Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

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Simsi68
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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von Simsi68 » 05.02.2018, 11:22

Hallo Marga :winken02

Während ich hier kommentiere bist Du irgendwo in den USA unterwegs… :lachen

So, nun zum Kapitel:

Ooooh, Sid macht Paige Komplimente wegen ihrer hübschen grünen Augen Nun, die hat sie aber auch wirklich! :verliebt
Nur schade, dass Paige das Thema so unangenehm ist.
Doch ich glaube, Sid hat sich in Paige verschossen! :verliebt:

Die beiden verbringen ja wirklich eine wunderschöne Zeit zusammen und amüsieren sich prächtig miteinander, reden über "alte" Zeiten usw. usf.

Das war wieder ein total schönes und vor allem sehr kurzweiliges Kapitel. Text wieder super geschrieben – alles in allem – mit tollen vielsagenden Bildern versehen! Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02

Und jetzt bin ich schon riesig gespannt, wie es weiter geht, was die beiden an diesem Abend noch so tun werden! Und ich hoffe, die beiden kommen nochmal auf das letzte Thema zu sprechen, damit Sid ihr noch sagen kann, was nach dem „Aber…“ kommen sollte. :daumenhoch1 :klatschen2

Liebe Grüße
Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von cheli24 » 25.02.2018, 12:03

Hallo Astrid, :winken

bevor es weitergeht, erst noch zu Deinem Kommentar, über den ich mich wieder sehr gefreut habe.
:klatschen1

Simsi68 hat geschrieben:
05.02.2018, 11:22
Hallo Marga :winken02Während ich hier kommentiere bist Du irgendwo in den USA unterwegs… :lachen


Haha. Lass' mich mal kurz zurückrechnen. Als Du das gepostet hattest, lag ich in Dallas noch im Bett, war aber schon wieder wach. :grins Um 5 Uhr war die Nacht vorbei, obwohl es ja spät am Abend geworden war. Hatten noch an der Hotelbar gesessen und den Super Bowl geschaut und dann sind noch Einige dazugekommen. Erst noch große Begrüßung und so. :hug01 War dann schon 1 Uhr, als wir ins Bett sind. Das ist aber immer so am ersten Tag mit der Zeitverschiebung. Danach geht es wieder.
Simsi68 hat geschrieben:
05.02.2018, 11:22
Ooooh, Sid macht Paige Komplimente wegen ihrer hübschen grünen Augen Nun, die hat sie aber auch wirklich! :verliebt Nur schade, dass Paige das Thema so unangenehm ist. Doch ich glaube, Sid hat sich in Paige verschossen! :verliebt:

Ja, das ist richtig. Ich mag diese Augenfarbe. Paige kann nicht wirklich mit Komplimenten umgehen. Von Curt hatte sie selten welche bekommen. Er hatte sie stets mit Anderen verglichen. Sie muss das erst noch lernen. Und ja, Sidney scheint in sie verliebt zu sein, was ja auch auf Gegenseitigkeit beruft, wenn der eine es denn vom anderen wüsste, ne. Aber so... :confus2
Simsi68 hat geschrieben:
05.02.2018, 11:22
Die beiden verbringen ja wirklich eine wunderschöne Zeit zusammen und amüsieren sich prächtig miteinander, reden über "alte" Zeiten usw. usf.

Sie haben sich lange nicht gesehen und da gibt es einiges zu erzählen.
Simsi68 hat geschrieben:
05.02.2018, 11:22
Das war wieder ein total schönes und vor allem sehr kurzweiliges Kapitel. Text wieder super geschrieben – alles in allem – mit tollen vielsagenden Bildern versehen! Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02

Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat, liebe Astrid.
:hug02
Simsi68 hat geschrieben:
05.02.2018, 11:22
Und jetzt bin ich schon riesig gespannt, wie es weiter geht, was die beiden an diesem Abend noch so tun werden! Und ich hoffe, die beiden kommen nochmal auf das letzte Thema zu sprechen, damit Sid ihr noch sagen kann, was nach dem „Aber…“ kommen sollte. :daumenhoch1 :klatschen2


Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe Astrid. :hug02 Ja und schau' n wir mal, ob sie nochmals auf dieses Gespräch zurückkommen werden.


Gleich im Anschluss geht es mit einem neuen Kapitel weiter.

LG Marga

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von cheli24 » 25.02.2018, 12:04

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!


Hallo zusammen, :winken

weiter geht es mit dem vorletzten Teil der New York-Geschichte um Paige und Sidney. Ich wünsche wieder viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.


LG cheli24 (Marga)





Kapitel 25



Wenn Erinnerungen schmerzen



Zuhause angekommen, gingen Paige und Sidney zu einem kleinen Plausch noch ein wenig auf die Terrasse, da beide noch nicht so müde waren, um schon schlafen zu gehen.

„Warst Du eigentlich auch mal richtig in New York, also so privat oder immer nur geschäftlich?“, begann Paige das Gespräch, nachdem sie auf dem Sofa Platz genommen hatten. Als Sidney sie erstaunt ansah, fuhr sie fort: „Du hattest doch einmal erwähnt, dass Du zu einem Seminar hier warst. Im Rahmen Deiner Polizeiausbildung.“

„Ach so. Ja, das stimmt“, schien es ihm wieder einzufallen. „Ich war schon einige Male hier, aber nie privat. Und jetzt ja leider auch nicht wirklich. Ich muss übermorgen schon wieder in Willow Creek sein.“

„Dann solltest Du mal einen längeren Aufenthalt einplanen. Es lohnt sich. Das kannst Du mir glauben“, meinte Paige lächelnd.

„Ja, das sollte ich vielleicht tatsächlich einmal machen“, seufzte der junge Mann auf.

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Er sah sich ein wenig um und deutete schließlich auf den Grill, der am Geländer platziert war. „Grillst Du oft?“, wandte er sich fragend an Paige.

„Na ja, hin und wieder mal Steak oder einen Burger. Aber am meisten Chicken, Maiskolben und Gemüsespieße.“

Sidney schüttelte sich leicht und meinte dann mit einem schiefen Grinsen: „Nee Du, dann doch lieber ein saftiges Steak oder Spareribs.“

Paige winkte ab. „Männer, Ihr immer mit Eurem Fleisch. Gemüse ist viel gesünder und hat auch nicht so viele Kalorien.“

„Na ja, so viel hat ein Steak auch wieder nicht oder so ein Spanferkel“, warf Sidney leicht belehrend ein.

„Und das Fett?“ So schnell ließ sich Paige nicht überzeugen.

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Doch auch Sidney war um keine Antwort verlegen. „Mein liebe Paige. Es kommt auch immer auf die Dosierung an. Außerdem gibt es auch mageres Steakfleisch mit wenig Fett, wobei das nicht mein Geschmack ist. Aber meine Werte sind in Ordnung, ich treibe viel Sport und ernähre mich einigermaßen gesund. Ab und zu darf man auch ein wenig sündigen.“ Dagegen hatte Paige kein Argument und seufzte leicht verhalten auf.

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Sie unterhielten sich eine Weile über New York und seinen vielen Sehenswürdigkeiten, ehe das Gespräch auf San Myshuno fiel. Paige erfuhr, dass er in einem zweistöckigen Haus hoch über den Dächern der Stadt wohnte. „Ich habe aber noch jede Menge Arbeit. Der Garten ist noch nicht angelegt und auch im Außenbereich fehlt noch so einiges. Leider komme ich meistens nur an den Wochenenden dazu. Unter der Woche wird es meistens spät. Zweimal die Woche gehe ich nach Dienstschluss ins Fitnessstudio und nach dem Abendessen haue ich mich oftmals gleich aufs Ohr“, berichtete Sidney.

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„Wohnst Du denn weit von der Zentrale entfernt?“, wollte Paige neugierig wissen.

„Mit dem Auto etwa dreißig Minuten über die I-95. Aber momentan ist über dem Potomac eine Großbaustelle, so dass ich da schon alleine zehn Minuten mehr einplanen muss. Na ja und wenn der Kongress tagt, muss man manchmal auch Umwege in Kauf nehmen, da manche Zufahrtstrassen gesperrt werden.“

„Verstehe. Und wo liegt dieses San Myshuno genau?“

„Ungefähr zehn Minuten von Baltimore entfernt. In etwa könnte man sagen, es liegt zwischen Baltimore und dem District“, erklärte er ihr.

„Ah ja. Also könnte man nicht mit dem Fahrrad oder so fahren.“

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Sidney schüttelte den Kopf. „Nee, das ist zu gefährlich, da es nicht überall Radwege gibt. Außerdem kommt man auch an den Außenbezirken vorbei und da willst Du nicht mit dem Rad fahren. Das kannst Du mir glauben. Aber ich habe auch ein Motorrad und bei schönem Wetter fahre ich oft damit. Komme da morgens besser durch die Rush Hour, als mit dem Auto. Aber warum fragst Du?“

Paige lächelte. „Nun ja, wenn ich wirklich beim FBI anfangen sollte, dann muss ich auf jeden Fall von hier wegziehen. Ich kann ja schlecht jeden Tag von hier nach Washington fliegen.“

„Nee, das ist nichts. Dann ist es besser, Du suchst Dir etwas in der Nähe“, pflichtete Sidney ihr bei.

„Ja, das wird wohl das Beste sein. Ich dachte dabei an Annapolis oder Richmond. Was meinst Du?“

„Richmond?“, sah Sidney die junge Frau erstaunt an.

„Ist nicht gut?“, wollte Paige neugierig wissen.

Er schüttelte den Kopf. „Paige, das kannst Du vergessen, das ist zu weit. Da bist Du ewig unterwegs. Wenn, dann noch eher Maryland, wobei Du auch von Annapolis über eine dreiviertel Stunde brauchst, je nach Verkehrslage.“

„Hm“, machte Paige, „dann muss ich mich nochmal umhören.“

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Plötzlich schien ihm eine Idee zu komme. „Du könntest doch bei mir wohnen, solange bis Du noch nichts anderes gefunden hast. Mein Haus ist groß genug, das Gästezimmer steht sowieso die meiste Zeit leer. So oft kommt mein Bruder mit seiner Familie nicht zu Besuch und selbst wenn, würde sich auch da eine Lösung finden. Das Wohnzimmer ist auch groß genug, so dass wir nicht aufeinander sitzen müssten, wenn mal einer von uns alleine sein will oder seine Ruhe haben möchte. Nun ja, und ich wäre ich nicht mehr so einsam in dem eigentlich viel zu großen Haus.“

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Paige zog mit einem Lächeln die Augenbrauen nach oben. „Warum hast Du denn dann ein solch großes Haus überhaupt gekauft?“

„Ich habe es gar nicht gekauft.“

„Nein?“ Überrascht sah ihn Paige an.

„Nein“, bestätige Sid, während er aufstand und zur Balustrade ging. Paige sah ihm verwundert nach und folgte ihm schließlich. Während er in die Ferne sah, meinte er mit leiser Stimme: „Mein Onkel hatte es vor ein paar Jahren in Auftrag gegeben. Ursprünglich wollte er mit seiner Lebensgefährtin dort einziehen. Aber dann kam seine schwere Krankheit dazwischen. Er starb nur zwei Wochen nach Fertigstellung des Hauses. Er hat es mir vererbt, Paige. Ich habe es nicht übers Herz gebracht, es zu verkaufen und nachdem ich die Zusage des FBI‘ s erhalten hatte, hatte ich mich entschlossen, es zu behalten und dort einzuziehen.“

Paige, die immer noch hinter ihm stand, widerstand nur schwer der Versuchung, ihren Kopf an seine Schulter zu legen, um ihm so ein wenig Trost zu spenden. „Das tut mir sehr Leid, Sid“, meinte sie leise.

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Lächelnd wandte er sich zu ihr um. „Na ja, ewig werde ich hoffentlich nicht alleine bleiben. Also, wenn Du magst, kannst Du solange dort wohnen, bis Du etwas Passendes gefunden hast. So kannst Du Dich in Ruhe auf Deine Arbeit konzentrieren. Und, was hältst Du von der Idee?“

Fragend sah er die junge Frau an, die etwas zögernd antwortete: „Ich weiß nicht, Sid. Was ist, wenn Du jemanden kennenlernst? Es sieht doch blöd aus, wenn ich dann bei Dir wohne.“

Lachend erwiderte er: „Na, dann werfe ich Dich raus“, um jedoch gleich fortzufahren: „Na ja, es ist ja noch ein wenig Zeit bis dahin. Denk‘ einfach über meinen Vorschlag nach. Okay? Du kannst mir ja dann Bescheid geben.“

Sie lächelte. „Okay, ich lasse es mir durch den Kopf gehen.“

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Es war schon weit nach Mitternacht, als die Beiden endlich zu Bett gingen. Sidney hatte eine Weile gebraucht, sich an den Straßenlärm und die Leuchtreklamen zu gewöhnen, die in regelmaßigen Abständen sein Gesicht erhellten. Noch einmal ging er in Gedanken seinem Vorschlag nach. Es wäre wirklich schön, wenn Paige bei mir wohnen würde. Zumindest vorerst. Aber rauswerfen würde ich sie nie. Was denkt sie denn von mir? Aus ihr ist eine überaus bezaubernde Frau geworden mit den schönsten Augen, die ich je gesehen habe. Eigentlich hatte ich sie damals schon sehr gemocht. Ich glaube, ich bin dabei, mich in sie zu verlieben. Es wäre zu schön, wenn es ihr genauso gehen würde. Tief seufzte Sidney auf, ehe er sich zur Seite drehte und kurz darauf eingeschlafen war.

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Paige hingegen hatte noch ein wenig in der Akte gelesen, sich einige Notizen gemacht, ehe sie ins Bett gegangen war. Doch nur zwei Stunden später wachte sie wieder auf, um sich im Bett hin- und her zu wälzen. Zu viel ging ihr im Kopf herum, die bevorstehende Ausbildung, die Angst, es nicht schaffen zu können und letztendlich die Erkenntnis, immer noch in ihren früheren Mitbewohner verliebt zu sein. Sie freute sich zwar auf die kommenden eineinhalb Tage, aber würde es danach nicht noch schwerer werden? Nachdenklich stand sie auf, um ans Fenster zu gehen. Sie schaute in das Lichtermeer unter ihr und wünschte sich, die Zeit mit Sidney würde nicht so schnell vergehen. Aber letztendlich war es nur Wunschdenken. Übermorgen ist er weg und ich bin wieder alleine. Werde ich jemals einen Mann wie ihn finden? Vielleicht hatte Mum doch Recht und ich hätte bei Curt bleiben sollen. Nein, niemals. Es war die richtige Entscheidung. Eher bleibe ich alleine, als mit einem solchen Macho zusammen. Aber warum nehme ich nicht Sid‘ s Vorschlag an, bei ihm zu wohnen? Was habe ich denn schon zu verlieren? Vielleicht geht es ihm ja genauso wie mir. Ich wäre überglücklich, wenn es so wäre.

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Schließlich ging sie wieder zu Bett, wälzte sich noch einige Male hin und her, wägte Für und Wider ab, ehe sie endlich in einen traumlosen Schlaf fiel.

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Am nächsten Morgen


Obwohl es spät gewesen war, als sie endlich ins Bett gekommen waren, wachte Sidney mit den ersten Sonnenstrahlen auf, die sein Gesicht kitzelten. Zunächst wusste er nicht gleich, wo er sich befand. Als jedoch der Straßenlärm von unten nach oben drang, lächelte er und sprang aus dem Bett. Es war zwar erst sechs Uhr, aber liegenbleiben wollte er auch nicht mehr. Aus seinem Trolley entnahm er frische Unterwäsche und ging damit den Flur entlang. Aus dem Zimmer Paige‘ s drang kein Laut, als Sidney daran vorbei kam. Also öffnete er leise die Badezimmertür, um sie ebenso wieder geräuschlos zu schließen. Schnell sprang er unter die Dusche, seifte sich ein und ließ das kalte Wasser über seinen Körper prasseln. Vergnügt pfiff er dabei vor sich hin und musste feststellen, dass er schon lange nicht mehr so glücklich war. Wann bin ich eigentlich das letzte Mal so beschwingt aus dem Bett gehüpft und habe mich wie ein Kind auf den heutigen Tag gefreut? Ich muss nur an ihre grünen Augen denken und mein Herz fängt wieder wild zu pochen an. Ob es ihr auch so geht, wenn sie an mich denkt? Denkt sie überhaupt an mich? Hm, wenn ich das nur wüsste. Es ist so schön, sie in den Armen zu halten, den Duft ihrer Haare zu riechen, ihr leicht blumig riechendes Parfüm. Ach und überhaupt alles an ihr. Plötzlich spürte er, wie sein Körper an den Gedanken auf Paige reagierte und wie ihm augenblicklich heiß wurde.

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Hastig spülte er die Seifenüberreste mit wechselndem Kalt- und Warmwasser ab und trat schließlich aus der Dusche. Mit einem der Badetücher trocknete er sich ab, ehe er zum Waschbecken ging, um sich die Zähne zu putzen.

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Mittlerweile war auch Paige aufgewacht. Sie war gerade auf dem Weg zum Badezimmer und wollte schon die Tür öffnen, ehe sie erschrocken zurückzuckte. Sidney, der sich seinen frischen Slip geholt hatte, den er auf der Fensterbank abgelegt hatte, war gerade in diesem Moment an der Glastür vorbeigekommen. Sie hatte gerade noch seine nackte Kehrseite bewundern können und war bemüht gewesen, nicht gesehen zu werden.

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Schnell wich sie zurück und ging schnurstracks in die Küche. In Windeseile stellte sie die Kaffeemaschine an, in dem sich schon die frischen, gemahlenen Bohnen befanden und bereitete das Frühstück vor. Hm, süß oder deftig? Ob er immer noch gerne Rührei mit Speck isst? Ich hätte ihn danach fragen sollen. Aber früher hatte er immer alles gegessen, vorzugsweise aber eher deftig als süß, soweit ich mich erinnere. Sogar Bratkartoffeln konnte er morgens schon essen. Mist, leider habe ich keine Kartoffeln gekauft. Daran hätte ich denken müssen. Aber ich glaube, das wird ihm auch schmecken. Während der Speck leicht in der Pfanne brutzelte, schnitt sie Tomaten, Paprika und Zwiebeln in Würfeln und gab diese in eine Schüssel, in der sich eine leichte Gewürzmischung befand. Dabei lauschte sie dem Radiomoderator, der gerade das heutige Wetter verkündete. Puh, nicht schon wieder so schwül. Das wird ja immer unerträglicher, dachte Paige.

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Sidney hingegen, der gerade seine nassen Haare gefönt hatte, betrachtete indes prüfend sein Gesicht von allen Seiten und fuhr mit der Hand über seinen leichten Drei-Tage-Bart. Hm, ich glaube, das geht noch. Ich werde mich erst morgen rasieren. Aber ich denke, ich werde wieder eine kurze Hose tragen. Es scheint schon jetzt warm zu sein. Ob Paige schon auf ist? Na ja, falls nicht, werde ich mich ein wenig in der Küche nützlich machen.

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Zwanzig Minuten später


Sidney und Paige waren gleichzeitig auf dem Flur aufeinander getroffen. Nach einem kurzen Morgengruß gingen sie gemeinsam in die Küche.

„Oh, der Tisch ist ja schon gedeckt. Wann hast Du denn das gemacht?“ Erstaunt sah Paige Sidney an.

„Als Du unter der Dusche gestanden hast. Ich bin früh wach geworden und konnte nicht mehr schlafen. Nachdem ich geduscht hatte, dachte ich mir, dass ich mich eigentlich in der Küche nützlich machen könnte. Aber Du warst schneller, wie ich gesehen hatte. Ansonsten hätte ich die Rühreier gemacht.“

Paige winkte ab. „Das ist schon okay. Immerhin bist Du mein Gast. War es denn sehr laut? Du hättest das Fenster schließen und die Klimaanlage einschalten können.“

„Nee Du, das war schon okay. Ich stehe auch daheim immer früh auf.“

Während sie die Eier in die Pfanne schlug und nach und nach die Zutaten dazu gab, füllte Sidney die Tassen mit dem heißen aromatischen Kaffee. Nachdem er an der Theke Platz genommen hatte, fragte er: „Wann fängt denn Deine Ausbildung in Quantico an?“

„In zwei Wochen. Aber ich habe vorher noch einiges zu erledigen“, antwortete sie und gab ein paar Speckstreifen auf jeden Teller.

„Und was machst Du in der Zwischenzeit mit Deiner Wohnung?“, wollte der junge Mann wissen.

„Nun, ich werde sie auf jeden Fall behalten. Zumindest vorerst, man weiß ja nie. Meine Cousine wird während meiner Abwesenheit dort wohnen. Sie fängt unweit der Wall Street an. Noch ist keine Planstelle in ihrer Firma frei, aber sie hofft auf Anfang nächsten Jahres. Es soll wohl zwei, drei Festanstellungen geben. Na ja und wenn ich die Prüfung bestehen sollte, dann werde ich wohl nicht mehr hierher zurückkommen.“

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Sidney kam um die Theke herum, um Paige beim Tragen der Teller behilflich zu sein. Zuvor gab sie noch ein wenig Kräutersalz auf die Rühreier, ehe sie die Rührschüssel in heißem Wasser einweichte. „Dann geht der Schmutz nachher leichter weg. Wie Du bestimmt schon festgestellt hast, habe ich keinen Geschirrspüler. Na ja, für mich alleine rentiert es sich nicht“, erklärte sie ihm.

„Ich habe zwar einen, weil er schon mit dabei war, aber den benutze ich äußerst selten. Meistens spüle ich das Geschirr mit der Hand“, antwortete Sidney.

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Beide begaben sich auf ihre Plätze und ließen sich das Frühstück schmecken. „Gut?“, wollte Paige nach einer Weile wissen.

„Sehr gut sogar, schmeckt vorzüglich. Besser als meine morgendlichen Donughts oder Brownies. Aber meistens frühstücke ich im Büro. Na ja, alleine ist irgendwie langweilig, obwohl ich eine große und ich würde behaupten, auch gemütliche Küche habe.“ Ehe Paige etwas darauf erwidern konnte, wechselte Sidney das Thema. „Wie machst Du das mit Deiner Wohnung eigentlich finanziell, wenn Du beim FBI anfangen solltest?“ Neugierig musterte er die junge Frau neben ihm.

„Du meinst, in der Zwischenzeit? Na ja. Ich bin ja Eigentümerin, muss also lediglich auf die Immobilie Steuer zahlen.“

„Ja, aber das wird ja nicht gerade wenig sein“, warf er etwas skeptisch ein.

„Debbie, meine Cousine, überweist mir monatlich die Miete“, erklärte sie ihm.

„Was zahlst Du denn an Steuern, wenn ich fragen darf?“

Paige lächelte ihn an, ehe sie erwiderte: „Ich schätze, nicht viel weniger als Du. Die Grundstückspreise in New York sind extrem hoch. Erst vor kurzem wurde die Steuer auf zwölf Prozentpunkte angehoben“

„Boah, das ist viel, aber ist eben auch New York und dann auch noch in der Nähe des Theater Districts“, zeigte Sidney durchaus Verständnis für die hohe Steuer.

„Ja, das ist richtig. Aber zum Glück wohne ich in Midtown. Die Upper West Side ist wesentlich teurer. Einer unserer Richter wohnt dort, der zahlt fast das Doppelte. In Tribeca hatte ich mir eine Wohnung angesehen, die in einer alten Fabrikhalle lag. So eine Art Loft. Nee Du. Anderswo kann man sich für diesen Preis ein kleines Häuschen kaufen.“

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Sidney nickte, wusste er doch, von was sie sprach. „Na ja, mittlerweile ist es ja ein reines Künstlerviertel geworden. Robert deNiro hat doch glaube ich dort ein Restaurant und dann gibt es noch das Tribeca Film Festival.“

„Du kennst Dich aber gut aus“, stellte Paige erstaunt fest.

Sidney lachte. „Nee eigentlich nicht. Ich hatte das in einem Magazin beim Zahnarzt gelesen. Aber in San Myshuno ist in den letzten Jahren auch ein regelrechter Bauboom ausgebrochen, was die Immobilienpreise enorm in die Höhe schnellen ließ. Etliche mussten ihre Häuser deswegen verkaufen, zum Teil auch weit unter Wert.“

„Das glaube ich Dir aufs Wort“, stimmte Paige dem jungen Mann zu. „Schau mal, für meine Wohnung hier zahle ich fast 10.000 Dollar im Jahr. Ich vermute, Du wirst für Dein Haus nicht viel weniger bezahlen.“

„Nun, so knapp 14.000 Dollar. Aber das muss man auch erst einmal haben. Aber 10.000 ist auch nicht gerade wenig. Da muss man auch schauen, dass man es mit der Mieteinnahme wieder hereinbekommt.“

Sie unterbrach ihn kurz und fragte: „Magst Du noch etwas?“

„Oh ja, Danke sehr“, sagte Sidney, während sich Paige aus ihrem Sitz erhob.

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Während sie noch etwas Rührei und Speck auf den Teller gab und diesen kurz in den Backofen schob, ging sie noch einmal auf Sidney' s Frage ein. „Nun ja, die 10.000 werde ich so nicht reinbekommen. So viel wird Debbie im ersten Jahr nicht verdienen. Ab dem zweiten Jahr erhöht es sich dann. Ich weiß ja auch noch nicht, wie hoch der Verdienst beim FBI ist.“

„Hast Du nicht nachgefragt?“, wollte Sidney lächelnd wissen, obwohl er die Antwort bereits ahnte.

„Hattest Du denn gefragt?“ Paige sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an.

„Nein, hatte ich auch nicht gemacht. Du weiß ja, das ist ein absolutes No-Go.“

Paige grinste. „Deshalb habe ich es auch nicht getan. Ich lass‘ mich überraschen.“

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Sie gab ihm den Teller und nahm wieder neben ihm Platz. „Vorsicht, es ist noch etwas heiß. Nicht, dass Du Dir den Gaumen verbrennst“, warnte sie ihn, als er essen wollte.

Plötzlich bemerkte er es auch und rief: „Ui, das ist aber wirklich sehr heiß. Wie hoch hast Du denn den Backofen stehen?“

„Na ja, es soll ja auch warm bleiben. Deshalb hatte ich Dich ja auch gewarnt“, grinste sie. „Kartoffeln hatte ich leider keine da. Ich hatte nicht mehr dran gedacht, dass Du die gerne isst.“

Erstaunt schaute er sie an: „Daran erinnerst Du Dich noch? Wir beide waren die einzigen, die schon morgens zum Frühstück Bratkartoffeln essen konnten. Keira und Lindy wollten die nicht.“

„Na ja, die haben morgens nur ihr Müsli zu sich genommen. Das esse ich zwar auch hin und wieder, aber eben auch Kartoffeln mit Ei und Speck.“

„Ja, ich auch. Willst Du nichts mehr?“, fragte er überrascht, als sie ihr Besteck auf den Teller legte und sich mit der Serviette den Mund abtupfte.

Lachend rieb sie sich über den Bauch: „Nein. Ich glaube, ich bin noch satt von gestern Abend. Wir hatten ja relativ spät zu Abend gegessen. Und dann mittags noch der Salatteller. Hauptsache, ich habe morgens meinen Kaffee. Aber lass' es Dir schmecken.“

Sidney bedankte sich mit einem Lächeln und begann nun auch seine zweite Portion zu verspeisen.

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Als sie mit dem Essen fertig waren und die Teller abgespült hatten, goss Paige frischen Kaffee, den Sidney zuvor gekocht hatte, in die Tassen und ging damit hinaus auf die Terrasse. Beide nahmen an dem Rundtisch Platz und genossen das dunkle Gebräu.

„Was hältst Du von der Idee, nachher in den Park zu gehen? Wir könnten dort eine Kleinigkeit zu uns nehmen, runter an den Pier laufen und abends in der Rooftop-Bar Essen gehen. Das Wetter ist so herrlich. Also, was meinst Du?“ Neugierig sah Paige den jungen Mann an.

„Das hört sich gut an.“ Er sah an sich hinunter und fragte: „Kommen wir nochmal hier her? Dann würde ich die kurze Hose gerne anlassen.“

Paige nickte lächelnd. „Du kannst das ruhig anbehalten. Aber ich werde mir etwas anderes anziehen.“

Überrascht fragte er: „Aber warum denn? Das sieht doch sehr hübsch aus.“

„Ja, schon. Aber ich trage das eigentlich nur zuhause, weil es so bequem ist.“

„Ach so“, erwiderte er dazu nur, um noch anzufügen: „Also, meinetwegen kannst Du das auch anlassen.“

„Oh je, wenn mein Ex mich so sehen würde. Solch ein Outfit ging bei ihm gar nicht. Damit hätte ich mich nicht mit ihm sehen lassen dürfen.“

„Dein Ex war ein Idiot. Das weißt Du hoffentlich? So ein Quatsch, als würde es darauf ankommen.“ Missmutig verzog Sidney das Gesicht, während ihm Paige im Stillen Recht gab.

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In der Folgezeit unterhielten sie sich angeregt über Dieses und Jenes. So berichtete Sidney von seiner Tätigkeit als einstiger Dienststellenleiter des hiesigen Polizeirevier San Myshuno‘ s. Auch, dass er vermutlich dort nicht aufgehört hätte, hätte es jenen Einsatz nicht gegeben, bei dem er eine Schussverletzung davon getragen hatte. Die Zeit während seiner Genesung, sowohl im Krankenhaus, als auch in der anschließenden Reha, hätte ihn nachdenklich werden lassen, so dass der Entschluss in ihm gereift wäre, die Dienstmarke an den Nagel zu hängen, berichtete er.

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Paige hatte ihm aufmerksam zugehört und ihn dabei kein einziges Mal unterbrochen. Als er geendet hatte, blieb es einen Moment still, ehe sie ihn jedoch fast schon vorwurfsvoll fragte: „Und warum erfahre ich erst jetzt davon, Sid? Du hättest tot sein können und ich hätte es nicht einmal gewusst! Warum hast Du mir nicht Bescheid gesagt?“

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Sie konnte dabei nicht verhindern, dass ihre Stimme zitterte und sich Wasser in ihren Augen gesammelt hatte Etwas beunruhigt legte er seine Hand auf die ihrige und meinte entschuldigend. „Sorry, aber wir hatten ja gar keinen Kontakt mehr zueinander und so schlimm war es ja auch nicht.“

„Nicht schlimm?“, fuhr sie ihn etwas schrill und gereizt an, ehe sie ihm ihre Hand entzog.

„Bitte, Paige“, meinte er etwas irritiert. „Es ist doch alles gut gegangen. Ich bin wieder ganz der Alte, habe auch keine Spätfolgen davon getragen.“

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„Aber Du hättest mich informieren können. Irgendwann während Deiner Reha oder in der Zeit danach. Meine Handynummer hat sich nicht geändert. Du hättest es auch Lindsay sagen können oder wusste sie etwa davon?“

Enttäuscht sah sie ihn an, während er entschieden den Kopf schüttelte. „Nein, sie wusste es auch nicht. Ich habe es niemanden erzählt. Und jetzt lass‘ uns bitte von etwas anderem reden.“

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Doch Paige rückte abrupt ihren Stuhl nach hinten und hätte dabei fast die Kaffeetasse heruntergeworfen, als sie fast fluchtartig ans Geländer trat und dabei sichtlich aufgewühlt in die Ferne sah. Wie hatte er mir so etwas verschweigen können? Er muss doch gewusst haben, was es in mir auslöst. Er ist doch nicht irgendein Freund. Er ist mein bester Freund, in den ich seit Jahren verliebt bin. Wie konnte er mir nur so etwas antun? Nun konnte sie auch nicht mehr die Tränen zurückhalten, die sich nun langsam aus ihren Augen lösten. Der Gedanke, Sidney eventuell verlieren zu können, schmerzte sie zutiefst und hinterließ eine immense Traurigkeit in ihr.

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Sidney, den sein schlechtes Gewissen plagte, hatte sich mittlerweile erhoben und stand nun direkt hinter ihr. Sie atmete tief ein und aus, ehe sie zutiefst enttäuscht hervor stieß: „Ich hatte wirklich gedacht, wir wären so etwas wie beste Freunde. Auch, wenn wir längere Zeit nichts mehr voneinander gehört hatten… Du hättest mich informieren sollen, Sid. Oder Lindsay Bescheid sagen. Zumindest hätte jemand von uns davon erfahren müssen.“ Nun rollten doch die Tränen, die sie die ganze Zeit über zurückgehalten hatte, über ihre Wangen. Eine einzelne bahnte sich den Weg auf ihre bebende Lippe und bildete auf ihrer Mundfalte einen großen Tropfen.

Sidney wollte seine Hände auf ihre Schultern legen, hielt es aber für nicht abgebracht und meinte reichlich zerknirscht: „Es tut mir Leid, Paige. Und ja, Du hast Recht. Ich hätte Dich informieren müssen, zumindest nachdem ich später mit Lindsay telefoniert hatte.“

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„Sie wusste also doch, dass Du im Krankenhaus warst?“ Ungläubig fuhr Paige herum, um schließlich tonlos zu murmeln. „Sie hat mir nichts davon gesagt.“

„Sie hatte es auch erst erfahren, nachdem ich längst wieder zuhause war.“

„Aber sie hätte mich benachrichtigen können. Ich hätte es zumindest getan“, brachte sie vorwurfsvoll hervor.

„Na ja, vielleicht hatte sie es auch vergessen. Ich habe ihr nicht gesagt, dass sie Dir Bescheid geben soll.“

„Nein. So etwas vergisst man nicht, Sid. Sie wollte es mir anscheinend nicht sagen.“

„Um Dich nicht zu beunruhigen, Paige?“, mutmaßte er. „Wie ich Dich kenne, wärst Du doch sofort zu mir gekommen.“

„ Ja, und…? Was wäre daran falsch gewesen? Es wäre mir zumindest lieber gewesen, als vor Deinem Sarg stehen zu müssen.“

„Nun ja, soweit ist es ja zum Glück nicht gekommen. Ich bin recht zäh. Mich muss man glaube ich erst totschlagen“, versuchte sich Sidney ein wenig in Heiterkeit, um die gespannte Stimmung etwas aufzulockern.

Doch es verfehlte seine Wirkung und sie fuhr ihn aufgebracht an: „Du findest das auch noch witzig? Du hast nur verdammtes Glück gehabt, Sidney O‘Neal. Mein Dad hatte das auch immer gesagt und wo hat es ihn schließlich hingeführt?“

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„Scheiße“, entfuhr es dem jungen Mann, dem nun erst bewusst wurde, welch schwer wiegenden Fehler er begangen hatte, seine Verletzung so vor ihr herabgespielt zu haben. „Paige, es tut mir Leid“, wiederholte er sich. „Ich habe wirklich nicht dran gedacht.“

Sie schloss ihre Augen und murmelte gequält: „Du weißt nicht, wie schwer es war, was meine Mum und wir Kinder damals durchgemacht hatten. Du weißt nicht, wie es war, als man uns die Nachricht übermittelt hatte. Du hast keine Ahnung, wie die Zeit danach war. Ihn nicht mehr lachen hören oder mit ihm herumalbern zu können. Mit jedem weiteren Tag haben wir ihn mehr vermisst. Und er fehlt mir auch heute noch.“

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Paige’ s Vater war ebenfalls Polizist gewesen und im Dienst ums Leben gekommen. Vier bewaffnete junge Männer hatten damals das Polizeirevier gestürmt und die dort Anwesenden als Geisel genommen. Außer drei diensthabenden Polizisten hatten sich noch drei Zivilisten dort aufgehalten. Eine ältere Dame, die eine Anzeige wegen ihres gestohlenen Wagens aufgeben wollte, sowie eine Mutter mit ihrem straffällig gewordenen 13jährigen Sohn. Die Männer hatten die ältere Dame schließlich ins Visier genommen, nachdem sie diese übelst immer wieder beschimpft hatte. Einer von ihnen hatte schließlich die Nerven verloren und auf sie gezielt. Paige‘ s Vater hatte sich im letzten Moment vor sie geworfen. Dabei hatte ihn die abgegebene Kugel in der Bauchgegend getroffen. Schwer verletzt hatten die Täter ihn in seinem Blut liegen lassen und jegliche notärztliche Versorgung verweigert. Schließlich hatte ein SWAT-Team das Revier gestürmt und alle vier Männer erschossen. Paige‘ s Vater jedoch war noch auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben. Ja, Sidney kannte die Geschichte, die sie ihm irgendwann einmal anvertraut hatte. Und ja, er hätte daran denken müssen.

Vorsichtig strich er mit seinem Daumen die Tränen aus Paige‘ s Gesicht und sagte: „Es wird nicht mehr vorkommen, Paige. Ich hatte es wirklich vergessen. Bitte, weine nicht mehr. Ich kann keine Frauen weinen sehen, das weißt Du doch. Es war falsch von mir gewesen, Dich nicht zu informieren. Und ja, es hätte mich sehr gefreut, Dich an meiner Seite zu haben oder zu wissen, dass da jemand ist, der an mich denkt. Ich weiß doch, wie sehr Du Deinen Dad vermisst.“

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Schniefend sah sie ihn und sagte leise: „Ich will nicht auch noch meinen besten Freund verlieren. Kannst Du das nicht verstehen, Sid?“

Dieser nahm vorsichtig ihre Hände in die seine und sagte: „Doch, das tue ich. Aber mir war wirklich nicht bewusst, dass ich Dir noch so viel bedeute.“

„Das tust Du, Sid und ich würde es nicht ertragen, vor Deinem Grab stehen zu müssen. Bitte versprich mir, dass Du so etwas nie mehr machst.“

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Sidney wurde es warm ums Herz. „Ich verspreche es Dir, Paige. Ich werde Dir so etwas nie mehr verheimlichen.“ Liebevoll hauchte er einen Kuss auf ihre Wange und war trotz der Umstände sehr glücklich, in Paige jemanden gefunden zu haben, der ihn sehr mochte.

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Die junge Frau sah in immer noch mit tränennassen Augen an und schmiegte sich schließlich in seine Arme. Es war ihr egal, was Sidney davon halten würde oder ob sie sich vielleicht durch ihr Verhalten verriet. Sie wollte ihn nicht verlieren. Nicht den Mann, dem schon so lange ihr Herz gehörte. Vielleicht bedeute ich ihm doch mehr, als ich bislang angenommen hatte. Ja, vielleicht haben wir irgendwann eine gemeinsame Zukunft. Vielleicht kann ich ihm irgendwann sagen, dass ich ihn liebe.

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Kapitel 26 folgt...

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von Simsi68 » 26.02.2018, 09:25

Hallo Marga :winken02

Oh, die beiden haben sich noch immer viel zu erzählen. So schnell geht ihnen der Gesprächsstoff nach all der Zeit, in der sie sich nicht gesehen hatten, wohl nicht aus. :daumenhoch2

Das Angebot, dass Paige so lange bei Sid wohnen könnte, ist doch toll! Vielleicht wird zwischenzeitlich mehr aus der Freundschaft der beiden und Paige bleibt einfach bei ihm. Wer weiß?! Paige sollte sein Angebot unbedingt annehmen, finde ich. :nicken
Oh, er hat das Haus vererbt bekommen! Hm, ist schon tragisch. Da lässt man ein Haus bauen, will mit dem Partner dort einziehen und wird dann so krank, dass man kurz darauf stirbt, wie es in dem Fall seines Onkels war. Traurig! :weinen3:

Sidney würde sich wünschen, Paige würde es genauso wie ihm gehen, da er dabei ist, sich in Paige zu verlieben. Aber Sid, ihr geht´s doch genauso! Du hast es nur noch nicht gemerkt! :nicken
Unabhängig voneinander hängen die beiden ihren Gedanken nach. Und tatsächlich geht es beiden gleich. Paige hatte sich damals schon in Sidney verliebt. Er hingegen mochte sie damals schon und ist jetzt dabei, sich in sie zu verlieben! Na also! Dann würde es doch passen! :daumenhoch1 :klatschen1

Die Erkenntnis, dass er schon lange nicht mehr so glücklich war, ist doch super! Die beiden sollten es sich wirklich gegenseitig eingestehen, dass sie nicht nur Freundschaft füreinander empfinden. Also das ist meine Meinung dazu. :nicken

Sid´s Gedanken…

„Ob es ihr auch so geht, wenn sie an mich denkt? Denkt sie überhaupt an mich? Hm, wenn ich das nur wüsste.“
Ohja, Sid… Das tut sie! Mehr als du denkst! :verliebt

Uuuuui, er ist nach dem duschen immer noch nackig, als er seine Zähne putzt! :lechz: Aber er kann sich echt sehen lassen! Er hat einen wirklich knackigen Körper!

So sooooo, Paige hat Sid nun nackt gesehen, wenn er nur von hinten oder leicht seitlich! :nicken :tsts: :lechz:
Ok, nun wird das Frühstück von Paige zubereitet. Süß oder deftig, fragte sie sich, entscheidet sich dann aber für deftig. Ich denke auch fast, dass es die bessere Wahl war.
Und das war es. Sid verspeiste das Frühstück mit Genuss! Und natürlich gab es weiterhin viel zu erzählen…

Ohweia, eine Schussverletzung hatte er in der Zeit seiner Polizei-Karriere davon getragen?!?! Oh man… Zum Glück wurde er nicht davon getötet! Und zum Glück hatte er sich wieder vollständig davon erholt!
Oh, Paige´s Reaktion auf seine Erzählung mit der Schussverletzung… Uuups! :kopf: Sie war ja ganz schön aufgebracht darüber, dass er sie nicht informiert hatte! :weinen3:
Ok, sie hatte auch allen Grund dafür, da sie so etwas bereits als Kind mit ihrem Vater erlebt hatte. Die Arme! :weinen2
Und jetzt tut es Sid sichtlich leid, dass er damals übersehen hatte, Paige zu informieren und versucht sie nun liebevoll zu trösten.
Und dann folgt eine enge Umarmung…
Egal, Paige, ob du dich damit verrätst.
Aber durch ihre aufgebrachte Reaktion und die Tränen weiß er eh schon, wieviel er ihr bedeutet. Und ja, er soll es ja auch wissen. Jetzt sollte nur noch Sid IHR zeigen, wieviel sie IHM bedeutet. Dann wäre es perfekt. :daumenhoch1 :verliebt:


Oh, das war wieder ein total schönes und sehr unterhaltsames Kapitel --> Text super geschrieben – alles in allem – mit tollen vielsagenden Bildern versehen! Hat mir wieder sehr gut gefallen! Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02

Und jetzt bin ich schon riesig gespannt, wie es weiter geht, was die beiden an diesem Tag bzw. solange Sid noch bei Paige ist noch tun werden!

LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Re: Willow Creek - Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 11.03.2018, 23:26

Hallo Astrid, :winken

bevor es mit einem neuen Kapitel weitergeht, erst noch zu Deinem Kommentar, über den ich mich wieder sehr gefreut habe.
:hug02
Simsi68 hat geschrieben:
26.02.2018, 09:25
Hallo Marga :winken02 Oh, die beiden haben sich noch immer viel zu erzählen. So schnell geht ihnen der Gesprächsstoff nach all der Zeit, in der sie sich nicht gesehen hatten, wohl nicht aus. :daumenhoch2

Nee, da hast Du Recht. Sie haben sich wirklich viel zu erzählen. Ja, wie das eben so ist, wenn man sich lange Zeit nicht gesehen hat. Die Berufe der Beiden bilden ja auch noch jede Menge Gesprächsstoff und schließlich auch noch der Grund, weshalb er überhaupt hier ist. :nicken
Simsi68 hat geschrieben:
26.02.2018, 09:25
Das Angebot, dass Paige so lange bei Sid wohnen könnte, ist doch toll! Vielleicht wird zwischenzeitlich mehr aus der Freundschaft der beiden und Paige bleibt einfach bei ihm. Wer weiß?! Paige sollte sein Angebot unbedingt annehmen, finde ich. :nicken

Echt? Hm, mal schauen. Schlecht ist es sicherlich nicht. So kann sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren und sich in San Myshuno einleben. Aber Vorrausetzung ist natürlich, dass sie beim FBI aufgenommen wird. Schau‘ n wir mal. ;)
Simsi68 hat geschrieben:
26.02.2018, 09:25
Oh, er hat das Haus vererbt bekommen! Hm, ist schon tragisch. Da lässt man ein Haus bauen, will mit dem Partner dort einziehen und wird dann so krank, dass man kurz darauf stirbt, wie es in dem Fall seines Onkels war. Traurig! :weinen3:

Ja, das ist in der Tat sehr sehr traurig. Aber ich musste mir schließlich etwas einfallen lassen, wie ein Anfang Dreißigjähriger zu einem solchen Haus kommt. :augen: Du hast es ja schon gesehen. Billig war es sicherlich nicht. Ich hatte mir da aber auch gar keine Gedanken gemacht. Ja und dann bin ich auf die Idee mit der Erbschaft gekommen. :grins
Simsi68 hat geschrieben:
26.02.2018, 09:25
Sidney würde sich wünschen, Paige würde es genauso wie ihm gehen, da er dabei ist, sich in Paige zu verlieben. Aber Sid, ihr geht´s doch genauso! Du hast es nur noch nicht gemerkt! :nicken
Haha, sie haben es beide noch nicht bemerkt. :sittich
Simsi68 hat geschrieben:
26.02.2018, 09:25
Uuuuui, er ist nach dem duschen immer noch nackig, als er seine Zähne putzt! :lechz: Aber er kann sich echt sehen lassen! Er hat einen wirklich knackigen Körper!
Ich richte es ihm aus. Darüber freut er sich bestimmt. :hug02
Simsi68 hat geschrieben:
26.02.2018, 09:25
Oh, Paige´s Reaktion auf seine Erzählung mit der Schussverletzung… Uuups! :kopf: Sie war ja ganz schön aufgebracht darüber, dass er sie nicht informiert hatte! :weinen3: Ok, sie hatte auch allen Grund dafür, da sie so etwas bereits als Kind mit ihrem Vater erlebt hatte. Die Arme! :weinen2

Ja, weil er seine Verletzung so heruntergespielt hatte. Dafür hatte sie keinerlei Verständnis. Umso mehr, wenn man seinen Vater durch so ein paar Idioten verloren hat. :weinen2
Simsi68 hat geschrieben:
26.02.2018, 09:25
Egal, Paige, ob du dich damit verrätst. Aber durch ihre aufgebrachte Reaktion und die Tränen weiß er eh schon, wieviel er ihr bedeutet. Und ja, er soll es ja auch wissen. Jetzt sollte nur noch Sid IHR zeigen, wieviel sie IHM bedeutet. Dann wäre es perfekt. :daumenhoch1 :verliebt:

Ich denke, wenn er könnte, würde er das auch machen. Aber das erfährst Du im nächsten Kapitel. ;)
Simsi68 hat geschrieben:
26.02.2018, 09:25
Oh, das war wieder ein total schönes und sehr unterhaltsames Kapitel --> Text super geschrieben – alles in allem – mit tollen vielsagenden Bildern versehen! Hat mir wieder sehr gut gefallen! Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02

Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. :hug02
Simsi68 hat geschrieben:
26.02.2018, 09:25
Und jetzt bin ich schon riesig gespannt, wie es weiter geht, was die beiden an diesem Tag bzw. solange Sid noch bei Paige ist noch tun werden!

Gleich im Anschluss folgt der letzte Teil der NY-Geschichte. Wird Zeit, dass wir mal wieder schauen, was die Anderen so machen. Meine Güte, wie lange ist Roxy schon schwanger? :lachen

Vielen Dank für Deinen Kommentar, Dein Lob, Deine netten Worte und auch die Gedanken, die Du Dir wieder gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe Astrid. :hug02

LG Marga

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von cheli24 » 11.03.2018, 23:28

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!


Hallo zusammen, :winken

hier nun der letzte Teil der New York-Geschichte um Paige und Sidney. Ich wünsche wieder viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.


LG cheli24 (Marga)






Kapitel 26





Abschiedsschmerz




Es war um die Mittagszeit, als sie am Park ankamen, in dem sich auch eine kleine Vergnügungsmeile befand. Nachdem sie einiges besichtigt und auch Erinnerungsfotos geschossen hatten, beschlossen sie, eine Kleinigkeit zu essen. Es gab verschiedene Stände. Die einen verkauften nur Obst und Gemüse, ein anderer Pizzen, auch ein asiatischer Stand befand sich darunter. Nach kurzem Überlegen entschieden sich Paige und Sidney für Empanadas, die sie an einem der Picknicktische aßen. Sie unterhielten sich dabei angeregt und bezogen auch die junge Frau mit ein, die mit ihnen am Tisch saß.

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Nach dem Essen zog Sidney sein Handy aus der hinteren Hosentasche seiner Jeans und sagte lachend zu Paige: „Ich glaube, ich entwickle mich so langsam zu einem Selfiemaker. Aber bei einer so bezaubernden Frau…“, zwinkerte er ihr zu, während sie etwas verlegen auf den Boden sah. Paige war sich einfach nicht sicher, ob Sidney in ihr nur die gute Freundin sah oder doch mehr. Konnte es möglich sein, dass es ihm genauso mit ihr ging, wie ihr mit ihm?

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Lachend zog er sie an seine Seite, hielt sein Handy in die Höhe und rief vergnügt: „So schöne, Frau und nun schön lachen. Achtung, wir sind noch nicht ganz im Bild. Dein Kopf etwas näher ran und etwas höher… Ja, genauso.“ Er hörte sich eher wie ein Fotograf an, der Anweisungen zum Posen gab, als jemand, der nur ein Selfie von sich und seiner Begleiterin machen wollte.

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„So, lass‘ uns mal schauen, ob es etwas geworden ist“, meinte er, nachdem er aus dem Auslöser gedrückt hatte. Akribisch begutachtete er das Foto, um es schließlich Paige zu zeigen. „Na? Ist doch ganz gut geworden. Aber alter Schwede, neben Dir verblasse ich ja regelrecht. Du bist wirklich sehr fotogen und hast eine unglaubliche Ausstrahlung. Und hast Du gesehen, wie Deine Augen leuchten?“

„Ja, jetzt übertreibe mal nicht. Du bist auch ganz gut getroffen und fotogen allemal.“

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Ein Lächeln lag auf seinem Gesicht, als er das Handy wieder in seine Hosentasche steckte. „Was ist? Warum grinst Du wie ein Honigkuchenpferd?“, wollte Paige lachend wissen.

Er sah sie lange an, ehe er sagte: „Ich grinse doch gar nicht. Wenn ich wieder zuhause bin, werde ich mir die Bilder auf dem PC anschauen und Dir dann welche zur Erinnerung schicken.“

Aus irgendeinem Grund wirkte ihr Lächeln künstlich, als sie erwiderte: „Ja, das würde mich freuen. Danke, Sid.“

Sie schluckte und auf einmal umfing sie eine immense Traurigkeit, als ihr seine Worte bewusst wurden. Er wird mir die Bilder zur Erinnerung schicken. Also will er gar nicht, dass ich in sein Haus ziehe. Ich dumme Kuh habe mir etwas vorgemacht. Er wollte nur höflich sein und hatte es mir deshalb angeboten. Sicher wird er nicht mehr lange alleine sein. Das hat er ja gestern auch selbst gesagt. Nein, unter diesen Umständen ist es wirklich besser, ich suche mir etwas Eigenes.

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Sidney hatte die Veränderung nicht bemerkt und schlug schließlich vor, eine Karaokebar aufzusuchen. Da Paige keine Spielverderberin sein wollte, stimmte sie zu. Wider Erwarten hatten sie sehr viel Spaß beim Singen und sie konnte sogar wieder lachen. Zwar gehörten sie nicht gerade zu den besten Sängern, aber den Country-Song, den sie sich ausgesucht hatten, war nicht mal so schlecht gewesen. Trotz der Umstände und auch der Gewissheit, dass Sidney sie wohl nur als beste Freundin sah, hatte sie sich sehr amüsiert. Wenngleich sie auch Traurigkeit empfing, wenn sie an den nahenden Abschied dachte. Morgen um die selbst Zeit war er schon auf dem Weg nach Willow Creek und wahrscheinlich würden sie sich so schnell nicht wiedersehen. Vielleicht auch gar nicht mehr, sollte sie die Prüfung nicht bestehen.

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Nach der kleinen Gesangseinlage genehmigten sie sich auf der Außenterrasse der Bar eine Tasse Kaffee. „So schlecht fand ich uns gar nicht, auch wenn Du besser singst, als ich “, meinte Sidney verschmitzt und hob die Arme in die Höhe.

Paige, die ihren Humor wiedergefunden hatte, tat es ihm gleich und meinte grinsend: „Du warst doch auch nicht schlecht. Zumindest waren wir beide textsicher und der Rest… Na ha. Aber es hat Spaß gemacht. Ich hatte vorher noch nie Karaoke gesungen.“

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Überrascht schaute Sidney die junge Frau an. „Nein? Wirklich nicht?“ Paige schüttelte den Kopf, während Sidney schief grinste. „Soll ich Dir mal etwas sagen? Das war heute auch mein erstes Karaoke-Singen. Ich war zwar schon in Japan, da ist es ja fast schon unhöflich, wenn man einen Besuch in einer Karaoke-Bar abschlägt.“

„Ja und hast Du es gemacht, also abgelehnt?“

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In Paiges Blick lagen Neugier und Erstaunen gleichauf. „Ich war erkältet, somit musste ich nicht singen.“

„Was hast Du denn in Japan gemacht? Urlaub?“

Sidney schüttelte den Kopf und erzählte ihr, dass er im Rahmen eines dienstlichen Polizeiaustauschs mit einem Kollegen zwei Wochen in Tokio verbracht hatte.

„Wow, finde ich klasse, dass man das Euch ermöglicht hatte.“

„Ja, es war eine schöne Zeit und für uns eine tolle Erfahrung.“

„Und wie waren die Japanerinnen so?“ Neugierig musterte Paige den Freund.

„Süß“, grinste dieser. „Wenn man auf die kleinen Japanerinnen steht. Ich bevorzuge eher hochgewachsene Brünette mit grünen Augen“, zwinkerte er ihr flirtend zu.

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Etwas verlegen fragte sie. „Was hast Du denn ständig mit meinen Augen? Andere haben auch grüne Augen.“

„Aber keine sind so geheimnisvoll wie Deine, Paige. Ich glaube, Dir ist gar nicht bewusst, dass Du eine wunderschöne Frau bist. Du kannst einen Mann um den Verstand bringen“, versuchte er ihr zu erklären.

Aber Paige winkte nur ab. „Ach, was. Die hatte ich doch vorher auch schon und war trotzdem das Mauerblümchen. Du hast doch auch nie mehr in mir gesehen, als den guten Kumpel.“

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Doch Sidney schüttelte den Kopf. „Das ist nicht wahr, Paige. Ich habe Dich sehr wohl wahrgenommen. Nur hast Du Dich früher immer in diesen sackartigen Oberteilen versteckt, Schlapper-Shirts, weite Hemden, unförmige Pullover. Wärst Du mir an diesem einen Morgen nicht in BH und Slip begegnet, dann hätte ich nie wirklich gewusst, dass Du Brüste hast.“

Paige schnappte nach Luft und rief fassungslos: „Was hast Du da gesagt?“

„Na ja, Du hast sie immer versteckt, so als sollte das kein Mann sehen. Ich hatte mich oft gefragt, warum Du das gemacht hast. Du hast doch eine super Figur, alles an der richtigen Stelle. Keira hatte mal gemeint, Du hättest so verhindern wollen, dass Dich ein Mann anspricht.“

Paige‘ s Gesicht glühte mittlerweile wie ein Backofen. „Keira hatte das gesagt?“

Es war ihr mehr als unangenehm, dass Keira und vielleicht auch Lindsay mit Sid hinter ihrem Rücken über sie gesprochen hatten. Entschieden knurrte sie daraufhin: „Das ist nicht wahr. Ich konnte mit den Beiden nicht mithalten und auch mit den meistens ihrer Freunde nicht. Ich mochte diese nichts sagende Gespräche nicht, so gut musst Du mich kennen. Da habe ich lieber in meinem Zimmer gelernt. Und als Du dann hier eingezogen bist… Denk‘ nicht, mir ist Dein gutes Aussehen und Dein Charme nicht aufgefallen. Aber ich hatte mir eh keine Chancen bei Dir ausgerechnet und warum hätte ich mich dann anders kleiden sollen? Ich habe mich damit zufrieden gegeben, Dir ein guter Kumpel zu sein und fand es toll, wenn wir miteinander gelernt hatten und auch unseren morgendlichen Kaffee. Ach, sei doch ehrlich Sid. Bin ich Dir je aufgefallen?“

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Nervös sah sie ihn an, während sie auf seine Antwort wartete. Vielleicht würde er aber auch einfach aufstehen und gehen. Sie hatte sich damals nicht anmerken lassen, dass sie sich in Sidney verliebt hatte und sich mit der Rolle der verständnisvollen Freundin zufrieden gegeben.

Aufmerksam musterte Sidney die junge Frau, ehe er leicht gekränkt fragte: „Hast Du mich für so oberflächlich gehalten, Paige? Dass mir Po und Titten wichtiger sind, als eine junge Frau, die mir immer zur Seite gestanden, mit mir gebüffelt hatte, manchmal bis in den frühen Morgen, auf die ich mich immer verlassen konnte? Wenn Du gesagt hast, Du bist da und da, dann konnte ich mich darauf zu hundert Prozent verlassen. Du hast mich keine halbe Stunde warten lassen oder hast mir kurzfristig abgesagt. Und Paige…“

Er schluckte etwas nervös, während er ihr in die Augen sah: „Du bist mir aufgefallen und ich habe Dich sehr wohl wahrgenommen. Ich fand es auch sehr schade, dass Du nie mitgegangen bist, wenn wir irgendwo hingegangen sind. Immer hieß es, Du müsstest lernen oder noch irgendetwas erledigen.“

Schweigend hatte Paige ihm zugehört und ihn kein einziges Mal unterbrochen. Schließlich antwortete sie: „Ich war unsicher und wusste nicht, ob Ihr mich überhaupt dabei haben wolltet. Die Beiden waren so ganz anders als ich. Ich war damals noch zu schüchtern, vor allem Männern gegenüber. Das hatte sich erst gelegt, als ich Curt kennenlernte.“

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Ihr Gespräch wurde unterbrochen, als die Bedienung kam, um die Rechnung zu bringen, die Sidney zuvor angefordert hatte. Nachdem er bezahlt hatte, gingen sie ein wenig am Pier entlang, ehe der junge Mann plötzlich stehen blieb. Fragend schaute er Paige mit einem Blick an, den sie nicht zu deuten wusste. Schließlich fragte er: „Dieser Curt…liebst Du ihn noch?“

Doch Paige schüttelte nur mit dem Kopf. „Nein. Er ist ein verdammter Egoist, der nur an sich denkt und ein Macho der übelsten Sorte ist. Keine Ahnung, wie ich mich in ihn verlieben konnte.“

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Er küsste sie auf die Wange und sagte mit ernster Miene: „Er hat eine Frau wie Dich gar nicht verdient und das meine ich ernst, Paige. Du siehst toll aus, bist eine wunderbare Freundin, mit der man Spaß haben, mit der man aber auch über ernste Themen reden kann. Das mag ich einfach an Dir.“

Paige lächelte etwas verlegen, als sie erwiderte: „Das gleiche könnte ich auch von Dir sagen.“

Sofort unterbrach er sie schmunzelnd: „Was denn? Dass ich eine tolle Frau bin?“

Spielerisch boxte sie ihm in die Seite. „Du weißt genau, wie ich das gemeint habe.“

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„Vielleicht wollte ich es nur noch einmal aus Deinem Mund hören.“

Paige seufzte leicht auf, ehe sie sagte: „Du bist ein toller Mann, der genau weiß, was eine Frau hören will. Die Frau, die Dich einmal bekommt, ist zu beneiden.“

„Sowie der Mann, der Dich einmal zur Frau bekommt.“

Es trat eine kurze Pause ein, ehe Sidney die junge Frau liebevoll ansah. „Paige, ich… ähm. Hör‘ zu.“

Er unterbrach sich hüstelnd, ehe er sie ernst ansah und schließlich sagte: „Ich möchte, dass Du Dich jetzt nur mit Deiner Ausbildung beschäftigst. An anderes darfst Du jetzt nicht denken. Glaub‘ einfach an meine Worte. Es ist besser so. Über alles andere können wir reden, wenn Du damit fertig bist. Okay?“

Sie nickte und wechselte schnell das Thema: „Okay, dann lass‘ uns aufbrechen, wenn wir nachher noch in die Bar wollen. Also, ich will mich zumindest vorher noch ein wenig frischmachen, bevor ich mich umziehe.“

„Ja, ich auch“, stimmt er ihr zu, ehe er noch ein gemeinsames Foto mit ihr machte, um anschließend den Heimweg anzutreten.

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Es war gegen späteren Abend, als sie die Bar betraten und gleich nach oben gingen, um dort tanzen zu können. Ausgelassen bewegten sie sich zu den Beats der derzeitig angesagten Charthits. Man merkte Beiden an, wie viel Spaß es ihnen machte, einfach mal wieder abzutanzen.

Lachend rief Sidney: „Wir sollten das öfters machen. Wenn Du erst in San Myshuno wohnst, dann müssen wir unbedingt mal tanzen gehen. Da hat erst kürzlich ein neuer Club geöffnet. Einige, die ich kenne, waren schon dort. Sie wollten mich unbedingt mal mitnehmen. Aber, das sind zwei Paare. Da komme ich mir etwas blöd vor. Wie das fünfte Rad am Wagen.“

Paige stimmt ihm nickend zu. „Ja, da würde ich mich genauso fühlen.“

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„Habe ich Dir eigentlich schon gesagt, dass das Kleid an Dir…“

Er hüsteltet kurz, ehe er fortfuhr: „Du siehst einfach fantastisch aus, Paige. Das Kleid und ganz besonders die Farbe stehen Dir einfach hervorragend. Ich meine, Du sieht in jedem Kleid toll aus oder egal, was Du auch trägst. Aber das hat einfach das gewisse Etwas.“ Er sah ihr tief in die Augen, ehe er sagte: „Und es bringt Deine Augen noch mehr zum Strahlen.“

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Seufzend zog er sie in seine Arme, während er ihr ins Ohr raunte: „Ich wünschte wirklich, ich könnte noch ein paar Tage länger bleiben. Ich habe mich schon lange nicht mehr in der Gesellschaft einer Frau so wohl gefühlt.“

Paige fühlte plötzlich ein wohliges Gefühl im Bauch, so als würden hunderte Schmetterlinge einen Salto schlagen. Sie genoss Sidneys Nähe und sagte leise: „Ja, das würde ich mir auch wünschen. Im Übrigen siehst Du auch toll aus, in diesem Anzug.“

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Wenig später genehmigten sie sich noch einen Drink an der Bar, den sie jedoch stehend tranken. Dabei erklärte Sidney der jungen Frau, auf was sie sich bei der Ausbildung beschränken musste. Er gab ihr ein paar Tipps und auch einige Angewohnheiten der Ausbilder preis.

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„Dir muss wirklich nicht bange sein. Das schaffst Du spielend, Paige. Überleg‘ mal, dein Jurastudium war bestimmt um einiges schwerer und das hattest Du auch geschafft. Die Ausbildung ist zwar kein Kinderspiel, aber die meisten Ausbilder sind nett und sehr zuvorkommend. Sie nehmen einen nicht gleich in die Mangel, wenn es auf Anhieb mit irgendetwas nicht klappen sollte. Aber es gibt Pflichtübungen und da darfst Du Dir keine Fehler erlauben. Man weist Euch aber im Vorfeld darauf hin.“

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Er umfasste ihre Hände, so dass Paige ein leichtes Zittern nicht verbergen konnte. „Du solltest Dich nur vor Agent Dir. Sloan in Acht nehmen. Sie ist wirklich eine äußerst kompetente Chefin. Aber sie kann Dich auch ohne mit der Wimper zu zucken, zur Schlachtbank führen. Man kann sie nur schwer durchschauen und weiß auch nie so genau, ob sie einen nicht fallen lässt, wenn man in Schwierigkeiten gerät.“

Paige nickte. „Okay, danke für die Hinweise. Bis jetzt hatte ich noch nicht das Vergnügen mit ihr. Mein Vorstellungsgespräch hatte ich mit Dir. Adams und auch beim Eignungstest war er dabei. Ich fand ihn sehr nett.“

Sidney stimmt ihr zu. „Ja, das ist er auch. Ihn hatte ich bei der Abschlussprüfung.“

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Zum Abschluss des Abends versuchten sich beide noch an der Wasserpfeife. Während Sidney den Dreh schnell raus hatte, kämpfte Paige mit den ihr unbekannten Gegebenheiten. Fast hätte sie sich beim Inhalieren verschluckt. Sidney riet ihr, tief ein- und auszuatmen, bevor sie das Mundstück in den Mund nahm. Schließlich gab sie es auf. Dies war so ganz und gar nicht ihr Ding, während Sidney darin wohl geübt war. Und tatsächlich erzählte er ihr, dass er schon einige Male aus einer Wasserpfeife geraucht hatte. Es war schon weit nach Mitternacht, als sie nach Hause kamen und sogleich zu Bett gingen.

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Am nächsten Morgen


Obwohl sich Paige geschworen hatte, keine Tränen beim Abschied zu vergießen, wollte ihr dies nicht so recht gelingen. Sie war müde und unausgeschlafen, hatte sich die halbe Nacht im Bett hin- und her gewälzt, während sie mit sich gerungen hatte, Sidney ihre Liebe zu gestehen. Aber da sie wusste, dass es nichts ändern würde, war es bei diesem Vorhaben geblieben. Beim Frühstück brachte sie kaum einen Bissen hinunter, während es Sidney offensichtlich schmeckte.

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Sie stocherte die meiste Zeit nur im Essen herum und schien geistesabwesend, wenn Sidney das Wort an sie richtete. Zuletzt zwang sie sich doch dazu, einige Bissen zu sich zu nehmen und sich am Gespräch zu beteiligen, da sie die Befürchtung hatte, Sidney würde es ansonsten auffallen. Aber schmecken wollte es ihr nicht wirklich. Der bevorstehende Abschiedsschmerz saß einfach zu tief. So gab sie nur Antworten, wenn Sidney sie etwas fragte. Er schien gut gelaunt, so dass es ihm nicht auffiel, dass sie weitgehend wortkarg blieb. Es scheint ihm nichts auszumachen, dass wir uns gleich verabschieden müssen. Warum kann ich nicht genauso ungezwungen sein? Warum trifft mich der Abschied nur so schwer?

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„Alles in Ordnung mit Dir? Du bist so schweigsam“, riss der junge Mann sie plötzlich aus dem Gedanken und in die Gegenwart zurück.

Sie bemühte sich, auf seinen leichten Plauderton einzugehen und entgegnete schließlich. „Ich bin nur müde, habe schlecht geschlafen.“

Sidney wirkte leicht zerknirscht, als er sich an die Schläfe fasste und erwiderte: „Oh, doch hoffentlich nicht meinetwegen?“

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Überrascht riss sie die Augen auf und rief: „Wie…Was? Ich mei… meine…wie hast Du das jetzt gemeint? Ich… ich…“ Reichlich irritiert brach sie ihr Gestammel ab.

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Er fasste sich an den Kopf, als wolle er nachdenken. „Na ja, was ich Dir gestern alles über Dir. Sloan erzählt habe und so weiter. Ich wollte Dich wirklich nicht beunruhigen. Das war nicht meine Absicht, Paige. Also, sollte das der Grund für Deine Schlaflosigkeit gewesen sein, dann tut es mir sehr Leid. Das wollte ich nicht.“

Alles in Paige schrie, ihm ihre Liebe zu beichten, aber letztendlich siegte doch die Vernunft. Sie zwang sich zu einem Lachen, als sie sagte: „Nein, das war wirklich nicht der Grund. Im Zimmer war es zu warm, da ich vergessen hatte, die Klimaanlage einzustellen. Tja, das nächste Mal bin ich klüger. So etwas passiert mir nicht mehr.“

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Einige Minuten später



Während Sidney noch einmal in sein Zimmer ging, um seinen Kulturbeutel in seinem Trolley zu verstauen, spülte Paige das Geschirr. Als sie alles wieder an Ort und Stelle geräumt hatte, lief sie hinaus auf die Terrasse. Es wehte ein leichter Wind, obwohl es auch heute wieder heiß werden sollte. Wahrscheinlich würde sie sich nachher, wenn Sidney weg war, in ihrem Bett verkriechen. Das Frühstück lag ihr schwer im Magen, da sie es zu hastig hinunter geschlungen hatte, um Sidney zu beweisen, dass mit ihr alles in Ordnung war. Scheiße. Nichts in Ordnung. Ich liebe meinen besten Freund und bringe es einfach nicht über die Lippen, es ihm zu sagen. Gleich wird er sich verabschieden und dann werden wir uns mehr als vier Monate nicht sehen können. Ich kann ihn nicht einmal anrufen oder mit ihm skypen. Siebzehn Wochen abgeschirmt von der Außenwelt. Wie soll ich das nur überstehen? Nun konnte sie auch nicht mehr gegen ihre Tränen ankämpfen, die sie während des gemeinsamen Frühstücks mühsam unterdrückt hatte.

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„Paige, bist Du draußen?“, riss Sidney sie aus ihren Gedanken.

Sie hatte nicht bemerkt, dass ihr Gesicht tränennass war, als er zu ihr auf die Terrasse kam. Hastig wandte sie sich zum Geländer um und versuchte, irgendwie die verräterischen Spuren von der Wange zu wischen. Doch es war zu spät, da Sidney bereits hinter ihr stand.

Leise sagte er: „Es ist Zeit, Paige. Ich muss jetzt los, wenn ich meinen Flug nicht verpassen will.“

Sie bemühte sich um einen leichten Tonfall und erwiderte schwer schluckend. „Ja, ich weiß.“

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Sidney hatte das unterdrückte Schluchzen sofort wahrgenommen und drehte Paige vorsichtig an der Schulter zu sich um. Prüfend sah er ihr ins Gesicht und murmelte leise: „Du sollst doch nicht weinen. Wir sehen uns doch schon bald wieder.“

„Es sind über vier Monate, Sid. Vielleicht sollte ich absagen.“

Er zog sie mit seinen Händen von der Mauer weg und hielt diese immer noch fest, als er behutsam auf sie einredete: „Nein, Paige. Das wirst Du nicht tun. Ich möchte, dass Du Dich jetzt einzig und allein auf die Ausbildung und diese 17 Wochen konzentrierst. Nur das sollte Dir jetzt wichtig sein. Ich habe doch selbst gespürt, dass sich in den letzten Tagen etwas zwischen uns verändert hat und ich finde dieses Gefühl sehr schön. Aber ich werde und will Dich damit jetzt nicht belasten. Wir können darüber reden, wenn Du Deine Dienstmarke hast. Okay? Wahrscheinlich geht es mir, genauso wie Dir, aber das ist jetzt nebensächlich. Bitte versprich‘ mir, dass Du Dich von nichts anderem leiten oder ablenken lässt. Verstanden?“

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Ehe sie etwas erwidern konnte, hatte er sie schon an sich gezogen und ihr einen Kuss auf die Wange gehaucht. Heiser raunte er: „Du bist mir noch wichtiger geworden, als Du es ohnehin schon warst. Paige, ich habe Dich sehr gerne und wahrscheinlich weitaus mehr als das. Aber lass‘ uns darüber reden, wenn Du nach San Myshuno kommst. Kann ich mich darauf verlassen?“ Sie erwiderte nichts darauf und schloss unter Tränen die Augen, während sie seine Nähe genoss.

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„So und wenn ich nachher weg bin, kannst Du mich meinetwegen verfluchen, wie ein Schlosshund heulen, weil ich weg oder Dich freuen, dass ich endlich fort bin. Such‘ es Dir aus, aber sag‘ es mir niemals. Und, wenn ich jetzt nicht endlich wegkomme, dann düst der Flieger ohne mich davon. Ich werde übrigens nach Dir Ausschau halten, wenn wir nachher noch einmal hier vorbei fliegen. Vielleicht magst Du mir ja dann zuwinken? Die Flugdaten hast Du, also würde ich mich freuen, wenn Du da unten stehen würdest.“

Verschmitzt grinste er sie an und erneut wurde es Paige schwer ums Herz. Sie liebte seine Art Humor und sein unwiderstehliches Lachen. Sie liebte alles an ihm.

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Als er endlich einen leichten Anflug eines Lächelns in ihrem Gesicht wahrnahm, atmete er hörbar auf und ging mit ihr zusammen zur Abschlusstür. Dort nahm er sie noch einmal liebevoll in die Arme und drückte sie an sich. „Auf Wiedersehen und Danke für die beiden schönen Tage“, sagte er leise, während Paige schon wieder die Tränen kamen.

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Als er sich wieder von ihr löste, meinte sie mit tränenerstickter Stimme: „Ich wünsche Dir einen guten Flug und bitte gib‘ mir kurz Bescheid, wenn Du in Willow Creek angekommen bist. Und viel Glück bei Deinen Ermittlungen.“

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„Ich hoffe, dass alles so läuft, wie wir uns das gedacht haben. Ich werde Genie noch morgen Abend treffen. In spätestens zwei Tagen muss ich dann aber wieder zuhause sein. Am Montag beginnt mein Dienst. Also, halt die Ohren steif und viel Glück in Quantico. Du schaffst das, Paige. Wenn nicht Du, wer dann?“ Erneut sprach er ihr Mut zu.

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Er hauchte ihr einen Kuss auf die Wange und sagte schließlich: „So und jetzt will ich Dich nicht mehr weinen sehen. Sonst verfolgen mich Deine Tränen noch bis in den Schlaf. Ich möchte lieber von einer grünäugigen Schönheit in einem roten Kleid träumen. Meiner kleinen Woman in Red.“

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Sie sahen sich tief in die Augen, ehe Sidney Paige noch einmal an sich zog. Wie ein Kätzchen schmiegte sie sich an seine Brust und spürte sein pochendes Herz. In diesem Moment wurde ihr bewusst, dass er auch mehr in ihrer Freundschaft sah und es ihm offensichtlich genauso ging, wie ihr mit ihm.

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Vielleicht wäre es auch endlich zu einem ersten Kuss gekommen, hätte er sich nicht plötzlich von ihr gelöst. Ehe sie sich versah, hatte er schon seinen Trolley hinter sich hergezogen und war zur Tür hinaus verschwunden. Traurig rannte sie auf die Terrasse und wartete an der Balustrade, bis Sidney zum Ausgang hinauskam. Er stellte seinen Trolley ab und sah noch einmal nach oben. Er schien ihr etwas zuzurufen, was im Straßenlärm jedoch unterging.

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Was hatte er ihr zugerufen? Dass sie auf der Terrasse sein soll, wenn er in etwas zwei Stunden mit dem Flugzeug ihre Wohnung überfliegen würde oder dass er sich in sie verliebt hatte oder sie gar liebte? Paige sah noch nach unten, als Sidney längst ein Taxi heran gewinkt, darin eingestiegen und schließlich aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Traurig entfernte sie sich von der Terrasse. Ja, sie würde diese Ausbildung bestehen und sich in diesen Wochen hinein knien. Sie wollte es nicht nur sich selbst und Sidney beweisen, sondern auch ihrer Mutter. Eines jedoch hatte sie Sidney bewusst verschwiegen. Zum Einen, um ihn nicht mit etwas zu belasten, für das es bislang keine Beweise gab und zum Anderen, um dem Mörder, sollte er noch leben, die Karten nicht in die Hände zu spielen. Der Verdacht war ihr schon gestern gekommen und je länger sie darüber nachdachte, fand sie diese Möglichkeit gar nicht so abwegig. Wenn dem aber tatsächlich so wäre, dann musste etwas den Ausschlag gegeben haben, sich einen Mordfall in Erinnerung zu rufen oder diesen gar neu aufrollen zu lassen, der nunmehr 17 Jahre zurück lag. Wer hatte Interesse daran? Dies mussten sie in Erfahrung bringen. Erst dann würden sich die Puzzleteile zusammenfügen lassen.


Etwa zwei Stunden später


Ob sie auf der Terrasse gestanden, wie er es ihr empfohlen oder es sich gewünscht hatte, das hatte er von oben aus nicht sehen können. Aber er hatte gewusst, wo sich ihr Appartement befindet, als sie mit dem Flugzeug Manhattan überquert hatten. Und er hatte sich eingebildet, sie da unten stehen zu sehen, winkend und mit tränennassem Gesicht. Ob sie gehört hatte, was er ihr zugerufen hatte? Als er im Fahrstuhl nach unten gefahren war, war ihm mit einem Male bewusst geworden, dass er Paige liebte. Aber er hatte es ernst gemeint, als er sie beschworen hatte, nur an ihre Ausbildung zu denken. Aus Erfahrung wusste er, wie schwer diese war und wie viel die Academy einem abverlangte. Aber sie würde es schaffen. Davon war er überzeugt. In spätestens viereinhalb Monaten würden sie sich wiedersehen und darauf freute er sich jetzt schon.

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Er war bereits eingenickt und mit seinen Gedanken schon in Willow Creek bei seiner Jugendfreundin Genie Denson, als das Flugzeug eine leichten Schwenker nach links machte, um Manhattan in wenigen Sekunden hinter sich zu lassen. Den Fall zu klären würde ihm viel abverlangen, Schmerz und die Erkenntnis bringen, dass nichts so war, wie es schien. Er träumte von einem blonden Mädchen mit blauen Augen, das nie erfahren hatte, dass ihr Jugendfreund sich in sie verliebt hatte. Und er sah eine junge Frau mit brünetten Haaren und grünen Augen, bei der er nicht den gleichen Fehler machen durfte.

Und diesmal würde er diesen nicht begehen.

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Kapitel 27 folgt...

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von Simsi68 » 27.03.2018, 08:25

Hallo Marga! :winken02

So, endlich kommt mein Kommentar. Sorry, dass es diesmal so lange gedauert hat! :hug02


Ohweia, Paige kann sich sich gar nicht mehr über die letzten gemeinsamen Stunden mit Sid freuen, so traurig ist sie, dass er bald wieder fort ist! :weinen1

Sid fällt es sicherlich auch sehr schwer, aber er überspielt das Ganze ein wenig, macht das beste daraus und hofft, sie bald wieder sehen zu können.
Er macht ihr Komplimente und ja, mittlerweile wissen ja beide, dass da bereits mehr zwischen ihnen ist, als nur Freundschaft. Sie wissen ahnen es, sie spüren es, sie wissen es.

Die beiden verbringen ja wirklich noch wunderschöne restliche Stunden gemeinsam, reden über vieles, beantworten sich gegenseitig Fragen, die bisher immer noch offen waren. :verliebt:
Immer öfter gestehen sie sich gegenseitig ein, wie wohl sie sich in des anderen Gegenwart fühlen. :herz2

Und dann kommt der nächste Morgen; der Tag des Abschieds :weinen2


"Es scheint ihm nichts auszumachen, dass wir uns gleich verabschieden müssen."
Nein Paige, das ist es bestimmt nicht. Er kämpft genau wie du, nur: er ist ein Mann und er versucht alles ein wenig zu überspielen. Im Grunde genommen geht es ihm sicherlich genau so mies wie dir.

Arme Paige... Nun steht sie weinend auf dem Balkon, während Sid seine Habseligkeiten zusammen packt. :weinen3:

Man merkt es Sid richtig an, wie gerne er Paige RICHTIG geküsst hätte, aber das hätte nur alles noch viel schlimmer gemacht!

Immer wieder umarmen sich die beiden, kommen fast nicht voneinander los, was ich nur zu gut verstehen kann.
Und dann ist es wirklich so weit. Der endgültige Abschied für mindestens 4 Monate. Paige sieht Sid ganz klein unten auf der Strasse stehen, während sie vom Balkon aus nach unten blickt. Was er ihr noch zugerufen hatte, konnte sie leider nicht verstehen. Dann ist Sid fort. :weinen1

Das war ein sehr schönes, wenn auch trauriges Kapitel. So ein Abschied ist meistens hart, noch dazu zwischen Liebenden.

Text und Bilder wie immer super :daumenhoch2

Nun bin ich schon tierisch gespannt wie es weiter geht und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung! :hug02

LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Re: Willow Creek - Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 06.05.2018, 21:54

Hallo Astrid, :winken

bevor es mit einem neuen Kapitel weitergeht, erst noch zu Deinem Kommentar, über den ich mich wieder riesig gefreut habe.
:freu2

Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 08:25
Hallo Marga! :winken02 So, endlich kommt mein Kommentar. Sorry, dass es diesmal so lange gedauert hat! :hug02

Ist doch nicht schlimm. Ich komme auch nicht immer gleich dazu. Die Story läuft ja nicht davon und ich freue mich auch noch auf einen späteren Kommentar.
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 08:25
Ohweia, Paige kann sich sich gar nicht mehr über die letzten gemeinsamen Stunden mit Sid freuen, so traurig ist sie, dass er bald wieder fort ist! :weinen1

Der Abschied liegt ihr schwer im Magen, was ja auch verständlich ist. Sie ist schon so lange in Sidney verliebt, der davon nichts geahnt hatte.
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 08:25
Sid fällt es sicherlich auch sehr schwer, aber er überspielt das Ganze ein wenig, macht das beste daraus und hofft, sie bald wieder sehen zu können. Er macht ihr Komplimente und ja, mittlerweile wissen ja beide, dass da bereits mehr zwischen ihnen ist, als nur Freundschaft. Sie wissen ahnen es, sie spüren es, sie wissen es.

Ja, mittlerweile ist es wohl doch offensichtlich, dass sie weitaus mehr füreinander fühlen, als nur Freundschaft.
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 08:25
"Es scheint ihm nichts auszumachen, dass wir uns gleich verabschieden müssen."Nein Paige, das ist es bestimmt nicht. Er kämpft genau wie du, nur: er ist ein Mann und er versucht alles ein wenig zu überspielen. Im Grunde genommen geht es ihm sicherlich genau so mies wie dir.

Das ist richtig, ihm ergeht es nicht anders. Aber, weil er eben auch weiß, dass die Ausbildung einem alles abverlangt, will er, dass sich Paige nur darauf konzentriert. Vielleicht versteht sie es jetzt noch nicht. Aber später wird sie ihm dafür dankbar sein.
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 08:25
Man merkt es Sid richtig an, wie gerne er Paige RICHTIG geküsst hätte, aber das hätte nur alles noch viel schlimmer gemacht!


Beide hätten sich damit verraten und letztendlich gibt es ja keine andere Lösung. Er fliegt zurück nach San Myshuno und sie beginnt ihre mehrmonatige Ausbildung in Quantico.
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 08:25
Immer wieder umarmen sich die beiden, kommen fast nicht voneinander los, was ich nur zu gut verstehen kann. Und dann ist es wirklich so weit. Der endgültige Abschied für mindestens 4 Monate. Paige sieht Sid ganz klein unten auf der Strasse stehen, während sie vom Balkon aus nach unten blickt. Was er ihr noch zugerufen hatte, konnte sie leider nicht verstehen. Dann ist Sid fort. :weinen1


Ja, nein. Das konnte sie nun wirklich nicht verstehen. Ich denke mal, genau aus diesem Grunde hatte ihr Sidney auch hinaufgerufen, dass er sich in sie verliebt hatte. Oder sie gar liebte? So genau weiß man das nicht.
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 08:25
Text und Bilder wie immer super :daumenhoch2


Dankeschön, es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. Nun, was die Bilder betreffen, viel Möglichkeiten hat man leider nicht. Mittlerweile habe ich aber schöne Posen gefunden, die super hierfür gepasst hätten. Na ja, dann beim nächsten Mal.
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 08:25
Nun bin ich schon tierisch gespannt wie es weiter geht und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung! :hug02



Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir wieder gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe Astrid. :hug02


Gleich im Anschluss geht es mit einem neuen Kapitel weiter.


LG Marga

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von cheli24 » 06.05.2018, 22:08

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!



Hallo zusammen, :winken

sorry, wegen der etwas längeren Pause. Ich wusste nicht genau, wo ich das nachfolgende Kapitel angliedern soll, ob jetzt schon oder später. Aber letztendlich kommt es jetzt an dieser Stelle, einen Tag nach Sidney' s Abschied aus New York. Es gilt mehr als Übergang, ist aber für diese Story immens wichtig.

So, dann wünsche ich nun viel Spaß und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.


LG cheli24 (Marga)




Kapitel 27




Schwäche und mentale Stärke



Willow Creek, in der Nacht


Sie saß im Kerzenschein vor ihrem Schminktisch und tupfte etwas Salbe auf ihren Handrücken, die sie vorsichtig auf die schmerzenden Stellen in ihrem Gesicht strich. Sanft umkreisten ihre zitternden Hände die Wangenknochen, ehe sie über den Jochbogen die Stirn erreichten. Der Schmerz, den die Wundsalbe auf ihrem malträtierten Gesicht verursachte, ließ ihr das Wasser in die Augen steigen. Die Frau, die ihr im Spiegel entgegen sah, hatte nichts mit der selbstsicheren Person zu tun, die sie in der Öffentlichkeit stets darzustellen pflegte.

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Dunkle Schatten zeichneten sich unter ihren geröteten Augen ab, die Schürfwunden im Gesicht, die aufgeplatzte Lippe, während der Morgenmantel verdeckte, was niemand sehen durfte. Sie hasste sich einmal mehr für ihre Schwäche. Hasste sich dafür, nicht loslassen zu können und den Schmerz und die Pein immer wieder zu ertragen. Warum zog sie nicht endlich den Schlussstrich unter eine Beziehung, die selbstzerstörender nicht sein konnte? Die nicht nur auf Liebe und Leidenschaft beruhte, sondern ihr immer wieder drastisch vor Augen führte, dass ihr Ehemann ein Psychopath war, der sie zudem schamlos mit jeder Frau betrog, die ihm über den Weg lief und die er haben wollte, der prügelte, um keine Schwäche zugeben zu müssen. Still nahm sie es hin, weil sie ihn trotz alledem liebte, auch wenn die Erkenntnis weh tat, dass sie nicht die Frau war, die er begehrte. Dies schmerzte unendlich.

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Müde schloss sie ihre Augen, die vom vielen Weinen gerötet waren und wie Feuer brannten. Nein, sie wollte nicht daran erinnert werden, wollte vergessen, was sie so sehr schockiert und zutiefst verletzt hatte. Dennoch nagte in ihrem Innern das schlechte Gewissen, das Bewusstsein, Böses zu verschleiern. Wie lange würde sie noch schweigen und darüber hinwegsehen können? Wie lange konnte sie das noch mit ihrem Gewissen und Glauben vereinbaren? Sie war religiös erzogen worden, hatte mit ihren Eltern jeden Sonntag die Kirche besucht. Sie glaubte an das Gute in jedem Menschen. Niemand wurde ihrer Meinung nach bösartig geboren. Aber würde man ihr glauben, wenn sie behaupten würde, all die Jahre nichts bemerkt zu haben? Wenn sich Schutzbefohlene vor ihr kontinuierlich verändert hatten, stiller geworden waren, Essen verweigert und gezittert hatten, wenn er nur in ihre Nähe gekommen war? Tief schluchzte sie auf und wandte sich von ihrem Spiegelbild ab, das ihr eine schwache, von Selbstzweifel gezeichnete Frau zeigte.

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Vielleicht hätte Dorothy Sheffler es weiterhin still hingenommen, wäre gestern nicht überraschend Genie Denson vom Jugendamt erschienen. Sie war der Auslöser gewesen, dass William wieder dermaßen ausgerastet war. Nur widerwillig hatte sie die Rothaarige hereingelassen, als diese vor der Haustür gestanden hatte. Nach einem kurzen Smalltalk hatte sie sich nach den Pflegekindern erkundigt, ehe sie auf Marnie zu sprechen gekommen war. Wie sie denn mit ihr zurechtkämen, ob es irgendwelche Schwierigkeiten gäbe? Sie könne jederzeit zu ihr kommen, wenn es Probleme geben sollte, hatte Genie sie wissen lassen. Danach hatte sie sich mit dem kleinen Mädchen unterhalten. Sie hatte dabei sehr viel Fingerspitzengefühl bewiesen, während die Kleine nur genickt oder den Kopf geschüttelt hatte. Anschließend hatte Dorothy der Jugendamtsleiterin das Zimmer gezeigt, in dem sie Marnie untergebracht hatte. Zufrieden hatte sich Genie gerade verabschieden wollen, als William zur Tür hereingekommen war. Der Blick, den er Dorothy zugeworfen hatte, hatte Bände gesprochen und sie innerlich erzittern lassen. Genie gegenüber hatte er sich freundlich und zuvorkommend verhalten, sie zum Abschied noch zum ihrem Wagen begleitet. Er hatte jedoch nicht lange gezögert, als er wieder hereingekommen war. Der Schlag, als er ausholte, hatte sie rückwärts an die Wand taumeln lassen. Sein hasserfüllter Blick, als er erneut zuschlug, so dass sie zu Boden ging. Der Griff um ihren Hals, die Angst, die sie verspürt hatte, er würde sie erwürgen, ehe er ihr die Kleider vom Leibe gerissen hatte und brutal in sie eingedrungen war. Wimmernd hatte sie sich danach ins Badezimmer verkrochen und unter der Dusche den Ekel und Schmutz abgespült, den William auf ihrem Körper hinterlassen hatte. Kaum, dass sie das Wohnzimmer betreten hatte, war er zu ihr gekommen, um sich bei ihr zu entschuldigen. Hatte sie in den Arm genommen und beteuert, wie leid ihm alles täte. Nur halbherzig hatte sie seine Entschuldigung angenommen und sich wie so viele Male geschworen, ihn das nächste Mal umzubringen, würde er sie noch einmal schlagen. Aber tief in ihrem Inneren wusste sie, dass sie für diesen Schritt zu schwach war. Viel zu schwach.

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Dorothy seufzte tief auf. Es war nicht nur die Schwäche, die sie William gegenüber immer wieder zeigte. Das Problem war sie selbst, ihre Unselbstständigkeit, ihre Unart, sich von ihm abhängig zu machen. Was sollte sie ohne ihn machen? Was war sie ohne ihn? Schon vor der Hochzeit hatte sie sich auf das Leben an seiner Seite gefreut, das Ansehen, das man ihr entgegenbringen und das sie genießen würde, nicht auf Geld achten zu müssen, sich alles leisten zu können, was das Herz begehrte. Ohne William, das wusste sie, war sie ein Niemand, an dem man sich nicht erinnern würde, wäre sie nicht mehr da. Gail hatte mit allem Recht, was sie kürzlich zu ihr gesagt hatte. Dorothy konnte weder selbstständig eine Banküberweisung tätigen, noch eine Steuererklärung eigenhändig ausfüllen. Für Freunde und Bekannte ihres Mannes war sie stets nur die Ehefrau William Sheffler‘ s. Dabei steckte so viel mehr in ihr. Sie hatte seinerzeit Kunstgeschichte und Literatur studiert, wollte später als Bibliothekarin arbeiten. Aber dann war William in ihr Leben getreten. Sohn einer alteingesessen Politikerfamilie aus Louisiana stammend, im Süden der USA. Dort, wo in vielen Gegenden der Ku-Kux-Clan immer noch sehr präsent war, wo Schwarze keine beruflichen Perspektiven hatten, für Kinder kaum Bildungschancen. An der Bar des hiesigen Theaters in Willow Creek waren sie sich zum ersten Male begegnet. Sie hatte mit ihrer Freundin eine Vorstellung besucht und sich in der Pause vergeblich einen Drink an der Bar bestellen wollen. Ob der junge Barkeeper absichtlich immer an ihr vorbeischaut hatte, als sie zaghaft die Hand gehoben hatte, um sich bemerkbar zu machen? Wahrscheinlich wäre sie noch ewig ohne Drink dagestanden, hätte der Mann, der neben ihr gestanden hatte, nicht gefragt, was sie denn trinken wolle? Ein energischer Ruf in Richtung des Barkeepers und eine gerollte 50 Dollar-Note hatte in kurzer Zeit zum Ziel gebracht, was sie etliche Minuten zuvor vergeblich versucht hatte. William hatte sich der Mann ihr vorgestellt und sie hatten noch eine Weile zusammengestanden und sich unterhalten, während ihre Freundin wieder in den Saal zurückgegangen war. Bereits für den nächsten Tag hatten sie sich verabredet und nur drei Monate später hatten sie ihre Verlobung gefeiert.

Dass William jedoch ein Narzisst und zudem rassistisch veranlagt war, hatte sie schon früh in ihrer Beziehung feststellen müssen. Bei einem Restaurantbesuch hatte er auf übelste Art und Weise die junge dunkelhäutige Kellnerin, die sie bedient hatte, beschimpft, als sie versehentlich den falschen Wein gebracht hatte. Dorothy war das Verhalten ihres Verlobten äußerst peinlich gewesen und vergeblich hatte sie versucht, ihn zu besänftigen. Ein paar Tage nach diesem Vorfall hatte sie erfahren, dass man der jungen Frau fristlos gekündigt hatte, nachdem einer der Gäste einen Beschwerdebrief an den Restaurantbesitzer geschrieben hatte. Sie hatte sofort geahnt, dass es William gewesen sein musste und ihn zur Rede gestellt. Dieser hatte jedoch nur desinteressiert mit der Schulter gezuckt. Als Dorothy die Frau jedoch verteidigen wollte, hatte er ihr unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass sie sich gefälligst nicht mit diesem Gesindel abgeben solle. Für Dorothy, deren Vorfahren aus dem Norden stammten und die während des Sezessionskrieges gegen die Konföderierten gekämpft hatten, war es ein Schlag ins Gesicht gewesen. Sie hatte einige farbige Freunde zu ihrem Bekanntenkreis gezählt, sich jedoch schließlich Williams Forderung gebeugt und den Kontakt zu ihnen abgebrochen.

Tränen rannen ihr über die Wangen, während ihr Körper zitterte. Was war nur aus ihren Träumen geworden, all den Plänen, die sie damals hatte? Warum ging sie nicht zurück nach Connecticut, wo ihre Familie immer noch wohnte, ihre beiden Geschwister und deren Kinder? Dort, wo sie sich immer heimisch gefühlt hatte? Aber zu einem solchen Schritt musste sie auch bereit sein und alle darauf folgenden Konsequenzen in Kauf nehmen. Schon oft hatte sie darüber nachgedacht, William zu verlassen und ein neues Leben anzufangen. Aber konnte sie das überhaupt, würde sie ohne ihn zurechtkommen? Gail hatte es doch auch geschafft. Warum nahm sie sie sich nicht als Vorbild? War es die Angst, alleine dazustehen und zu versagen, alltägliche Dinge, die sie nicht meistern könnte? „Ich bin zu schwach. Ich schaffe das einfach nicht“, flüsterte sie ihrem Spiegelbild zu, ehe sie den Turban löste, um ihr langes Haar bürsten zu können. Nachdem sie noch ein wenig Salbe auf ihre geschwollenen Augenlider getupft hatte, stand sie auf, um ins Bett zu gehen.

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Die linke Bettseite war leer. Sie wusste, wo er sich gerade befand. Wie so oft in den Nächten. „William, ich muss Dir endlich Einhalt gebieten. Ich kann doch nicht einfach so zusehen, wie Du immer und immer wieder... bis es noch zu einer Katastrophe kommt. Ich muss es ihr sagen, sie warnen. Sie muss es endlich erfahren. Oh, mein Gott. Was soll ich nur tun?“, sprach sie zu sich selbst. Unruhig wälzte sie sich im Bett hin und her. Es dauerte lange, bis sie endlich in einen traumlosen Schlaf gefallen war.

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***

Zur gleichen Zeit entstieg am Rande des Waldes eine in schwarz gekleidete Gestalt einem Auto. Sie entnahm aus der Tasche, die auf dem Beifahrersitz lag, Kamera und Fernglas und verschloss nach einem kurzen Rundumgang geräuschlos die Wagentür.

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Die Kamera um den Hals, eine Maglite in der rechten und das Fernglas in der linken Tasche ihrer Jacke, schlich die Gestalt in geduckter Haltung auf das Haus zu, das in einigen Hundert Metern Entfernung vor ihr lag. Geschmeidig war der Gang, federnd und lautlos die Schritte, als sie sich dem Anwesen näherte. Rasch versteckte sie sich hinter einem der vielen Bäume, als sie das Haus erreicht hatte und zückte ihre Kamera.

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Klick, klick, klick. Immer wieder durchbrachen die leisen Klicks die nächtliche Stille. Der Mond spendete so viel Licht, dass die Maglite nicht zum Einsatz kommen musste. Die Hausfront war nun vollständig fotografiert, nun ging es an das hintere Gebäude. Aus einem Plan und Google Map hatte sie entnehmen können, dass sich auf der Rückseite des Hauses eine weitere Tür befand.

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Lautlos schlich sie um das Anwesen, immer darauf bedacht, den Bewegungsmeldern auszuweichen. Mittlerweile wusste sie, wo diese stationiert waren. Im Haus brannte kein Licht mehr, was darauf hindeutete, dass die Bewohner zu Bett gegangen waren. Somit konnte sie sich ganz ihrer Tätigkeit widmen, das Anwesen aus allen Winkeln zu fotografieren.

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Seit etwa einer Woche hatte sie auf ihrem Beobachtungsposten gesessen, um Gewohnheiten und Tagesabläufe der Hausbewohner zu studieren. Nach ihren Recherchen hielten sich derzeit drei Kinder in dem Haus auf. Ein Junge und zwei Mädchen, die alle im obersten Stockwerk untergebracht waren. Zwei der Kinder gingen in die Schule, ein anderes musste entweder krank oder anderweitig unpässlich sein, da es sich überwiegend zuhause aufhielt. Der Mann verließ das Haus gegen 8 Uhr, um gegen Abend, meisten zwischen 19 und 20 Uhr wiederzukommen. Bei der Frau jedoch konnte man es nicht so recht einschätzen. Sie ging wohl keiner geregelten Arbeit nach und verbrachte den Tag mehr oder weniger im Haus, wenn sie nicht gerade mit dem Wagen unterwegs war. Die Kinder wurden in der Regel um halb acht von einem Schulbus abgeholt, der sie gegen 16:30 Uhr auch wieder nach Hause brachte. Danach blieben sie im Haus verschwunden.

Vorsichtig stieg die ganz in schwarz gekleidete Person die Stufen zur Terrasse hoch. Sie trat an die Glastür, um hinein spähen zu können. Die Küche im Country-Stil, offen gestaltet, dahinter das Wohnzimmer, erlesene Möbel, wie man erkennen konnte.

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Ihre Aufmerksamkeit wurde plötzlich auf ein schwaches Licht gelenkt, das auf den Rasen schien. Laut dem Plan befanden sich im Keller sechs Räume, drei gingen zur Vorderseite und drei zur Rückseite des Hauses. Schnell zog die dunkle Gestalt ihr Fernglas aus der Jackentasche und hielt es sich vor die Augen, während sie mit der rechten Hand die Sehschärfe einstellte. Ihre Augen mussten sich erst einige Sekunden an das ungewohnte Licht gewöhnen. Sie richtete sich auf und huschte mit den Augen über die Fenster, in denen kein Licht zu sehen war. Geschmeidig wie eine Raubkatze überwand sie mit einem Sprung die Mauer, die nach hinten führte. Wiederholt schaute sie von links nach rechts, von oben nach unten, ehe sie in langen Sätzen über den Rasen rannte.

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Sofort ging sie unterhalb des Fensters in Deckung und schlich langsam an der Fassade entlang, den Blick dabei stets auf den Boden gerichtet, um nicht irgendwo einen Kübel oder ähnliches umzustoßen, dass sie verraten könnte. Sie hatte fast das halbe Anwesen umrundet, als sie plötzlich innehielt. In einer Entfernung von weniger als einem Meter sah sie einen schwachen Lichtschein, der aus einem der Fenster nach draußen drang. Die Gestalt stieg über den kleinen Zaun, der sich vor den Büschen befand und drückte sie zur Seite, um besser sehen zu können.

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Sie bahnte sich den Weg zum Fenster und legte sich sofort flach auf den Boden, um nicht gesehen zu werden. Vorsichtig sah sie mit ihrer Kamera durch das Fenster. Die Tür zu einem der Räume stand offen, das Deckenlicht war eingeschaltet. Sie konnte ein Bett ausmachen, das vor einer Fototapete platziert war, sowie die Eckenkante einer Kommode oder ähnlichem. Mehr war von ihrem Blickwinkel aus nicht zu erkennen.

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Sie robbte sich leise zur anderen Seite, um von dort einsehen zu können. Aber auch von hier aus hatte sie keine bessere Sicht. Was sie jedoch stutzig machte, war die Tapete, die man eher in einem Kinderzimmer vermuten würde. Aber nicht in einem Raum, in dem sich ein Doppelbett befand. Was um Teufel ging hier vor sich? Sie sah sich noch einmal um. Das Fenster war zwar gekippt, aber es drang kein Laut nach draußen.

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Leise hob sie ihre Kamera an und schoss ein paar Bilder des Raumes, ehe sie sich wieder zurück schlich und vor dem Gebüsch verharrte. Sie wusste nicht, wie viel Zeit verstrichen war, als plötzlich eine Gestalt aus dem Zimmer trat, die sofort das Deckenlicht ausschaltete. Sie konnte nicht erkennen, um wen es sich handelte, aber den Umrissen nach zu urteilen, musste es ein Mann sein, groß und kräftig gebaut. Schnell duckte sie sich, als plötzlich ein Strahl aus dem Fenster drang und den Garten ableuchtete. Sie hielt den Atem an. Hatte er sie gehört, vielleicht das Klicken der Kamera? Doch augenblicklich war es dunkel und sie hörte das Herunterdrücken einer Türklinke. Er war gegangen. In einem ersten Impuls wollte sie das gekippte Fenster aufhebeln, entschied sich aber letztendlich dagegen. Immerhin könnte er aus welchen Gründen auch immer, noch einmal zurückkommen.

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Sie hatte dennoch genug Material gesammelt und schlich sich nun ebenso leise wie sie gekommen war, wieder vom Anwesen. Was ist das für ein Zimmer und was hat er da unten um diese Uhrzeit gemacht? Mist, dass ich nicht mehr davon sehen konnte. Aber ich denke, dass ich damit weiterkomme, dachte die Person, während sie sich auf dem Rückweg zu ihrem Wagen befand.

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Kurz darauf wurde ein Motor gestartet und leise entfernte sich der Wagen, während der Fahrer über die nächsten Schritte nachdachte. Irgendetwas ging nicht mit rechten Dingen zu und war wohl nicht für fremde Augen gedacht. Ich werde dahinter kommen, was Du nachts dort treibst, während Deine Frau seelenruhig schläft, dachte die Person grimmig und umklammerte mit festem Griff das Lenkrad.

***

Die Gestalt am Schreibtisch verschloss sorgfältig das unbeschriftete DIN A-4-Kuvert. Lächelnd wog sie es in den Händen und vermerkte in der Datei, die ihr auf dem Monitor entgegenleuchtete:

Nummer 3: weiße Spitzenhandschuhe!

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Nachdem alles abgespeichert war, fuhr sie ihren Laptop herunter und kroch müde ins Bett. Es muss einfach funktionieren, es darf nicht schiefgehen. Tief seufzte sie auf, ehe sie kurze Zeit danach auch schon eingeschlafen war.

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von Simsi68 » 07.05.2018, 15:11

Hallo Marga :winken02

Ohweia, Dorothy Sheffler… Sie ist ja wirklich übelst zugerichtet worden! Du lieber Himmel! :augen: :kopf: Und das von ihrem eigenen Mann! Aber Du hast ja sehr ausführlich beschrieben, was das für ein irrer kranker Typ ist! Da frage ich mich mal wieder wie auch so oft in der Realität: warum läuft so einer noch frei herum??? :kopfschuetteln

Aber Dorothy ist wirklich selber schuld! Dass sie immer noch bei ihm ist, obwohl sie schon sehr häufig so mies behandelt wurde von ihm… Ok, sie will auf das Leben, das sie durch und mit ihm hat, nicht verzichten. Nun, dann muss sie ihn weiterhin ertragen! :durchdrehen

Krass, dass sie sogar wegen William den Kontakt zu ihren farbigen Freunden damals abgebrochen hat, weil er es so wollte! :augen: Dieser William hat Dorothy zu seinem Spielzeug gemacht! :meckern

Sie sollte doch wirklich diesen großen und entscheidenden Schritt machen und William verlassen! Es wäre definitiv besser für sie! Sie würde es mit Sicherheit schaffen! Sie muss nur allen Mut zusammen nehmen! Und es vor allem wirklich WOLLEN! :nicken

Damals als es um Marnie ging hatte ich einen regelrechten Hass auf Dorothy, aber jetzt im Moment tut sie mir leid. :kopf:

Huch, jetzt wird´s spannend! Eine dunkle Gestalt… Wer könnte das nur sein? :confus1 :confus2
Oh Mist… Gerade jetzt ist es zu Ende! Ich bin echt tierisch gespannt, wie es weiter geht, wer die dunkle Gestalt war/ist usw.
Es muss etwas mit den Kindern bei den Sheffler´s auf sich haben. Die Gestalt, so denke ich, möchte um alles in der Welt mehr über die Kinder heraus finden: wie sie untergebracht sind und wie sie behandelt werden usw. usf.

Das war wieder ein sehr spannendes und unterhaltsames Kapitel --> Text super geschrieben – alles in allem – mit tollen vielsagenden Bildern (so gut es eben in Sims 4 möglich ist, was Du aber wirklich super hinbekommen hast :daumenhoch2 ) versehen! :daumenhoch1 Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02
Und jetzt bin ich schon riesig gespannt, wie es weiter geht! :klatschen2

LG Astrid
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