starrte sie ihn an, während sie wieder Platz nahm. „Enzo DeMarco?“

„Du kennst ihn?“

„Nun, wer kennt ihn nicht?“, antwortete sie zögernd mit einer Gegenfrage. „Ein übler Kerl. Er hatte mir mal eine Zeitlang nachgestellt. Du weißt schon, Blumen, Pralinen, teure Kleider, Einladungen auf seine Yacht, das volle Programm eben.“

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„Oh, das wusste ich gar nicht. Das hattest Du nie erwähnt. Und... was hast Du getan?“ Neugierig sah Kyle die junge Frau an, die jedoch plötzlich sehr angespannt wirkte, wie er beunruhigt feststellte.

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„Ich war zweimal mit ihm aus, bis...“

„Nein, Monique. Das geht mich auch nichts an und...“ Im Nachhinein gesehen tat es ihm leid, sie danach gefragt zu haben.

„Er hatte mich gezwungen, mit ihm zu schlafen, Kyle. DeMarco ist gefährlich und geht über Leichen, wenn es sein muss“, stieß sie hervor.

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Was hat er getan, dieses Dreckschwein?“, keuchte Kyle entsetzt auf. „Bist Du zur Polizei gegangen? Hast Du ihn angezeigt, Monique?“

„Nein, habe ich nicht.“

„Und warum nicht?“ Fassungslogs schüttelte er den Kopf. Er hatte DeMarco nie etwas nachweisen können, obwohl er fest davon überzeugt war, dass er gefährlicher war, als Carlo Vincenti es je sein konnte.

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„Weil er mir damit gedroht hatte, meine Vergangenheit öffentlich zu machen. Er weiß, was damals passiert ist.“ Tränen bildeten sich in Monique' s Augen. „Ich hatte keine andere Wahl, Kyle. Was hätte ich denn tun sollen? Mein Dad würde mir das nie verzeihen, würde das irgendwann ans Tageslicht kommen. Er darf nie davon erfahren, Kyle.“

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„Oh, Monique. Das tut mir so Leid“, meinte Kyle bestürzt, der sich daran erinnerte, was sie ihm damals nach ihrem One-Night-Stand anvertraut hatte.

Doch Monique winkte ab. „Ist schon gut. Ich habe es überlebt.“

„Ja, aber er... Du hast ihn damit davonkommen lassen“, wandte Kyle energisch ein. „Woher wusste er überhaupt davon? Du hast es ihm ja bestimmt nicht erzählt. Oder?“

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Sie wischte sich die Tränen von der Wange. „Nein, natürlich nicht. Wo denkst Du hin? Ich weiß nicht, wie er es herausgefunden hatte. Keine Ahnung.“

„Hm. Hatte er mal irgendwann aus dem Nähkästchen oder so geplaudert?“

„Was meinst Du damit?“ Argwöhnisch musterte sie Kyle.

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„Ich würde Dir gerne etwas anvertrauen. Aber Du darfst mit Niemanden darüber sprechen. Ich muss mich darauf verlassen können, Monique. Hundertprozentig.“

„Okay, Du hast mein Wort. Schieß‘ los... Lass‘ uns aber wieder rüber ins Wohnzimmer gehen. Dort sitzen wir bequemer.“

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***


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Der Blitz, der ganz in der Nähe in einen Baum eingeschlagen und den Aussichtspunkt in helles Licht getaucht hatte, hatten sowohl Anjelica als auch Carlo in ihren Bewegungen erstarren lassen. Krachend war die gespaltene Hälfte des Baumes brennend rund hundert Meter von ihnen entfernt, auf die anderen Bäume gefallen, ehe sie auf dem nassen Waldboden aufgeschlagen war. Carlo hatte sich als erster von dem Schock erholt. Blitzschnell ergriff er die Chance, als sie sich ihm plötzlich bot. Während Anjelica immer noch in Schockstarre verharrte und gebannt zu der Stelle starrte, schnellte Carlo nach vorne. Er packte sie an den Handgelenken und versuchte, ihr die Waffe aus der Hand zu schlagen.

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Anjelica war nun ebenfalls aus ihrer Starre erwacht und wehrte sich nach allen Kräften. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, wie ihm schien, ehe er sie halbwegs unter Kontrolle hatte. Als er sie endlich überwältigen konnte, riss er ihr die Waffe aus der Hand, holte weit aus und warf sie in hohem Bogen nach unten.

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Verzweifelt schrie sie auf: „NEIN!! NEIN!NEIN! Was tust Du da? Lass‘ mich. Ich hasse Dich, Carlo! Warum lässt Du mich nicht endlich gehen?“

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Wie von Sinnen riss sie sich von ihm los und stolperte blind vor Tränen dem Abhang entgegen, unter dem sich bereits Geröll gelöst hatte, das sich den Weg auf die Straße bahnte.

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In Todesangst hechtete Carlo ihr hinterher und bekam ihr Bein zu fassen. Anjelica kam ins Straucheln und wäre fast zu Boden gestürzt. „Nein, Carlo. Hör‘ auf, lass‘ mich. Ich will nicht mehr“, weinte sie verzweifelt.

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Im letzten Moment konnte Carlo ihre Arme ergreifen und sie von der Böschung wegziehen, ehe der Hang nachgab und nach unten stürzte. „Den Teufel werde ich tun. Halte Dich fest, der Boden ist extrem rutschig“, rief er ihr zu.

„Carlo, ich kann mich nicht mehr halten.“

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„Ich hab‘ Dich, Jelica. Komm‘ jetzt ganz langsam hoch.“

Mit letzter Kraft legte er seine Arme um ihre Taille und zog sie Meter für Meter vor der Gefahrenstelle weg. Apathisch ließ sie alles mit sich geschehen. Als die Gefahr nach unendlich langen Minuten endlich gebannt war und Carlo sie wie ein kleines Kind in seinen Armen wog, verlor sie ihre Selbstbeherrschung und brach weinend an seiner Schulter zusammen. Auch er konnte seine Tränen nun nicht mehr zurückhalten. Um Haaresbreite wäre sie den Abhang hinuntergestürzt und er hätte sie für immer verloren.

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Minutenlang hielt er sie eng umschlungen und streichelte ihr sanft über das Haar, ehe seine Lippen äußerst behutsam über ihren Mund strichen. „Oh Gott, Jelica. Das ist nicht gut für mein Herz. Mach‘ so etwas nie wieder. Hörst Du? Ich will Dich nicht verlieren. Alles, nur das nicht.“

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Erst jetzt fiel die Anspannung von ihm ab und er ließ seinen Tränen freien Lauf. Es dauerte eine Ewigkeit, bis sich Anjelica langsam beruhigte. Ihr Zittern ließ nach und er bemerkte, wie sie sich allmählich in seinen Armen entspannte. Lange standen sie so da, keiner sprach ein Wort, während das Unwetter vorübergezogen war und sich zartes Abendrot am Atlantik zeigte.

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So rasch wie das Gewitter gekommen war, so schnell hatte die Sonne in Minutenschnelle das Gras getrocknet. Sanft löste sich Anjelica von Carlo und setzte sich mit gekreuzten Beinen auf den fast trockenen Boden, während sie leise schluchzte. „Carlo, das hättest Du nicht tun sollen. Ich bin eine gottverdammte Lügnerin und bin es nicht wert, dass man um mich kämpft. Ich...“ Sie zuckte leicht zusammen, als Carlo hinter ihr Platz nahm und seine Arme um sie schlang.

„Was meinst Du damit?“, murmelte er.

Sie atmete tief ein, ehe sie fortfuhr: „Ich habe alle belogen. Dich, Trish, Fabio, Justin, Jessica. Warum hast Du mich nicht abdrücken lassen? Es wäre doch so einfach gewesen. Wer würde mich schon vermissen?“

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Kraftlos und entsetzlich müde lehnte er seinen Kopf an ihre Schulter. „Du kennst die Antwort, Jelica. Ich würde Dich vermissen. Ich könnte es nicht ertragen, wenn Du nicht mehr da wärst. Du bist die Frau, die ich immer gewollt habe. In all meinen späteren Beziehungen, Affären habe ich immer nur Dich gesucht.“

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„Nein, das glaube ich Dir nicht. Du warst voller Hass, als Du mich damals in der Pension in Monte Vista aufgesucht hattest. Die Liebe kann nicht stärker als Dein Hass gewesen sein“, widersprach sie ihm energisch und rückte von ihm weg.

Carlo schüttelte den Kopf und zog die Beine an: „Das ist doch schon so lange her. Das wurde mir bewusst, als wir uns in Monte Vista nach so langer Zeit wieder gegenüber gestanden hatten. Ich könnte Dir nichts antun und wahrscheinlich hätte ich es auch nie gekonnt, denn dazu liebe ich Dich viel zu sehr.“

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„Aber warum wolltest Du mich dann umbringen? Ich versteh‘ das nicht.“

Carlo schüttelte entschieden den Kopf. „Nein! Ich habe in Monte Vista nicht auf Dich geschossen. Warum glaubst Du mir das nicht endlich?“

Leise fragte sie: „Aber wenn Du es nicht warst, wer war es dann?“

Carlo antwortete leise: „Ich vermute Enzo dahinter. Ich könnte doch der Frau, die ich von Herzen liebe und die die Mutter meines Sohnes ist, nichts antun, mein Schatz.“

„Enzo, sagst Du, wollte mich umbringen?“ Entsetzt keuchte sie auf.

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Carlo meinte seufzend: „Ich weiß es nicht hundertprozentig. Aber es spricht vieles dafür, dass er dahinter steckt.“

„Er ist ein miserabler Schütze, Carlo. Er kann nicht geschossen haben. Was hat eigentlich die Polizei herausgefunden?“

Carlo stockte, ehe er Anjelica endlich gestand, dass es seine Leute gewesen waren, die den Brand im Labor verübt und den Einbruch im Gerichtsmedizinischen Institut begangen hatten.

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Anjelica musste dieses Geständnis erst einmal sacken lassen. Bisher war sie davon ausgegangen, dass Carlo sie hatte erschießen wollen. Enzo? Wenn tatsächlich Enzo dahinter steckte, dann mussten sie so schnell wie möglich Bridgeport verlassen. Er würde sich für diesen Verrat rächen und die Polizei war im Besitz ihres Geständnisses. Anjelica lehnte sich an Carlo und genoss die Wärme seines Körpers. Sie fühlte sich wohl in seiner Nähe und doch wusste sie, dass ihr noch die schwerste Beichte bevorstand. Sie hatte keine Ahnung, wie er darauf reagieren würde.

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Ihnen war gar nicht bewusst gewesen, dass die Sonne schon längst verschwunden war und es bereits zu dämmern begonnen hatte. „Lass‘ uns nach Hause fahren, mia cara. Dort können wir in Ruhe weiter reden.“

Emotionslos sah sie an ihm vorbei und flüsterte leise: „Nach Hause? Ich habe hier kein Zuhause mehr. Mein Zuhause ist in London.“

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„Mia cara... Ich... ich wäre überglücklich, wenn Du mit mir nach Monte Vista gehen würdest. Werde meine Frau, Jelica. Ich liebe Dich und das werde ich für den Rest meines Lebens tun.“

Erneut schluchzte sie laut auf und war schon im Begriff, aufzustehen. Doch er hielt sie fest umklammert. „Lass‘ mich doch endlich gehen, Carlo. Du wirst mich hassen, wenn Du die ganze Wahrheit erfährst.“

„Welche Wahrheit denn, Jelica?“, rief er verzweifelt, während er ihre Schulter zu sich drehte und sie liebevoll auf den Mund küsste. Fast hatte er schon die Befürchtung, sie würde ihn von sich stoßen. Aber dann erwiderte sie endlich seinen Kuss.

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***


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Es war still, sehr still, als Kyle geendet hatte. Monique atmete tief durch, ehe sie murmelte: „Schwierig. Ich könnte natürlich... Also, hör‘ zu. Ich kann Dir einige Leute nennen, die ihn liebend gerne hinter Gittern sehen würden. Aber er hat mir gegenüber nie etwas verlauten lassen. Es gibt da ein paar Projekte, an denen er interessiert ist. Ich kann Dir mal die Namen aufschreiben. Aber bitte erwähne nicht, woher Du die Informationen hast.“

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Bestürzt sah Kyle die junge Frau an. „Natürlich nicht. Ich werde das vertraulich behandeln.“

„Kyle, Ihr werdet erst Ruhe vor ihm finden, wenn er endlich im Knast sitzt. Aber er hat Kontakte in höhere Kreise.“

„Wie hoch?“, wollte Kyle neugierig wissen.

„Bundesebene.Vince Logan. Sagt Dir der Name was?“

„Logan?“, echote Kyle. „Der Bundesgeneralstaatsanwalt? Ich meine... Ja, natürlich kenne ich ihn. Aber...“ Er brach Schulter zuckend ab.

„Was glaubst Du wohl, wie er die Wahl gewonnen hatte?“

„Du meinst, DeMarco hat ihm dabei geholfen? Und wie?“

„Geldwäscherei, Scheinfirmen. Es sind nur Vermutungen, Kyle. Aber er ist gerissen und macht vor nichts Halt.“

„Und woher weißt Du das alles, Monique?“

„Nun, er war ein bisschen gesprächig, als er zu viel getrunken hatte.“

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Entsetzt starrte Kyle sie an: „Du hast ihn danach gefragt? MONIQUE!

„Nein, natürlich nicht“, beruhigte ihn die Rothaarige. „Was glaubst Du wohl, warum er ausgerechnet mir das erzählt hatte?“

Zögernd antwortete er: „Ich weiß es nicht.“

„Denk‘ nach, Kyle!“, forderte sie ihn auf.

„Vielleicht eine Falle? Er wollte Dich testen?“, mutmaßte er.

„Ja, vermutlich. Er ist davon ausgegangen, dass ich mit diesen Informationen zu Carlo gehe. Hätte ich es ihm erzählt und Enzo hätte davon Wind bekommen, dann hätte er nur noch Eins und Eins zusammenzählen müssen.“

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„Ich weiß, dass er gerissen ist, das hat mir Carlo schon bestätigt. Weißt Du zufällig, wo er während Fabio und Julie‘ s Hochzeit war? Er war nicht in Bridgeport. Das habe ich schon überprüfen lassen und auch Sophia, seine Tochter, hat keine Ahnung.“

„Und Du? Weißt Du es denn?“, fragte Monique.

„Nicht zu hundert Prozent.“

„Na ja... Ich weiß, dass er nach Italien wollte, da ich mitkommen sollte.“

„Er wollte Dich mitnehmen?“ Monique nickte.

„Und wohin nach Italien?“ Kyle hielt den Atem an.

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„Nach Monte Vista. Kyle, er war dort und mit ihm seine beiden Bodyguards.“

„Wie ist er eingereist? Die Polizei konnte nichts herausfinden.“

„Er benutzt Decknamen, Pseudonyme und gefälschte Pässe. Sucht mal nach einem Adriano Vandeti. Den Namen hatte ich gehört, als er telefoniert hatte.“

„Er hatte in Deinem Beisein...?“

„Auf Italienisch, Kyle“, unterbrach sie ihn. „Ich spreche mehrere Sprachen, darunter fließend Französisch und Italienisch. Davon weiß er aber nichts.“

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„Seine beiden Bodyguards. Sind es gute Schützen?“, wollte Kyle wissen.

„Ja, beide waren Snipers bei der Army.“

„Monique? Würdest Du mir einen Gefallen tun und solange untertauchen, bis wir Enzo und alle Hintermänner geschnappt haben? Ich will nicht, dass Dir irgendetwas zustößt.“

In ihrem Gesicht spiegelte sich Entsetzen wider, als sie tonlos fragte: „Glaubst Du, dass ich in Gefahr bin?“

Kyle zuckte die Schulter. „Ich weiß es nicht. Aber mir wäre wohler, wenn ich Dich in Sicherheit wüsste.“

„Nun, ich habe Bekannte in Neuseeland, die ich schon lange mal besuchen wollte. Wäre das weit genug?“

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„Ja, auf jeden Fall“, nickte Kyle und sah nach draußen. „Das Gewitter scheint sich verzogen zu haben. Ich werde dann auch mal aufbrechen. Melde Dich bei mir, wenn Du in Neuseeland angekommen bist. In zwei Tagen geht die Fahndung raus. Ich gebe Dir Bescheid, wenn wir ihn geschnappt haben.“

Kyle zog Monique beim Abschied in die Arme und hob ihr Kinn leicht an, um noch einmal mit Nachdruck zu sagen. „Monique, ich habe jedes Wort ernst gemeint. Komme nicht eher zurück, bis wir DeMarco und seine Hintermänner endlich haben. Pass‘ auf Dich auf. Bitte, versprich‘ mir das.“

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„Ich verspreche es Dir. Und Du...“ Sie brach ab und lehnte ihren Kopf an Kyle‘ s Schulter, krampfhaft bemüht, sich nicht zu verraten, während sie mit den Tränen kämpfte. „Versprich‘ mir, dass Du Trish nicht aufgeben wirst, Kyle. Du würdest es ein Leben lang bereuen. Wenn man Jemanden so liebt, wie Du sie, dann gibt man nicht einfach so auf. Glaube mir das.“ Ihre Stimme hatte brüchiger geklungen, als von ihr beabsichtigt.

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„Ich habe noch nie eine Frau kennengelernt, die so selbstlos ist wie Du, Monique. Vermutlich hast Du Recht und ich würde es bereuen“, seufzte Kyle auf. „Ich werde auf jeden Fall darüber nachdenken. Danke, fürs Zuhören und einfach für alles. Mach’s gut. Bis bald.“

Noch einmal strich er ihr über die Wange, ehe er sich umwandte und zur Tür hinausging.

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Gleich nachdem sie die Tür hinter Kyle verschlossen hatte, holte sie ihren Laptop und rief sich die Webseite der Air New Zealand auf, während ihr die Tränen über das Gesicht liefen. Nein, Kyle. Du und ich... wir haben keine gemeinsame Zukunft. Ich muss Dich mir endgültig aus dem Kopf schlagen. In Neuseeland werde ich bestimmt auf andere Gedanken kommen. Sie ging auf die Abflugseite der Airline und buchte nur wenig später einen Flug nach Oakland für den übernächsten Tag.

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Als sie alles an Reiseformalitäten erledigt hatte, zückte sie ihr Handy und ging ihre Kontakte durch. Nachdem sie den gesuchten Kontakt hergestellt hatte, drückte sie mit dem Zeigefinger auf den symbolischen Telefonhörer. Es dauerte nicht lange, als sich auch schon am anderen Ende jemand meldete.

Lächelnd sagte die junge Frau: „Hallo Serena. Hier ist Monique. Ich komme in zwei Tagen nach Neuseeland und würde Euch gerne besuchen kommen.“ Es entstand eine kurze Pause, ehe sie erwiderte: „Das wäre aber nicht notwendig. Ich kann mir auch ein Hotelzimmer mieten. Nein? Ja, okay. Dann komm‘ ich zu Euch. Wie alt sind die beiden Racker denn? Was, sie kommen im Herbst schon in die Schule? Wie schnell doch die Zeit vergeht. Dann sehen wir uns in zwei Tagen. Ja, ich freue mich auch, Euch wiederzusehen. Ich maile Dir noch die Flugdaten. Bis dann und viele Grüße an Marc.“

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Monique hatte Serena Myers und ihren Ehemann Marc vor acht Jahren bei einem Urlaub in Thailand kennengelernt. Während das britische Ehepaar, das vor Jahren nach Neuseeland ausgewandert war, sie vor zwei Jahren in Bridgeport besucht hatte, war es bislang aus Zeitgründen nie zu einem Gegenbesuch gekommen. So freute sie sich nun sehr, die Beiden und ihre zwei Kinder wiederzusehen.





Kapitel 20 folgt...

Petziteuferl
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Re: SdV2 Kommentarbeantwortung

Beitrag von Petziteuferl » 25.02.2019, 15:39

ich war sehr überrascht, als ich Deine FA in meinem Email-Posteingang gelesen hatte. Wie hast Du denn diese Seite hier gefunden? Ich hatte es damals nirgendwo im Sims3-Forum erwähnt, da ich nicht gewusst hatte, ob ich damit Ärger bekomme. Dennoch habe ich mich sehr darüber gefreut, dass Du hierher gefunden hast :hug02 und möchste Dich jetzt auch hier offiziell Willkommen heißen.[/color] Bild


Hallo Marga.
Aslo gefunden stimmt wirklich und zwar über Google.

Ich war 5 Wochen im Krankenstand wegen einer OP und hab mit meinen Schwestern wegen den Sims 2 Hexengegenständen geplaudert. Ich konnte mich nicht mehr an den Thron der Erleuchtung erinnern und da haben wir gegoogelt. Wie es der Zufall so wollte bin ich auf Sims 2 Tagebücher gestoßen und ein bisschen gelesen. ;)
Und dann bin ich auf das Sims3 Forum gestolpert und auch dort die Fotostorys als stiller Leser gelesen oder eher verschlungen *hihi*.
Wusste gar nicht das es Fotostorys gibt. :)
Naja wie gesagt hab dann eine Story nach der anderen gelesen und leider sind aber viele dort nicht beendet.
Ich hab dann einfach bei google "Sims 3 Fotostory" eingegeben und dabei schlug es mir diese Seite vor. Hab mal reingestöbert und wieder gelesen (verschlungen). Vor allem wegen dieser FS SDV.
Danke das du uns an dieser Geschichte teilhaben lässt.
Lg Petra
Eine begeisterte Leserin :klatschen1
Lg Petra :D

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Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Petziteuferl » 25.02.2019, 15:43

Welches Ende meinst Du denn? Die ganze Story oder den Ausgang dieses Kapitels? ;) Ersteres wird noch ein wenig dauern. Also, es werden noch so einige Kapitel folgen. Nee, nee, so leicht werde ich es meinem Charas nicht machen. :grins

Ah, sorry meinte den Ausgang des Kapitels.
Dass das Bild am Ende so weiß ist und nur die Umrisse sichtbar sind, fand ich total gut gemacht. *dreifacher Daumen hoch*

Leider kann ich nur kommentieren wenn ich am Pc sitze, weil am iphone und ipad ist das kommentieren nicht möglich. Aber ich schaue sehr oft nach ob denn die Story schon weitergeht und ich weiterlesen kann.

Es sind sehr gute Charaktere und auch sehr hübsche :D
Das die Story noch etwas dauert finde ich gut. Dann bleibt die Spannung aufrecht erhalten. :) :bravo

Lg
Lg Petra :D

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Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simsi68 » 01.03.2019, 13:57

Hallo Marga! :winken02

Du lieber Himmel! Da hat das Wetter ja ganz schön arg in Bridgeport gewütet! Holla die Waldfee… :augen:

Aaaah, es ist schön Monique mal wieder zu sehen. Stimmt, ich hab sie schon irgendwie vermisst! Aber um ehrlich zu sein, hab ich gar nicht mehr wirklich an sie gedacht, da es doch ziemlich viele Charas und deshalb doch recht viel Abwechslung gibt. :nicken

Hm… Monique kann als Frau Trish schon verstehen. Ja, ich auch irgendwie, denn sie hat wirklich viel mitgemacht!!! Aber ich kann auch Kyle verstehen, dass er sich verarscht fühlt und dass er endlich gerne wissen würde woran er ist!

Aus jedem ihrer Worte kann man hören, dass Monique eigentlich Kyle liebt. Sie hat scheinbar teilweise sehr mit sich zu kämpfen. Aber sie sagt, so lange Kyle´s Herz einer anderen gehört – nämlich Trish – wird sie einfach nur seine beste Freundin bleiben. Wow, alle Achtung, das muss man erst mal schaffen! :kopfschuetteln

2 Menschen sind bei dem Unwetter ums Leben gekommen? Aber nicht Carlo und Anjelica. Ja, ich habe sicherheitshalber mal die Bilder nach unten gescrollt, um zu sehen, ob ich sie irgendwo im Kapitel entdecken kann. :grins

DeMarco… Das war ja wieder so klar. Eine attraktive junge Frau zwingt er, dass sie mit ihm ins Bett geht, weil sie es nicht gleich freiwillig tut. Und erpresst sie auch noch mit ihrer Vergangenheit! Was für ein Dreckschwein!!! :schimpfen Aber sowas dergleichen – und sehr vieles mehr – sieht ihm wieder ähnlich. :meckern

Hm… Bin gespannt, was Kyle Monique jetzt erzählt, aber das erfahren wir erstmal leider nicht. :schuetteln

Puuuuh, Anjelica – und auch Carlo – lebt! Was für ein Glück! Hm, das hätte ich wohl früher nicht gesagt im Bezug auf die beiden. :lachen

Uff, Anjelica und Carlo liefern sich hier ja den reinsten Überlebenskampf!!!
Herrjeeeeeeeeeeeh, war das knapp! :durchdrehen Und WIE Carlo um seine Jelica gekämpft hat! Mit aller – und letzter – Kraft konnte er sie retten! :daumenhoch2
Meine Güte, wie ergreifend das ist… Mir sind beim lesen und Bilder betrachten auch gleich noch die Tränen gekommen! :weinen3: Carlo und Anjelica weinend und eng umschlungen. Krass, die beiden so zu sehen, aber schön! :verliebt:
Und glücklicherweise ist ENDLICH das Unwetter vorüber!


Sie fühlte sich wohl in seiner Nähe und doch wusste sie, dass ihr noch die schwerste Beichte bevorstand. Sie hatte keine Ahnung, wie er darauf reagieren würde.
Uuups, momentan habe ich keinen blassen Schimmer, was sie ihm noch beichten muss. Aber … vielleicht KANN ich es ja auch gar nicht wissen… :confus2

„Mia cara... Ich... ich wäre überglücklich, wenn Du mit mir nach Monte Vista gehen würdest. Werde meine Frau, Jelica. Ich liebe Dich und das werde ich für den Rest meines Lebens tun.“
Huuuuuuuuuuh, es ist raus! Er hat´s gesagt! :freu1 Aber so wie sich Anjelica immer noch wehrt (sie würde es ja besser finden, wenn er sie endlich gehen lassen würde), kann ich mir JETZT absolut nicht vorstellen, dass aus Carlo´s Wunsch was werden könnte,

* * *

Oh man, und jetzt erfahren nicht mal was Kyle Monique erzählt hat! :augen:

Aber jetzt scheint es wirklich kritisch für sie zu werden bzw. Kyle handelt vorsichtshalber und das ist gut so. So kennt man ihn. Er will nicht, dass Monique etwas zustößt. Und wer weiß, was sich DeMarco wieder alles einfallen lassen würde :durchdrehen

Herrjeh, Monique liebt Kyle wirklich und rät ihm trotzdem, Trish nicht aufzugeben, sondern ihr Zeit zu lassen und weiterhin um sie zu kämpfen, und zieht dabei selbst den Kürzeren, weil sie möchte, dass Kyle glücklich wird. Arme Monique! :weinen3:

Ok, Monique kann nun erstmal in Neuseeland bei ihren Bekannten „untertauchen“. Gut! Da sollte sie in Sicherheit sein. Hoffe ich doch!


Also Marga: auch dieses Kapitel war wieder wirklich Klasse! Super detailliert geschrieben und bebildert! :daumenhoch1 Es hatte es wieder ziemlich arg in sich. Auch dieses Mal hatte ich wieder so manches Mal beim lesen und Bilder betrachten Tränen in den Augen! Echt krass! :weinen1
Ja, und nun bin ich gespannt wie es weiter geht und freue mich schon auf die nächste Folge! :klatschen2
Danke dafür, liebe Marga! :hug02


LG Astrid :tippen02
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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SdV2 Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 17.03.2019, 14:18

Hallo zusammen, :winken

bevor es endlich mit einem neuen Kapitel weitergeht, erst noch zu den Kommentaren, über die ich mich sehr gefreut habe.

Hallo Petziteuferl!

Petziteuferl hat geschrieben:
25.02.2019, 15:43
Ah, sorry meinte den Ausgang des Kapitels. Dass das Bild am Ende so weiß ist und nur die Umrisse sichtbar sind, fand ich total gut gemacht. *dreifacher Daumen hoch*

Oh, dankeschön. Da kam mir wirklich der Blitz zuhilfe und ich hatte schnell die "C"-Taste bedient und das Foto war im Kasten. :klatschen1 Ansonsten hätte ich es irgendwie bearbeiten müssen.
Petziteuferl hat geschrieben:
25.02.2019, 15:43
Leider kann ich nur kommentieren wenn ich am Pc sitze, weil am iphone und ipad ist das kommentieren nicht möglich. Aber ich schaue sehr oft nach ob denn die Story schon weitergeht und ich weiterlesen kann.

Ich kommentiere auch nur am PC. Am Handy ist mir das zu kompliziert. Ich hoffe wirklich, dass ich jetzt endlich an der Story dranbleiben kann, da sie ja auch schon sehr lange geht. Eigentlich wollte ich sie bis spätestens Ende des Jahres beendet haben. Fertig geschrieben ist sie zum Teil, es fehlen nur die Bilder. Aber oftmals kommen mir dann noch neue Ideen, die ich dann wieder in die Story integrieren will wie z. B. die Geschichte mit Katie und Billy. Die hatte ich anfangs überhaupt nicht vorgesehen. :schuetteln
Petziteuferl hat geschrieben:
25.02.2019, 15:43
Es sind sehr gute Charaktere und auch sehr hübsche :D

Vielen Dank. Es freut mich sehr, dass Dir meine Sims gefallen. Es waren so ziemlich die ersten, die ich damals erstellt hatte, bis auf Kyle, den Sims hatte ich aus dem "Exchange", jedoch nach meinem Geschmack verändert. Ohne CC wäre aber manches nicht möglich, vor allem, was Gendetails betreffen wie z. B. der Skin oder auch die Augen.
Petziteuferl hat geschrieben:
25.02.2019, 15:43
Das die Story noch etwas dauert finde ich gut. Dann bleibt die Spannung aufrecht erhalten. :) :bravo

Ja, wie oben bereits erwähnt, dauert sie noch ein wenig.

Vielen Dank für Deinen Kommentar, Deine netten Worte und Dein Lob. Ich habe mich sehr darüber gefreut. :klatschen1 Interessant auch Deine Geschichte, wie Du hierher gefunden hast.


Hallo Astrid!


Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Hallo Marga! :winken02 Du lieber Himmel! Da hat das Wetter ja ganz schön arg in Bridgeport gewütet! Holla die Waldfee… :augen:

Ja, es war wieder einmal sehr heftig. Ich musste ja irgendwie etwas über das Wetter schreiben, nachdem die Szenen am Hang waren. :nicken
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Aaaah, es ist schön Monique mal wieder zu sehen. Stimmt, ich hab sie schon irgendwie vermisst! Aber um ehrlich zu sein, hab ich gar nicht mehr wirklich an sie gedacht, da es doch ziemlich viele Charas und deshalb doch recht viel Abwechslung gibt. :nicken

Ja, ich weiß. Es gibt sehr viele Charaktere und wer weiß, vielleicht kommt noch der Eine oder Andere dazu. Bild
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Hm… Monique kann als Frau Trish schon verstehen. Ja, ich auch irgendwie, denn sie hat wirklich viel mitgemacht!!! Aber ich kann auch Kyle verstehen, dass er sich verarscht fühlt und dass er endlich gerne wissen würde woran er ist!

Ich kann es auch beiden Seiten nachfühlen, sowohl an Monique als auch an Kyle's Stelle.
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Aus jedem ihrer Worte kann man hören, dass Monique eigentlich Kyle liebt. Sie hat scheinbar teilweise sehr mit sich zu kämpfen. Aber sie sagt, so lange Kyle´s Herz einer anderen gehört – nämlich Trish – wird sie einfach nur seine beste Freundin bleiben. Wow, alle Achtung, das muss man erst mal schaffen! :kopfschuetteln

Deshalb mag ich sie auch. Sie ist wirklich eine wahrhaft echte Freundin, die sich erst dann richtig wohlfühlt, wenn es ihren Freunden gutgeht. Ähnlich wie Katie, sie ist aus dem selben Holz geschnitzt. Vor allem leben beide in der Realität, anders als Charlene, die in einer Traumwelt zu leben scheint, wenn es um Kyle geht. :roll:
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
2 Menschen sind bei dem Unwetter ums Leben gekommen? Aber nicht Carlo und Anjelica. Ja, ich habe sicherheitshalber mal die Bilder nach unten gescrollt, um zu sehen, ob ich sie irgendwo im Kapitel entdecken kann. :grins


:lachen Das hätte ich aber auch so gemacht. Das war übrigens pure Absicht, das am Anfang schon zu erwähnen. :grins
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
DeMarco… Das war ja wieder so klar. Eine attraktive junge Frau zwingt er, dass sie mit ihm ins Bett geht, weil sie es nicht gleich freiwillig tut. Und erpresst sie auch noch mit ihrer Vergangenheit! Was für ein Dreckschwein!!! :schimpfen Aber sowas dergleichen – und sehr vieles mehr – sieht ihm wieder ähnlich. :meckern

Ja, er ist schon ein sehr übler Zeitgenosse, mit dem man sich besser nicht anlegt. Aber das weiß er auch und er nutzt seine Macht schamlos aus.
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Hm… Bin gespannt, was Kyle Monique jetzt erzählt, aber das erfahren wir erstmal leider nicht. :schuetteln

Nein? Mal schauen.
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Puuuuh, Anjelica – und auch Carlo – lebt! Was für ein Glück! Hm, das hätte ich wohl früher nicht gesagt im Bezug auf die beiden. :lachen

Nee, nicht wirklich, ne. :grins
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Uff, Anjelica und Carlo liefern sich hier ja den reinsten Überlebenskampf!!! Herrjeeeeeeeeeeeh, war das knapp! :durchdrehen Und WIE Carlo um seine Jelica gekämpft hat! Mit aller – und letzter – Kraft konnte er sie retten! :daumenhoch2 Meine Güte, wie ergreifend das ist… Mir sind beim lesen und Bilder betrachten auch gleich noch die Tränen gekommen! :weinen3: Carlo und Anjelica weinend und eng umschlungen. Krass, die beiden so zu sehen, aber schön! :verliebt: Und glücklicherweise ist ENDLICH das Unwetter vorüber![/b]
Ja, er hatte schwer mit ihr zu tun, da sie mehr als gewillt war, aus dem Leben zu scheiden. Es freut mich, wenn es so herübergekommen ist. Aber auch bei mir sind beim Schreiben und Bilder machen einige Tränen geflossen. :weinen3:
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Sie fühlte sich wohl in seiner Nähe und doch wusste sie, dass ihr noch die schwerste Beichte bevorstand. Sie hatte keine Ahnung, wie er darauf reagieren würde
Uuups, momentan habe ich keinen blassen Schimmer, was sie ihm noch beichten muss. Aber … vielleicht KANN ich es ja auch gar nicht wissen… :confus2
Nee, man kann es nicht unbedingt wissen. Ich hatte es zwar mal in einem Kapitel der 1. Staffel umschrieben, aber damals hatte keiner nachgefragt. Auch hier in der 2. Staffel kam es auch mal ganz kurz zur Sprache. Wenn überhaupt, dann hätte man zwischen den Zeilen lesen müssen. Also habe ich wohl alles richtig gemacht.
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
„Mia cara... Ich... ich wäre überglücklich, wenn Du mit mir nach Monte Vista gehen würdest. Werde meine Frau, Jelica. Ich liebe Dich und das werde ich für den Rest meines Lebens tun.“Huuuuuuuuuuh, es ist raus! Er hat´s gesagt! :freu1 Aber so wie sich Anjelica immer noch wehrt (sie würde es ja besser finden, wenn er sie endlich gehen lassen würde), kann ich mir JETZT absolut nicht vorstellen, dass aus Carlo´s Wunsch was werden könnte,

Nun ja, schauen wir mal. Vielleicht wenn sie endlich mit ihrer "Beichte" herausrückt, um was immer es sich dabei handelt. :confus2
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Oh man, und jetzt erfahren nicht mal was Kyle Monique erzählt hat! :augen:

Nööö, nicht wirklich. Das war so geplant.
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Aber jetzt scheint es wirklich kritisch für sie zu werden bzw. Kyle handelt vorsichtshalber und das ist gut so. So kennt man ihn. Er will nicht, dass Monique etwas zustößt. Und wer weiß, was sich DeMarco wieder alles einfallen lassen würde :durchdrehen

Er hat einfach Angst, da er DeMarco für sehr gefährlich und unberechenbar hält. Immerhin weiß er durch Carlo, dass es DeMarcos Leute waren, die ihn damals ins Koma geprügelt hatten.
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Herrjeh, Monique liebt Kyle wirklich und rät ihm trotzdem, Trish nicht aufzugeben, sondern ihr Zeit zu lassen und weiterhin um sie zu kämpfen, und zieht dabei selbst den Kürzeren, weil sie möchte, dass Kyle glücklich wird. Arme Monique! :weinen3:


Ja, sie ist sehr tapfer, obwohl es ihr sicherlich nicht leicht fällt. Aber vergebene Männer sind für sie nun einmal tabu.
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Ok, Monique kann nun erstmal in Neuseeland bei ihren Bekannten „untertauchen“. Gut! Da sollte sie in Sicherheit sein. Hoffe ich doch!

Als ich das Kapitel geschrieben hatte, hatte ich Neuseeland auch noch für sicher gehalten. Aber nach diesem Attentat, wirklich sicher ist man glaube ich nirgendwo mehr auf der Welt. :weinen2 Nicht mal auf der anderen Seite der Erdkugel, leider. Monique jedoch wird dort sicher sein. :daumenhoch2
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Also Marga: auch dieses Kapitel war wieder wirklich Klasse! Super detailliert geschrieben und bebildert! :daumenhoch1 Es hatte es wieder ziemlich arg in sich. Auch dieses Mal hatte ich wieder so manches Mal beim lesen und Bilder betrachten Tränen in den Augen! Echt krass! :weinen1


Vielen Dank. Es freut mich sehr, dass es so heruübergekommen ist, wie ich es geplant hatte.
Simsi68 hat geschrieben:
01.03.2019, 13:57
Ja, und nun bin ich gespannt wie es weiter geht und freue mich schon auf die nächste Folge! :klatschen2 Danke dafür, liebe Marga! :hug02


Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir wieder gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe Astrid. :hug02


So und gleich im Anschluss geht es mit Kapitel 20 weiter.

LG (cheli24) Marga

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Re: SdV2 - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von cheli24 » 17.03.2019, 15:08

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!



Hallo zusammen, :winken

hatte jetzt leider doch etwas gedauert, bis es hier weitergeht. Aber ich habe momentan wenig Zeit und musste für dieses Kapitel noch ein paar Bilder machen. Gerne hätte ich die Bilder vom Rückblick neu gemacht. Aber ich habe den Spielstand und auch das Büro nicht mehr. Alternativ hätte ich einen neuen Spielstand eröffnen und meine Sims neu einkleiden müssen. Ich hatte es auch versucht, jedoch ist mir jedesmal im CAS das Spiel abgestürzt und zudem wäre es ein wenig problematisch mit einer meiner weiblichen Sims geworden. Aber das seht Ihr dann im Kapitel, was ich damit meine. Das Bürohaus selber hatte ich zwar gefunden, aber nicht mehr die Einrichtung und den Spielstand habe ich wohl überschrieben. Sei es drum, kann man nichts machen.

So, was dieses Kapitel betrifft, ein lang gehütetes Geheimnis wird gelüftet. Ich glaube, das wird wohl keiner vermutet haben. Ich hatte es in der 1. Staffel umschrieben, wenn davon die Rede war, sowie auch hier in der 2. Staffel. Ja, ich würde sagen, Taschentücher bereit halten. :weinen3: Es könnten ein paar Tränchen fließen. :weinen3: Zumindest ist es mir so beim Schreiben und Bilder machen gegangen.

Ich wünsche nun viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefällt das Kapitel, mit dem ich demnächst diese Storyline beenden werde. Aber meine Sims werden nicht aus der Welt sein. Es wird ein Wiedersehen geben, so viel sei schon einmal gesagt. :winken


LG cheli24 (Marga)




~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~




Kapitel 20 - Anjelica bricht ihr Schweigen -



Wenig später


Es hatte erneut angefangen zu regnen, als Carlo mit Anjelica endlich zuhause ankam. Unfreiwillig hatten sie eine kleine Pause einlegen müssen, da die Feuerwehr die einzige Zufahrtsstrasse gesperrt und erst nach siebzig Minuten wieder freigegeben hatte.


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Anjelica nahm auf der Wohnzimmercouch Platz, während Carlo in die Küche ging. „Magst Du lieber Tee oder Kaffee?“, rief er ihr zu.

Ihre Stimme zitterte leicht, als sie antwortete: „Lie... Lieber einen Tee. A.... aber ich will Dir keine Umstände machen.“

„Nein, warum denn? Dann mache ich uns einen Tee. Ich trinke auch eine Tasse mit.“

Er befüllte den Getränkevollautomaten mit Wasser und stellte die gewünschte Menge ein, während langsam die Anspannung von ihm abfiel.

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Müde sah ihm Anjelica durch die gläserne Trennwand zu. Im Insgeheimen wünschte sie sich, sie könnte ihr Geständnis noch etwas hinauszögern. Aber sie musste Carlo endlich die Wahrheit sagen. Er hatte ein Recht darauf, zu erfahren, was damals nach ihrem Weggang nach London geschehen und was der Auslöser dazu gewesen war. Tief seufzte sie auf, während sie in Gedanken nach den passenden Worten suchte. Ach Carlo, Du wirst mich hassen und wünschen, mich nie kennengelernt zu haben, wenn Du die Wahrheit erfährst. Wie soll ich Dir das nur schonend beibringen?

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Carlo kam indes mit einem Tablett zurück, auf der eine Kanne und zwei Tassen platziert waren, die er auf dem Tisch abstellte. Er schenkte erst ihr und dann sich eine Tasse ein. Schließlich nahm er neben ihr Platz und sah sie von der Seite an. Besorgt fragte er: „Geht es wieder? Jelica, tue mir so etwas nie wieder an. Ich hatte eine solche Angst um Dich. Ich würde es nicht ertragen, Dich zu verlieren.“ Schweigend starrte sie vor sich hin und schluckte schwer.

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Etwas zögernd legte er seine Arme um ihre Beine und Rücken und zog sie auf seinen Schoß, während sie sich kraftlos an ihn lehnte. „Ach, Jelica. Könnte ich die Uhr des Lebens nur zurückdrehen. Wir haben so viel Zeit verloren. Ich habe Dich so sehr vermisst.“

„Wir können unsere Fehler nicht mehr rückgängig machen, Carlo. Vielleicht hatte alles so kommen müssen. Ich weiß es nicht“, murmelte sie.

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Es entstand eine kurze Pause, ehe er neugierig fragte: „Von welcher Wahrheit hast Du vorhin eigentlich gesprochen und wer sind Justin und Jessica? Sind sie Freunde von Dir aus England? Vielleicht das Paar, bei denen Du eine Zeitlang gewohnt hattest? Franco‘ s Bekannter? Aber nein, der heißt ja glaube ich George.“

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Anjelica hielt den Atem an. Er spürte, wie sie sich versteifte, ehe sie von seinem Schoß herunter kletterte. Angespannt nahm sie am äußeren Ende des Sofas Platz, was er leicht irritiert zur Kenntnis nahm. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie auf seine Frage einging, wenn auch nur indirekt: „Nach meiner Scheidung von Eric bin ich zu Enzo gezogen. Wir hatten eine kurze Affäre, nicht mehr und nicht weniger. Ich hatte zunächst mit ihm zusammengearbeitet, bis er...“ Sie hielt kurz inne und schluckte schwer, ehe sie fortfuhr: „Bis er mich beauftragte, Dich zu beseitigen.“

„Du solltest mich... Er hat von Dir verlangt, dass....?“ Fassungslos sah er sie an. Obwohl er es immer geahnt hatte, dies jedoch aus ihrem Mund zu hören, tat unendlich weh. Mehr, als er es sich je eingestanden hätte.

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Schluchzend sah sie Carlo unter Tränen an, als sie begann: „Er hatte genau gewusst, dass ich das nicht kann, weil ich Dich liebe. Ich hatte es immer wieder hinaus gezögert, hatte stets irgendwelche Ausreden parat, wenn er sich nach dem Stand der Dinge erkundigt hatte. Doch dann hatte er mir ein Ultimatum gestellt. Entweder ich bringe Dich endlich um oder er sorgt dafür, dass ich im Knast lande. Er hatte mich damit in der Hand. Ich wollte weder ins Gefängnis, noch Dich umbringen, geschweige denn, verlieren. Das musst Du mir glauben, Carlo.“

Schmerzvoll schluchzte sie auf, ehe sie stammelnd fortfuhr: „U... u... und dann blieb plötzlich meine Periode aus. Ich hatte es auf die Umstände geschoben, den Stress, den Druck, dem mich Enzo ausgesetzt hatte. Aber dem war nicht so. Mein Frauenarzt bestätigte mir schließlich, dass ich... dass ich...schwa... schwanger bin.“

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Carlo erstarrte. Seine Stimme wollte ihm kaum gehorchen, als er erschütternd ausrief: „Du... Du wa... warst schwa... schwanger? Wer...? Ich meine... Enzo...? Du... Du hast mit ihm ein Kind? Meine Güte.“

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„Lass‘ mich bitte ausreden“, unterbrach sie ihn mit einer kurzen Handbewegung. „Ich konnte nicht mehr länger bei ihm bleiben, nachdem ich es erfahren hatte, Carlo. Wenn er es herausgefunden hätte, dann hätte es für mich kein Zurück mehr gegeben. Als er auf einer Geschäftsreise war, habe ich mir mein Wissen zunutze gemacht und habe alle Unterlagen, die mich mit ihm in Verbindung hätten bringen können, vernichtet. Auch die Bohr- und Schürfrechte Deiner Eltern habe ich an mich genommen.“

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„Oh, mein Gott. Enzo hatte sie?“, rief Carlo fassungslos aus. „Ich hatte keine Ahnung. Ich dachte immer, Du hättest sie... aus Rache... an Dich genommen, um sie gegen mich zu verwenden. An ihn hatte ich dabei gar nicht gedacht.“

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Anjelica schüttelte den Kopf und wischte sich die Tränen von der Wange. „Nein. Er hatte deinen Wagen gestohlen, den Du vor dem Gericht geparkt hattest. Erinnerst Du Dich?“

Carlo nickte apathisch. „Ja, natürlich. Ich hatte eine Jugendbande dahinter vermutet. Wie es oft der Fall ist. Dummerweise hatte ich die Unterlagen vergessen und als ich noch einmal zurückgegangen bin, war der Wagen nicht mehr da. Einen Tag später hatte die Polizei ihn im Nachbarort gefunden. Aber von den Schürfrechten fehlte jede Spur. Du jedoch hattest von dem Termin gewusst und deshalb bin ich davon ausgegangen, dass Du, wie auch immer Du das angestellt haben könntest, die Schriftstücke an Dich genommen hast.“

„Enzo hatte gedacht, es würde sich um Goldminen auf texanischen Boden handeln. Die Relikte hatte er auch gestohlen. Ich wollte sie in Monte Vista dem Kloster übergeben und hatte sie gleich nach meiner Ankunft in den „Heiligen Hallen“ versteckt. Du hast sie in meine Pension bringen lassen, habe ich Recht? Um mich zu erpressen. Aber warum Carlo? War es Deine Eitelkeit oder hatte es einen anderen Grund?“

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Carlo sah sie nachdenklich an, ehe er begann: „Du hättest Dich nicht mit Enzo einlassen dürfen. Das war Dein größter Fehler, Jelica. Ich hätte Dich für klüger gehalten. Aber Dir waren nach unserer Trennung alle Mittel Recht, um Dich an mir zu rächen. Ich erst habe Dich in seine Arme getrieben und dafür hasse ich mich. Jelica, ich bereue zutiefst, was in meinem Büro passiert ist. Das hätte niemals geschehen dürfen.“

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„Vielleicht, Carlo. Aber ich hätte Dich auch nicht so provozieren dürfen. Wir haben beide Fehler gemacht...“

„Warum bist Du nicht zur Polizei gegangen? Den Skandal hätte ich politisch wahrscheinlich nicht überstanden.“

„Anfangs hatte ich darüber nachgedacht, als ich erfahren hatte, dass Du in die Politik gehen willst.“

„Und warum hast Du es nicht getan?“, wollte Carlo wissen.

„Aus dem gleichen Grund, warum ich Dich nicht umgebracht habe. Ich konnte es nicht, Carlo. Ich...“

„Ich hatte mich dafür gehasst. Als Du dann weg warst... Ich... Jelica, es tut mir so unendlich leid.“

„Carlo, ich... Ich habe mich auch dafür gehasst. Aber nicht für das, was passiert war, sondern..., dass ich es am nächsten Tag nicht mehr so empfunden hatte. Ich hatte auf Dich zugehen und Dir einen Neuanfang anbieten wollen. Ich wollte an meiner krankhaften Eifersucht arbeiten. Ich wollte es wirklich... Aber dann hast Du mich dermaßen auflaufen lassen... Du warst so verdammt verletzend. Ich wollte nur noch weg.“

„Ich hatte keine Ahnung, Jelica. Hätte ich es nur im Geringsten geahnt. Mein Gott, warum haben wir uns nicht gleich ausgesprochen? Uns wäre so vieles erspart geblieben.“

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Rückblick


Caroline Fairchild hatte ihn an jenem Morgen in seinem Büro aufgesucht. Sie war gerade mit Katie schwanger und hatte ihm mitgeteilt, dass sie mit Henry und den Kindern Bridgeport demnächst verlassen würde. Henry hatte ein neues Projekt in Riverview, wohin er seine Familie mitnehmen wollte.

„Ihr werdet mir fehlen, Caroline. Du hast mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden.“

„Ich werde Dich auch vermissen, Carlo. Anjelica und Du? Wie läuft es denn?“

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Carlo seufzte tief auf. „Nicht gut, wir sind oft geteilter Meinung und streiten häufig. Sie vermisst ihre Tochter. Aber was soll ich denn machen? Mir sind die Hände gebunden.“

„Lass‘ ihr etwas Zeit. Vielleicht wendet sich ja doch noch alles zum Guten.“

„Ich wünsche mir nichts sehnlicher als das. Es wäre auch gut für Fabio.“

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„Ja. Früher oder später braucht er Jemanden. Du kannst ihm nicht auch noch die Mutter ersetzen. Tut mir leid, dass es mit Caitlyn nicht funktioniert hat. Wann ist denn die Scheidung?“

„In vier Wochen haben wir einen Termin. Wir haben alles klären können, auch die Besitztümer, die wir während unserer Ehe erworben hatten“, antwortete Carlo, der Caroline an sich gezogen hatte. Keiner der Beiden hatte dabei mitbekommen, dass sich gerade die Tür geöffnet hatte.

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Caroline lächelte ihn an. „Das freut mich sehr. Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute, Carlo. Wir werden uns auf jeden Fall wiedersehen. Spätestens in zwei Jahren kommen wir zurück.“

Er legte beide Hände auf ihre Schultern und sah ihr liebevoll in die Augen. „Ich kann es kaum erwarten und Caroline... Ich... Ach, Du fehlst mir jetzt schon. Bitte versprich‘ mir, dass unser Kontakt nicht abreißen wird. Außerdem will ich die Kleine unbedingt sehen. Sie wird bestimmt so liebreizend werden, wie ihre bezaubernde Mama. Die Schwangerschaft steht Dir sehr gut. Du bist noch hübscher geworden und...“

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„Das darf doch wohl nicht wahr sein. Was soll das, Carlo? Kaum bin ich zur Tür draußen...“ Krank vor Eifersucht war Anjelica ins Zimmer gestürmt und starrte entgeistert auf die Szene, die sich ihr bot.

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Zornig ging sie auf Caroline los: „Wie lange läuft das denn schon zwischen Euch? Hast Du Henry gesagt, dass Du mit seinem besten Freund in die Kiste springst und von ihm schwanger bist? Du erbärmliches Miststück. Was bildest Du Dir eigentlich ein, hä?“

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„JELICA!“, rief Carlo zornig die junge Frau an, die er noch nie, seit sie sich kannten, so in Rage erlebt hatte.

Wie von Sinnen stürmte sie auf ihn zu und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht: „Du bist so erbärmlich. Ich genüge Dir wohl nicht mehr, machst Dich an die Frau Deines besten Freundes heran.“

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Drohend schnappte Carlo ihren Arm, da sie schon wieder zuschlagen wollte: „Jetzt reicht es aber. Hör auf, Jelica und lass‘ Caroline in Ruhe. Sie hat Dir nichts getan. Das ist eine Sache zwischen Dir und mir.“

„Ach, hör‘ doch auf, Carlo. Mir kommen gleich die Tränen.“

Caroline, die betroffen der Szene beigewohnt hatte, meinte an Carlo gewandt: „Ich gehe jetzt besser. Tut mir leid, Carlo. Das wollte ich nicht.“

„Ich melde mich Caroline und dann...“

„Den Teufel wirst Du tun“, wurde er zornig unterbrochen.

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Caroline sah Anjelica Kopfschüttelnd an. „Sag‘ mal geht’s noch? Was bildest Du Dir eigentlich ein? Weißt Du was, Du tust mir Leid, Anjelica. Deine Paranoia ist ja schon nicht mehr normal. Wenn Du in jedem weiblichen Wesen, das auch nur in Carlo‘ s Nähe kommt, eine Gefahr witterst, dann frage Dich doch mal, ob es nicht an Dir liegt. Du machst mit Deiner krankhaften Eifersucht doch alles kaputt.“

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Damit ließ sie Carlo und Anjelica zurück, die jedoch erneut auf Carlo losging. „Sie hat kein Recht, so etwas zu behaupten. Das geht nur uns etwas an. Was mischt sie sich überhaupt in unsere Beziehung ein?“

„Welche Beziehung denn? Die besteht doch nur noch aus Sex. Wann haben wir denn das letzte Mal etwas gemeinsam unternommen? Arbeit und Sex, mehr ist doch zwischen uns nicht mehr. Also, komm‘ mir nicht damit.“

„Und warum?“, giftete sie ihn aufgebracht an. „Weil Du jedem Weibsstück hinterhersteigst und es mit jeder treibst.“

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„Hör‘ jetzt endlich auf, es reicht. Du führst Dich hier auf wie eine Furie. Das ist immer noch mein Büro. Wie kommst Du eigentlich dazu, so etwas vor Caroline zu behaupten? Was willst Du eigentlich, Jelica? Ich habe Dir drei Heiratsanträge gemacht, die Du alle abgelehnt hast. Du willst Sex mit mir... okay, kannst Du haben. Aber ich will eine feste Beziehung, eine Ehefrau an meiner Seite, mit der ich alt werden möchte. Ich habe immer gehofft, dass Du das eines Tages sein wirst. Aber Du willst mich nicht. Also geht es Dich auch nichts an, wenn ich mich mit anderen Frauen treffe und mit ihnen ins Bett gehe.“

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Er hatte noch nicht ausgesprochen, da hatte sie ihm erneut eine Ohrfeige verpasst und schrie ihn an: „Du verdammtes Arschloch. Du und eine feste Beziehung, Du denkst doch auch nur mit Deinem Unterleib. So toll bist Du auch wieder nicht, da habe ich schon besseres erlebt. Von mir aus kannst Du es Tag und Nacht mit allen möglichen Weibern treiben, die nicht bis Drei auf dem Baum sind. Ist mir doch egal. Und keine Angst, Du musst nicht mehr mit mir schlafen. Ich kann mir auch...“

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Die Worte erstarben in ihrem Mund, als er sie plötzlich an sich riss und sie hart und brutal auf den Mund küsste. Angewidert stemmte sich Anjelica gegen ihn. „Hör‘ sofort auf, Du widerlicher Kerl“, keuchte sie.

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Carlo war jedoch nicht mehr zu bremsen, zu viel hatte sich in den letzten Wochen in ihm aufgestaut. Er zerrte Anjelica in ein kleines Nebenzimmer, das ihm als Schlafgelegenheit diente. Wenn viel Arbeit anstand, dann konnte es schon einmal vorkommen, dass er nicht nach Hause fuhr, sondern im Büro übernachtete. Wütend zog er sie auf‘ s Bett, riss ihr die Kleider vom Leib und nahm sie gegen ihren Willen...

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Danach hatte es ihm furchtbar leidgetan. Doch sie hatte noch in der Nacht ihre Sachen gepackt und war ins Hotel gezogen. Alle Versuche, wieder in Kontakt mit ihr zu treten, waren fehlgeschlagen. Nach der Scheidung von Eric überließ sie ihm das alleinige Sorgerecht an ihrer gemeinsamen Tochter und verließ Bridgeport nur kurze Zeit später für immer. Gerüchteweise hatte er gehört, sie sei nach England gezogen, aber bestätigen konnte ihm das keiner. Anfangs hatte er sehr oft an sie denken müssen, aber mit den Jahren verschwand auch die anfängliche Sehnsucht nach ihr...bis ihm vor ein paar Jahren eine Audrey Kilroy in die Quere gekommen war. Es hatte eine Zeitlang gedauert, bis er herausgefunden hatte, dass niemand Geringerer als Anjelica jene geheimnisvolle Geschäftsfrau aus Europa war, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, ihn geschäftlich zu vernichten.


***

„Ich hatte mich an diesem Tag selbst nicht mehr erkannt, Carlo. Ich hatte getrunken und mich wieder einmal mit Eric‘ s Anwälten herumgestritten, die gegen mich eine Unterlassungsklage erwirkt hatten. Ich durfte mich Trish nicht mehr nähern. Ich hatte solche Sehnsucht nach ihr und war ungerecht und unfair zu Dir. Du hattest Dir immer so viel Mühe mit mir gegeben. Aber ich...“ Weinend unterbrach sie sich, um schließlich schluchzend fortzufahren... „Ich hatte solche Angst, Trish nie mehr wiederzusehen und Dich an Caroline zu verlieren.“

„Aber warum denn, Jelica? Caro wollte immer nur Henry.“

„Und dennoch hattest Du mit ihr geschlafen.“

„Was wir hinterher beide sehr bereut haben.“

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„Je... Jelica, wer... wer... ist der Vater? Enzo? Warst Du von ihm schwanger?“, fragte Carlo tonlos. „Bist Du deshalb gegangen, weil Du Dein Kind nicht mit ihm aufziehen wolltest? Weil Du nicht wolltest, dass es ihm nicht so ergeht, wie es Sophia ergangen ist? War dies der Grund? Ist es sein Kind? Bitte, sag‘ es mir.“

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Anjelica sah ihn stumm an, ehe sie leise sagte: „Ich war so verzweifelt gewesen und hätte das nicht noch einmal ertragen, so dass ich zunächst an eine Abtreibung gedacht hatte.“

„Was Du aber nicht getan hast“, mutmaßte Carlo.

Anjelica schluchzte auf: „Ich konnte es nicht. Eine gute Freundin wohnte in London, bei ihr bin ich dann untergekommen. Bei einer Ultraschalluntersuchung stellte sich heraus, dass ich Zwillinge bekommen würde. Und ich hatte mich darauf gefreut und mich mit dem Gedanken vertraut gemacht, erneut Mutter zu werden.“

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„Wow. Zwillinge, sagst Du? Jelica, Du... Du hast ungefähr drei Monate nach unserer Trennung Bridgeport verlassen...“ In ihm keimte plötzlich ein ungeheuerlicher Verdacht, während er im Stillen nachrechnete. Er klammerte sich an sie und legte seinen Kopf an ihre Schulter, unfähig das auszusprechen, was er vermutete.

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Als er sich einigermaßen wieder gefasst hatte, fragte er tonlos: „Jelica, warst Du von mir schwanger? Bitte sag‘ mir die Wahrheit. Bin ich der Vater Deiner Zwillinge?“ Als sie immer noch nichts darauf erwiderte, was fast schon einem Geständnis gleichkam, erhob er sich betroffen. Er spürte, wie die Tränen über seine Wangen liefen.

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Anjelica, die nun ebenfalls aufgestanden war, traute sich nicht, auf Carlo zuzugehen. Fassungslos und enttäuscht zugleich murmelte er: „Wa... wann hast Du es mir sagen wollen? Hätte ich jemals davon erfahren, Jelica?“

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Sie schloss schluchzend die Augen: „Ich hatte Dich so sehr gehasst für all die Worte, die Du mir an den Kopf geworfen hattest. Du hast mich wie eine Nutte behandelt. Nein, ich hätte es Dir nie gesagt, wenn das nicht alles passiert wäre. Ich liebe die Beiden, sowie ich auch Trish und Fabio liebe. Sie können nichts dafür, dass sie...“

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Verbittert unterbrach er sie, während er aus dem Fenster starrte: „Sprich‘ es ruhig aus. Dass ich Dich vergewaltigt, Dich gegen Deinen Willen genommen habe. Geschieht mir recht. Ich bin ein Vergewaltiger, pfui Teufel. Dass ich überhaupt noch in den Spiegel schauen kann. Ich hatte Eric damals dafür gehasst, dass er Dich verprügelt hatte. Und was mache ich? Ich bin kein Deut besser als er. Ein elender Feigling, der eine Frau zum Sex zwingt. Geschieht mir Recht, von meiner erneuten Vaterschaft nichts gewusst zu haben...“

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„Verdammt, Carlo“, unterbrach sie ihn. „Es war nicht der Sex zwischen uns, sondern das, was danach war. Was Du gesagt hattest. Es waren die gleichen Worte, die Du mir in der Pension in Monte Vista ins Gesicht geschleudert hattest. Nach unserem Kuss. Erinnerst Du Dich?“

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Als er nichts darauf erwiderte, fuhr sie fort: „Du hattest wortwörtlich gesagt und ich weiß noch jedes verdammte einzelne Wort. Tut mir leid, meine Süße. Aber ich bin nicht mehr an Dir interessiert. Vielleicht findest Du ja einen an der Ecke, der Dir das gibt, was Du anscheinend immer noch brauchst. Du hast mich so sehr damit verletzt. Ich hatte immer nur Dich geliebt und wäre auch bereit gewesen, über jene Nacht in Deinem Büro hinwegzusehen.“

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„Jelica, ich mag die Worte gesagt haben, die ich zutiefst bedaure, ja. Aber ich wusste, dass ich mir etwas vormache und immer vorgemacht habe. Ich habe immer nur Dich gewollt. In jeder Frau, mit der ich zusammen war, habe ich stets Dich gesehen. Das ist die Wahrheit.“

„Lass‘ es gut sein, Carlo. Ich bin nicht das Unschuldslamm, das habe ich Dir schon einmal gesagt. Du hättest mich da oben nicht aufhalten sollen. Warum hast Du mich nicht abdrücken lassen? Ich bin es nicht wert, dass man um mich kämpft.“

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Gequält schloss er die Augen, während er rief: „Verdammt nochmal, Jelica. Weil ich Dich liebe. Wie oft muss ich es Dir denn noch sagen, bis Du es mir endlich glaubst? Ich würde alles für Dich tun. Ich hätte mich für Dich geopfert, nur um Dir das Leben zu retten. Du bist alles, was ich will, was ich je wollte. Begreife es doch endlich. Ich liebe Dich.“

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„Nach allem, was vorgefallen ist, liebst Du mich immer noch? Auch jetzt, wo Du weißt, dass ich Dir Deine beiden Kinder vorenthalten habe? Dass ich Dich angelogen und im Unwissen gelassen habe? Dir nicht die Chance eingeräumt habe, Deine Kinder aufwachsen zu sehen?“ Ungläubig sah sie ihn mit großen Augen an.

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„Ich habe es doch auch getan, Jelica. Ich habe Dir auch nicht die Möglichkeit gelassen, Fabio eine gute Mutter zu sein. Nenn‘ es meinetwegen ausgleichende Gerechtigkeit. Wir haben uns in nichts nachgestanden. Ich kann Dir nicht vorwerfen, was ich selbst auch getan habe. Aber gib‘ mir bitte die Chance, sie kennenzulernen. Wissen sie denn, dass ich ihr Vater bin?“

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Anjelica nickte: „Ich habe es ihnen erzählt, als sie alt genug waren. Es war für beide Seiten schwer. Aber ich bin sehr stolz auf sie, auf jedes meiner Kinder.“ Er sah ein kleines Lächeln in ihrem Gesicht, als sie fortfuhr: „Sie kennen Dich von den vielen Bildern, die ich ihnen gezeigt habe. Aber sie würden Dich gerne kennenlernen und ich denke, es ist endlich an der Zeit, dass Ihr Euch trefft.“

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Carlo zog sie vorsichtig an sich und murmelte: „Du musst Dich nicht sofort entscheiden, ob Du mich nach Monte Vista begleiten willst. Ich weiß, dass ich Dich mit meinem Antrag überrumpelt habe. Meinetwegen besprich es mit Deinen Kindern. Aber in zwei Tagen muss ich meine Zelte hier abbrechen. Bis dahin würde ich gerne wissen, ob Du mir eine zweite Chance gibst.“

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Carlo hob ihr Kinn leicht an und wischte ihr mit dem Daumen die Tränen aus dem Gesicht. Mit großen verheulten Augen sah ihn Anjelica an. Sein Blick war voller Liebe, als er sagte: „Es waren Deine Augen, die mich damals verzaubert hatten, Dein Mund und die Lippen, die so verlockend waren und zum Küssen einluden. Oftmals habe ich mich gefragt, wie es passieren konnte, dass ich mich in ein sechzehnjähriges Schulmädchen verliebt habe. Jelica, könnte ich die Zeit zurückdrehen, würde ich vielleicht manches anders machen. Ich würde an Deinem achtzehnten Geburtstag zu Dir kommen, würde um Deine Hand anhalten und wir würden gemeinsam mit unserem Sohn nach Monte Vista ziehen. Diesmal würde ich Dich nicht im Stich lassen. Du bist mein Schicksal, so wie ich zu Deinem geworden bin. Lass‘ uns noch einmal gemeinsam anfangen. Du und ich, wir gehören einfach zusammen. Uns konnten meine Eltern nicht trennen und auch nicht die über dreitausend Meilen, die wir voneinander entfernt gewohnt hatten, nicht einmal unsere späteren Ehepartner. Ich habe Caitlyn nie geliebt und Du Eric auch nicht. Warum Du ihn geheiratet hattest, ist mir immer ein Rätsel geblieben. Ebenso, warum Du ihn nicht verlassen hattest, nachdem er Dich geschlagen hatte.“

Anjelica umfasste mit ihren Fingern sein Gesicht und erwiderte: „Ich habe ihn geheiratet, weil Du mich nicht wolltest, Carlo.“ Schnell legte sie ihren Zeigefinger auf seine Lippen, als er sie unterbrechen wollte.

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„Vielleicht habe ich Dich damit verletzten wollen, ich weiß es nicht. Aber wirklich geliebt habe ich ihn nie, zumindest nicht so, wie ich Dich liebe. Wäre es anders gewesen, dann wäre ich in Starlight Shores nicht mit Dir ins Bett gegangen. Der einzige Mann, bei dem ich Erfüllung fand, warst Du, Carlo. Bei allen anderen Männern war es Sex, nicht mehr und nicht weniger. Als ich Dich hier in Deinem Haus verführt hatte, war mir klar geworden, dass ich in jedem Mann, mit dem ich im Bett gewesen war, immer nur Dich gesucht hatte. Ich war krankhaft eifersüchtig auf Caroline und auf meine eigene Tochter, die ich erst in diese Ehe mit Dir gedrängt hatte. Ich werde mir das nie verzeihen können, Carlo. Aber eines habe ich immer gewusst, so sehr ich Dich auch gehasst hatte, ich habe immer nur Dich geliebt und das tu ich immer noch. Und ja, ich will Deine Frau werden und mit Dir zusammen nach Monte Vista gehen, wenn Du mich jetzt, nachdem Du die ganze Wahrheit kennst, überhaupt noch willst. Ich liebe Dich so sehr, Carlo.“

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„Und ob ich Dich will, Anjelica Moreno. Ich lass‘ Dich nie mehr gehen, mia cara. Nie mehr, dessen musst Dir bewusst sein.“ Lächelnd sah er ihr in die Augen, ehe sie sich einem langen und intensiven Kuss hingaben. Nach so vielen Jahren hatten sie endlich zueinander gefunden.

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***

Carlo bereitete den Salat fürs Abendessen zu, während sich Anjelica nach ihrer Beichte ein wenig schlafen gelegt hatte. So verzweifelt hatte er sie noch nie erlebt und ihn überkam eine Gänsehaut, als er an die zurückliegenden Stunden dachte. Die grenzenlose Angst die ihn überfallen hatte, als sie am Abhang gestanden hatte, mit der Absicht, sich etwas antun zu wollen. Wäre sie nicht vom Blitz abgelenkt gewesen, dann... Nein, er wollte nicht mehr daran denken. Die Angst, sie für immer verlieren zu können, war noch nie so groß gewesen, wie in jenen Minuten da oben.

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In den letzten zwei zurückliegenden Stunden hatte er mehrere Telefonate getätigt. Franco Alesi hatte ihn auf den neuesten Stand gebracht, was seine Suche nach Julie‘ s verschwundenen Bruder betraf. Es sprach wohl einiges dafür, dass sich Franco auf der richtigen Fährte befand. Wie bereits von ihm vermutet worden war, hatte Craig Colville wohl mehrmals die Route gewechselt. Definitiv befand er sich aber nicht an den Orten, die Julie Carlo genannt hatte. Franco hatte daraufhin einen befreundeten Privatdetektiv beauftragt, der sich Anfang nächster Wochen an Colville‘ s Fersen heften würde. Auf einem Überwachungsvideo am Flughafen war er eindeutig identifiziert worden. Auch, wenn sich die Spur danach verliert, so war wohl davon auszugehen, dass er sich immer noch dort befand.

Ein weiteres Telefonat hatte Carlo mit Caroline geführt und sie über die Entwicklungen der Dinge in Kenntnis gesetzt. Bevor er am Samstag nach Monte Vista zurückfliegen würde, hatte ihn Caroline eingeladen, gemeinsam mit Anjelica am Freitagabend zum Abendessen zu kommen. Er hatte zugesagt und versprochen, sie zu fragen. Anschließend hatte er mit Sophia telefoniert. Sie hatte ihm aber nicht sagen können, wo sich ihr Vater gegenwärtig aufhält. Was Craig betraf, darüber hatte er ihr nichts erzählt, da er in ihr keine falschen Hoffnungen wecken wollte. Derzeit waren es nur unbestätigte Vermutungen. Er hatte gerade das Gespräch beendet, als Kyle angerufen und ihm zugesichert hatte, dass sich Anjelica‘ s Geständnis an einem sicheren Ort befände und auch kein Bestandteil der Ermittlungen wäre. Gleich am nächsten Morgen hatte Kyle ein Gespräch mit dem Polizeipräsidenten, sowie ein Treffen mit einem Agent des FBI‘ s, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Die Fahndung nach Enzo und seinen Männern würde erst dann rausgehen, wenn alle betroffenen Personen außer Landes und in Sicherheit waren. In London war der MI5 bereits informiert, Anjelica und ihre Kinder sowie George und dessen Ehefrau zu beschützen. In Isla Paradiso wäre ein Specialteam des FBI für Fabio und Julie’s Schutz im Einsatz. Auch an Trish wurde dabei gedacht. Zwei Bodyguards würden unauffällig für ihre Sicherheit zuständig sein. In Monte Vista war die Polizei ebenfalls informiert. Aber Carlo wollte für die erste Zeit bei den Alesi’s wohnen, bis Anjelica dann irgendwann nachkommen würde. Soweit hatten sie an alles gedacht. Doch war ihm auch durchaus bewusst, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gab.

Carlo seufzte auf. Es verlief also weitgehend alles nach Plan. Sein Flug nach Monte Vista war gebucht, ebenso wie der Anjelica‘ s nach London. Sie wollte zuerst mit ihren Kindern darüber sprechen, hatte sie ihm mitgeteilt. Erst, wenn diese damit einverstanden waren, würde sie nach Monte Vista kommen, was er natürlich nachvollziehen konnte. Morgen stand ihr noch das schwierige Gespräch mit Trish und Fabio bevor, denn Beide wussten noch nichts über Justin und Jessica‘s Existenz. Carlo wurde es warm ums Herz, als er an seine noch unbekannten Kinder dachte. Anjelica hatte ihm Fotos der Zwillinge gezeigt. Justin hatte Ähnlichkeit mit ihm und Fabio, Jessica hatte viel von Anjelica, aber auch von ihrem Vater geerbt. Den bronzefarbenen Teint hatten die Zwei jedoch von beiden Elternteilen, das gute Aussehen eindeutig von ihrer Mutter.

***

„Hast Du ein wenig schlafen können?“, fragte Carlo wenig später, als sie sich beim Abendbrot gegenüber saßen und den leckeren Herbstsalat aßen.

„Nein, nicht wirklich, obwohl ich total erledigt war. Ich hatte schon in der Nacht zuvor schlecht geschlafen.“

Einige Minuten herrschte Schweigen, ehe Carlo die Stille durchbrach. „Ich habe vorhin ein paar Telefonate geführt, soll Dir auch viele Grüße von Franco ausrichten.“

„Dankeschön. Liebe Grüße zurück.“

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Er fasste kurz die weitere Vorgehensweise der Polizei zusammen und, dass der MI5 in London zum Schutze ihrer Familie abgestellt wäre. Erschrocken sah sie daraufhin Carlo an, nachdem dieser geendet hatte. „Du meine Güte. Sind George und seine Frau auch in Gefahr? Das habe ich nicht gewollt. Ich...“

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„London ist darüber informiert. Mach‘ Dir also keine Sorgen“, redete Carlo beruhigend auf sie ein. „Kyle hat wirklich an alles gedacht. Trish, Fabio, Julie, Du und die Kinder, Dein Geschäftspartner und seine Familie. Die Polizei geht aber davon aus, dass es Enzo im Wesentlichen um uns Beide geht. Natürlich kann man das andere nicht ausschließen.“

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„Das alles ist meine Schuld. Wie konnte ich mich nur mit ihm einlassen? Ich hätte wissen müssen, wie gefährlich es ist. Enzo ist unberechenbar und er wird nicht eher ruhen, bis er uns erledigt hat. Ich habe Euch alle in Gefahr gebracht“, stieß sie hervor. Sie hielt ihren Blick gesenkt und traute sich nicht, Carlo dabei anzusehen.

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„Jelica... und selbst wenn, die Einsicht kommt zu spät. Das ist sechzehn Jahre her, Du kannst es nicht mehr rückgängig machen. Wichtig ist es jetzt einzig und allein, dass die Polizei ihn so schnell wie möglich findet und er dort landet, wo er meiner Meinung nach längst hingehört.“

„Ich hoffe es, Carlo.“

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Schweigend aßen sie weiter. „Ich habe vorhin in London angerufen“, unterbrach Anjelica die Stille.

„Und? Hast Du es ihnen erzählt?“ Carlo’s Herzschlag beschleunigte sich.

„Nicht das, was passiert ist. Es würde sie nur in Angst versetzen. Carlo, ich möchte nicht, dass sie je davon erfahren. Bitte versprich‘ mir, dass das unter uns bleibt.“ Eindringlich sah sie ihn an.

„Du hast mein Wort. Keiner wird davon erfahren. Nur wir beide wissen, wie knapp es war.“

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„Danke, Carlo. Justin würde sofort nach Monte Vista ziehen, wenn er könnte. Er liebt die Italiener und ganz besonders die italienischen Mädchen.“ Anjelica lachte leise, als sie Carlo von dem Telefonat erzählte, dass sie mit ihren Kindern geführt hatte. „Er müsste nicht Dein Sohn sein. In mancher Weise erinnert er mich oft an Dich, Carlo. Er ist Dir in vielem ähnlich. Jessica ist etwas zurückhaltender, aber sie hat Dein Durchsetzungsvermögen geerbt. Wenn ihr etwas am Herzen liegt, dann ist sie mit Leib und Seele bei der Sache.“

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„Und Justin will Bildhauer werden, sagst Du?“

„Ja, so in der Art. Aber auf jeden Fall etwas mit Kunst. Ihn interessieren Kirchen, wie sie gebaut sind, welches Material verwendet wurde, die Vielzahl verschiedener Fresken.“

„Und Jessica? Was will sie machen?“, wollte Carlo interessiert wissen.

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„Sie möchte Innenarchitektur studieren. Aber das kann sich noch ändern. Kürzlich war es noch Jura. Also etwas völlig anderes. Na und bei Justin hatte es auch öfters gewechselt. Als er vierzehn war, hatte er mich gefragt, ob er modeln dürfte. Ein Fotograf an der Schule, der die Bilder für die Jahrbücher geschossen hatte, war wohl auf ihn aufmerksam geworden.“

„Und, hat er es gemacht?“

„Nein, er hätte sich für ein Jahr verpflichten müssen, für eine Agentur Model zu stehen. Aber darunter hätte die Schule gelitten. Wir hatten darüber gesprochen und am Ende hatte er eingesehen, dass es nichts bringt. Wenn er mit der Schule fertig ist, soll er selbst entscheiden und wenn er dann noch Spaß daran hat, warum nicht. Aber ich glaube es eher nicht. Er hat schon recherchiert, welche Uni für ihn infrage käme, darunter auch Mailand. Er hat natürlich den Vorteil, dass er fließend italienisch kann, das könnte ihm zugute kommen.“

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„Das kenne ich auch von Fabio. Zuerst wollte er zur Feuerwehr, dann Lokführer werden, ehe er sich entschlossen hatte, Internationale BWL zu studieren. Er spricht außer Englisch, fließend Spanisch, Italienisch und Französisch. Anschließend hatte er den Bachelor und dann seinen Master gemacht. Also Du siehst, das kann sich noch ändern.“

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Sie unterhielten sich noch eine Weile über ihre Kinder, als Anjelica plötzlich sagte: „Carlo, ich werde mir dann ein Taxi rufen, das mich ins Hotel bringt. Sonst wird es zu spät und ich muss ja morgen wieder früh aufstehen.“

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Was? Aber warum denn…? Ich meine...“ Überrascht sah er sie an, ehe er ihr schließlich anbot: „Jelica, Du kannst gerne hier übernachten. Draußen schüttet es immer noch wie verrückt. Du weißt ja gar nicht, ob die Straße nach unten schon wieder frei ist.“

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Doch Anjelica hatte sich bereits erhoben und murmelte: „Die Hauptstraße wird sicherlich geräumt sein. Vielen Dank fürs Abendessen und dass Du für mich da warst, als es mir nicht gut ging.“

Nicht gut ging? Das war glatt untertrieben, als er sich noch einmal die Szene vor Augen führte, als sie beinahe den Hang hinunter gestürzt wäre.

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Ohne darauf einzugehen, hatte er sich ebenfalls erhoben und war hinter sie getreten. Er legte seine Arme über sie und sagte leise: „Jelica, ich will nicht, dass Du gehst. Bleib‘ doch über Nacht hier. Es ist einfach sicherer. Du kannst entweder bei mir schlafen oder ich richte Dir das Bett im Gästezimmer. Außerdem willst Du doch morgen mit Trish und Fabio sprechen. Dann musst Du ja erneut hier rauf fahren. Hm, was meinst Du?“

Zögernd antwortete sie: „Ich weiß nicht, Carlo. Vielleicht ist es Fabio nicht Recht, wenn ich... Aber na ja, ich möchte ja morgen mit Beiden reden. Dann muss ich aber im Hotel anrufen, dass ich heute Abend nicht mehr komme.“

Carlo nickte. „Okay, dann mach‘ das.“

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Nachdem Anjelica im Hotel angerufen und dort Bescheid gegeben hatte, nahm sie auf Carlo’s Schoß Platz, der auf dem Sofa saß. Dieser umfasste mit der Hand ihr Gesicht und sagte leise: „Jelica, Du weißt, ich bin hart im Nehmen und kann auch so einiges wegstecken. Aber was da oben auf dem Hang passiert ist... Bitte tue mir so etwas nie mehr an. Ich wüsste nicht, wie ich mit dem Gedanken weiterleben könnte, Du wärst nicht mehr da. Bitte versprich‘ mir das.“

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Liebevoll sah sie ihm in die Augen. „Carlo, es war eine Torschlusspanik. Zum ersten Male in meinem Leben habe ich nicht mehr gewusst, wohin die Richtung geht. Mir war alles so sinnlos erschienen. Dabei hatte ich nicht einmal an die Zwillinge gedacht. Ich hätte mich einfach feige davon geschlichen. Aber ich werde nicht mehr davon laufen. Nie mehr. Das verspreche ich Dir.“

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Sie schluckte schwer, als sie leise fortfuhr: „Ich habe Angst vor morgen. Ich weiß nicht, wie Trish und Fabio reagieren werden, wenn sie von Justin und Jessica erfahren, Carlo. Sie werden mich noch mehr hassen, als sie es jetzt schon tun. Aber was hätte ich denn machen sollen?“ Verzweifelt vergrub sie ihren Kopf an seiner Schulter, während ihr die Tränen die Wangen hinunter liefen.

„Ich glaube nicht, dass sie Dich hassen werden. Es wird sicherlich ein Schock für sie sein. Du wirst ihnen ein wenig Zeit lassen müssen. Fabio wird ja jetzt erst einmal mit Julie vierzehn Tag nach Isla Paradiso fliegen. Er wird sich ebenso daran gewöhnen, wie Trish. Da bin ich mir sicher, Jelica.“

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Sie wischte sich die Tränen ab und rückte von Carlo’s Schoß herunter. Während dieser die Fernbedienung holte, die auf dem Tisch lag, machte Anjelica es sich auf dem Sofa bequem. Nachdem Carlo den Fernseher eingeschaltet hatte, um sich die Nachrichten anzuschauen, nahm er neben ihr Platz. Vorsichtig hob er ihren Kopf an und platzierte diesen auf seinen Oberschenkel, während sie ihre Beine anzog. „Bequem so?“, fragte er sie liebevoll. Als sie müde bejahte, umschloss er mit seinen Händen ihre Finger, ehe ihm ruhige Atemzüge nur wenig später anzeigten, dass sie eingeschlafen war. Liebevoll schaute er auf sie herunter, während ihm wieder einmal bewusst wurde, wie sehr er diese Frau liebte.

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***

Sie hatte fast eine Stunde geschlafen, als sie wieder zu sich kam. Ein wenig zerknirscht meinte sie, als sie sich aufrichtete: „Du hättest mich ruhig wecken können. Es muss doch sehr unbequem für Dich gewesen sein.“

Carlo rückte an Anjelica heran und hob ihre Beine über seine Knie, während seine Hand liebevoll über ihre Wange strich. „Für Dich ist mir nichts unbequem.“

„Carlo, ich...“

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„Pscht... Nein, Jelica. Sag‘ jetzt nichts.“ Er hüstelte leicht, als er leise begann: „Mia cara, ich bereue zutiefst, nicht um Dich gekämpft zu haben. Nicht mein Wort gehalten und meinen Eltern die Stirn geboten zu haben. Niemals hätte ich Dich gehen lassen dürfen. Es hatte so viele Gelegenheiten gegeben, Dich zu bitten, bei mir zu bleiben. Als ich endlich über meinen Schatten springen wollte, war es zu spät gewesen. Dein Brief mit dem Hochzeitsbild, das Du mir geschickt hattest, hatte sich wie ein Schlag ins Gesicht angefühlt. Danach hatte ich mich besinnungslos betrunken und geweint mit der Erkenntnis, Dich für immer verloren zu haben. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich das Bild in den Händen gehalten und mich verflucht hatte, ein elender Feigling zu sein.“

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Betroffen sah Anjelica ihn an und murmelte: „Es tut mir so Leid, Carlo. Ich hatte gedacht, Du hättest mich längst vergessen und war so stinkwütend auf Dich. Ja, ich wollte, dass Du genauso leidest, wie ich all die Jahre. Du solltest das erfahren, was Du mir damals angetan hattest. Das einzige, was ich bedauert hatte war, dass ich Dir dabei nicht zusehen konnte. Du hattest mich so sehr enttäuscht. Als Du mir am Telefon mitgeteilt hattest, Du hättest Dich mit Caitlyn verlobt. Am liebsten wäre ich gestorben. Ich hatte wahnsinnig Angst, alleine mit einem Kind dazustehen und wusste nicht, wie ich all das meistern sollte. Die Schule, der Abschluss, mein ungeborenes Baby.“

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Weinend vergrub sie ihr Gesicht an seiner Schulter, während er sich an sie schmiegte und raunte: „Ich hatte mir nie irgendwelche Gedanken darüber gemacht, wie Du mit dieser Situation zurechtkommst. Bitte, verzeih‘ mir, Jelica, dass ich mich wie ein Arschloch verhalten habe. Ich kann es leider nicht mehr gutmachen. Aber, solltest Du mit mir nach Monte Vista gehen, dann werde ich Dir jeden Tag aufs Neue zeigen, dass Du diesen Entschluss nie bereuen wirst.“

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Er legte seine Hand in ihren Nacken und zwang sie somit, ihn anzusehen. „Ich liebe Dich, Anjelica Moreno. Ich habe Dich immer geliebt und werde Dich bis zum Ende meiner Tage lieben. Du bist die einzige Frau, die mir je etwas bedeutet hatte und Du wirst es immer sein.“

Anjelica lächelte. „Und Du bist der einzige Mann, den ich liebe und immer geliebt habe, Carlo.“

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Sanft legten sich seine Lippen auf ihren Mund, ehe er vorsichtig seine Zunge in ihren Mund schob und sie sich leidenschaftlich küssten. „Das hat mir so gefehlt, Jelica“, stieß er hervor, ehe sein Mund wieder von ihren Lippen Besitz ergriff.

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Erregt drückte er sie aufs Sofa und legte sich zwischen ihre angewinkelten Beine, während er ihr tief in die Augen schaute. „Du bist so wunderschön, Jelica. Die Jahre scheinen spurlos an Dir vorübergezogen zu sein.“

Anjelica lächelte. „Danke für das Kompliment. Aber die eine und andere Falte habe ich auch. Ich bin eben auch keine sechzehn mehr.“

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Vorsichtig drückte Carlo sein Gewicht nach unten, so dass er nun auf Anjelica lag. Er legte seine Hand an ihre Wange und stieß erregt hervor: „Ich will Dich, Jelica. Bleib‘ heute Nacht bei mir. Ich will nicht mehr alleine schlafen.“

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Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken und fragte leise: „Bist Du Dir wirklich sicher, Carlo? Ich meine... also, ich kann auch im Gästezimmer schlafen.“

„Nein!“, kam es entschlossen über seine Lippen. „Ich bin mir zu hundert Prozent sicher. Ich will Dich! Lass‘ mich nie mehr alleine, mia cara.“

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Kapitel 21 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simsi68 » 21.03.2019, 10:40

Hallo Marga! :winken02
So, was dieses Kapitel betrifft, ein lang gehütetes Geheimnis wird gelüftet. …
Ooooh, ich bin sehr gespannt! :klatschen2
Ja, ich würde sagen, Taschentücher bereit halten. Es könnten ein paar Tränchen fließen.

Och neeeeee :weinen3:


Aber jetzt bin ich gespannt und verschlinge gleich dieses Kapitel… :nicken


Oh, ich denke es mir jedesmal wieder, wenn man Carlo so nah sieht: diese schönen Bernstein-farbenen Augen… Der Hammer! :herz2

Wow, diese Aussprache zwischen Carlo und Anjelica war wirklich bitter nötig! Krass, was da alles ans Tageslicht kommt! :augen: :kopfschuetteln :kopf:

Ah, ein Rückblick… :daumenhoch2

Du lieber Himmel, Anjelica ist ja damals ganz schön handgreiflich gegenüber Carlo in dessen Büro geworden! Und die Worte, die sie ihm ins Gesicht knallt… Donnerwetter! :augen: :kopfschuetteln

Oweia, und schließlich kommt raus, dass Anjelica Zwillinge bekommen hat… Gezeugt bei der damaligen Vergewaltigung. Vergewaltigung aus Wut und Rage und was weiß ich noch alles. Carlo hatte bisher nichts von den Zwillingen gewusst. Wie auch. Die Vergewaltigung kann er sich wohl nie mehr verzeihen. Aber da kam eben zu viel damals zusammen. Ich gebe keinem der beiden alleine Schuld, denn keiner ist unschuldig oder hat mehr Schuld als der andere…

Meine Güte, ist das rührend… :weinen3:
Sie reden wirklich über alles – und Carlo möchte schließlich wirklich, dass Anjelica mit ihm nach Monte Vista geht. Und dann kommt die Antwort von ihr:
„Und ja, ich will Deine Frau werden und mit Dir zusammen nach Monte Vista gehen, wenn Du mich jetzt, nachdem Du die ganze Wahrheit kennst, überhaupt noch willst. Ich liebe Dich so sehr, Carlo.“
Ja, nach so vielen Jahren… Endlich – so scheint es – haben sie wirklich und aufrichtig zueinander gefunden und geben sich noch eine Chance. Gott, ist das schön! Ich gönne es den beiden von ganzem Herzen! :verliebt:


Uuups, eine Einladung von Caroline zum essen? Für Carlo UND Anjelica? Ich bin gespannt, wie das wird. :nicken Ob auch diese beiden Frauen eventuell über Vergangenes reden, alles was war ablegen können und Freunde werden können? Ich würde es mir wünschen.


Craig Colville lebt also, wenn man auch nicht weiß wo er sich aufhält… Aber es ist schön zu wissen, dass er lebt. Er wird untergetaucht sein, um sich in Sicherheit zu bringen und sich zu schützen.


Meine Güte, was sich die beiden all die Jahre angetan haben! Sie lebten mit so viel Kummer und Schmerz, Liebe und Hass zugleich… :kopf: :augen:


Das Ende dieses Kapitels ist wunderschön. Voller Liebe, Zuneigung und Leidenschaft. :verliebt:
Ach, ist das schön! Endlich haben Carlo und Anjelica zueinander gefunden. Ja, sie haben viel Zeit verloren; sehr viel sogar. Aber zu spät ist es nicht. Sie können noch viele Jahre glücklich miteinander leben. :verliebt :herz2


Wow, dieses Kapitel hatte es wirklich wieder in sich! Es war wirklich wieder Klasse! Super detailliert geschrieben und die Bilder wieder aller erste Sahne! Echt spitze!!! :daumenhoch1

Ja, und nun bin ich schon wieder gespannt wie es weiter geht und freue mich auf die nächste Folge! :klatschen1
Danke dafür, liebe Marga! :hug02


LG Astrid :tippen02
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Beitrag von cheli24 » 24.05.2019, 23:19

Hallo Astrid, :winken

bevor es endlich mit einem neuen Kapitel weitergeht, erst noch zu Deinem Kommentar, über den ich mich wieder sehr gefreut habe. Vielen lieben Dank.
:bussi2
Simsi68 hat geschrieben:
21.03.2019, 10:40
Hallo Marga! :winken02Oh, ich denke es mir jedesmal wieder, wenn man Carlo so nah sieht: diese schönen Bernstein-farbenen Augen… Der Hammer! :herz2

Ja, das finde ich auch. :verliebt: Deshalb ist es mir ja so wichtig, bei einem Neustart meine Genetik-CC behalten zu können. Alles andere wie Häuser, Klamotten etc. ist mir unwichtig, das kann ich alles gezielt neu downloaden. Aber meine Sims sind mir nun einmal sehr wichtig. Die möchte ich nicht verlieren. Ich hoffe, es findet sich irgendwo ein Programm, wo ich herausbekomme, um welche CC es sich handelt. Carlo mit braunen Augen ist einfach nicht mehr dasselbe, genauso wie Anjelica' s Augenfarbe. :herz3
Simsi68 hat geschrieben:
21.03.2019, 10:40
Wow, diese Aussprache zwischen Carlo und Anjelica war wirklich bitter nötig! Krass, was da alles ans Tageslicht kommt! :augen: :kopfschuetteln :kopf:
Ja, eigentlich hätten sie das schon viel früher machen sollen. So viel Zeit ist ihnen verloren gegangen. :weinen3:
Simsi68 hat geschrieben:
21.03.2019, 10:40
Du lieber Himmel, Anjelica ist ja damals ganz schön handgreiflich gegenüber Carlo in dessen Büro geworden! Und die Worte, die sie ihm ins Gesicht knallt… Donnerwetter! :augen: :kopfschuetteln

Ich habe die Bilder schon so lange und dann nochmal neu damit anzufangen oder anzuknüpfen, ich kann Dir sagen... Ja und dann hatte die Tageszeit auch nicht mehr mitgemacht. :roll: Die haben sich solange unterhalten müssen, bis ich die richtigen Gesten hatte, ja und dann war es plötzlich dunkel. Aber ich glaube, es ist gar nicht so aufgefallen. Bild
Simsi68 hat geschrieben:
21.03.2019, 10:40
Oweia, und schließlich kommt raus, dass Anjelica Zwillinge bekommen hat… Gezeugt bei der damaligen Vergewaltigung. Vergewaltigung aus Wut und Rage und was weiß ich noch alles. Carlo hatte bisher nichts von den Zwillingen gewusst. Wie auch. Die Vergewaltigung kann er sich wohl nie mehr verzeihen. Aber da kam eben zu viel damals zusammen. Ich gebe keinem der beiden alleine Schuld, denn keiner ist unschuldig oder hat mehr Schuld als der andere…

Ja, letztendlich ist da alles aus ihnen herausgebrochen. Obwohl es Carlo sehr leid getan hatte, Anjelica konnte und wollte ihm das nicht verzeihen. Das war der Anfang vom Ende. Er konnte ja nicht wissen, dass sie es am nächsten Tag gar nicht mehr als solches gesehen hatte. Aber selbst wenn, sie hätte das niemals zugegeben. :schuetteln
Simsi68 hat geschrieben:
21.03.2019, 10:40
Meine Güte, ist das rührend… :weinen3: Sie reden wirklich über alles – und Carlo möchte schließlich wirklich, dass Anjelica mit ihm nach Monte Vista geht. Und dann kommt die Antwort von ihr:[/color][/b] „Und ja, ich will Deine Frau werden und mit Dir zusammen nach Monte Vista gehen, wenn Du mich jetzt, nachdem Du die ganze Wahrheit kennst, überhaupt noch willst. Ich liebe Dich so sehr, Carlo.“Ja, nach so vielen Jahren… Endlich – so scheint es – haben sie wirklich und aufrichtig zueinander gefunden und geben sich noch eine Chance. Gott, ist das schön! Ich gönne es den beiden von ganzem Herzen! :verliebt:

Ich habe bei diesen Szenen und beim Schreiben der Dialoge so manche Tränen vergossen. :weinen2 Es war nicht einfach... Wie sagt man dem Mann, den man liebt, dass man ihm seine Kinder vorenthalten hat? Ich weiß nicht mehr, wie oft ich den Text und die Dialoge geändert hatte. :confus2
Simsi68 hat geschrieben:
21.03.2019, 10:40
Uuups, eine Einladung von Caroline zum essen? Für Carlo UND Anjelica? Ich bin gespannt, wie das wird. :nicken Ob auch diese beiden Frauen eventuell über Vergangenes reden, alles was war ablegen können und Freunde werden können? Ich würde es mir wünschen.

Tataaaa, Astrid, Du bist Schuld, dass das nachfolgende Kapitel so lange gedauert hatte, denn das hatte es gar nicht gegeben. :grins Ja, es war nicht einmal vorgesehen. Ich hatte das Treffen nur so erwähnt und dann schreibst Du, dass Du gespannst bist, wie das Abendessen wird. Tja und ich dann... ooohhh! :confus3 Somit musste ich nicht nur das Kapitel schreiben, sondern auch die Bilder dazu machen. Aber es hatte Spaß gemacht, von daher hast Du alles richtig gemacht. :daumenhoch2
Simsi68 hat geschrieben:
21.03.2019, 10:40
Das Ende dieses Kapitels ist wunderschön. Voller Liebe, Zuneigung und Leidenschaft. :verliebt: Ach, ist das schön! Endlich haben Carlo und Anjelica zueinander gefunden. Ja, sie haben viel Zeit verloren; sehr viel sogar. Aber zu spät ist es nicht. Sie können noch viele Jahre glücklich miteinander leben. :verliebt :herz2

Ja, endlich, mag man da sagen. Nach über 30 Jahren haben sie endlich zueinander gefunden. :verliebt: Jedoch STOP! Sie haben sich zwar ihre Liebe gestanden, aber da gibt es noch ein kleines Problem. Carlo zieht es nach Monte Vista und Anjelica lebt mit den Zwillingen in London. Hm, mal sehen, ob das funktioniert. Vielleicht eine Fernbeziehung oder aber... :grins Na ja, schauen wir mal.
Simsi68 hat geschrieben:
21.03.2019, 10:40
Wow, dieses Kapitel hatte es wirklich wieder in sich! Es war wirklich wieder Klasse! Super detailliert geschrieben und die Bilder wieder aller erste Sahne! Echt spitze!!! :daumenhoch1


Vielen Dank für das Kompliment. Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. Aber ohne die Posen hätte ich die Bilder so nicht hinbekommen. :schuetteln Das Gamplay bietet nicht so viele Möglichkeiten. Von daher bin ich froh, dass es den Poseplayer gibt.
:klatschen1
Simsi68 hat geschrieben:
21.03.2019, 10:40
Ja, und nun bin ich schon wieder gespannt wie es weiter geht und freue mich auf die nächste Folge! :klatschen1 Danke dafür, liebe Marga! :hug02

Ein Dankeschön für Deinen Kommentar, Dein Lob, die netten Worte und auch die Gedanken, die Du Dir wieder gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe Astrid. :hug02

So und gleich im Anschluss geht es endlich mit einem neuen Kapitel weiter.

LG Marga

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cheli24
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Re: SdV2 - Sehnsucht, die nie vergeht -

Beitrag von cheli24 » 24.05.2019, 23:22

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!




Hallo zusammen, :winken

erneut ist eine längere Pause aus Zeitgründen entstanden, was mir sehr leid tut. Aber ich hoffe, der Eine oder Andere verfolgt die Story noch, die ja nun schon einige Jahre andauert. Wie doch die Zeit vergeht. :augen:

Dennoch wünsche ich viel Spaß beim Lesen und ich hoffe, Euch gefällt das Kapitel.

LG cheli24 (Marga)




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Kapitel 21 - Eine längst fällige Aussprache -





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Anjelica war früh aufgestanden, um ihr Pensum zu erledigen, das sie sich heute vorgenommen hatte. Während Carlo ins Büro gefahren war, hatte sie über eine Stunde mit ihren Eltern telefoniert. Es war ihr sehr schwer gefallen, sie über die Zwillinge zu informieren. Immerhin hatte sie ihre Kinder nicht nur Carlo vorenthalten, sondern auch ihre Eltern im Ungewissen gelassen. Dennoch freuten sie sich sehr, ihre Enkelkinder in absehbarer Zeit kennenzulernen. Das Telefonat mit Eric hingegen war weitaus schwieriger gewesen. Anfangs hatte sie die Befürchtung gehabt, er würde einfach auflegen. Aber im Laufe des Gesprächs hatten sie sich langsam angenähert. Ein persönliches Treffen hingegen würde aus Zeitgründen vorerst nicht stattfinden. Aber sie wollten es auf jeden Fall irgendwann nachholen. Trish hatte sie ausrichten lassen, um halb zehn Uhr zu Carlo zu kommen, da sie etwas Dringendes mit ihr zu besprechen hätte.

Pünktlich hatte sich Trish im Haus eingefunden und überraschenderweise auch Fabio vorgefunden, der wohl ebenfalls dabei sein würde. Beide hatten etwas ratlos mit den Schultern gezuckt, als ihre Mutter sie in Carlo’s Büro gebeten hatte. Was sie dort jedoch erfahren mussten, hatte ihnen schier die Sprache verschlagen. Die Tatsache, noch zwei Geschwister bzw. Halbgeschwister zu haben, hatte sie fast umgehauen. Anjelica hatte ihnen Bilder der Zwillinge gezeigt, von ihnen berichtet und auch, dass sie sich sehr darauf freuen würden, Trish und Fabio bald kennenzulernen.

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Während sich Trish dennoch begeistert gezeigt hatte, war Fabio äußerst zurückhaltend und wortkarg geblieben und hatte sich gleich nach dem Gespräch verabschiedet. Trish jedoch war auf Anjelica’s ausdrücklichem Wunsch hin geblieben und saß nun gemeinsam mit ihr im Wohnzimmer. Sie wusste nicht so recht, was Anjelica noch mit ihr zu besprechen hätte und starrte angespannt ins Leere.

„Trish, ich habe mir diese Entscheidung nicht einfach gemacht“, begann die Schwarzhaarige schließlich mit einem langen Seufzer. „Damals... ich war so verzweifelt gewesen, der Sorgerechtsstreit um Dich, der Scheidungskrieg mit Deinem Dad, von Carlo hatte ich mich gerade getrennt. Es ist keine Entschuldigung, ich weiß. Aber ich wollte Dich nicht verlieren. Jedoch ist genau das letztendlich passiert. Ich kann nie mehr gutmachen, was ich Dir angetan habe, mein Schatz. Aber ich möchte, dass Du eines weißt, Du warst nie Mittel zum Zweck, auch wenn es für Dich vielleicht so ausgesehen haben musste. Ich habe erst gestern erfahren, warum Carlo das alles getan und auf der Hochzeit mit Dir bestanden hatte.“

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Es entstand eine bedrückende Stille, die schließlich von Trish unterbrochen wurde. „Die Dir doch gerade recht gekommen war. Weißt Du, was mir einfach nicht in den Kopf will? Warum hast Du mir damals nichts davon erzählt? Wir hatten nach Deiner OP doch so viel Zeit miteinander verbracht. Ich hatte wirklich gedacht, ich könnte Dir vertrauen. Warum erst jetzt, Anjelica? Warum haben Fabio und ich erst jetzt davon erfahren? Weißt Du, wie ich mich gefühlt habe, als Grandma mir erzählt hatte, dass Fabio mein Halbbruder ist? Kannst Du Dir das auch nur ansatzweise vorstellen?“

Anklagend sah Trish ihre Mutter an. Carlo hatte ihnen den Raum zur Verfügung gestellt, nachdem er Anjelica dringend geraten hatte, mit Trish über Monte Vista und deren Recherche zu sprechen. Die Puzzleteile fügten sich allmählich zusammen. Aber noch fehlte ihnen ein wichtiger Teil, von dem sich Anjelica erhoffte, ihn von ihrer Tochter zu erfahren. Momentan waren es nur Vermutungen, die Carlo in den Raum gestellt hatte. Aber sollten sich diese bewahrheiten, dann mussten sie äußerst vorsichtig sein.

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Anjelica atmete tief durch, während sie in Gedanken nach den passenden Worten suchte. Carlo hatte sie nach ihrer gestrigen Liebesnacht darüber unterrichtet, was er durch Kyle in Erfahrung gebracht hatte. Entsetzt war ihr mit einem Male bewusst geworden, was sie durch ihr jahrelanges Schweigen ausgelöst hatte. Die Tatsache, dass ihre Tochter Journalistin und von Natur aus sehr neugierig war, machte die Sache nicht gerade einfacher. Vorsichtig tastete sie sich schließlich vor. „Trish, ich konnte es nicht, denn dann hätte auch Carlo davon erfahren. Aber genau das ist jetzt passiert, wie so vieles in der letzten Zeit. Schatz, dass wir uns in Monte Vista wiedergesehen haben, war kein Zufall. Irgendjemand hatte explizit darauf hingearbeitet. Deshalb muss ich wissen, was Du in Erfahrung gebracht hast. Es ist sehr wichtig.“

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Unruhig rutschte Trish auf dem Sofa hin und her. „Wie? Ich verstehe nicht ganz. Was meinst Du mit hingearbeitet haben? Und was sollte ich Deiner Meinung nach wissen? Ich habe keine Ahnung, was Du meinst.“

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„Wir haben nie darüber gesprochen, weil ich Dich nicht drängen wollte. Aber...Trish, warum warst Du an jenem Tag, als Gagliano starb, ebenfalls in der Taverne? Was hatte Dich dorthin geführt? Was wolltest Du dort?“

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Trish zog die Schulter nach oben. „Viele Fragen auf einmal. Findest Du nicht? Tja, was wollte ich dort? Wahrscheinlich etwas trinken, Eis essen, keine Ahnung. Ich weiß es nicht mehr. Auf was willst Du eigentlich hinaus?“

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„Auf was ich hinaus will?“, wiederholte Anjelica ruhig, der jedoch der schnippische Tonfall nicht entgangen war. „Nun, ich glaube, das weißt Du sehr wohl. Warum bist Du dort gewesen? War es im Rahmen einer Reportage? Du hattest schon am Tisch gesessen, als ich angekommen bin und ich hatte mich um ein paar Minuten verspätet.“

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Trish lächelte gekünstelt. „Wa... was? Ja und? Ich bin Journalistin, schon vergessen? Vielleicht ja... keine Ahnung. Willst Du etwa behaupten, dass ich...?“

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„Ich behaupte gar nichts“, wurde sie abrupt unterbrochen. „Ich will lediglich wissen, warum wir fast zum gleichen Zeitpunkt dort waren. Wer wusste davon? Hattest Du mit irgendjemanden gesprochen?“

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„Ich... ich habe mit gar niemanden... Deine Anschuldigung ist einfach lächerlich und absurd. Es war reiner Zufall, dass ich zur gleichen Zeit dort war wie Du“, versuchte sie sich kläglich zu verteidigen.

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„Zufall? So wie es Zufall war, dass Du Zeugen des „Chapman“-Falls kontaktiert hast? Einfach so? Verdammt nochmal, Trish. Du hast doch keine Ahnung...“, fuhr sie ihre Tochter mit erhobener Stimme unsanft an, während ihr Blick dabei eiskalt war.

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Aufgebracht sprang Trish auf. „Bitte? Ich habe keine Ahnung? Es gehört zu meinem Job, Unwahrheiten aufzudecken. Aber mit der Wahrheit nimmst Du es ja nicht so genau. Weißt Du was, Anjelica? Du willst nur von Deinen eigenen Fehlern ablenken. Ich bin nicht mit sechzehn schwanger geworden und habe meine eigenen Kinder im Stich gelassen und verleugnet, sowie Du es getan hast.“

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Anjelica war kreidebleich geworden. „Setz‘ Dich!“, herrschte sie ihre Tochter an und zog ihre Augenbrauen nach oben, was ihr etwas Kaltes und Gefährliches verlieh, das Trish zusammenzucken ließ. „Setz‘ Dich sofort hin, Trish!“, wiederholte sie mit schneidender Stimme, die keine Widerrede duldete.

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Zum ersten Mal in ihrem Leben sah Trish in ihrer Mutter eine Frau, die kompromiss- und rücksichtslos agieren konnte, wenn sie wütend war und sich im Recht sah. Nur widerwillig nahm sie wieder Platz und sah Anjelica trotzig an. Jedoch wurde ihr auch bewusst, mit ihrer Anschuldigung zu weit gegangen zu sein.

„In Einem magst Du Recht haben. Ja, ich habe Euch im Stich gelassen und ich bin nicht stolz darauf. Das kannst Du mir glauben. Ich will Dir bestimmt nicht sagen, was Du zu tun und zu lassen hast. Du bist erwachsen und aus dem Alter raus. Aber Du hast kein Recht, mir vorzuwerfen, dass ich mit sechzehn schwanger geworden bin. Ich habe es mir auch nicht ausgesucht, aber das Beste daraus gemacht. Und ich liebe Fabio sowie ich auch Dich liebe. Ich bereue es nicht, mich für das Leben meines Kindes entschieden zu haben. Eine Abtreibung wäre für mich nie infrage gekommen. Du kannst nicht ansatzweise nachvollziehen, was es bedeutet, mit sechzehn mit einem Baby dazustehen, während dessen Vater eine Andere heiratet. Meinst Du, das alles ist mir leicht gefallen?“

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Kleinlaut murmelte Trish: „Es tut mir leid, Anjelica. Das hätte ich nicht sagen dürfen. Ich hätte nicht gewusst, ob ich das in dem Alter gekonnt hätte. Dad hätte mich vermutlich aus dem Haus geworfen, wäre ich mit sechzehn schwanger geworden. Aber was Du mir unterstellst... Es ist einfach nicht fair.“

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Anjelica, die sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, seufzte tief auf: „Ach, Trish. Was ist schon fair? Ich will Dich doch nicht maßregeln. Das ganz gewiss nicht. Aber Du stocherst in etwas herum, von dem Du keine Ahnung hast. Ich mache mir doch nur Sorgen um Dich. Weißt, Du... In gewisser Weise erinnerst Du mich an mich selbst. Du stehst für Gerechtigkeit ein, bist sehr ehrgeizig und kannst Personen um den Finger wickeln, wenn Du etwas willst. Ganz besonders bei Männern und solchen wie Kyle. Du hast Dir sein Wissen zu Deinem eigenen Nutzen gemacht, weil er Dir helfen wollte und nicht gemerkt hatte, dass Du ihn für Deine eigenen Zwecke einspannst und ausnutzt. Ich kenne dieses Spiel, glaub‘ mir, mein Schatz. Ich habe es jahrelang zelebriert.“

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Betroffen schüttelte Trish den Kopf. „Das ist nicht wahr. Ich habe ihn nicht eingespannt und ausgenutzt. Als Cop hat er nun einmal gewisse Connection. Das mag ich ja auch gar nicht bestreiten. Nenn‘ es meinetwegen eine Win-Win-Situation. Ich wollte ihm ja gewissermaßen auch helfen.“

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„Trish, Du magst vielleicht wissen, was Du willst, aber Du siehst die Gefahr genauso wenig, wie ich sie damals gesehen hatte. Kyle ist Dir gerade zum richtigen Zeitpunkt über den Weg gelaufen. Eine Win-Win-Situation nennst Du das. Wohl eher, eine Hand wäscht die andere. Solange Du erfährst, was er weiß. Habe ich Recht?“

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Betroffen hatte Trish den Worten ihrer Mutter gelauscht und sich in vielem wiedererkannt, was sie über sie gesagt hatte. Sie hat Recht. War es nicht so gewesen, dass ich Kyle von Anfang an vor meinen Karren gespannt und mir sein Wissen zunutze gemacht habe? Ich habe gewusst, dass ich mich immer auf ihn verlassen kann, er immer für mich da ist und mir in brenzligen Situationen aus der Patsche hilft. Wäre er mir damals in Carlo’s Büro nicht zu Hilfe geeilt... Habe ich ihn wirklich ausgenutzt? Meine Güte, was habe ich nur getan? Kyle, das habe ich nicht gewollt. Und jetzt habe ich ihn für immer verloren. Der einzige Mann, der mir je etwas bedeutet hat. Nur mühsam gelang es ihr, die Tränen zu unterdrücken.

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„Wem galt Deine Recherche, Trish? Sag‘ mir bitte die Wahrheit. War es DeMarco?“, riss Anjelica ihre Tochter aus ihren Gedanken.

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Diese sah sie erstaunt an, ehe sie seufzend begann: „DeMarco? Wie kommst Du denn auf ihn? Nein, ich war nicht an Informationen über DeMarco interessiert. Wirklich nicht. Ich wollte Julie helfen, die sich um Fabio gesorgt hatte. Sie hatte befürchtet, dass Carlo ihn vielleicht in kriminelle Machenschaften hineinziehen könnte. Julie’s Bruder Craig hatte sowohl für DeMarco, als auch für Carlo gearbeitet. Er war gerade erst wieder auf Bewährung raus, als er wohl einen Auftrag Carlo’s annehmen sollte. Es ging um irgendwelche Schürfrechte in San Antonio in Texas. Fabio hatte ihn wohl mit einigen kompromittierenden Fotos, die Craig und Sophia als Paar zeigen, konfrontiert und damit erpresst. Die Beiden waren heimlich ein Paar, ihr Vater wusste nichts davon. Aus dem Grunde wollte ich diese Schürfrechte an mich nehmen, damit Carlo nichts mehr gegen Craig in der Hand hatte. Ja, ich bin in seinen Büroräumen eingebrochen und hatte danach gesucht. Auch in seinem Büro in Monte Vista, wo ich schließlich einige Fotos gefunden hatte, von Dir und mir, Fabio mit Carlo und auch Dein Hochzeitsbild mit Dad.“

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Schweigend hatte Anjelica ihrer Tochter zugehört und mit Schrecken festgestellt, so vieles von sich in ihr wiedererkannt zu haben. Trish war ihr in so vielem ähnlich. Ähnlicher, als sie es je vermutet hatte. Sie atmete tief ein und aus, ehe sie fragte: „Warum warst Du an diesem Morgen in der Taverne, Trish?“, hakte sie behutsam nach.

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„Ich hatte vor meiner Abreise nach Monte Vista einen Anruf erhalten. Der Teilnehmer hatte sich mir als Mario Gagliano vorgestellt.“

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Entsetzt starrte Anjelica ihre Tochter an und keuchte: „WER? Du, meine Güte. Du hast mit Mario gesprochen?“

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Irritiert nickte Trish. „Ja. So hatte er sich mir zumindest am Telefon vorgestellt. Dies wäre aber nicht sein richtiger Name, hatte er mich wissen lassen. Er hätte Informationen für mich, die den Mordfall „Peter Chapman“ beträfen. Er hätte vor vierzehn Jahren oder so für DeMarco gearbeitet und hätte gewusst, dass die beiden Italiener auf seiner Abschussliste gestanden hätten.“

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„Welche Italiener? Kennst Du noch die Namen, Trish?“, wurde sie von Anjelica unterbrochen.

„Ähm... ich glaube, Zamboni und...“ Sie dachte angestrengt nach. „Und irgendetwas mit Campo oder so ähnlich.“

„Vielleicht Campinelli?“

„Ja, richtig. Ich glaube, das war der Name“, stimmte ihr Trish zu. „Die Beiden hätten die Seiten gewechselt und hätten brisante Informationen erhalten. Als ich nachgefragt hatte, von wem, hatte er gemeint, er kenne ihren Namen nicht. Demzufolge musste es wohl eine Frau gewesen sein. Die beiden, also sie und DeMarco, wären wohl miteinander liiert gewesen, hatte er gemeint. Aber Gagliano hatte sie anscheinend nicht gekannt.“

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Anjelica schloss kurz die Augen, ehe sie entschlossen sagte: „Doch, er hatte sie gekannt. Das hatte er sehr wohl. Ich war die Frau, von der er gesprochen hatte.“

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„DU???!!! Aber... ich verstehe nicht... Was hast Du mit Gagliano...?“ Verständnislos sah Trish die Dunkelhaarige an.

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Anjelica nickte. „Ja, ich, Trish. Mario hatte eine Zeitlang für mich gearbeitet. Ebenso wie Zamboni und Campinelli, ehe sie die Seiten gewechselt hatten und auf DeMarco’s Gehaltsliste aufgetaucht sind. Nach der Scheidung von Eric und der Trennung von Carlo hatte ich eine kurze Affäre mit DeMarco. Es hatte mir nichts bedeutet, außer vielleicht der Tatsache, durch ihn an brisante Informationen zu gelangen, was am Ende auch funktioniert hatte.“

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„Dann hatte Gagliano mich im Auftrag DeMarco’s kontaktiert? Willst Du das damit behaupten?“, wollte Trish irritiert wissen.

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Anjelica seufzte auf. „Beweisen lässt es sich nicht. Aber es spricht vieles dafür. Ich hatte einen Anruf erhalten, als ich in Monte Vista angekommen war. Ob ich immer noch interessiert wäre, DeMarco ans Messer zu liefern. Ich solle mich mit Gagliano treffen und ihm ein so genanntes Wahrheitsserum in sein Getränk einflößen. Ihn dann an einen mir genannten Treffpunkt führen und ihn aushorchen. Zuletzt sollte ich ihm ein Schlafmittel verabreichen. Eine Falle, in die ich hineingetappt bin, Trish. Die Utensilien dazu sind mir unbekannt zugestellt worden. Die Pensionswirtin hatte das Päckchen in Empfang genommen. An der kleinen Flasche hatten sich Spuren eines Giftes befunden, auf der man später meine Fingerabdrücke festgestellt hatte. Das Gift war ihm zuvor intravenös gespritzt worden, hatte dann aber einen Herzanfall bei ihm ausgelöst. Enzo hatte darauf spekuliert, dass die Polizei mich wegen Mordverdacht verhaften würde. Er hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass mir Carlo helfen würde. Trish, es war Enzo DeMarco, der uns beide zusammengeführt hatte. Er wusste von Dir und auch, dass Carlo und ich uns von früher kennen. Als er gemerkt hatte, dass er mich nicht zu Fall bringen konnte, hatte er auf mich schießen lassen. Es spricht vieles dafür, dass Enzo dahinter steckt. Kyle hatte Angst um Dich und wollte deshalb nicht, dass Du recherchierst.“

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„Peter Chapman, Kyle’s Onkel? Der Mord wurde nie aufgeklärt“, murmelte Trish.

„Enzo hat ihn auf dem Gewissen. Ich habe sein Notizbuch, das ich damals bei meiner Flucht an mich genommen hatte, der Polizei übergeben. Es liegt nun in deren Händen und in denen des FBI’s, ihn zu überführen.“

„Aber warum hat Carlo das getan und alles auf sich genommen? Es muss doch einen Grund gehabt haben, dass er mich unbedingt heiraten wollte. Damals hatte ich gedacht, er würde das nur aus Rache tun, weil Kyle gegen ihn ermittelt hatte. Aber das war nicht der Grund, oder?“

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Nachdenklich schaute Anjelica ihre Tochter an. „Du hast ihn nicht danach gefragt?“

Trish schüttelte den Kopf.

„Um Dich und mich zu beschützen, Trish. Er hatte es nur unseretwegen getan. Enzo ist gefährlich und unberechenbar. Er will sich an Carlo und mir rächen. Ein DeMarco wird nicht von einer Frau verlassen und dabei noch hintergangen. Es ist meine Schuld, dass es soweit gekommen ist. Ich hätte mich nie mit ihm einlassen dürfen. Aber mein damaliger Hass auf Carlo war so groß gewesen, dass mir alles egal war und ich mich nicht gescheut hatte, mit seinem größtem Widersacher und Erzfeind ins Bett zu gehen.“

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„Und trotzdem hast Du Carlo immer geliebt.“

Anjelica schloss müde die Augen, um schließlich zu sagen: „Ja, Trish. Carlo war und ist meine große Liebe. Ich habe nie aufgehört, ihn zu lieben.“

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„Warum aber dann die Hochzeit mit Daddy? Ich verstehe es nicht.“ Grummelnd verzog Trish das Gesicht, während Anjelica nach den passenden Worten suchte.

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Schließlich sagte sie: „Er und Carlo waren gemeinsam in Yale, ebenso wie Kyle’s Eltern. Als Eric mir von Yale erzählt hatte, von der damaligen Clique und von einem italienischen Unternehmersohn Namens Carlo aus Monte Vista... Da musste ich nur noch eins und eins zusammenzählen. So viele Zufälle konnte es nicht geben. Ja, aber dennoch hatte ich mich in Deinen Dad verliebt und es war ja anfangs auch eine schöne Zeit. Aber dann bin mit seiner Gleichgültigkeit nicht mehr zurechtgekommen. Sex war für Carlo und mich immer ein wichtiger Bestandteil unserer Beziehung. Deinem Vater hingegen nicht. Irgendwann hatten wir uns auseinandergelebt und ich hatte mir Erfüllung bei einem anderen Mann gesucht.“

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„Carlo“, mutmaßte Trish.

„Nein, nicht am Anfang. Ich hatte einen One-Night-Stand mit einem jungen Mann, der auf einer unserer Partys zu Gast war. Carlo hatte ich durch Zufall in Starlight Shores wiedergetroffen. Dein Dad war an einem Virus erkrankt und konnte nicht an einem wichtigen Meeting teilnehmen. Es war Schicksal, dass wir uns wieder über den Weg gelaufen sind. Ja und kurz danach ist er mit Fabio nach Bridgeport gezogen.“

„Du hast Dich mit ihm heimlich getroffen?“, fragte Trish neugierig.

„Ja“, bestätigte Anjelica.

„Dad hat mir gestern davon erzählt, auch dass er Dich geschlagen und schließlich aus dem Haus geworfen hatte, nachdem er von Dir und Carlo erfahren hatte. Dann hast Du Daddy also nie geliebt?“

„Nicht so, wie ich Carlo geliebt habe“, gestand Anjelica ehrlich.

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Es entstand eine bedrückende Stille, ehe Anjelica aufstand, um neben Trish Platz zu nehmen. Leise sagte sie: „Trish, ich kann nicht mehr gutmachen, was ich Dir angetan habe. Ich war Dir nie die Mutter, die Du so gebraucht hättest. Aber ich bin froh, dass Du sie in Maureen gefunden hast. Dich in die Ehe mit Carlo zu drängen, Dich schamlos zu belügen, das werde ich mir nie verzeihen können. Noch mehr wiegt die Schuld, Dich und Fabio verlassen und Euch nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Ich hatte heute Morgen ein langes Gespräch mit Deinem Vater, das erste, seit ich ihn verlassen hatte. Ich bin auch nicht schuldlos am Scheitern unserer Ehe. Vielleicht hätten wir es mit ein paar Kompromissen geschafft. Noch besser wäre es allerdings gewesen, ich hätte ihn nie geheiratet. Ich weiß, dass er Dir ein lieber Vater ist und Du in Maureen eine liebe Mutter gefunden hast. Das ist aber nur ein schwacher Trost für mich.“

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„Warum bist Du eigentlich nach Monte Vista gekommen? Woher wusstest Du von Fabios Hochzeit? Wer hat Dir davon erzählt?“ Fragend sah Trish ihre Mutter an.

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„Trotz allem, mein Schatz, war ich immer über Euer Leben informiert. Ich hatte meine Leute, die mich in unregelmäßigen Abständen über Fabio und Dich auf dem Laufenden hielten. Ich weiß, dass es sehr unvorsichtig von mir gewesen war, Dich zu verfolgen. Aber ich hatte Dich so lange nicht gesehen. Als ich Dich dann an jenem Morgen, als Du mir bis an die Piazza gefolgt warst, an Carlos Haus erblickt hatte, wäre ich so gerne auf Dich zugegangen, hätte Dich in den Arm genommen. Ich wollte in Deiner Nähe bleiben, da ich Carlo nicht getraut hatte. Er hatte Wind davon bekommen, dass ich zu Fabios Hochzeit kommen würde. Durch seine Männer hatte er erfahren, dass ich in der Stadt war. Irgendwann tauchte er bei mir auf und machte mir unmissverständlich klar, dass ich mich von Fabio fern halten solle. Wir hatten eine hässliche Auseinandersetzung. Aber was hatte ich denn erwartet? Ich wollte mich an ihm rächen und ihn in den finanziellen Abgrund treiben. Ich hätte wissen müssen, auf welches Unterfangen ich mich da einlasse. Carlo hasste mich und ich konnte es ihm nicht einmal verdenken.“

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„Ich hatte um Dich gebangt, als Du nach der zweiten OP im künstlichen Koma gelegen hattest. Ich wollte Dich nicht wieder verlieren. Nicht, nachdem ich Dich gerade erst wieder gefunden hatte. Wir hatten uns schon so weit angenähert. Ich war bereit gewesen, für Deine Freiheit auf Kyle zu verzichten.“ Trish kämpfte mit den Tränen, zu schmerzvoll war die Erinnerung an ihre große Liebe. „Aber dann hatte ich Euer Gespräch kurz nach der Trauung gehört. Solltest Du Dich nicht aus Carlo’s Geschäften heraushalten und an die Abmachung halten, dann würde er Dich ins Gefängnis bringen. Zu hören, dass Du nicht die bist, für die ich Dich gehalten hatte… Anjelica, das hatte mich fast umgebracht. Ich wäre bereit gewesen, alles zu tun, um Dich vor einen Gefängnisaufenthalt zu bewahren. Danach wollte ich nur noch weg. Verzweifelt hatte ich versucht, Kyle auf seinem Handy zu erreichen, aber das Gespräch wurde weggedrückt. Kurzerhand habe ich mir ein Taxi genommen und bin zu ihm gefahren. Doch er war nicht da. Stattdessen hat mir diese Charlene Evans eiskalt ins Gesicht gelogen, sie wäre Kyles Verlobte. Und den Brief, den ich ihr gegeben hatte, mit der Bitte, ihn Kyle zu geben, hat ihn nie erreicht. Hast Du eine Ahnung, wie ich mich in diesem Moment gefühlt hatte? Die Menschen, die mir lieb waren und denen ich vertraut hatte, hatten mich schamlos belogen. Aber ich fügte mich meinem Schicksal und das Zusammenleben mit Carlo erwies sich als gar nicht so schwer. Bis zu jenem Abend, als er...“

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Schluchzend schlug sie ihre Hände vors Gesicht, so dass Anjelica behutsam ihre Hand auf Trish‘ s Schulter legte. „Carlo tut es entsetzlich leid, was passiert ist, Trish. Er weiß, dass er einen unverzeihlichen Fehler begangen hat.“

Tränen überströmt flüsterte Trish leise: „Er hat sich bei mir entschuldigt, wir hatten eine lange Aussprache. Es wird dauern, bis ich in ihm wieder das sehen kann, dass ich als kleines Kind gesehen habe.“

„Ich weiß, mein Schatz. Das ist Carlo auch durchaus bewusst.“ Es entstand eine kurze Pause, ehe Anjelica fragte: „Was willst Du jetzt tun? Gehst Du wirklich nach Lucky Palms zurück?“

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Trish sah sie nachdenklich an, ehe sie sich erhob und ins Leere starrte. Leise sagte sie: „Ja. ich habe mich entschlossen, wegzugehen. Ich kann nicht mehr länger hier bleiben. Von Kyle habe ich mich bereits verabschiedet.“

„Du willst also tatsächlich Bridgeport verlassen und nach Lucky Palms ziehen? Warum tust Du das, Trish? Warum entscheidest Du Dich gegen Kyle? Du liebst ihn doch.“ Behutsam strich sie mit ihren Fingern über Trish’s Schulter.

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„Man sagt doch, sich lieben, heißt auch loslassen können, Anjelica“, murmelte Trish.

„Das ist doch Blödsinn und das weißt Du auch, Trish“, wurde sie von ihrer Mutter unterbrochen, die sie sanft zu sich drehte.

Trish seufzte auf. „Und wenn schon. Es ist zu viel passiert. Die Ehe mit Carlo, die Tatsache, dass Fabio mein Halbbruder ist und auch, dass Du wieder da bist oder dass ich noch zwei weitere Geschwister habe. Ich kann nicht einfach ein neues Leben mit Kyle beginnen, während das alte nicht abgeschlossen ist. Vielleicht werde ich es eines Tages auch bitter bereuen, mich so entschieden zu haben. Aber momentan ist es der richtige Weg. Ich muss erst wieder zu mir selbst kommen, ehe ich wieder jemanden an mich heranlassen kann.“

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Traurig sah Trish ihre Mutter an, die sie in ihre Arme zog und leise sagte: „Ach, Trish. Ich hoffe, Du findest es bald heraus, mein Liebling. Ich will nur nicht, dass Du Dir selbst im Wege stehst. Über dreißig Jahre haben Carlo und ich gebraucht, um wieder zueinander zu finden. Wir können die verlorene Zeit nie mehr aufholen. Trish, ich will nicht, dass Du den gleichen Fehler begehst, den ich begangen habe. Warte nicht jahrelang, um endlich zur Erkenntnis zu kommen, dass Du immer nur den einen Mann geliebt hast. Kyle ist ein sehr netter Mann, der Dich auf Händen tragen würde. Lass‘ ihn nicht gehen. Versprich‘ mir, dass Du Dir meine Worte zu Herzen nehmen wirst. Bitte, Trish.“

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Eindringlich blickte ihr Anjelica ins Gesicht. „Trish, eigentlich wollten es Carlo und ich für uns behalten. Dank Kyle können wir ein neues Leben beginnen, was nicht selbstverständlich ist. Er hat sich bei der Staatsanwaltschaft sehr für uns eingesetzt, da wir bereit gewesen waren, zu kooperieren und alle Mittelsmänner zu nennen. Er wollte auch, dass wir ins Zeugenschutzprogramm gehen, aber das wollen wir nicht. Wir sind noch nicht zu alt, um neu anzufangen und sind dankbar, eine zweite Chance bekommen zu haben. Ich werde jetzt erst einmal nach London zurückfliegen und die Zwillinge über die neuesten Entwicklungen unterrichten. Danach müssen wir mal sehen. Das neue Schuljahr hat ja noch nicht begonnen. Also könnte ein Wechsel an eine andere Schule durchaus möglich sein. Beide sind nicht abgeneigt, als ich sie gefragt hatte.“

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„Du willst also nach Monte Vista ziehen?“

„Ja, wenn es möglich ist, dass Justin und Jessica ohne Weiteres wechseln können.“

„Und dann? Werdet Ihr heiraten?“

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Anjelica lächelte. „Er hat mich gefragt. Es könnte durchaus möglich sein. Aber nicht so schnell. Ich werde Dir auf jeden Fall Bescheid geben. Fabio und Julie fliegen jetzt erst einmal für zwei Wochen nach Isla Paradiso. Danach wollen sie nach Monte Vista kommen.“

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„Die Luftveränderung wird ihnen bestimmt gut tun. Ich werde sie vermissen. Aber ich freue mich für die beiden. Und Anjelica...“, kurz hielt sie inne, ehe sie weitersprach, „grüße Justin und Jessica unbekannter Weise von mir. Ich hoffe, ich lerne sie bald kennen.“

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Anjelica lächelte: „Das wird sich bestimmt einrichten lassen. Ich liebe Dich, mein Schatz. Vergiss‘ das bitte nie. Ich wollte, ich hätte Dich aufwachsen sehen können. Es tut mir so leid, wie alles gekommen ist, Trish. Aus meinem kleinen Mädchen ist eine selbstbewusste junge hübsche Frau geworden, auf die ich sehr stolz bin. Ich wünsche Dir alles Gute in Lucky Palms und grüß Deine Großeltern von mir. Ich hoffe, sie bald einmal besuchen zu können.“

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„Werde ich machen. Wissen sie denn eigentlich von den Zwillingen?“

„Ja, ich habe sie heute Morgen davon unterrichtet. Irgendwann müssen wir uns alle einmal treffen.“

„Wann geht denn Deine Maschine?“ Neugierig sah Trish ihre Mutter an.

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„Ich fliege um dreizehn Uhr, Carlo eine Stunde später und Fabio und Julie schon um halb eins. Wir werden kurz nach neun losfahren. Und wann fliegst Du, mein Schatz?“

„Ich nehme die Achtzehn-Uhr-Maschine heute Abend. Ich fahre jetzt nach Hause, muss noch ein wenig packen. Dad und Maureen werden mich zum Flughafen bringen.“

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„Wir sind heute Abend noch bei den Fairchilds zum Essen eingeladen. Vielleicht ist Kyle auch da und ich habe die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen.“ Die Nennung seines Namens trieb Trish erneut die Tränen in die Augen, wie Anjelica bestürzt feststellte. Ach, mein Schatz, ich würde Dir so gerne helfen. Sanft umfasste sie Trish’s Arm. „Trish, gib‘ nicht auf. Lass‘ Dir ein wenig Zeit und dann sprecht miteinander.“

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„Nach allem, was ich ihm angetan habe. Er ist ohne mich besser dran.“

Anjelica hob mit ihrem Zeigefinger Trish’s Kinn nach oben, so dass sie ihr in die Augen schauen konnte. „Das glaubst Du doch selbst nicht. Du liebst ihn. Mir kannst Du nichts vormachen. Ich weiß, wie das ist, wenn man etwas krampfhaft zu verdrängen versucht.“

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„Du warst nicht dabei. Er hatte sich nicht einmal verabschiedet und ist einfach davon gerannt. Ich habe ihn so sehr verletzt. Das wird er mir niemals verzeihen.“ Trish kämpfte krampfhaft gegen die aufsteigenden Tränen an.

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„Trish, lasst Euch etwas Zeit. Regle Deine Angelegenheiten und all das, was Du Dir noch vorgenommen hast. Die Zeit heilt alle Wunden. Denk‘ immer daran. Schau‘ Carlo und mich an. Niemals im Leben hätte ich daran geglaubt, dass wir irgendwann wieder zusammenkommen werden. Gib‘ die Hoffnung nicht auf, mein Schatz.“

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„Ach, mein großes Mädchen, Du wirst mir fehlen. Und denk‘ nicht, dass ich nicht an Dich gedacht hatte, als ich wieder in London war. Hätte ich gewusst, was passiert ist, dann wäre ich zu Dir gekommen. Trish, daran kannst Du Dich nicht erinnern. Aber Du warst mein Ruhepol während der schwierigen Zeit mit Eric. Du hattest mich nur anlächeln müssen und schon waren meine Sorgen nicht mehr so groß. Versprich‘ mir, dass wir in Kontakt bleiben. Du kannst mich jederzeit anrufen. Sei es in London oder, wenn irgendwann, dann in Monte Vista.“

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Weinend vergrub Trish ihr Gesicht an der Schulter Anjelica‘s. „Du wirst mir auch fehlen. Ihr alle. Aber ich brauche den Abstand. Vielleicht sehe ich es in ein paar Wochen mit anderen Augen.“

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„Das wirst Du, mein Schatz. Die Zeit heilt alle Wunden. Vielleicht nicht sofort und möglicherweise geht es auch nie ganz weg. Aber es wird weniger und irgendwann merkst Du es vielleicht gar nicht mehr. Vergiss‘ da nie. Mach’s gut, meine Große und liebe Grüße an Mum und Dad.“

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Trish nickte und sagte: „Werde ich ausrichten. Am Wochenende werde ich sie besuchen.“

„Hast Du denn noch Urlaub?“

„Ja“, nickte Trish. „Ich fange erst am Mittwoch wieder an.“

Noch einmal umarmten sich Mutter und Tochter, ehe Trish zur Tür hinausging und die Treppe hinabschritt.

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Anjelica folgte ihr bis zur Einfahrt und wartete reglos, bis sie das Starten des Motors hörte. „Wiedersehen“, rief Trish ihr noch einmal zu, ehe sie rasant davon fuhr.

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Anjelica hatte gerade die Post durchgesehen und war im Begriff, wieder ins Haus zurückzugehen, als ein Truck die Straße hochkam. Sie maß dem allerdings keine Bedeutung bei, da sie davon ausging, dass er an der Ecke abbiegen würde.

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Das Zuschlagen der Wagentür nur wenig später ließ sie jedoch aufhorchen. Ein Mann entstieg der Zugmaschine und rief ihr freundlich zu: „Guten Tag, Mam. Wir kommen von der Firma Statson und sollen hier Material anliefern. Ein Metallzaun und ein Eingangstor sind auf meinem Auftrag vermerkt und sollen montiert werden. Sind wir hier richtig bei Vincenti?“

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Anjelica wandte sich um und ging auf den Mann zu: „Oh, ja. Mr Lawson hat Sie schon ankündigt.“

„Können wir den Truck zum Ausladen hier stehen lassen?“

„Ja, das können Sie. Das hier ist eine Sackgasse.“

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„Okay, dann laden wir gleich aus.“

„Bringen Sie den Zaun auch an?“, wollte Anjelica neugierig wissen.

„Das machen die Arbeiter. Wir sind nur die Lieferanten. Aber keine Sorge, die kommen auch gleich. Viel Zeit bleibt ja nicht. Mr Vincenti hat darum gebeten, dass es noch heute fertig werden soll.“

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„Ja, das ist richtig. Sie können die Teile hier abstellen. Es fährt von uns keiner mehr weg.“

„In Ordnung. Dann machen wir uns gleich an die Arbeit.“

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Kapitel 22 folgt...

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cheli24
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Re: SdV2 - Sehnsucht, die nie vergeht -

Beitrag von cheli24 » 31.05.2019, 01:44

Hallo zusammen, :winken

ich habe das Kapitel aufgrund der vielen Bilder in zwei Teile geplittet. Teil 2 folgt voraussichtlich am Sonntag. Ich wünsche nun viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.


LG cheli24 (Marga)


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Kapitel 22 - Entschuldigen und Verzeihen - Teil 1





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Die Sonne ging langsam über dem Atlantik unter, leichtes Abendrot zierte den Himmel Bridgeports. Der Wetterdienst hatte für den Abend lokale Gewitter mit Sturmböen angekündigt. Vorsorglich hatten die Fischer ihre Boote und die Reichen der Reichsten ihre Yachten in Sicherheit gebracht. Nach dem vorgestrigen schweren Unwetter war man gewarnt.

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Gerade noch rechtzeitig war die Baufirma, die Carlo mit der Umzäumung beauftragt hatte, fertig geworden. Er hatte sich kurzfristig dazu entschieden, da das Haus für das nächste halbe Jahr unbewohnt bleiben würde. Erst im Frühjahr würde er aller Voraussicht nach wieder nach Bridgeport kommen.

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Am Mittag, kurz nachdem Trish weggefahren war, hatten Fabio und Carlo alle Rollladen an den Fenstern programmiert und heruntergefahren. Anjelica und Julie hatten in den Zimmern noch einmal nach dem Rechten gesehen, die Fenster geschlossen und ebenfalls die Rollladen heruntergelassen. Somit war das Haus auch von außen gut vor Wind und Wetter geschützt. Gemeinsam hatten sie schließlich noch die Gartenmöbel im Hobbyraum untergebracht, so dass nun alle Außenmöbel verstaut waren. Während sich Anjelica und Carlo anschließend für den Besuch bei den Fairchilds fertig gemacht hatten, waren die jungen Leute zu Julie’s Eltern gefahren, die die Beiden zum Abendessen eingeladen hatten.

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Pünktlich gegen achtzehn Uhr kamen Anjelica und Carlo bei den Fairchilds an. Nervös stand sie neben Carlo und wartete, bis sich die Haustür auf sein Klingeln hin öffnete. Nach einer kurzen Begrüßung traten sie schließlich ein.

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Nachdem sie ein wenig Konversation betrieben hatten, servierte Caroline das Abendessen, während alle am großen Esstisch in der Mitte des Raumes ihre Plätze einnahmen. Ein Gespräch wollte anfangs nicht so recht in Gange kommen und man spürte die Spannung, die vor allem zwischen Anjelica und Kyle herrschte. Sie fühlte sich in Gegenwart der Fairchilds ein wenig unwohl und wusste mit der Situation nicht so recht umzugehen. Einerseits wollte sie unbedingt ein Gespräch mit Kyle, aber andererseits fand sie keinen Draht zu ihm. Er hingegen hatte wie erstarrt dem Abendessen beigewohnt und stand sofort auf, nachdem er fertig gegessen hatte.

„Bist Du denn schon fertig?“, fragte Henry verwundert seinen Sohn.

„Ich bin satt, danke.“ Für Kyle war es kaum zu ertragen, mit der Frau an einem Tisch zu sitzen, der er die Mitschuld dafür gab, dass Trish ihn verlassen hatte.

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„Und wann geht es los?“ Fragend richtete Caroline das Wort an Carlo.

„Du meinst, wann wir losfliegen?“

Sie nickte.

„Morgen Vormittag. Kurz nach neun fahren wir zum Flughafen. Wir haben zwar unterschiedliche Abflugzeiten, aber die liegen nicht weit auseinander, so dass wir alle gleichzeitig fahren können.“

„Ah, das ist gut. Und... sind die Arbeiter denn mit dem Zaun fertig geworden?“

„Ja, gerade noch rechtzeitig. Es war ein bisschen knapp in der Zeit. Aber Fabio hatte Recht mit dem Zaun und dem automatischen Tor. Wir haben jetzt alles eingezäumt. Man weiß ja nie. Die Rollläden im Haus, sowohl außen als auch innen, werden per Zeitschaltuhr hoch- und runtergefahren. Die eine Uhr regelt Wetter und Wind, die andere die Morgen- und Abendzeit.“

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„Hast Du denn jemanden fürs Haus oder der die Blumen gießt und den Rasen bewässert?“

Carlo schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe es in der Hektik total vergessen. Um den Garten wird sich ein Gärtner kümmern. Aber fürs Haus habe ich niemanden und an die Blumen hatte ich auch nicht gedacht.“

„Also, wenn Du willst, dann schaue ich einmal in der Woche vorbei und gieße Deine Pflanzen, wenn es Dir Recht ist“, bot Caroline dem Studienfreund an.

„Das würdest Du wirklich tun?“

„Ja, klar. Warum denn nicht?“

„Dann vielen Dank für das Angebot. Ich gebe Dir dann den Hausschlüssel. Du musst aber nicht lüften oder so. Die Klimaanlage regelt das.“

„Da hast Du aber einen hohen Stromverbrauch“, meldete sich nun auch Henry zu Wort, der die ganze Zeit still dem Gespräch der Beiden beigewohnt hatte.

„Nein, das geht schon. Sie läuft ja nur zwei Stunden täglich. Fabio hat es so programmiert.“

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Während Henry mit seinem einstmals besten Freund in den Garten ging, nachdem sich alle vom Tisch erhoben hatten, blieb Caroline mit Anjelica in der Küche zurück. Kyle hingegen war schon zuvor mit seiner Tochter in deren Zimmer verschwunden. Plötzlich war sich Caroline nicht mehr sicher, ob die Idee gut gewesen war, Anjelica und Carlo einzuladen.

Sie räusperte sich, ehe sie sich fragend an ihren Gast wandte: „Du lebst also in London?“, begann sie vorsichtig.

Anjelica nickte. „Ja. Zusammen mit meinen beiden Kindern Jessica und Justin. Wir haben erst kürzlich ein Haus etwas außerhalb Londons gekauft.“

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„Carlo hat mir erzählt, er hätte Dir einen Antrag gemacht?“

Caroline’s Frage war so abrupt gekommen, dass ihr Gegenüber erst einmal nach den passenden Worten suchen musste. So kam schließlich auch nur ein knappes „Ja, hat er“, über ihre Lippen.

„Und, hast Du angenommen?“, wollte Caroline lächelnd wissen.

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„Ich... na ja, ich werde es auf jeden Fall noch mit meinen Kindern besprechen. Aber ja... ich würde ihn... gerne heiraten.“

„Das freut mich für Euch, Anjelica.“

Zweifelnd sah diese Caroline an. „Sicher? Ich dachte immer, in Deinen Augen wäre ich ein Miststück.“

„Wenn dem so wäre, dann hätte ich Dich wohl nicht eingeladen. Oder?“

Die Schwarzhaarige sah an ihr vorbei. „Na ja, vielleicht hast Du es nur wegen Carlo getan. Ich habe Dich damals auf der Verlobungsfeier beobachtet, Caroline. Dein Blick war eiskalt, als würdest Du mich durchbohren wollen.“

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„Anjelica! Bitte! Was hast Du denn erwartet? Du tauchst nach Jahren auf und bringst gleich wieder alles durcheinander. Kyle ist mein Sohn und durch Dich und Carlo hat er Trish verloren. Durch Eure Intrigen und Spielereien. Warum Anjelica? Wolltest Du Dich an mir rächen oder was?“

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Diese riss entsetzt die Augen auf. „Wie? Um Himmel Willen, Nein. Das hatte doch nichts mit Dir zu tun. Das musst Du mir glauben, Caroline. Ich wusste nichts von Carlo’s Beweggründen und sah es als einzige Möglichkeit... Ich... Carlo liebt Trish, als wäre sie seine eigene Tochter. Bei ihm wusste ich sie in Sicherheit. Anfangs wollte ich wirklich meine Pläne durchziehen, als ich wieder in London war. Aber die Zeit in Monte Vista und auch hier, die hat mich verändert. Ich habe gespürt, dass ich ihn immer noch liebe. Caroline, ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn Dein Sohn nicht zu meinen Eltern gefahren wäre. Es tut mir wirklich sehr leid, was geschehen ist und auch, wie ich mich Dir damals gegenüber verhalten habe. Dabei hatte ich immer gehofft, wir könnten so etwas wie Freundinnen werden. Ich hatte Niemanden, mit dem ich reden und dem ich mein Herz ausschütten konnte. Es war keine leichte Zeit. Als ich dann auch noch schwanger wurde... Caroline, für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich wollte das nicht noch einmal erleben. Aber eine Abtreibung kam nicht infrage. Was hätte ich also tun sollen? Bei Enzo konnte ich nicht mehr bleiben und Carlo... Er hätte nichts unversucht gelassen, mich daran zu hindern, Bridgeport zu verlassen. Es hatte keinen anderen Ausweg gegeben, als wegzugehen und ihm meine Schwangerschaft zu verschweigen.“

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Stumm hatte Caroline den Worten Anjelica‘s gelauscht und sie dabei kein einziges Mal unterbrochen. „Carlo hätte das nicht tun dürfen. Egal, wie Du es am Ende auch gesehen haben magst. Er hatte es gegen Deinen Willen getan und das habe ich ihm auch gesagt, als er mir davon erzählt hatte. Aber Anjelica... Deine Sorge, Carlo an mich zu verlieren... die war völlig unbegründet. Für mich hat es immer nur Henry gegeben. Daran hatte auch der One Night Stand nichts geändert. Vielmehr ist mir erst da bewusst geworden, wie viel Henry mir bedeutet. Hätten wir damals nicht zu viel getrunken, dann wäre das auch nie passiert. Carlo hat immer nur Dich geliebt und er hatte immer gehofft, Ihr könntet irgendwann wieder zusammenkommen. Ich weiß nicht, ob es richtig war, ihm seine Kinder vorzuenthalten. Ich wüsste nicht, wie ich an Deiner Stelle reagiert hätte. Aber Enzo DeMarco ist gefährlich und sich ausgerechnet mit ihm einzulassen...“

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Weinend schlug Anjelica die Hand vors Gesicht und schluchzte: „Ich war so dumm. Ich hatte mir einfach keine Gedanken darüber gemacht. Bitte verzeih‘ mir, wenn Du kannst, Caroline. Ich weiß, für eine Freundschaft ist es zu spät. Aber ich wollte, ich könnte die Zeit zurückdrehen. Vielleicht wäre dann manches anders gekommen.“

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Caroline umfasste die Arme der Schwarzhaarigen. „Nicht doch, Anjelica. Wir können immer noch Freundinnen werden. Das Schicksal unserer Kinder verbindet uns und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass Trish irgendwann meine Schwiegertochter wird. Du hast eine wundervolle und sympathische Tochter. Ich mag sie. Lass‘ es uns zur gemeinsamen Aufgabe machen, sie und Kyle wieder zusammenzubringen.“

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„Ist das wirklich Dein Ernst? Vielleicht hast Du Recht. Ein Versuch sollte es uns wert sein. Trish liebt Kyle mehr, als sie ahnt. Ich werde auch alles versuchen, sie davon zu überzeugen, dass Dein Sohn der Richtige für sie ist. Caroline, denkst Du, ich könnte mit Kyle sprechen? Ich würde ihm gerne einiges erklären.“

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Caroline zuckte mit den Achseln. „Na ja. Schwierig, nachdem was alles passiert ist. Aber ein Versuch wäre es wert. Wollen wir nach vorne schauen und die Vergangenheit begraben? Was meinst Du, Anjelica?“

„Ja, gerne. Ist Kyle gerade bei seiner Tochter?“

„Ja. Soll ich ihn holen?“, fragte Caroline lächelnd.

„Ja.“

„Warte hier. Ich gehe hoch.“

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In der Zwischenzeit hatten Henry und Carlo an der Bar draußen Platz genommen, wo sie einen Drink zu sich nahmen. „Du fliegst also morgen nach Monte Vista zurück, hat mir Caro erzählt.“

Carlo nickte. „Ja. Ich bin ja nur rübergekommen, um die Geschäfte zu übergeben. Na ja, dass es dann so gekommen ist, das hatte keiner ahnen können. Aber ich bin froh, dass jetzt alles raus ist und Fabio seine wahre Herkunft kennt.“

Henry seufzte auf. „Ihr hättet ihn nicht so lange in Ungewissenheit lassen dürfen. Wie hat er es denn aufgenommen?“

Carlo erzählte ihm von Fabio’s Zusammenbruch und dass er jetzt erst einmal für vierzehn Tage mit Julie nach Isla Paradiso fliegen würde.

„Das wird ihm bestimmt gut tun.“

„Ja, das denke ich auch“, stimmte ihm Carlo zu. „Er benötigt diese Auszeit dringend. Ich hatte ihm in der letzten Zeit zu viel zugemutet. Er hatte fast bis zur Erschöpfung gearbeitet und sich keine Pause gegönnt.“

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„Du hast Deine Firmen verkauft, habe ich gehört?“, wollte Henry neugierig wissen.

„Bis auf meine Baufirma in Monte Vista, die Fabio übernehmen wird, wenn er zurückkommt. Ja, die anderen Firmen habe ich verkauft. Ich hatte Anfang des Jahres einen Herzinfarkt. Weißt Du, Henry. So etwas macht nachdenklich und lässt alles andere in den Hintergrund treten. Ich habe Jelica einen Antrag gemacht...“ Leise lachte er auf. „Ich weiß gar nicht mehr, der wievielte es war. Sie hat endlich angenommen.“

„Das freut mich. Wirklich, Carlo.“

Nachdenklich sah dieser Henry an. „Erst jetzt wird mir bewusst, wie sehr mir solche Gespräche gefehlt haben. Wir hatten uns immer gut verstanden. Und ja, wir hätten Eric reinen Wein einschenken müssen.“

„Hast Du denn mit ihm gesprochen?“

Carlo seufzte auf. „Ich habe ihn angerufen. Wir haben aber keine Zeit für ein klärendes Gespräch gefunden. Aber wir wollen es nachholen und...“ Ein heller Blitz am Himmel und darauf folgender Donner ließen ihn zusammenzucken.

„Oh, ich glaube, wir sollten reingehen. Ich haben eben schon ein paar Regentropfen abbekommen“, meinte Henry mit einem besorgte Blick nach oben.

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„Daddy. Du gehst jetzt aber nicht mehr so schnell weg, oder? Du hast mir gefehlt und Brownie auch.“ Fragend sah Sheila ihren Vater an, während der Hund sich auf dem Teppich räkelte.

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„Nein, mein Schatz. So schnell gehe ich nicht mehr weg und vor allem nicht mehr so lange. Ich meine, ich muss zwar ab und zu ein paar Seminare halten und auch die eine oder andere Fortbildung besuchen, aber das sind immer nur ein paar Tage.“

„Was hast Du eigentlich in Lucky Palms gemacht?“, wollte die Kleine neugierig wissen.

„Ich hatte dort jemanden gesucht.“

„Einen Verbrecher?“

Kyle schloss für einen Moment die Augen, ehe er erwiderte: „Nein. Ich wollte nur etwas herausfinden.“

„Was denn?“

„Ach, Sheila. Es ist zu kompliziert, Dir das zu erklären. Manchmal ist es gut, wenn man nichts findet.“

„Hm, verstehe ich jetzt nicht.“

„Nein, das kannst Du auch nicht.“

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„Hat es etwas mit der Frau zu tun, die mit Onkel Carlo gekommen ist?“

Verdutzt sah Kyle seine Tochter an. „Du nennst ihn Onkel?“

„Grandma hat gesagt, ich solle ihn so nennen.“

„Habt Ihr Euch denn mal getroffen?“

„Aber Daddy, Du warst doch selbst dabei, als er mit der blonden Frau beim Essen war.“

Erst jetzt dämmerte es Kyle, das Sheila die Charity-Veranstaltung meinte, bei der Carlo seine Verlobung mit Trish verkündet hatte und bei der seine Tochter zugegen gewesen war.

„Du magst die Beiden nicht, oder?“

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„Nein, das stimmt so nicht. Ich kenne sie einfach nicht so gut. Das ist alles. So, junge Dame. Nun wird es aber Zeit, ins Bett zu gehen.“

„Kommst Du dann nochmal rauf, Daddy?“

„Ja, klar und am Wochenende unternehmen wir etwas mit Brownie. Aber Du hast ihn gut im Griff.“

„Na, was hast Du denn erwartet? Er ist ein ganz Lieber.“

„Und wer geht mit ihm Gassi?“

„Wir haben das aufgeteilt. Nach der Schule gehe ich Gassi, abends und morgens Grandpa oder Grandma. Wenn ich keine Schule habe, darf ich mit.“

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Ein Klopfen an der Tür unterbrach ihr Gespräch. „Kyle, könnte ich Dich mal kurz sprechen?“

Fragend sah Caroline ihren Sohn an, während dieser an Sheila gerichtet meinte: „Machst Du Dich dann fertig? Bevor ich fahre, komme ich nochmal zu Dir. Okay?“ Sheila nickte und sah ihrem Dad nach, der mit Caroline nach draußen ging.

„Entschuldige, dass ich Euch gestört habe. Aber Anjelica würde gerne mit Dir sprechen.“

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„Das ist jetzt nicht Dein Ernst, Mum“, keuchte er auf. „Ich wüsste wirklich nicht, was ich mit ihr noch zu besprechen hätte.“

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„Bitte, Kyle. Es ist ihr ausdrücklicher Wunsch. Hör‘ sie doch einfach mal an.“

„Mum, ich weiß nicht mehr, wie oft ich bei Carlo angerufen hatte, um sie sprechen zu können. Und nein, es war nicht immer nur er am Apparat. Stets hat sie mich auflaufen lassen und erklärt, dass mich das nichts anginge. Ich mag nicht mehr. Es war schon eine Qual für mich, mit ihr am Tisch sitzen zu müssen. Das habe ich nur Dir zuliebe getan.“

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„Kyle, ich kann Dich ja verstehen. Aber wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass es auch Dir etwas bringen könnte, dann würde ich Dich nicht darum bitten. Sie bereut wirklich sehr, was sie getan hat. Bitte, sprich‘ mit ihr. Mir zuliebe. Ich werde auch dabei sein, wenn Du das möchtest. Carlo hast Du doch auch eine Chance gegeben. Warum nicht ihr?“

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Kyle seufzte tief auf und sagte schließlich: „Na, schön. Auch wenn ich mir nicht viel davon verspreche. Aber ich möchte, dass Du dabei bist.“

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Derweil hatten Henry und Carlo ihr Gespräch nach innen verlegt, während es draußen bereits in Strömen goss. „Wirst Du es nicht vermissen?“, fragte Henry mit einem kurzen Blick aus dem Fenster.

„Was meinst Du? Das Wetter?“ Als er nickte, sagte Carlo: „Das ganz gewiss nicht. Das kannst Du mir glauben. Wir hatten beim Abflug herrliches Wetter in Monte Vista. Du warst ja noch nie da. Aber Ihr müsst uns unbedingt einmal besuchen kommen.“

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„Na ja, das ist nicht so einfach. Solange Sheila noch keine Ferien hat, ist da nichts drin. Dieses Jahr wollten wir eigentlich nach Europa. Aber daraus wird leider nichts, weil ich einige wichtige Termine habe.“

Ernst sah ihn Carlo an und erwiderte schließlich: „So ähnlich hatte ich auch immer gedacht. Aber alles Geld der Welt kann Dir Deine Gesundheit nicht ersetzen. Nach meinem Herzinfarkt hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Über meine Fehler, mein Machtgehabe. Ich wollte zu viel und alles auf einmal. Aber wozu das alles? Wenn man alleine und keiner für einen da ist? Erst da ist mir bewusst geworden, wie kurz das Leben doch ist und wie sehr ich Jelica vermisse.“

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Henry nickte. „Ich weiß. Ja und vielleicht hast Du auch Recht. Caro hatte mich letztens zum Arzt geschleppt. Na und was hatte er gesagt? Ich solle etwas kürzer treten und auf mein Gewicht achten.“

Prüfend musterte Carlo den Freund. „Du hast abgenommen, seit ich Dich das letzte Mal gesehen hatte.“

„Ich habe einen Ernährungsplan und mache jetzt regelmäßig mit Caro Fitnesstraining. Sie will auch ein wenig abnehmen, hat sie gesagt.“

Erstaunt sah Carlo ihn an. „Sie ist doch nicht zu dick? Also, ich finde das nicht. Gut, sie hat ein volleres Gesicht, aber das steht ihr sehr gut.“

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„Sie nimmt derzeit Cortison, das schwemmt ein wenig auf.“

„Was hat sie denn?“, wollte Carlo besorgt wissen.

„Eine leichte Arthritis. Aber es ist schon viel besser geworden, so dass sie das Cortison bald wieder absetzen kann. Tja, wir werden leider nicht jünger.“

Carlo lachte auf. „Da hast Du Recht.“

„Und wie sehen Deine weiteren Pläne jetzt aus?“

„Na ja, bis Anfang nächsten Jahres werde ich in Monte Vista bleiben und mich da um den Sender kümmern. Danach, mal schauen. Ich lasse derzeit in Starlight Shores bauen. In spätestens zwei Jahren möchte ich dort hinziehen. Und Ihr baut ja in New Sunset Valley, hat mir Caroline erzählt.“

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„Ja, ich habe ja da geschäftlich viel zu tun und unsere Älteste wohnt mit ihrer Familie in Sunset Valley. Meredith ist meine rechte Hand und wird mal die Firma übernehmen. Tja und unsere Jüngste lebt in New Sunset Valley.“

„Katie? Was macht sie denn so?“

„Nun ja, sie hat noch ein Semester vor sich und danach... Mal schauen, was sie so vorhat. Aber jetzt ist sie erst einmal verliebt. Das kann sich also alles noch ändern.“ Es entstand eine kurze Pause, ehe Henry fragte: „Fabio und Julie fliegen morgen in die Karibik?“

„Ja, für zwei Wochen nach Isla Paradiso. Danach ziehen sie nach Monte Vista.“

„Und Anjelica? Wird sie Dich begleiten?“

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Ausführlich schilderte Carlo Henry schließlich, wie sie sich das weitere Zusammenleben gedacht hatten. Als er geendet hatte, sagte Carlo: „Es hängt also in erster Linie von den Zwillingen ab, ob und wann sie die Schule wechseln können.“

„Und Anjelica und Du? Spätere Hochzeit nicht ausgeschlossen?“

Carlo lächelte. „Ich hoffe, Ihr kommt dann.“

„Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, dann sehr gerne. Wie bist Du denn jetzt eigentlich mit Eric verblieben?“

„Nun ja, am Telefon... viel Zeit hatten wir nicht.“

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Unterdessen hatten Kyle und Caroline am Esstisch Platz genommen, an dem Anjelica bereits wartete. Man merkte ihr die Nervosität an und wie schwer es ihr fiel, mit Kyle ein klärendes Gespräch zu führen. Aber sie musste sich endlich dazu durchwringen. „Danke, dass Sie gekommen sind“, begann sie schließlich zögernd. Als Kyle nichts dazu sagte, fuhr sie fort: „Kyle, ich weiß, dass Sie mich hassen. Nach allem, was passiert ist, kann ich Ihre Reaktion auch verstehen. Aber ich möchte, dass Sie eines wissen, ich hatte persönlich nie etwas gegen Sie. Warum auch? Ich kenne Sie ja kaum. Aber hätte ich Carlo’s Beweggründe gekannt...ja, vermutlich wäre dann alles anders gekommen.“

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„Ich hatte immer wieder versucht, ein Gespräch mit Ihnen zu führen“, presste er hervor. „Aber Sie waren überhaupt nicht interessiert. Ihnen ist es nur um Ihre eigene Person gegangen. Was aus Trish wurde, wie sie sich gefühlt hatte bei all dem, das war Ihnen doch völlig egal.“

„Nein, das war es nicht“, widersprach sie ihm. „Wenn es einen anderen Weg gegeben hätte, dann hätte ich diesen gewählt. Kyle, mir liegt sehr viel daran, dass Sie und meine Tochter wieder zusammenfinden. Ich...“

„Ach ja?“, unterbrach er sie höhnisch auflachend „Jetzt, wo sie weg ist, sagt sich das leicht. Schon vergessen? Trish hat mich verlassen und Sie sind daran nicht ganz schuldlos.“

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„Sie ist nach Lucky Palms zurückgegangen, weil sie dort noch einiges erledigen muss. Sie hat einen Job, den sie nicht einfach kündigen will und auch ihre Wohnung muss sie noch aufgeben. Das gibt es noch allerhand zu erledigen. Zudem will sie noch ein wenig Zeit mit meinen Eltern verbringen. Sie wird wieder zurückkommen. Das hat sie mir gesagt.“

„Mag sein, aber sie wird nicht zu mir zurückkommen. Es hatte sich für mich eindeutig angehört. Sie will keine Zukunft mit mir.“

Energisch schüttelte Anjelica den Kopf. „Nein, das stimmt nicht. Sie liebt Sie, Kyle. Daran hat sich nichts geändert. Sie hat aber Angst und große Zweifel, ob Sie überhaupt noch an eine Zukunft mit ihr denken. Und so, wie Sie gerade reagiert haben, lieben Sie meine Tochter auch noch. Sie sind nur zu stur, das auch zuzugeben.“

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„Ich... Verdammt nochmal, ich bin nicht stur. Ich hatte wirklich gehofft, sie würde bei mir bleiben. Ach, ich weiß auch nicht. Manchmal denke ich, es wäre besser gewesen, ich wäre mit Sheila weggegangen. Was hat mir das alles hier gebracht?“

Anjelica seufzte auf. „Okay. Kyle, Lieben Sie Trish noch? Es gibt kein wenn oder aber, nur ein ja oder nein. Also?“

Müde schloss Kyle die Augen, ehe er leise antwortete: „Ja, ich liebe Trish immer noch.“

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„Okay. Dann hören Sie mir zu. Carlo und ich, sowie Ihre Eltern werden alles tun, was in unserer Macht steht, dass Sie Beide wieder zusammenkommen. Das ist mein voller Ernst, Kyle. Ich würde mich sehr freuen, Sie irgendwann als meinen Schwiegersohn begrüßen zu dürfen. Trish hat großes Glück, Sie kennengelernt zu haben. Sie sind der richtige Mann für meine Tochter. Das spüre ich.“ Tränen liefen ihr über die Wange, als sie fortfuhr: „Es tut mir wirklich sehr Leid, was passiert ist. Vielleicht können Sie mir irgendwann verzeihen. Ich wäre überglücklich. Da ist aber noch etwas, was ich von Trish erfahren habe und Ihnen nicht vorenthalten möchte. Es war kein Zufall, dass meine Tochter und ich uns in Monte Vista über den Weg gelaufen sind. Sie hatte zuvor mit Mario Gagliano telefoniert. Er hatte sich mit ihr in Verbindung gesetzt. Enzo muss das alles forciert haben. Ihm war bekannt, dass sie meine Tochter ist.“

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„Also, doch. Ich hatte es befürchtet und ihr eingebläut, wie gefährlich ihr Vorhaben ist. Immer und immer wieder musste ich ihr aus der Patsche helfen. Sie war einfach zu neugierig und hatte sich überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, auffliegen zu können. Ich habe sie beschützen wollen und habe mich dabei unbewusst zu ihrem Spielball machen lassen. Ich gebe ihr keine Schuld an dem, was passiert ist. Aber sie hatte nicht die geringste Ahnung, auf was sie sich da einlässt.“

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„Nein, das hatte sie nicht“, stimmte Anjelica ihm zu. „Ich gebe ihr auch keine Schuld. In vielem, was Trish tut oder getan hat, habe ich mich wiedererkannt. Ich war genauso furchtlos, hatte mir auch über vieles keine Gedanken gemacht. Das mit Enzo hätte nie passieren dürfen. Ich habe so viel falsch gemacht. Aber ich habe aus meinen Fehlern gelernt und das wird Trish auch tun. Da bin ich mir sicher.“

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Kyle erhob sich und sagte: „Ja. Vielleicht haben Sie Recht. Ihr entschuldigt mich kurz. Ich will Sheila noch Gute Nacht sagen. Bin gleich wieder da, Mum.“


„Was wirst Du jetzt tun? Gehst Du mit den Zwillingen nach Monte Vista?“, fragte Caroline neugierig, nachdem Kyle die Stufen nach oben genommen hatte.

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„Nein, vorerst nicht. Ich muss erst die Schulsituation abwarten und schauen, was da alles auf uns zukommt. Sie besuchen ja die Internationale Schule in London, in der auch italienisch gelehrt wird. Schreiben und sprechen können sie beides schon fast fließend. Aber ich weiß nicht, ob sie das gleiche Schulsystem haben und ob sie eventuell zurückgestuft werden. Mal schauen. Carlo will sich darum kümmern. Ein Freund von ihm kennt den Rektor der Schule sehr gut.“

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„Wichtige Kontakte sind immer gut. Dann drücke ich Euch mal die Daumen, dass alles funktioniert und Ihr wirklich nach Monte Vista ziehen könnt.“

„Ach, Caroline. Das alles tut mir so entsetzlich Leid. Du bist so eine tolle, verständnisvolle Frau. Du hättest Dich niemals so gehen lassen, wie ich damals, als ich grundlos auf Dich losgegangen bin. Das war nicht richtig und ich bereue es sehr. Ich hätte auf Deinen Rat hören sollen. Aber mit meiner grenzenlosen Eifersucht hatte ich alles kaputt gemacht.“

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„Das ist doch schon so viele Jahre her“, lächelte Caroline. „Ich bin nicht nachtragend. Reden wir nicht mehr darüber und schauen nach vorne. Okay? Vielleicht können wir uns ja häufiger sehen, wenn Ihr irgendwann in Starlight Shores wohnt und wir in New Sunset Valley. Mit dem Auto braucht man nur eine Stunde. Und was Kyle betrifft, da habt Ihr schon den ersten Schritt gemacht. So und jetzt will ich Dich mal lächeln sehen. Trish hat sehr viel von Dir, vor allem das gute Aussehen und Dein Charisma. Ich will sie früher oder später an Kyle’s Seite sehen. Sie würde ihm sehr gut tun. Seit Marlena’s Tod habe ich ihn nicht mehr so erlebt.“

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„Fährst Du denn schon, Daddy?“

„Nein, noch nicht. Aber nachher ist es zu spät und Du musst morgen früh wieder raus.“

„Du doch auch.“

Kyle lachte leise. „Ich bin erwachsen, junge Dame und brauche nicht so viel Schlaf wie Du. So und jetzt ins Bett.“

„Ja, ich werde langsam müde.“

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Kaum, dass sie unter die Bettdecke gekrochen war, murmelte sie auch schon schlaftrunken. „Gute Nacht, Daddy. Bis am Samstag. Ich hab‘ Dich lieb.“

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„Ich Dich auch, mein Schatz.“ Er beugte sich zu ihr hinunter und hauchte einen Kuss auf ihre Stirn. „Schlaf‘ gut und träume etwas Schönes.“ Gähnend richtete er sich auf und schaut auf Brownie, der fragend zu ihm hochschaute. „Na, mein Kleiner. Noch nicht müde? Bleibst noch ein wenig bei Sheila. Okay?“ Liebevoll kraulte er den Hund unterhalb es Kinns.

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„So, jetzt muss ich aber gehen.“ Er warf noch einen kurzen Blick auf Sheila, die jedoch schon eingeschlafen war. „Bis Samstag, Spatz.“

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Nachdem Brownie sich vor Sheila‘ s Bett gekauert und kurz darauf eingeschlummert war, löschte Kyle das Licht und ging nach unten. Die Tür ließ er einen Spalt offen, so dass Brownie jederzeit raus konnte, wenn er wollte.

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Kapitel 22.1 folgt...
Zuletzt geändert von cheli24 am 03.06.2019, 01:21, insgesamt 1-mal geändert.

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