Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

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Re: (WC) Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 06.12.2016, 00:53

Hallo zusammen, :winken

nein, es gibt noch kein neues Kapitel. Es ist zwar geschrieben, aber ich habe noch keine Bilder. Ich komme einfach nicht zum Spielen. Also, Ihr müsst Euch noch ein wenig gedulden. Zunächst aber zu hafuhga' s Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe.



Hallo hafuhga!


hafuhga hat geschrieben:Wow! Was für eine beeindruckender Kapitel! Ich möchte sehr gerne Genies Rolle und Hintergrund-Geschichte war einfach genial! :bravo
Da können die Schefflers gleich einpacken ... obwohl ich genau weiß dass sie eigentlich noch dafür zu viel Zeit haben werden denn mit dem neuen Twist kann noch viel passieren... und wird, mit Sicherheit! :<

Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. Echt, Du hättest gerne Genie' s Rolle? Nun ja, es ist in der Tat nicht einfach mit solchen Kids bzw. Jugendlichen, die nie ein richtiges Elternhaus kennengelernt haben. Es nimmt sehr viel Zeit und Geduld in Anspruch. Es stimmt schon sehr nachdenklich, wenn es für manche Kids nicht selbstverständlich ist, dass z. B. morgens der Frühstückstisch gedeckt ist und sie etwas zu Essen bekommen. Oftmals ist es ja so, dass hier wirklich Sozialarbeiter in die Haushalte kommen, um ihnen in Dingen behilflich zu sein, für die normalerweise Vater oder Mutter zuständig sind. Es sind oftmals zu wenig Souialarbeiter für all die vielen Kinder, die von zuhause aus vernachlässigt werden. Aber schauen wir mal, ob die Sheffler's wirklich einpacken können und was noch so passieren wird.
hafuhga hat geschrieben: :verliebt: Der Dialog der beiden Frauen war einfach toll, auch das Gespräch über Gails Probleme... wobei ich sehr interessant fand dass Gail einverstanden war einem Psycholog zu besuchen... nun denn, sie weiß jetzt dass viel mehr auf dem Spiel steht... und dass sie nicht erwarten kann dass man ihr einem Kind anvertraut wenn sie psychisch instabil erscheint... aber vielleicht möchte sie dass auch andere Gründen machen?

Ich glaube, dass Gail in dem Gespräch mit Genie erkannt hatte, dass sie es wohl ohne professionelle Hilfe nicht schaffen wird. Das dürfte ihr nach diesem misslungenen Ausklang des Abends mit TJ klar geworden sein. Aber sie hat ja schon einmal einen Anfang gemacht, indem sie sich Genie anvertraut hatte. Sie weiß selbst, dass sie sich TJ gegenüber nicht fair verhalten hatte. Zum Einen will sie ihre Situation schon ihm zuliebe ändern und zum anderen natürlich auch wegen Marnie.
hafuhga hat geschrieben:Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt wie es jetzt weiter geht und was alles noch passieren muss bevor Scheffler die Strafe bekommt dass er verdient... und wir erfahren von wem er zugedeckt wird. :tsts:
Ich weiß schon etwa, wie ich die Hintergrundgeschichte darstellen will und hoffe natürlich, die Spannung aufrecht erhalten zu können. Mir macht so etwas sehr viel Spaß, ein wenig Politikum, Crime und was sonst noch so alles dazu gehört. Ich muss gestehen, ich lese in letzter Zeit zu viel von diesem Genre und die Ideen gehen mir da zum Glück nicht aus.

Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe hafuhga.


LG cheli24 (Marga)

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von Simsi68 » 06.12.2016, 08:54

Mist!!! Schon wieder!!! Wo hab ich zur Zeit nur meinen Kopf?!? Bild

Hallo Marga!

Jetzt kommt aber sofort auch hier ein Kommentar von mir:

Also, was soll ich sagen... Das was die beiden jungen Damen da zu bereden hatten, war wirklich sehr tiefsinnig!

Aber jetzt schön der Reihe nach...

Wow, Phoebe ist ja wirklich eine harte Nuss; da braucht Genie viel Geduld, um diese zu knacken! Phoebe ist ja wirklich ganz schön frech! Donnerwetter aber auch! Die junge Dame hat ein ordentlich loses Mundwerk Bild Ok, sie kennt sowas nicht, wie zurecht gewiesen werden etc. wie wir erfahren haben... Das ist ´ne ganz schön hitzige Debatte gewesen! Aber deine Wortwahl war echt klasse Bild

So, und nun wird Gail rein gebeten... Es war wirklich gut, dass sie so schnell einen Termin bei Genie Denson (Denson... So hat doch auch Valerie und ihre Brüder aus Sam´s FS geheißen, ne?! Das ist mir grade so ein- und aufgefallen :D Schade, schade, schade, dass es damit nicht mehr weiter geht Bild) bekommen hat!

Gail will alles über Marnie erfahren, alles was Genie erzählen kann und darf... Natürlich sind ihr dabei auch die Hände gebunden und darf ihr nicht alles erzählen.
Genie weiß also genau auf was es dieser Familie Sheffler ankommt, warum die die Pflegekinder haben möchten, aber ohne definitive Beweise... :confus2 Traurig aber wahr! Ihre Gedanken waren sehr aussagekräftig! Bild

Oh, Genie hat sehr schnell gemerkt, wie es tief drinnen in Gail aussieht, dass sie gewisse Probleme mit sich hat... Und schließlich erzählt Gail über ihre Probleme mit sich bzw. mit Männern, wenn es über eine Freundschaft hinaus gehen sollte oder könnte... Es tut ihr sichtlich gut, mal ihr Herz auszuschütten und darüber zu reden. Und es fällt ihr bei Genie sogar leicht, weil sie nicht mit Fragen bohrt, sondern feinfühlig der Sache auf den Grund geht und vorsichtige Fragen stellt.
Ich hoffe doch, Gail wird sich nun auch auf Genie´s Anraten einer Therapie unterziehen, denn so kann´s doch wirklich nicht weiter gehen. Sie ist jung, hübsch und sollte doch nicht für immer Single bleiben! Aber so - ohne Therapie - wird sich das wohl nie ändern.

Genie setzt nun scheinbar wirklich alle Hebel in Bewegung, als Gail gegangen ist. Sie möchte Beweise finden, um den Sheffler´s einen Strich durch die Rechnung zu machen! Ich hoffe so sehr, sie schafft es!!! Bild

Du meine Güte, wenn man bedenkt: Gail´s Kollegin hat sich damals das Leben genommen, weil sie mit all dem nicht mehr klar gekommen ist. Gail hat grade noch den Absprung in ein neues Leben geschafft und einen Strich gezogen - jedoch mit einem großen Knacks in ihrer Seele!

Das war ein super geschriebenes Kapitel mit tollen vielsagenden Bildern versehen; echt klasse, Marga! Bild Danke dafür :hug02

LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von cheli24 » 03.05.2017, 00:16

Hallo zusammen, :winken

oh je, ist das letzte Kapitel wirklich schon so lange her? Fast ein halbes Jahr? Ich kann es kaum glauben. Aber nach langer Pause geht es hier endlich weiter. Es gab verschiedene Gründe, Urlaub, Zeitmangel, Schreibblockade, Erkältungskrankheiten usw. In der Zeit konnte ich mir Gedanken darüber machen, wie es mit der Story weitergehen soll, in welche Richtung und überhaupt. Sie wird jetzt wohl einen anderen Verlauf nehmen, als ursprünglich geplant. Mehr will ich dazu nicht schreiben, lasst Euch überraschen.

Astrid, ich werde noch auf Deinen letzten Kommentar eingehen, habe es nicht vergessen. :hug02

So, nun wünsche ich Euch aber viel Spaß beim Lesen und bin... ja, ich bin mal gespannt, wie Euch das Kapitel gefällt und was Ihr dazu meint.


LG cheli24 (Marga)




Kapitel 18


Sweet Sixteen




„Sowie es aussieht, ist noch niemand da“, meinte die Blondhaarige, die neben dem Jungen stand und auf die leere Bank deutete.

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„Nun ja, wir sind auch etwas früh. Ich hatte gegen halb elf ausgemacht. Wie spät ist es denn?“, fragte der Junge.

„Gleich 10“, antwortete das Mädchen, das kurz einen Blick auf die Standuhr geworfen hatte, die sich am Eingang des Parks befand.

„Dann haben wir ja noch etwas Zeit“, warf er nickend ein.

„Wie lief es denn zuhause? Was haben Deine Eltern gesagt?“

Der Junge lächelte. „Sie waren überglücklich, dass ich es doch noch geschafft habe. Dank Deiner Hilfe. Ohne Dich wäre ich durchgefallen.“

„Nein, das wärst Du nicht“, schüttelte die Blondine den Kopf. Als er sie verständnislos ansah, grinste sie. „Vorher hätte ich Dich umgebracht. Das war Faulheit, mein Lieber, keine Dummheit. Du kannst, wenn Du willst.“

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„Jaa, ist ja gut. Ich habe es kapiert. Trotzdem Danke.“

„Musst Dich nicht bei mir bedanken. Ich wollte nur nicht ohne Dich aufs College gehen.“

Das blonde Mädchen hatte in den letzten Wochen regelmäßig mit dem Jungen gelernt und gepaukt. Das Problem bestand nicht darin, dass er dumm war. Das war er keinesfalls, aber er war stinkfaul gewesen. Football war ihm wichtiger als die Schule. Immer wieder hatte er betont, Profispieler werden zu wollen. Aber ein Bänderriss im Knie hatte seinen großen Traum vor knapp einem Jahr zerstört.

Als sie in der Ferne die ersten aus ihrer Schule kommen sah, wies das Mädchen auf den Tisch vor ihnen: „Komm‘, setzen wir uns, bevor alle Tische belegt sind.“

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Sie nahmen auf der Bank Platz und schmiedeten derweil ein Paar Pläne für gemeinsame Unternehmungen. „Gehen wir am nächsten Wochenende auf die Kirmes oder hast Du schon etwas anderes vor?“ Fragend sah die Blondine ihn an.

„Wir könnten mit dem Rad hinfahren. Vielleicht am Sonntag? Was hältst Du von der Idee?“

Der Junge musterte die Blondine unauffällig von der Seite. Nie war sie ihm schöner erschienen, als an diesem warmen Junitag. Ihre langen Beine steckten in kurzen Shorts, darüber trug sie ein rückenfreies Oberteil, dessen Ausschnitt ihre vollen Brüste besonders zur Geltung brachten und ihn ein wenig nervös werden ließen. Sie sah älter aus als 16 und war auch schon weiter entwickelt als viele ihrer Altersgenossinnen. Nicht umsonst waren die meisten Jungs verrückt nach ihr, war sie der Männertraum schlechthin. Lange blonde Haare, blaue Augen, sinnliche Lippen, Sommersprossen auf der Nase und eine aufregende Figur mit Kurven an den richtigen Stellen. Schon des Öfteren war sie Bestandteil einer seiner feuchten Jungenträume gewesen, wenn er morgens aufgewacht war.

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Gestern hatten die Sommerferien begonnen und wie die meisten der Jugendlichen waren sie zum Park gefahren, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen. Sich von denen zu verabschieden, die in die Ferien fuhren und mit denjenigen, die zuhause blieben, einige Pläne zu schmieden.

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Noch vor ein paar Wochen hatte es ununterbrochen geregnet und Sturm und Wasser hatten die Pegel erheblich ansteigen lassen. Selbst die Grünanlagen des Stadtparks hatten unter Wasser gestanden. Tagelang waren die Anwohner beschäftigt gewesen, mit Sandsäcke die Dämme vor dem Hochwasser zu sichern. Zwar verfügte Willow Creek über einige Überflutungsbecken, aber sicher waren sich die Stadtoberen nicht gewesen, ob diese den enormen Wassermassen Stand halten konnten. Da jedoch der Dauerregen mit Erreichen des höchsten Pegelstandes plötzlich aufgehört hatte, hatte sich auch das Wasser innerhalb zwei Tagen ans Flussbett zurückgezogen. Als hätte Petrus endlich ein Erbarmen mit den Schulkindern gezeigt, war gestern zum ersten Male die Sonne wieder zum Vorschein gekommen und überstrahlte nun die Stadt mit all ihrer Kraft. Obwohl noch nicht einmal Mittagszeit, kletterte das Barometer unaufhaltsam auf die 30-Grad-Marke zu. Auch für die kommenden Wochen war heißes und trockenes Sommerwetter angekündigt. Beste Voraussetzungen also für sonnige Ferien.

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„Hm“, könnten wir machen. Wir fahren erst in zwei Wochen zu meiner Tante“, antwortete das blondhaarige Mädchen.

Der Unmut in ihrer Stimme war dabei nicht zu überhören gewesen, so dass er mitfühlend fragte: „Bist nicht davon begeistert, hm?“

„Nee, ist doch immer das gleiche. Ich würde viel lieber hier bleiben. Na ja, Du weißt schon…“

Er antwortete ihr nicht, da er genau wusste, was bzw. wer der Grund hierfür war und begeistert war er davon nicht.

„Was macht Ihr denn in den Ferien? Fahrt Ihr weg?“, versuchte sie das Thema zu wechseln.

„Meine Eltern haben jetzt speziell nichts geplant und ich habe ja noch diesen Ferienjob. Zumindest in den nächsten zwei Wochen, werde ich noch etwas lernen. Danach, mal schauen.“

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Seit seinem 12. Lebensjahr trug er regelmäßig die Zeitungen aus, um sich so ein wenig Taschengeld dazu zu verdienen. Es machte ihm Spaß, zumal er auch sehr gerne Fahrrad fuhr und somit immer an der frischen Luft war. Aber nach dem Sommer würde er den Job aufgeben müssen, da er auf eine andere Highschool wechselte, ebenso wie seine beiden besten Freundinnen. Die Jungs auf der Schule sowie auch im Football-Team konnten nicht verstehen, wie man mit zwei Mädchen einfach nur so befreundet sein konnte. „Ey, die hätte ich schon längst flach gelegt, Du bist doch nicht normal“, waren noch die nettesten Kommentare seiner Teamkameraden. Er ahnte, nein er wusste, dass sie ihn hinter vorgehaltener Hand „Softie“ oder „Schwuchtel“, „Hinterlader“ und ähnliches dieser Art nannten. Aber er konnte damit leben, denn zufällig war er auch der beste Quarterback der Schule und das brachte ihm trotz allem Respekt ein, zumindest auf dem Football-Feld.

Als würde sie seine Gedanken lesen können, legte sie die Hand auf seinen Arm. „Du darfst nicht immer alles hinnehmen. Das hast Du doch gar nicht nötig. Johnny ist auf Dich angewiesen. Ohne Dich schafft er doch keine einzigen Yards.“

Überrascht sah er sie an. „Woher weißt…?“

„Wir hatten gestern Training und Eure Ersatzspieler waren auf dem Platz. Johnny hatte sie angeführt. Ich habe mich mit ihm in die Haare bekommen, weil er wieder dummes Zeug gelabert hatte. Ich bin zu ihm hin und habe ihm meine Meinung gesagt.“

„Das solltest Du aber nicht. Er könnte…“, hob er gestikulierend die Arme.

„Was denn, mich schlagen?“ Verächtlich verzog die Blondine ihr Gesicht. „Der Dreckarsch ist doch nur in der Meute so großmäulig. Vor mir hat er jedenfalls nicht das Maul aufbekommen. Ich kann schon auf mich selbst aufpassen und außerdem…“

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Sie brach seufzend ab, als sich ihnen ein Mädchen mit bläulichen Haaren näherte, das unaufgefordert auf der Bank gegenüber Platz nahm. „Na, Ihr Beiden. Wer ist denn noch so da?“

„Falls Du Johnny suchst, der ist schon weg“, meinte der blondhaarige Junge Augenzwinkernd.

Das Mädchen brummte etwas in den Bart, das sich wie „ist mir doch egal“, anhörte. Es war allgemein in der Schule bekannt, dass sie heimlich in ihn verknallt war. Rasch wechselte sie das Thema und wandte sich an die Blondine: „Und fahrt Ihr weg?“

Diese nickte widerwillig. „Ja, in einer Woche.“

„Oh, Du Ärmste. Wie hältst Du es denn ohne Deinen Billy aus?“, säuselte sie. Sie konnte es einfach nicht lassen.

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Die Blondine spürte, wie der Junge neben ihr scharf die Luft einsog und zischte daraufhin: „Erstens ist es nicht mein Billy und zweitens wüsste ich nicht, was Dich das angeht. Kümmere Dich doch einfach mal um Deine eigenen Angelegenheiten. Da hast Du genug zu tun. Ich frage Dich ja auch nicht ständig, was Johnny macht oder binde Dir auf die Nase, wenn er mich mal wieder angebaggert hat.“

Aufgebracht starrte sie an dem blauhaarigen Mädchen vorbei und war dabei bemüht, ihr nicht eine herunterzuhauen. Was konnte sie dazu, wenn Johnny ständig wie ein liebestoller Gockel um sie herumlief? Und es gab niemanden das Recht, sich ein Urteil über Billy zu bilden, ohne ihn richtig zu kennen.

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„Du lügst doch, wenn Du den Mund aufmachst. Du bist doch hinter Johnny her. Billy reicht Dir wohl nicht. Na ja, warum sollte er sich auch mit Dir abgeben, so billig, wie Du Dich immer anziehst. Das Oberteil gab es wohl nicht mehr in Deiner Größe. Dir fallen ja bald die Titten raus“, stichelte sie.

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Doch noch ehe die Blondine etwas darauf erwidern konnte, mischte sich nun der Junge ein. „Mädels, jetzt hört endlich mit Eurem ewigen Gezicke auf. Das ist ja nicht zum Aushalten. Wir haben endlich Ferien, 10 Wochen keine Schule und das Wetter ist super. Lasst‘ es uns ganz einfach genießen. Gebt Euch die Hand und Ruhe ist“, versuchte der blondhaarige Junge zwischen den beiden Mädchen zu vermitteln. Natürlich war es zwecklos, aber der Versuch war es ihm wert.

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In diesem Moment kam ein rothaariges Mädchen auf die Gruppe zu. Fast schon erleichtert atmeten sie auf, als sie eine vertraute Stimme vernahmen. „Hi, Ihr seid ja schon da. Musste erst noch die Fahrradpumpe suchen. Deshalb bin ich bisschen später.“

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Lachend nahm sie auf der Bank Platz „Wie, Ihr zwei. Seid Ihr schon lange da?“

„Nee, vielleicht 10 Minuten oder so“, meinte die Blondine.

„Was ist denn mit Deinem Fahrrad, dass Du ständig die Reifen aufpumpen musst?“, wollte der Junge neugierig wissen.

„Ach, ich habe es Daddy schon ein paarmal gesagt. Aber, wenn er es nicht wieder mal vergessen hat, dann hat er keine Zeit. Ist immer das gleiche.“

„Na, dann komme ich morgen mal rüber und schau mal nach“, bot er sich an.

„Oh, das wäre sehr nett“, antwortete sie.

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Alle Drei wohnten in unmittelbarer Nachbarschaft und besuchten die gleiche Klasse der hiesigen Highschool Willow Creeks. Sie kannten sich schon ein paar Jahre und waren in der Middle School dicke Freunde geworden. Die Freundschaft war jedoch seit einiger Zeit etwas betrübt, seit sich die Blondine mit einem Jungen traf, der fünf Jahre älter war und bereits aufs College ging.

„Wir wollen am Sonntag eine Radtour machen. Bist Du dabei?“

Die Rothaarige fragte vorsichtig: „Kommt Billy mit?“

„Nein, er hat keine Zeit.“

„Das kann ich mir denken. Der ist doch immer irgendwie beschäftigt“, wandte das Mädchen mit den blauen Haaren ein.

Sofort schoss die Blondine giftig zurück: „Hat Dich jemand gefragt? Kümmere Dich um Deine eigenen Sachen und mische Dich nicht ständig in meine Angelegenheiten ein. Ich schmiere Dir ja auch nicht immer aufs Butterbrot, wenn mich Johnny wieder einmal um ein Date gebeten hat.“

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Das Mädchen zuckte zusammen und presste durch die Lippen hervor: „Du falsches Biest“, während die Rothaarige der Blondine einen scharfen Blick zuwarf. „Musste das sein?“

Achselzuckend und ungerührt zog diese ihr Handy aus der Tasche und tippte eine Nachricht hinein, während das Mädchen mit den blauen Haaren wortlos aufstand. An den Jungen gewandt, sagte sie: „Sorry, aber das muss ich mir nicht geben. Schönen Tag noch.“

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„Was?“, fragte die Blondine trotzig, während die Rothaarige nur den Kopf schüttelte.

„Lass‘ Deinen Frust nicht an Abby aus. Sie kann nichts dafür, wenn sich Billy immer wie ein Arschloch verhält. Und das weißt Du auch.“

Die Ansage hatte gesessen. Sie hatte ja Recht, mit dem was sie gesagt hatte. Wie oft hatte Billy sie schon versetzt, Dates einfach grundlos abgesagt oder war erst gar nicht erschienen. Nur mit Mühe konnte sie die Tränen zurückhalten und dabei hatte sie ihrer Freundin doch schon seit Tagen etwas Wichtiges mitzuteilen.


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Nachdenklich saß der braunhaarige Mann auf der Parkbank in San Myshuno und sah dem Wasserspiel zu. Rückblickend hatte jener heiße Junitag nicht ahnen lassen, dass der Sommer solch ein jähes Ende finden würde. Wie oft war er diese Tage in Gedanken durchgegangen, hatte sich immer wieder gefragt, ob es irgendwelche Anzeichen gegeben hatte, ob er irgendetwas hätte machen können.

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Vielleicht, wenn ich ihr gesagt hätte, dass ich mehr für sie empfinde, mehr als nur eine sehr gute Freundin in ihr sehe. Hätte ich ihr sagen sollen, dass ich mich in sie verliebt hatte? Warum habe ich nie den Mut zur Wahrheit gefunden? Aber hätte es etwas geändert, hätte sie mich je wahrgenommen? Er seufzte tief. Das Telefonat vor ein paar Tagen hatte wieder alles hochgebracht, als würde all dies nicht schon sechzehn Jahre zurückliegen. Sechzehn lange Jahre ohne Antworten auf seine Fragen. Schwerfällig wie ein alter Mann erhob er sich, um einige Schritte zu laufen. Er liebte den Park in San Myshuno, der ihn an früher erinnerte… an seine Jugendzeit in Willow Creek. An eine unbeschwerte Jugend, einen Sommer, den er nie vergessen würde. Nachdenklich blieb er stehen und schaute auf den See, der sich vor ihm erstreckte.

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Äußerlich hatte er sich sehr verändert. Knapp zwanzig Kilogramm hatte er seit damals abgespeckt und mittlerweile trug er auch wieder seine natürliche Haarfarbe. Aufgrund einer verlorenen Wette hatte er sie einst blond färben lassen. Ja, er hatte durchaus etwas aus seinem Leben gemacht. Bis vor einem Jahr war er noch der jüngste Chief des Police Departements San Myshunos gewesen, der rund 25 Männer und Frauen unter sich gehabt hatte. Hätte ihn eine Schussverletzung bei einer Festnahme nicht längere Zeit außer Gefecht gesetzt, so wäre er wohl immer noch Dienststellenleiter. Aber während seiner Reha hatte er viele Fachbücher gelesen und sich mit der Psyche des Menschen auseinandergesetzt. Lange und ausgiebig hatte er über seine Zukunft nachgedacht, sein bisheriges Leben Revue passieren lassen. Trotz einiger Frauenbekanntschaften war er immer noch Single, was in erster Linie an seinem harten und auch gefährlichen Job gelegen hatte. Dies konnte und wollte er keiner Frau an seiner Seite zumuten. Aber irgendwann wollte er eine eigene Familie haben, eine liebe Frau, die mit ihm durch Dick und Dünn gehen würde. Nach seiner Reha hatte er sich beim FBI beworben und arbeitete seit einem halben Jahr als Profiler. Er besaß eine schnelle Auffassungsgabe und einen messerscharfen Verstand.

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Er hatte sich die Entscheidung nicht einfach gemacht und war nach einigem Zögern schließlich zum Entschluss gekommen, nach Willow Creek zu fahren und seiner besten Freundin zu helfen. Er würde sie nicht damit alleine lassen. Doch zuvor musste er noch einiges in New York erledigen. Morgen würde es losgehen, die Akten hatte er ordentlich in einer Tasche verstaut. Er war gewillt herauszufinden, was damals passiert war, was die ganze Stadt entsetzt und gelähmt hatte.


Kapitel 19 folgt...

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von Simsi68 » 22.05.2017, 08:22

Hallo Marga! :winken02

Endlich kommt nun mein Kommentar zu diesem Kapitel... :kaffe2

Aber hm... Ich fand die Jugendlichen wirklich cool, nur weiß ich sie leider nicht einzuordnen :kopfschuetteln
Die Blondine hat meines Erachtens Ähnlichkeit mit Gail, aber... Ich weiß diese Jugendlichen beim besten Willen nicht einzuordnen :confus2
Liegt das jetzt an mir? Steh ich auf der Leitung? :confus3 Oder machst du es mal wieder spannend? :bussi2

Aber wie viele Jugendliche gibt´s natürlich Gezanke und Gezicke zwischen ihnen :lol:

Und worüber ich mir NOCH den Kopf zerbrochen habe: WER ist dieser gutaussehende junge Mann am Ende des Kapitels? :confus2 :confus3
Kennen wir ihn? :confus1 Ich habe nochmal am Anfang der Story nachgeschaut, ob es einer der jungen Männer der Band gewesen sein könnte, hab aber keine Ähnlichkeit festgestellt :confus3

Jetzt bin ich wirklich tierisch gespannt auf das nächste Kapitel, wie es nun weiter geht! :hug02

Das Kapitel war super geschrieben, die Bilder wieder 1a!!! :< :< :<


PS: Wenn´s ok ist werde ich im "Sims4ever" nicht mehr kommentieren. Ich lese zwar nochmal mit und klicke auch "Danke", aber ich denke, es ist besser, wenn ich nicht kommentiere, denn dann müsste ich auch meinen Senf - oder meine Meinung - zu einem der Kommentare auf dein 1. Kapitel geben und ich denke, der würde nicht grade freundlich ausfallen, wenn du verstehst was ich meine...
Schon mal die Fragen vorneweg... Warum kann sie nicht einfach mitlesen und abwarten?
Dann das hier:
also falls das ne Story ist, muss ich sagen dass mich das erste Kapitel nicht unbedingt neugierig auf mehr macht weil es irgendwie nur so eine Vorstellung vom Haus ist und das für mich irgendwie nicht so wichtig in einer Story ist, sowas würde ich eher bei na Challenge oder einer Nachbarschaftsdoku machen D: ABER das ist natürlich Geschmackssache xDD
Genau! Geschmackssache! Und ich find die Geschichte bisher wirklich KLASSE!!! :< :< :< :hug02

LG Astrid
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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von cheli24 » 05.06.2017, 11:01

Hallo Astrid, :winken

so erst noch der Kommentar, bovor ich zum anderen kommen werde.

Simsi68 hat geschrieben:Wow, Phoebe ist ja wirklich eine harte Nuss; da braucht Genie viel Geduld, um diese zu knacken! Phoebe ist ja wirklich ganz schön frech! Donnerwetter aber auch! Die junge Dame hat ein ordentlich loses Mundwerk Bild Ok, sie kennt sowas nicht, wie zurecht gewiesen werden etc. wie wir erfahren haben... Das ist ´ne ganz schön hitzige Debatte gewesen! Aber deine Wortwahl war echt klasse Bild
Ja, das ist richtig. Aber Du weißt ja, dass mir Dialoge schreiben sehr viel Spaß macht. Ich sehe das immer mit ein wenig gemischten Gefühlen, wenn ich so etwas schreibe. Kein Kind wird so geboren, oftmals sind es das familiäre Umfeld oder schlechter Umgang, dass sie so werden lässt. Dir ist ja bekannt, dass ich sehr viel lese, bevorzugt Psycho/Polit-Thriller und Du glaubst nicht, was da manchmal so geschrieben wird. Sicher, Sex und Crime gehören zu diesem Genre wie das Salz zum Pfeffer, aber falls es wirklich zu so etwas kommen sollte, dann werde ich es nur am Rande erwähnen oder durch die Blume. Phoebe gehört aber so in ihrer ganzen Art zum bevorzugten Beuteschema irgendwelcher Zuhälter, Pädophiler oder Sadisten. Minderjährig, frühreif, freches Mundwerk, gute Figur, schlechtes Elternhaus, sie hat schon als Kind viel miterleben müssen, weiß somit, wie man sich durchschlägt. Und mal ganz ehrlich, was will ein Mann, der auf die 40 zugeht, zudem wegen verbotener Prostitution und Mädchenhandel vorbestraft ist, wohl von einer 15-jährigen? Genie hat es täglich mit solchen Jugendlichen zu tun und dass ihre Alarmglocken da schrill läuten, dürfte klar sein. Sie will Phoebe wieder den rechten Weg weisen. Aber ob es ihr am Ende gelingen wird, so verkorkst wie die Kleine jetzt schon ist, schauen wir mal. Aber Phoebe ist eigentlich kein Bestandteil dieser Story, vielleicht fällt mir da aber noch etwas pannendes ein. Wir werden sehen.
Simsi68 hat geschrieben:So, und nun wird Gail rein gebeten... Es war wirklich gut, dass sie so schnell einen Termin bei Genie Denson (Denson... So hat doch auch Valerie und ihre Brüder aus Sam´s FS geheißen, ne?! Das ist mir grade so ein- und aufgefallen :D Schade, schade, schade, dass es damit nicht mehr weiter geht Bild) bekommen hat!


Jetzt, wo Du es sagst. Richtig, die hießen ja auch so. Ist mir beim Schreiben gar nicht aufgefallen. Ja, mir fehlen sie auch. Ich hätte so gerne gewusst, wie es weitergeht. Schade irgendwie. Ich meine, man sollte die Hoffnung zwar nie aufgeben, aber ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sie den Weg noch einmal hierher finden wird.
Simsi68 hat geschrieben:Gail will alles über Marnie erfahren, alles was Genie erzählen kann und darf... Natürlich sind ihr dabei auch die Hände gebunden und darf ihr nicht alles erzählen.
Nein, das darf sie nicht. Sie ist eine Amtsperson und muss sich somit auch an die Gesetzte halten, wie z. B. Datenschutz usw.
Simsi68 hat geschrieben:Genie weiß also genau auf was es dieser Familie Sheffler ankommt, warum die die Pflegekinder haben möchten, aber ohne definitive Beweise... :confus2 Traurig aber wahr! Ihre Gedanken waren sehr aussagekräftig! Bild

Das ist richtig. Aber Gail weiß ja nicht, dass Genie William Sheffler von früher kennt. Unbewusst hat sie Genie damit in die Karten gespielt, als sie diese Stipendien erwähnt hatte, die zum Teil aus der Staatskasse und auch durch Spendengelder finanziert werden. Genie kann aber erst dann etwas unternehmen, wenn sie stichhaltige Beweise auf der Hand hat. Wie z. B. Kontoauszüge die belegen würden, dass Gelder auf das Konto der Sheffler geflossen sind oder Aussagen der damals betroffenen Pflegekinder. Nur aus einem Verdacht heraus sich mit den Shefflers anzulegen, die auch noch Personen des öffentlichen Lebens sind, ist ein sehr großes Risiko und könnte sie u. U. ihren Job kosten.

Simsi68 hat geschrieben:Oh, Genie hat sehr schnell gemerkt, wie es tief drinnen in Gail aussieht, dass sie gewisse Probleme mit sich hat... Und schließlich erzählt Gail über ihre Probleme mit sich bzw. mit Männern, wenn es über eine Freundschaft hinaus gehen sollte oder könnte... Es tut ihr sichtlich gut, mal ihr Herz auszuschütten und darüber zu reden. Und es fällt ihr bei Genie sogar leicht, weil sie nicht mit Fragen bohrt, sondern feinfühlig der Sache auf den Grund geht und vorsichtige Fragen stellt.
Ja, vor Genie kann sich Gail nicht verstellen. Sie hat eine Antenne für so etwas. Das mit der Kinesik habe ich übrigens aus einem Buch, das ich gelesen hatte. Ich denke, wenn jemand dieses Einmaleins dieser speziellen Körpersprache beherrscht, dann braucht es keinen Lügendetektor mehr. Genie hatte Gail erst einmal erzählen lassen und sich dann langsam vorgetastet.
Simsi68 hat geschrieben:Ich hoffe doch, Gail wird sich nun auch auf Genie´s Anraten einer Therapie unterziehen, denn so kann´s doch wirklich nicht weiter gehen. Sie ist jung, hübsch und sollte doch nicht für immer Single bleiben! Aber so - ohne Therapie - wird sich das wohl nie ändern.

Ja, aber vergiss' nicht, Gail ist auch ein Vergewaltigungsopfer. Ihre Bosse hatten ihr damals nicht geglaubt, sie sogar als die treibende Kraft gesehen. Selbst, wenn sie ihren Peiniger angezeigt hätte, dann hätte Aussage gegen Aussage gestanden. Den Bossen waren die geschäftlichen Belange wichtiger, als das, was man ihren weiblichen Mitarbeitern angetan hatte. Immerhin hatte sich eine Ex-Kollegin deshalb das Leben genommen, weil sie nicht die Kraft hatte, vor Gericht das ganze Märtyrium noch einmal durchleben zu müssen. Und ohne irgendeine Stütze aus den eigenen Reihen, wäre es von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen. Gail macht sich deshalb große Vorwürfe, den Freitod ihrer einstigen Kollegin mitverschuldet zu haben, weil sie zu feige gewesen war, vor Gericht für sie auszusagen. Mal abgesehen davon, jeder weiß doch, wie die Gerichte so etwas verhandeln und was die Frauen dort noch einmal alles miterleben müssen, vor allem, wenn sie von den Verteidigern in die Mangel genommen werden. So oder so hätte Gail keine Chance gehabt und auch nicht die Kraft dazu. Ob man mehr von damals erfährt, lasse ich mir im Verlaufe der Geschichte noch offen.

Simsi68 hat geschrieben:Genie setzt nun scheinbar wirklich alle Hebel in Bewegung, als Gail gegangen ist. Sie möchte Beweise finden, um den Sheffler´s einen Strich durch die Rechnung zu machen! Ich hoffe so sehr, sie schafft es!!! Bild

Es wird zwar viel Arbeit auf sie zukommen, aber "Geht nicht", gibt es nicht in ihrem Wortschatz. Sie ist in dieser Hinsicht sehr ehrgeizig und zieht durch, was sie einmal angefangen hat, ohne wenn und aber. So schnell gibt sie nicht auf. Außerdem hat sie auch noch so einige Kontakte.

Simsi68 hat geschrieben:Du meine Güte, wenn man bedenkt: Gail´s Kollegin hat sich damals das Leben genommen, weil sie mit all dem nicht mehr klar gekommen ist. Gail hat grade noch den Absprung in ein neues Leben geschafft und einen Strich gezogen - jedoch mit einem großen Knacks in ihrer Seele!

Ja, das ist wahr. Sie muss sich von ihren Schuldgefühlen freisprechen. Doch so einfach ist das nicht. Eine Therapie könnte da sicherlich hilfreich sein. Aber ob es immer das Wahre ist? Ich sehe solche Therapien eher mit gemischten Gefühlen, kenne das auch aus dem Familienkreis. Meine Cousine ist schon seit einigen Jahren in Therapie. In erster Linie muss man es auch selbst wollen.

Simsi68 hat geschrieben:Das war ein super geschriebenes Kapitel mit tollen vielsagenden Bildern versehen; echt klasse, Marga! Bild Danke dafür :hug02
Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat, sowie mich Dein ganzer Kommentar sehr gefreut hatte, liebe Astrid. :hug02

Wann das nächste Kapitel kommt, weiß ich noch nicht so genau. Geschrieben ist es zwar, auch die Bilder sind schon fertig, aber es kommt auf den weiteren Verlauf der Geschichte an. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Ich schreibe ja verschiedene Parts diverser Charas, die irgendwann zu einem Ganzen zusammenführen werden, ähnlich wie bei "Schatten der Vergangenheit". Ich will jetzt auch nicht zu viel verraten, aber die Logik muss einigermaßen stimmen. Nur mal als Beispiel: Ich hatte im Prolog geschrieben, dass Gail mit 16 Jahren nach New York gegangen ist. Wie wir aber auch wissen, hat sie als Studentin eine Zeitlang bei TJ's Tante im Haus gewohnt. Ja, Logikfehler. Bild Ich werde das jetzt aber nicht abändern, sondern werde in einem späteren Kapitel erklären, warum sie einige Zeit in Willow Creek verbracht hatte. Desweiteren stand im Prolog, Gail würde in Kürze 26 werden. Jetzt musste ich sie aber ein Jahr jünger machen, da sonst die Chronologie nicht mehr stimmt. William Sheffler hatte ich erwähnt, wäre 3 Jahre älter als Genie. Nee, aus 3 wurden 5 Jahre, da er schon auf der Uni war, als das damals passiert ist. Bild Weißt Du, auf was ich hinaus will, Astrid? Wenn ich es gepostet habe, dann ist es weg, mit allen Denk- und Logikfehlern, die passieren können. Also, muss es einigermaßen durchdacht sein und daran scheitert es momentan mit dem nächsten Kapitel. Könnte aber auch sein, dass es gar niemanden auffällt. Aber es reicht, wenn ich es weiß und das ärgert mich dann wieder. Bild

So und nachher beantworte ich noch Deinen neuen Kommentar, ehe es dann evtl. mit einem neuen Kapiitel weitergeht. Bild

LG Marga

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von cheli24 » 06.06.2017, 09:20

Hallo Astrid, :winken

so, jetzt hier noch der Kommentar.
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Simsi68 hat geschrieben:Hallo Marga! :winken02 Aber hm... Ich fand die Jugendlichen wirklich cool, nur weiß ich sie leider nicht einzuordnen :kopfschuetteln



Jaaa, ist vielleicht nicht so einfach. Ich kenne die Geschichte und kann nicht davon ausgehen, dass jeder gleich weiß, wer die Personen sind und von wem/was ich gerade schreibe. Das geht mir bei Büchern genauso, nur habe ich da keine Bilder dazu. Bild
Simsi68 hat geschrieben:Die Blondine hat meines Erachtens Ähnlichkeit mit Gail, aber... Ich weiß diese Jugendlichen beim besten Willen nicht einzuordnen :confus2 Liegt das jetzt an mir? Steh ich auf der Leitung? :confus3 Oder machst du es mal wieder spannend? :bussi2


Gail hat grüne Augen, die Blondine blaue. Bild Es war natürlich schon Absicht gewesen, nur die Blonde von vorne zu zeigen. Zumindest eine Person kennst Du bereits. Bild Aber lass' Dich überraschen.
Simsi68 hat geschrieben:Aber wie viele Jugendliche gibt´s natürlich Gezanke und Gezicke zwischen ihnen :lol:
Ja und vor allem, wenn Mädels dabei sind, wobei der Junge ja noch schlichten wollte. Bild
Simsi68 hat geschrieben:Und worüber ich mir NOCH den Kopf zerbrochen habe: WER ist dieser gutaussehende junge Mann am Ende des Kapitels? :confus2 :confus3 Kennen wir ihn? :confus1 Ich habe nochmal am Anfang der Story nachgeschaut, ob es einer der jungen Männer der Band gewesen sein könnte, hab aber keine Ähnlichkeit festgestellt :confus3

Eines kann ich vorweg nehmen, es ist kein Band-Mitglied. Aber in einem der nächsten Kapitel wirst Du es erfahren.
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Simsi68 hat geschrieben:Jetzt bin ich wirklich tierisch gespannt auf das nächste Kapitel, wie es nun weiter geht! :hug02

Also, der erste Teil dazu ist fertig. Eigentlich gehört der nächste Teil auch noch dazu, aber da habe ich noch keine Bilder. Vielleicht poste ich jetzt auch nur mal den 1. Teil. Mal sehen.
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Simsi68 hat geschrieben:Das Kapitel war super geschrieben, die Bilder wieder 1a!!! :< :< :<

Es freut mich, dass es Dir gefallen hat, liebe Astrid.
:hug02

Simsi68 hat geschrieben:PS: Wenn´s ok ist werde ich im "Sims4ever" nicht mehr kommentieren. Ich lese zwar nochmal mit und klicke auch "Danke", aber ich denke, es ist besser, wenn ich nicht kommentiere, denn dann müsste ich auch meinen Senf - oder meine Meinung - zu einem der Kommentare auf dein 1. Kapitel geben und ich denke, der würde nicht grade freundlich ausfallen, wenn du verstehst was ich meine...
Schon mal die Fragen vorneweg... Warum kann sie nicht einfach mitlesen und abwarten?
Dann das hier:
also falls das ne Story ist, muss ich sagen dass mich das erste Kapitel nicht unbedingt neugierig auf mehr macht weil es irgendwie nur so eine Vorstellung vom Haus ist und das für mich irgendwie nicht so wichtig in einer Story ist, sowas würde ich eher bei na Challenge oder einer Nachbarschaftsdoku machen D: ABER das ist natürlich Geschmackssache xDD
Simsi68 hat geschrieben:Genau! Geschmackssache! Und ich find die Geschichte bisher wirklich KLASSE!!! :< :< :< :hug02

Nee, das hatte ich ja auch geschrieben, dass Du dort nicht kommentieren musst. Es freut mich, wenn Du nochmals mitliest und mir einen Danke-Klick hinterlässt. :hug02 Na ja, hast Du meinen Kommentar dazu gelesen? Was soll ich dazu auch noch schreiben? Ich kann mir nicht anhand eines einzigen Kapitels ein Bild über eine Story machen. Wenn das so wäre, dann hätte ich unzählige ungelesene Bücher zuhause. Bild Manche kommen schnell in Gang und bei anderen dauert es und es zieht sich in die Länge. Und ich denke schon, dass auch die Einrichtung eines Hauses/Wohnung zu einer Fotostory dazu gehört. Ich schreibe ja kein Buch, da muss man das nicht unbedingt machen. Aber als Leser eines Buches möchte ich mir auch Gedanken darüber machen, wie z. B. das Haus aussieht, die Gegend überhaupt und das kann ich nur, wenn ein Autor darüber schreibt. Ich liebe es z. B. Bücher zu lesen, die in Gegenden spielen, in denen ich schon einmal war. Bild Kürzlich auch in einem Buch, als die Protagonisten über die Künstenlandschaft zwischen Carmel und Monterey und den berühmten 17-Mile-Drive in Kalifornien befuhr. Das ist eine traumhafte Gegend und dahinter der Pazifik gelegen. Wenn ich so etwas dann lese, dann würde ich sofort die Koffer packen und weg. Carmel sagt Dir vielleicht etwas, Clint Eastwood war dort einige Jahre Bürgermeister. Bild

Vielen Dank für Deinen Kommentar, Dein Lob und die lieben Worte, über die ich mich wieder sehr gefreut habe, liebe Astrid. :hug02

LG Marga

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von cheli24 » 26.08.2017, 15:50

Hallo zusammen, :winken

ich weiß, jetzt ist es fast schon ein viertel Jahr her, seit ich hier das letzte Mal etwas gepostet hatte. Im Nachhinein gesehen wäre es vielleicht doch besser gewesen, keine Geschichten mehr zu schreiben. Es tut mir Leid, dass hier immer wieder aus Zeitgründen solche großen Pausen entstehen. Wahrscheinlich hätte ich zuerst die Geschichte fertig schreiben sollen, bevor ich sie poste. Nun ja, kann man jetzt leider nicht mehr ändern.

Ich war mir nicht ganz im Klaren, welchen Verlauf die Story nehmen soll, hatte hin- und her überlegt, mir vieles in meinen Gedanken abgespielt. Ich hatte zu viele Ideen, die sich aber nicht alle in Bildern umsetzen lassen. Den Hauptteil der Story sollten eigentlich Gail und TJ bilden, aber im Grunde genommen nur Gail, da ich aus ihrer Sicht schreiben wollte. Da dies jetzt aber fast wieder einen Seifenoper-Charakter hat - ähnlich wie in meiner Sims3-Story - damit hatte selbst ich nicht gerechnet. Im Laufe der Story werden also noch einige Charas dazu kommen, auch mit deren Geschichten, die aber mehr oder weniger miteinander verknüpft sein werden. Möglicherweise wird es auch ein Spinn-off geben, aber das lasse ich mir noch offen, kommt auch darauf an, wie diese Charas ankommen. Ich werde vor jedem Cut, d. h. wenn ich zu einem anderen Chara wechsle, die jeweiligen Städte dazu schreiben. Spielen werde ich in Willow Creek, Newcrest, San Myshuno und Windenburg. Die Szenen für New York bzw. Manhattan werde ich in San Myshuno spielen, da es die einzige Stadt mit Großstadt-Flair ist.

Ich habe also in den letzten Wochen viel Zeit mit dieser Story verbracht, vor allen Dingen mit den Häusern und Einrichtungen. Ich werde bei jedem neuen Haus kurz anmerken, ob es selbst gebaut oder ein Download ist. Zum größten Teil habe ich aber meine Häuser selbst gebaut. Viel Zeit ging auch für das Erstellen neuer Sims drauf, sowie das Einkleiden usw. Bilder dazu findet man in meiner Ruprik "cheli's Plauderstunde" hier im Form. Dort poste ich meine Häuser, schildere Erfolge und Missgeschicke, wenn mal wieder etwas nicht so laufen soll, wie ich mir das vorgestellt habe.

Aléz hopp, lange Rede, kurzer Sinn. Ich wünsche nun viel Spaß mit dem neuen Kapitel. ;)


LG cheli24 (Marga)



Kapitel 19


Eine nicht alltägliche Chance


Nachdem TJ am späten Mittwochabend nach Hause gekommen war, hatte sich eine Nachricht James Heatleys auf seinem Anrufbeantworter befunden. Er müsse etwas Dringendes mit ihm besprechen, ob er denn um 11 Uhr zu ihm ins Büro kommen könne? TJ war das gelegen gekommen, da er am Donnerstagnachmittag einen Termin mit einer Nachwuchsband hatte, die ihm kürzlich ein Demo-Band geschickt hatte. Kurzerhand hatte er ihn gleich am frühen Morgen zurückgerufen und den Termin bestätigt.

Auf der Fahrt ins Studio hatte sich TJ den Kopf zermartert, was James wohl von ihm wollen könnte. Das Meeting, an dem er teilgenommen hatte, war erfolgreich verlaufen. Aber das hatte er ihm schon per Mail mitgeteilt und James hatte nichts erwähnt wegen eines dringenden Gesprächs. Nun ja, ich werde es ja gleich erfahren, dachte er, während er zur Treppe hinauf ging, nachdem er angekommen war und seinen Wagen geparkt hatte. Er blieb kurz vor James Tür stehen, ehe er anklopfte. Nach einem kurzen „Herein“ drückte er die Klinke herunter und trat ein. Die beiden Männer umarmten sich zur Begrüßung, ehe TJ dem Älteren einen kurzen Bericht des Meetings gab. James nickte hin und wieder oder machte sich einige Notizen, unterbrach den Jüngeren aber kein einziges Mal.

Schließlich sagte er, nachdem TJ geendet hatte und sie sich gegenüber saßen: „Das hört sich gut an. Ich hatte schon länger darüber nachgedacht, ob wir nicht diesen Markt ausweiten sollten. Deshalb wollte ich auch, dass Du an diesem Treffen teilnimmst. Es könnte uns einige neue Möglichkeiten eröffnen. Ich würde diesbezüglich auch gerne Arthur mit ins Boot holen. Er hat die nötigen Kontakte und ist ein alter Hase im Musikgeschäft. Aber das möchte ich gerne mit Dir besprechen. Aus dem Grund habe ich Dich auch her gebeten.“

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TJ schaute, hellhörig geworden, sein Gegenüber an und ein leichtes Unbehagen breitete sich in ihm aus. Ihm war bekannt, dass Arthur McKinley in erster Linie in der Countryszene beheimatet und kein Freund der hiesigen Rockmusik war. Sie hatten sich auch eingehend darüber in einem längeren Gespräch unterhalten.

Etwas irritiert fragte er daraufhin auch: „Arthur? Etwa Arthur McKinley?“

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Als James nickte, entstand eine kurze Pause, ehe TJ zögernd fortfuhr: „Ich weiß ja, dass Country und Blues Deine heimliche Leidenschaft ist. Aber was ist dann mit unserer Musik? Mr. McKinley hat mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass er die Rocksparte nicht unterstützen möchte. Also, falls Du mehr darüber weißt, dann solltest Du es mir sagen. Und ich hätte mir ehrlich gesagt auch gewünscht, ich hätte vorher darüber Bescheid gewusst, James.“

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James. Er hatte den Älteren James genannt. Das tat er sonst nie. Die beiden Männer verstanden sich trotz des Altersunterschieds sehr gut und waren schon nach kurzer Zeit ins das vertraute „Du“ übergegangen. Abrupt hatte sich TJ nach seinen Worten erhoben und dabei den leisen Vorwurf in seiner Stimme nicht verhindern können. Er fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen. Das zeigte James Heatley, dass er die nächsten Worte sorgsam wählen musste.

Er atmete kurz ein, ehe er sagte: „TJ, deshalb habe ich Dich auch hierher gebeten. Eines musst Du mir glauben. Ich hatte nicht vor, irgendetwas ohne Dich zu entscheiden oder über Deinen Kopf hinweg. Arthur ist mir da leider zuvor gekommen.“

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„Dann stimmt es also, was er gesagt hat. Du willst in sein Label mit einsteigen. Dann ist für mich hier also kein Platz mehr“, presste er enttäuscht hervor.

Heftig schüttelte James den Kopf. „Nein, TJ. Das hast Du völlig falsch verstanden. Lass‘ mich Dir erklären und setz‘ Dich bitte wieder." Als TJ keine Anstalten machte, der Aufforderung James nachzukommen, forderte dieser ihn nun mit Nachdruck auf. „Bitte, setz‘ Dich, TJ und hör‘ mir zu, was ich Dir zu sagen habe.“

„Nun gut, also was ist los?“, schlug TJ einen versöhnlicheren Ton ein und versuchte sich in einem kleinen Lächeln, während er wieder auf seinem Stuhl Platz nahm.

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James knetete etwas nervös seine Finger, ehe er schließlich begann. „TJ, zunächst einmal bin ich sehr froh, dass Du hier bei uns bist. Und das meine ich ehrlich, so gut musst Du mich mittlerweile kennen. Ich wünschte, mein Sohn wäre wie Du. Aber Du weißt ja, dass er so gar nichts mit Musik am Hut hat.“

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TJ nickte, denn James hatte ihm einmal anvertraut, dass sein Sohn Adam als Forscher in der Chemiebranche tätig war. Schon früh hatte James seinen Traum begraben müssen, Adam würde irgendwann in seine Fußstapfen treten. James räusperte sich, ehe er fortfuhr: „Als mein Bruder mir damals mitgeteilt hatte, der besseren Perspektive wegen, nach London gehen zu wollen, hatte ich mich fast schon damit abgefunden, alleine dieses Label zu betreiben. Deine Bewerbung war der reinste Glücksfall für uns, TJ.“

James und Derrik Heatley hatten zwar den gleichen Vater, aber andere Mütter. Die Ehe seiner Eltern wurde geschieden, da war James bereits auf der Uni. Sein Vater heiratete kurz darauf Derrik' s Mutter, die schwanger mit ihm gewesen war. Trotz aller familiärer Umstände hatte sein Vater dafür gesorgt, dass sich die Halbbrüder nicht aus den Augen verlieren und regelmäßig sahen. Die beiden hatten ein gutes Verhältnis und auch, wenn Derrik mittlerweile in London lebte, hielten sie auch weiterhin den Kontakt.

„Nun gut“, fuhr James fort. „Du hast Dich schon nach kurzer Zeit unentbehrlich gemacht, TJ. Du bist sehr kompetent und hast ein sehr gutes Verhandlungsgeschick. Dank Dir haben wir in kürzester Zeit einige sehr hoffnungsvolle Talente unter Vertrag nehmen können und darüber bin ich sehr glücklich.“

Etwas verlegen winkte TJ ab, dem Jimmy‘ s Lob ein bisschen unangenehm war. Er zählte nicht zu denjenigen, die sich gerne in dem Vordergrund drängten oder im Mittelpunkt stehen wollten. „Ich liebe meinen Job und versuche immer, mein Bestes zu geben, Jimmy. Aber ohne Dich wäre ich nicht so weit gekommen. Du und Deine Connection haben mir viele Türen geöffnet.“

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James lächelte. „Vielen Dank für Dein Vertrauen, TJ. Aber ich weiß auch, was ich an Dir habe. Nun gut, auf was ich hinaus will. Du weißt ja, dass ich langsam auf die 60 zugehe und Derrik nicht mehr zurückkommen und in London bleiben wird.“ TJ nickte, schon oft hatten sie sich darüber unterhalten. James hatte ihm damals strahlend mitgeteilt, in Kürze Onkel zu werden.

„Ja, das hast Du“, nickte ihm TJ zu.

„Aus diesem Grund würde ich gerne etwas kürzer treten und möchte deshalb auch einige Resorts neu strukturieren. Die Rocksparte wüsste ich in keinen besseren Händen als bei Dir. Du bist dafür wie geschaffen. Die Jungs vertrauen Dir, Deinem Fachwissen und Urteilsvermögen, schätzen Deine Ehrlichkeit und Dein unerschütterliches Engagement. Ein „geht nicht“, gibt es bei Dir nicht. Die Jungs sind von Dir begeistert und ich höre immer nur Gutes.“

Irritiert fragte TJ: „Willst Du deshalb bei McKinley mit einsteigen? Oder willst Du etwa ganz aufhören?“

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Doch der Ältere schüttelte lächelnd den Kopf. „Nein, das habe ich nicht vor. Aber ich möchte künftig nur noch in einer Sparte arbeiten. Du kennst ja meine Leidenschaft und große Liebe zu Country und Blues. Darauf möchte ich mich künftig konzentrieren und dies noch mehr ausbauen. Deshalb diese Zusammenarbeit mit Arthur.“

„Und unser Label?“, kam es fast krächzend aus TJs Mund. „Was bedeutet das für uns?“

James musterte den jüngeren Geschäftspartner, ehe er schließlich fragte: „TJ, könntest Du Dir vorstellen, Dein eigener Herr zu werden und die gesamte Rock-Sparte zu übernehmen? Ich würde sie gerne ausgliedern und könnte mir keinen besseren Mann hierfür vorstellen als Dich. Du bist in diesem Genre zuhause, kennst die wichtigsten Leute, bist mit allem vertraut. Du müsstest nicht erst eingearbeitet werden. Und was das Wichtigste ist, ich vertraue Dir voll und ganz.“

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Er machte eine Pause, um TJ Gelegenheit zu geben, die Worte auf sich einwirken zu lassen. Es dauerte in der Tat eine Weile, ehe TJ seine Sprache wiedergefunden hatte.

„Und, wie hast Du Dir das im Einzelnen vorgestellt?“

Ausführlich erklärte James dem Jüngeren nun, wie er es sich angedacht hatte. Die Abteilung würde ausgegliedert werden, aber auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil Rocket Music bleiben. In Newcrest gäbe es ein Studio, das schon seit längerem leer stehe und in dem James bislang Büromaterial und auch Instrumente gelagert habe, teilte er TJ mit. Wenn er Interesse hätte, würde James mit TJ dorthin fahren und ihm alles zeigen. Natürlich hatte auch TJ einige Fragen, auch was seinen künftigen Wohnort betraf, denn mit dem Auto müsste er hin und zurück täglich mehr als 200 km fahren. Das würde auf Dauer zu viel werden, vor allem, wenn Studioaufnahmen anstehen würden und er oftmals erst nach Mitternacht aus dem Studio kommen würde.

„Das verstehe ich, TJ. In Newcrest wurde kürzlich ein Gebiet neu erschlossen. Herrliche Lage, direkt am See, sehr ruhige Gegend und große Grundstücke. Einige Häuser stehen bereits, aber verkauft sind bislang noch nicht viele. Du kannst sie Dir ja mal unverbindlich anschauen, ob das für Dich eventuell infrage käme.“

Überrascht sah TJ den älteren Kollegen an. „Du meinst, ich soll nach Newcrest ziehen?“

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„Nun ja, das musst Du nicht unbedingt, aber es wäre vielleicht zweckmäßiger.“

TJ meinte daraufhin grübelnd: „Gerade habe ich mich hier eingelebt, meine Wohnung neu eingerichtet. Und jetzt soll ich schon wieder weg?“

James winkte mit der Hand kurz ab. „Du kannst auch hierbleiben. Aber, wenn ich ehrlich bin, ich wollte nicht täglich diese Strecke fahren, TJ.“ Er hielt kurz inne, ehe er räuspernd sagte: „Es geht mich natürlich nichts an. Aber hast Du irgendwelche Verpflichtungen, vielleicht eine Freundin, die eventuell nicht mitkommen möchte?“

Doch TJ schüttelte den Kopf. „Nein, weder noch. Ich bin Single und wohne in Miete. Aber ich denke, da würde es keine Probleme geben, wenn ich auf die besondere Situation hinweise.“

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Vielleicht ist Gail ja auch ganz froh, wenn ich weg gehe. Dann muss sie mir nicht mehr ständig aus dem Weg gehen
, fügte er resigniert in Gedanken hinzu. Warum sollte er die für ihn so bedeutende Chance nicht nutzen? Solche Angebote bekam man nicht täglich.

„Ich denke auch, dass es wohl besser wäre, dann umzuziehen. Ja und ich werde es mir auf jeden Fall anschauen“, meinte TJ lächelnd.

„Dann hast Du Interesse an dem Job?“, wollte James freudestrahlend wissen.

Dieser nickte. „Ja, wenn wir uns mit dem Finanziellen einig werden. Ich hätte auch schon den passenden Partner dazu. Ein sehr guter Freund aus alten Bandtagen. Und ob Du es nun glaubst oder nicht, er wohnt sogar in Newcrest. Ich würde mir das Studio gerne einmal ansehen.“

„Das lässt sich machen. Falls Du am übernächsten Dienstag noch nichts vorhast?“

„Am übernächsten Dienstag, sagst Du?“, fragte TJ. Er schaute kurz in seinen Terminkalender und nickte schließlich. „Doch ja, das geht.“ Er hielt kurz inne und sah den Älteren an: „Hast Du auch schon einen Zeitplan? Bis wann denkst Du wird es dauern?“

„Hm, die Ausgliederung dürfte relativ schnell über die Bühne gehen. Ich werde unsere Rechtsabteilung damit beauftragen, der Name bleibt, nur die Inhaber ändern sich. Daher wird das schnell gehen. Also, grob gerechnet, eineinhalb bis zwei Monate, bis dahin sollte alles geregelt sein.“

„Okay, sagen wir mal sechs bis acht Wochen, das ist ein Datum, mit dem ich arbeiten kann. Wie ist es eigentlich, brauche ich eigenes Kapital?“, wollte TJ neugierig wissen.

„Ich geb‘ Dir mal alle Unterlagen mit. Lies‘ es Dir in aller Ruhe durch und wenn Du Fragen hast, Du weißt ja, wo Du mich findest.“

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Sie besprachen noch einige wichtige Einzelheiten, ehe sie auf Tiffanys Hochzeit am Samstag zu sprechen kamen.

„Sie ist schon reichlich nervös und kann es kaum noch abwarten.“

TJ lachte auf. „Ja, das kann ich mir denken. Sie ist eine Perfektionistin und überlässt nichts dem Zufall. Als sie gehört hatte, dass der Wetterdienst für Samstag kühlere Temperaturen angekündigt hat… Du hättest sie einmal sehen sollen. Sie hatte gleich dort angerufen und man möge bitte auch eine Überdachung bedenken, falls es regnen sollte. Dabei ist gar kein Regen gemeldet. Es soll nur nicht so warm werden.“

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„Ja, aber bis Samstag sind es noch ein paar Tage. Du weißt ja selbst, wie schnell sich das Wetter ändern kann.“

„Ja. Der Tornado im Frühjahr ist mir noch gut in Erinnerung. Geht es Mickys Vater denn wieder besser?“, fragte TJ interessiert.

James nickte. „Ich denke schon. Zumindest haben ihm die Ärzte für die Hochzeit am Samstag grünes Licht erteilt.“

„Das ist aber auch furchtbar, wenn so etwas passiert. Micky hängt sehr an seinem Vater und die Familie ist Tiffany sehr wichtig. Solche selbstlosen Menschen wie sie trifft man nicht oft im Leben.“

James stimmt ihm zu. „Ja, da hast Du Recht. Mir wird etwas fehlen, wenn sie einmal nicht mehr da ist“ meinte James bedauernd.

„Hat sie denn schon etwas gesagt?“, horchte TJ auf.

„Nicht direkt. Aber sie ist jung und ich kann mir schon vorstellen, dass sie früher oder später Kinder will. Kann man ja auch verstehen. Kommst Du eigentlich alleine?“, wechselte James plötzlich das Thema. „Ich glaube, ich habe Dich das noch gar nicht gefragt. Ansonsten hätten wir gemeinsam nach Windenburg fahren können.“

TJ schüttelte den Kopf. „Nein. Gail, meine Vermieterin begleitet mich.“

„Ach so. Ich hatte nur gefragt, da noch ein Platz bei mir im Auto frei ist. Meine Frau ist bei ihrer kranken Mutter. Sie kann leider nicht mitkommen.“

„Oh, hoffentlich nichts Ernstes“, meinte TJ bestürzt.

„Meine Schwiegermutter ist auf der Kellerstufe ausgerutscht und hat sich den Knöchel gebrochen. Amy will ihr im Haushalt ein wenig zur Hand gehen.“

„Ja, das verstehe ich.“

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Minuten nach dem Gespräch verabschiedeten sich die beiden Männer. Während TJ kurze Zeit später in seinem Büro saß, um noch einige Vorbereitungen für das Treffen mit der Band zu treffen, dachte er über das Gespräch nach und auch über das Angebot, dass ihm James gemacht hatte. War es nicht das, was er sich immer erhofft, was er immer machen wollte? Ja, er hatte einige gute Connections, die er sich zunutze machen konnte. Ich könnte mit Alec zusammen arbeiten, dachte er. Meine Güte, das ist bestimmt schon wieder ein viertel Jahr her, seit wir uns das letzte Mal gesprochen haben. Eigentlich wollte ich sie besuchen, wo geht nur die Zeit so schnell hin? Roxy müsste doch jetzt bestimmt auch schon im 6. Monat oder so sein. Wann hatte Alec gesagt, kommt das Baby zur Welt? August, September? Und jetzt haben wir schon Ende Juni. Man man. Aber Alec wäre der ideale Partner und er kennt sich im Managementwesen gut aus. Er wäre geeignet für den Job. Das ist auf jeden Fall besser, als immer nur als Studiomusiker zu arbeiten. Außerdem hat er eh keine Lust mehr, irgendwo Live aufzutreten. Newcrest, das wäre nicht einmal mehr so weit von meinen Eltern weg. Ui, die muss ich auch mal wieder anrufen. Ja und dann sind ja auch noch Matt und Ava, die auch dort wohnen. Mist, ich hatte sie gar nicht gefragt, welches Newcrest. Aber sie hatten ja gesagt, sie würden eine Stunde bis Willow Creek fahren. Also, ist das hier in Illinois. Doch ich denke, ich werde es machen. Jetzt schaue ich mir übernächste Woche erst einmal alles in Ruhe an und werde am besten gleich bei Alec anrufen, bevor nachher diese Nachwuchsband kommt.

Kurz darauf hatte er sein Handy auch schon in der Hand und suchte in den Kontakten nach Alec' s Nummer.



Kapitel 20 folgt...

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von Simsi68 » 02.09.2017, 18:49

Hallo Marga! :winken02

Wie meistens lese ich ein Kapitel von dir ja 2x, wie auch diesmal wieder :grins Und jetzt geb ich dir endlich meinen Senf dazu... :bla

Wow, da hat TJ ja ´ne mords Chance bekommen! So einen Aufstieg, den er da geboten bekommt... Donnerwetter! :daumenhoch1
Da ist auch ´ne Menge Vertrauen dabei,das ihm sein Chef entgegen bringt. Aber er weiß, was er an TJ an, das hat er ha ausdrücklich betont!

Ist klar, dass TJ noch drüber nachdenken muss. Sowas kann man nicht Hals über Kopf entscheiden. :schuetteln
Aber ich denke fast, dass TJ sich dafür entscheiden wird, das durchzuziehen. Ja, da bin ich mir fast schon sicher.
Ach, ich freu mich schon auf das nächste Kapitel, wenn wir mehr erfahren :klatschen1

Das war wieder ein tolles Kapitel, super geschrieben und die Bilder... Aller erste Sahne! Hat mir super gefallen, liebe Marga! :hug02

LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von cheli24 » 10.09.2017, 19:21

Hallo Astrid! :winken
Simsi68 hat geschrieben:
02.09.2017, 18:49
Wow, da hat TJ ja ´ne mords Chance bekommen! So einen Aufstieg, den er da geboten bekommt... Donnerwetter! :daumenhoch1 Da ist auch ´ne Menge Vertrauen dabei,das ihm sein Chef entgegen bringt. Aber er weiß, was er an TJ an, das hat er ha ausdrücklich betont!

Ja, das ist etwas, was er immer machen wollte, was quasi sein Traum war. Sein eigener Chef zu sein und selbst zu verhandeln. Zwar hatte er so früh noch nicht mit dieser Chance gerechnet, aber er ist überglücklich darüber.
:freu1
Simsi68 hat geschrieben:
02.09.2017, 18:49
Ist klar, dass TJ noch drüber nachdenken muss. Sowas kann man nicht Hals über Kopf entscheiden. :schuetteln

Sicher, da gibt es noch einiges zu bedenken, vor allem auch der finanzielle Aspekt. Na ja und auch seine Wohnsituation.
;)
Simsi68 hat geschrieben:
02.09.2017, 18:49
Aber ich denke fast, dass TJ sich dafür entscheiden wird, das durchzuziehen. Ja, da bin ich mir fast schon sicher.

Schauen wir mal, ob er es macht...

Simsi68 hat geschrieben:
02.09.2017, 18:49
Ach, ich freu mich schon auf das nächste Kapitel, wenn wir mehr erfahren :klatschen1


Nun, noch kommt keine Entscheidung, aber wohl schon eine Art Vorentscheid. Lass' Dich überraschen.
;)
Simsi68 hat geschrieben:
02.09.2017, 18:49
Das war wieder ein tolles Kapitel, super geschrieben und die Bilder... Aller erste Sahne! Hat mir super gefallen, liebe Marga! :hug02


Vielen Dank für Deinen Kommentar, liebe Astrid. :hug02 Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat.

Gleich im Anschluss geht es mit einem neuen Kapitel weiter.


LG Marga

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Re: Willow Creek - da, wo meine Wurzeln sind

Beitrag von cheli24 » 10.09.2017, 19:36

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!


Hallo zusammen, :winken

weiter geht es mit einem neuen Kapitel, zu dem ich viel Spaß wünsche.

LG cheli24 (Marga)




Kapitel 20



Roxy und Alec - Zukunftspläne


Newcrest



Alec und Roxy hatten die letzten Wochen damit verbracht, sein Haus einzurichten. Zwar waren noch nicht alle Zimmer fertig und auch der Garten war noch nicht angelegt, aber die Zeit lief ihnen zum Glück nicht davon. Entgegen allen Befürchtungen hatte es weniger Schwierigkeiten mit Roxy‘ s Weggang aus LA gegeben, als gedacht. Zwar hatte sich die Plattenfirma nicht gerade begeistert gezeigt, nachdem sie ihnen die Schwangerschaft mitgeteilt hatte. Aber sie hatten ihr auch keine Steine in den Weg gelegt, nachdem sie den dringenden Wunsch geäußert hatte, LA verlassen zu wollen. Nach einem langen Gespräch mit Fynn Maxwell, dem Plattenboss von Rocket Music, der ihr viel Glück für die Zukunft gewünscht hatte, waren sie so verblieben, den Vertrag zunächst drei Jahre ruhen zu lassen, ehe man ihn danach in beiderseitigem Einvernehmen auflösen würde.

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Was im Gegenzug bedeutete, dass sie während dieser Zeit nirgendwo anders unterschreiben, jedoch jederzeit für die Plattenfirma Songs schreiben durfte. Mr. Maxwell hatte ihr aber auch noch einmal ausdrücklich zu verstehen gegeben, dass er sich für sie bei seinem Co-Partner eingesetzt hätte. Normalerweise war es nicht so einfach, aus einem bestehenden Vertrag zu kommen, der oftmals irgendwelche Klauseln enthielt. In aller Ruhe war Fynn Maxwell Punkt für Punkt ihres Kontrakts durchgegangen und hatte sich auch für ihre Fragen viel Zeit genommen.

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Obwohl er geahnt hatte, dass die eigentliche Schwangerschaft nicht der Grund ihres Weggangs war, hatte er dennoch nicht nachgefragt. Roxy wiederum hatte mit sich gehadert, ob sie sich Fynn anvertrauen solle, ihm sagen, wie Clark sie behandelt und sich ihr gegenüber verhalten hatte. Aber letztendlich hatte sie sich dagegen entschieden. Die Sache betraf nur ihn und sie.

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Mr. Maxwell hingegen hatte im Laufe des Gesprächs nicht durchblicken lassen, ob er von ihrer Affäre mit Clark Morisson Bescheid wusste und auch nicht, dass dieser der Vater ihres ungeborenen Babys war. Clark und er arbeiteten schon seit vielen Jahren zusammen und Roxy wusste nicht, wie er auf ihr Geständnis reagieren würde. Fynn hatte schließlich nach dem Gespräch das Zimmer verlassen, um ihr Gelegenheit zu geben, sich in Ruhe mit ihrem Bekannten beraten zu können.

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Roxy, die sich vor dem Treffen noch juristischen Rat in dieser Angelegenheit eingeholt hatte, hatte sich lange mit Alec beraten. Letztendlich hätten sie guten Willen gezeigt, hatte er gemeint und sie noch einmal drauf hingewiesen, dass auch eine Vertragsstrafe durchaus im Rahmen des Möglichen gewesen wäre. Als der Plattenboss mit den fertigen Unterlagen zurückgekommen war, hatte sie schließlich zugestimmt und die Vereinbarung unterzeichnet. Da sie ohnehin die nächsten drei Jahre zuhause bleiben wollte, war ihr dies letztendlich sehr gelegen gekommen. So konnte sie nun ganz in Ruhe die noch kinderlose Zeit mit Alec genießen, ehe das Baby im August zur Welt kommen würde.

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Wie schon so oft in letzter Zeit war Roxy schon früh wach geworden und hatte wieder einmal im Kinderzimmer dekoriert, hier und da einige Stofftiere platziert und Bilder an die Wand gehängt. Mittlerweile war es so gut wie fertig, nur noch ein paar Kleinigkeiten, die sie hin und wieder irgendwo mitnahm, wenn sie mit Alec shoppen war. Mal eine Ente, dann wieder ein kleiner Bär, so dass Alec sie schon aufgezogen hatte, ob er nicht anbauen müsse.

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Aber er war einfach zu glücklich und freute sich, wieder mit Roxy zusammen zu sein und sie wieder lachen zu sehen. Nachdem er seinen neuen Song in seinem kleinen Studio endlich abgemischt hatte, fand man ihn fast täglich mit Roxy im Garten. Er war zwar noch lange nicht fertig, hier und da fehlte noch einiges, auch wussten sie noch nicht so recht, wie sie den Vorgarten gestalten sollten. Ideen hatten sie so einige, nur mit der Umsetzung haperte es etwas, da sie selten auf einen gemeinsamen Nenner kamen. Auch beim Swimmingpool waren sie sich lange uneinig gewesen. Er hätte ihn gerne rechts am Haus platziert, doch dort wollte Roxy einen kleinen Kräutergarten errichten. Nach einigem Hin und Her waren sie sich dann doch einig geworden, so dass nun die beiden Stufen der Terrasse direkt hinunter zum Pool führen. Bislang standen noch Bretter davor, da der Pool zwar ausgehoben war, aber noch nicht verkleidet, auch fehlte noch die Umrandung. Die würde eine Firma in den nächsten Wochen in Angriff nehmen.

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Roxy stand lächelnd im Kinderzimmer und blickte auf die Uhr, die auf dem kleinen Schränkchen stand. Alec müsste gleich da sein. Er war direkt nach dem Frühstück zum Baumarkt gefahren, um noch einiges für den Garten zu besorgen. Bis spätestens zum Mittagessen wollte er wieder zurück sein, da gegen 14 Uhr die Gartenmöbel angeliefert werden sollten. Sie hatten diese vor zwei Wochen in einem Online-Shop des Gartencenters bestellen müssen, da die Möbel nicht mehr im Lager vorrätig gewesen waren. Ihre Augen huschten in alle Richtungen, während sie nach draußen sah. Das Grundstück lag in einer sehr schönen Lage, auch wenn sich vor dem Haus die Hauptstraße befand. Aber die Fenster waren doppelglasig abgedichtet, so dass kein Lärm hindurchdringen konnte. Zum Garten hinaus zeigte es auf einen künstlich angelegten See und zwischen den Häusern befanden sich nur schmale Gehwege. Das Neubaugebiet war erst vor kurzem erschlossen worden, so dass bislang nur wenige Häuser standen. Schräg gegenüber war vor ein paar Tagen wieder ein Haus fertig geworden und wartete nur noch auf seinen neuen Besitzer. Auch das Häuschen direkt nebenan war bezugsfertig.

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Roxy hatte sich sofort in Alec‘ s Häuschen verliebt, als sie vor fast drei Monaten in Newcrest angekommen waren. Auch die Gegend hatte ihr auf Anhieb gefallen. Jeden Abend hatte sie mit ihrem Freund einen Spaziergang durchs Neubaugebiet gemacht und war erstaunt gewesen, wie groß die Grundstücke waren und auch, dass es sich ausschließlich um freistehende Häuser handelte. Für viele ein Luxus, wenn sie da an manche Wohnanlagen in LA dachte, die sie auf der Fahrt ins Studio gesehen hatte. Wenn sie sich von ihrem Strandhaus in Marina del Ray durch die morgendliche Rushhour über die zwölfspurige I-10 E, die nach LA hinein- und hinausführte, gequält hatte. Eine Strecke von 30 Minuten, für die oftmals fast eine Stunde gebraucht hatte, sowohl für den Hin- als auch den Heimweg. Im Nachhinein gesehen hatte es sich als großer Fehler erwiesen, nach LA gegangen zu sein. Erst dort war ihr bewusst geworden, was sie für ihre ehrgeizigen Pläne aufgegeben und wie schmerzhaft sie Alec vermisst hatte. Dennoch freute sie sich auf das Kind, das seinen richtigen Vater nie kennenlernen würde. Sie schluckte und musste die Tränen zurückhalten, als sie an ihre letzte Begegnung mit Clark Morisson, dem Vater ihres ungeborenen Kindes, dachte. Sie hatten sich eigens dafür im Studio getroffen, wo er ihr die schriftliche und eidesstattliche Erklärung, sowie einen Scheck in Höhe von 1 Million Dollar, in Anwesenheit seines Anwaltes überreicht hatte.

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Dies wäre allerdings kein Eingeständnis, er zeige nur guten Willen, hatte er sie wissen lassen. Er wolle mit dem Kind jetzt und auch in Zukunft nichts zu tun haben. Zudem wäre auch nicht erwiesen, ob er überhaupt der Vater wäre, hatte er ihr noch einmal mit Nachdruck erklärt.

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Seine Behauptung war noch dadurch bekräftigt worden, da Alec es sich nicht hatte nehmen lassen, seine Freundin zu diesem Treffen zu begleiten. Roxy hatte es einiges an Überzeugungskraft gebraucht, Alec davon abzuhalten, ihm für diese Unterstellung nicht eine rein zu hauen. Noch nie hatte sie ihn so wütend gesehen.

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Ehe sie sich verabschiedet hatten, hatte sie Clark wissen lassen, dass sie ihrem Kind nicht vorenthalten würde, sollte es irgendwann nach seinem richtigen Vater fragen. Aber sie würde alles daran setzen, ein solches Treffen zu verhindern, da er es nicht wert wäre, kennengelernt zu werden.

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Unbeeindruckt hatte er daraufhin mitgeteilt, dass er jetzt und auch in naher Zukunft zu keinem Vaterschaftstest bereit wäre. Auch würde er sie verklagen, würde sie ihn als Vater angeben. Dass sie sein Verhalten dermaßen verletzt hatte, hatte sie sich vor ihm nicht anmerken lassen. Den Scheck hatte sie ihm achtlos vor die Füße geworfen, woraufhin er nur noch wütender geworden war und sie erstmals Angst gezeigt hatte, er könne die Hand gegen sie erheben. Einmal mehr hatte sie sich in dem Moment gefragt, wie sie sich in einen solch arroganten Kerl hatte verlieben können.

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Achselzuckend hatte er sie wie ein Schulmädchen stehen lassen und war erhobenen Hauptes mit seinem Anwalt davon gerauscht. Die Genugtuung, die Tränen in ihren Augen zu sehen, die sie solange zurückgehalten hatte, bis er weg gewesen war, hatte sie ihm nicht gegönnt. Auch hatte er nicht mehr mitbekommen, dass Alec sie tröstend in ihre Arme gezogen und gemeint hatte, das Dreckschwein wäre keine Träne wert.

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Den Scheck hatte sie auf Raten Alecs einem Heim für bedürftige und elternlose Kinder übergeben, mit der Bitte, den großzügigen Spender nicht zu erwähnen. Ein Lächeln stahl sich in ihr Gesicht, als sie an Alec dachte und wie fürsorglich er sich um sie gekümmert hatte, ehe sie LA endlich verlassen konnten. Er hatte den Umzug organisiert und auch die Fahrt zum Flughafen. Die restlichen Tage hatten sie mit Packen verbracht. Alec hatte im Schlafzimmer ausgeräumt, Kleider verstaut, die Roxy zuvor zusammengelegt hatte. Zwar hatte es ausgesehen, als hätte eine Bombe eingeschlagen, aber letztendlich hatte sie sich doch darüber gefreut, dass er ihr so zur Hand gegangen war. Da das Haus möbliert gewesen war und Roxy nicht viel Neues dazugekauft hatte, auch hatte es keine weiteren Anschaffungen gegeben, genügten einige Koffer, um dort weitgehend alles unterzubringen. Während Alec alles Sperrige verpackt hatte, wie auch ihr Keyboard, hatte er Roxy wenigstens zugestanden, die Esswaren in der Küche auszuräumen. In einem Pickup und einem VW-Lieferwagen hatten sie letztendlich alles unterbringen können.



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In Newcrest angekommen, hatte Roxy Alec erst einmal davon überzeugen müssen, dass eine Schwangerschaft keine Krankheit wäre und sie durchaus mitanpacken könne. Sie würde sich schon nicht zu viel zumuten, hatte sie ihm immer wieder bekräftigt. Gemeinsam hatten sie Prospekte und Kataloge gewälzt sowie etliche Möbelhäuser abgeklappert. Sie lächelte, während sie andächtig über ihr mittlerweile sichtbares Bäuchlein strich. Noch nie war sie so glücklich gewesen, wie in diesen Tagen. Vor ein paar Wochen hatte ihr Alec einen sehr romantischen Heiratsantrag gemacht. Er war mir ihr zum Park gefahren, in dem sie einen wunderschönen Tag am künstlich angelegten See verbracht hatten. Sie hatten Schach gespielt, wobei Alec sehr viel Geduld und Ausdauer bewiesen hatte, ihr das Spiel näher zu bringen. Anschließend hatte er auf dem öffentlichen Grillplatz Hamburger zubereitet, die sie hungrig verspeist hatten. Nach dem Essen waren sie faul im grünen Rasen gelegen und haben den vorüberziehenden Wolken zugesehen. Danach hatten sie die Pflanzen bewässert, deren Patenschaften sie übernommen hatten. Den Park hatte die Stadt angelegt, für die Pflanzen hatte sie die Bewohner zu einer Patenschaft aufgerufen. Man bezahlte einen geringen Beitrag für die Namensgebung und konnte, wenn man wollte, sich um seine eigenen Bäumchen oder Blumen kümmern. Roxy und Alec waren gerne bereit gewesen, für zwei, drei Bäume und einige Pflanzen die Patenschaft zu übernehmen. Nach einem Spaziergang hatten sie auf einer Parkbank Rast gemacht und engumschlungen den zwitschernden Vögeln in den Ästen gelauscht.


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Die Sonne war schon am Untergehen gewesen und hatte den See in ein glänzendes Lichtermeer verwandelt, als Alec plötzlich verschwunden und kurz darauf mit einer Gitarre in der Hand zurückgekommen war. Keine Ahnung, wo er sie die ganze Zeit versteckt gehalten hatte. Nur für sie alleine hatte er schließlich ihren gemeinsamen Lieblingssong „Is this Love?“ von Whitesnake gespielt. Verliebt und mit klopfenden Herzen hatte ihm Roxy dabei zugesehen und seinem Spiel gelauscht. Anschließend hatte er ihre Hände geküsst und gesagt, wie sehr er sie liebe. Hinter seinem Rücken hatte er plötzlich eine einzelne rote Rose hervorgezaubert, hatte sie in seine Arme gezogen und gefragt, ob sie ihn heiraten wolle. Sprachlos hatte sie ihn angestarrt, ehe sie sich in seine Arme geschmiegt und „Ja“ gesagt hatte. Niemals im Leben hätte sie so etwas von Alec erwartet. Zumindest nicht von dem Alec, der er vorher gewesen war, der rast- und ruhelose, der nichts hatte anbrennen lassen. Sie wollten dennoch nichts überstürzen und erst dann heiraten, wenn das Baby auf der Welt war. Vielleicht würden sie auch Taufe und Hochzeit zusammenlegen.


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Das Zuschlagen der Haustür ließ sie zusammenzucken. Gefangen in ihren Tagträumen hatte sie nicht mitbekommen, dass Alec schon wieder zurück war. Als sie Schritte die Treppen heraufkommen und ihn rufen hörte: „Roxy, ich bin wieder da“, rief sie laut durch die angelehnte Tür: „Ich bin oben im Kinderzimmer.“

Kurz darauf erschien auch schon Alec, der sie aufmerksam musterte, ehe er sie in seine Arme schloss und küsste. „Alles in Ordnung, Liebes?“

Roxy nickte. „Ja, sicher. Ich habe ein wenig in den Erinnerungen geschwelgt und dabei völlig die Zeit vergessen. Die Möbel werden ja schon bald geliefert.“

„Wir haben noch ein wenig Zeit“, murmelte Alec, während er sie fest umschlossen hielt.

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Sie genoss seine Nähe und schmiegte sich noch enger an ihn, während sie fragte: „Soll ich uns zum Mittagessen Grillkäse mit ein bisschen Gemüse machen oder magst Du lieber Spaghetti?“

„Nee, Grillkäse ist in Ordnung. Ich habe nicht viel Hunger. Bei der Hitze kann ich sowieso nicht viel essen.“

Roxy stimmt ihm zu und löste sich wieder aus seinen Armen. „Ja, ich auch nicht. Und hast Du alles bekommen?“

„Hm hm“, nickte er. „Wegen des Brunnens wird in den nächsten Tagen jemand vorbeikommen. Die müssen wahrscheinlich doch einige Meter tiefer runter gehen, als ich angenommen hatte. Das würde mit dem Wasserspiegel zusammenhängen, hatte mir ein Arbeiter erklärt.“

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„Brauchen wir dafür eigentlich eine Genehmigung?“, warf Roxy etwas irritiert ein.

„Nee. Das wird alles durch die Brunnenbaufirma geregelt, denn ansonsten hätte ich das auch alleine machen können.“

Entgeistert starrte Roxy ihn an und tippte sich mit dem Finger an die Stirnseite: „Du bist doch nicht ganz gescheit. Glaubst Du allen Ernstes, ich lasse Dich da alleine runter? Stell‘ Dir mal vor, wenn etwas passiert. Du kennst Dich nicht aus, ich auch nicht. Nee, mein Lieber, das kannst Du Dir abschminken, lass‘ das lieber eine Firma machen. Das ist zu gefährlich.“

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Etwas zerknirscht stimmte Alec ihr zu. „Ja, Du hast ja Recht. Lieber zahle ich ein paar Hundert Dollar und dann ist es auch professionell gemacht.“

Roxy nickte, während sie eine Hand auf den Rücken legte und ihren beachtlichen Bauch raus streckte. Als sie ein wenig das Gesicht verzog, fragte Alec ängstlich: „Hast Du Schmerzen?“

„Ja, Rückenschmerzen, ich glaube ich nehme nachher ein warmes Schaumbad. Vorausgesetzt, ich passe noch in die Wanne. Bist Du Dir eigentlich sicher, dass Du mich noch willst? Sieh‘ mich doch an, wie ich aussehe. Wie ein Wal und meine Brüste, ich komme mir vor wie eine Kuh mit prallen Eutern.“

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Wider Willen musste Alec lachen, als sie sich vor ihm positionierte, was ihm einen leicht säuerlichen Gesichtsausdruck Roxys bescherte. Sofort versuchte er sie zu besänftigen. „Das bleibt doch nicht immer so, Schatz.“

Doch diese schnaubte wie ein Pferd. „Von wegen, ich werde noch fetter. Ich bin gerade mal im 6. Monat und guck‘ mich an. Demnächst müssen wir in die Campingabteilung, wenn ich etwas zum Anziehen brauche. Am besten ein Drei-Mann-Zelt.“

„Roxy, ich bitte Dich. Das geht doch anderen Frauen auch so und so dick finde ich Dich nicht. Du siehst richtig süß aus, Deine Augen strahlen, Du hast rosige Wangen, ein viel volleres Gesicht….“

Abrupt unterbrach sie ihn: „Sag‘ doch gleich, ich sehe aus wie eine Muttersau. So fühle ich mich auch und ständig muss ich aufs Klo.“

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Noch ehe er etwas erwidern konnte, war sie schon mit zusammengekniffenen Beinen zur Tür hinaus getrippelt. Lächelnd sah er zum Fenster hinaus, während er über Roxys Worte nachdachte. Sie war in der letzten Zeit nahe am Wasser gebaut, dass er jedoch auf ihre Hormone schob. Sie hatten diese Diskussion nicht zum ersten Mal. Immer, wenn sie miteinander unterwegs waren und eine schöne junge Frau ihnen entgegen kam, fragte sie ihn, ob er denn immer noch mit ihr zusammen sein wolle, denn ein schöner Anblick wäre sie ja wirklich nicht. Und sie würde das auch verstehen. Aber jedes Mal schüttelte er nur verständnislos den Kopf. Wie oft musste er ihr noch sagen, dass er sie liebte, egal, wie sie gerade aussah. Zudem dies ja auch kein Dauerzustand wäre. Wenn er könnte, würde er die Zeit vorstellen, so sehr freute er sich schon auf das Baby, auch wenn es nicht sein Kind war.

Heftig zuckte er zusammen, als ihn jemand sanft den Nacken kraulte. Er war so in Gedanken versunken gewesen, dass er nicht bemerkt hatte, dass Roxy zur Tür hereingekommen war.

„Ich habe Dich gar nicht gehört.“

„Das habe ich gemerkt. Wo warst Du denn mit Deinen Gedanken?“

Er sah sie lange an, ehe er leise sagte: „Roxy, ich freue mich sehr auf das Kind, auch wenn es nicht meins ist. Aber ich werde es lieben, als wäre es mein eigenes und ihm oder ihr ein guter Vater sein. Eins ist mir jedoch auch klar geworden in den letzten Wochen. Du bist das Beste, was mir je passiert ist und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mit Dir ein gemeinsames Kind zu haben.“

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Überrascht riss sie ihre Augen auf und stammelte: „Bi- bi- bist Du Di- Di- Dir auch wirklich sicher? Hast Du nicht schon die Schnauze voll, mit meinen ständigen Lauen und Stimmungsschwankungen.“

Er lächelte. „Das wird ja nicht ewig anhalten und beim zweiten Kind ist es dann auch nicht mehr neu für Dich.“

Ein zärtlicher Blick glitt über ihren Bauch und sie fragte: „Willst Du mal fühlen?“

„Wirklich?“

Man musste ihn nicht zweimal bitten.

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Vorsichtig tastete er mit seiner Hand gefühlvoll über ihren Bach. Als sich etwas bewegte, zog er erschrocken die Hand zurück und strahlte sie an. „Es hat sich bewegt.“

Roxy lachte. „Du meinst, es hat mich getreten. Du kannst ruhig Deine Hand drauf lassen.“

Behutsam legte er seine Hand erneut auf ihren Bauch. „Das ist ein tolles Gefühl.“

Als es sich erneut bewegte, lächelte Roxy. „Das tut es in letzter Zeit immer öfter. Aber es ist nicht unangenehm. Wenn nur diese Rückenschmerzen nicht wären.“ Sofort verzog sie ihr Gesicht.

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„Das haben wir gleich“, meinte Alec. Er drehte sie von sich weg und legte seine Hände sanft auf ihre Schultern. „So, nun kommt wieder Alecs Spezialmassage.“

Roxy genoss Alecs warme, kräftige und dennoch zarte Hände auf ihren Schultern. Wohlig reckte und streckte sie sich und schnurrte dabei wie ein Kätzchen. Fast war sie enttäuscht, als er ihr einen Klaps auf den Po gab, der signalisiere sollte, dass er mit seiner Massage fertig war.

„Ah, hat das gut getan. Im Übrigen, ich passe noch in die Wanne.“

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Alec zog eine Augenbraue in die Höhe und meinte belustigt: „Sag bloß, Du das das vorhin getestet. Hast Du Probe liegen in der Wanne gemacht?“

Vergnügt streckte sie ihm die Zunge raus. „Nein. Ich habe mich reingestellt und meinen Umfang mit den Händen ausgemessen. Es ist knapp, aber es geht und in der Dusche muss ich mich nur ein wenig drehen.“

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Alec lachte. „Im Notfall kannst Du auch den Whirlpool auf dem Balkon benutzen.“

„Nee, das ist keine gute Idee“, wandte sie ein. „Da kann ich mich ja nicht nackt rein setzen.“

„Wir haben doch gar keine direkten Nachbarn, Roxy. Wer sollte Dich denn sehen?“

„Nun, die Spaziergänger zum Beispiel, die hinten an unserem Gartenzaun vorbei laufen? Ganz in der Nähe ist der Abenteuerspielplatz mit diesem Piratenschiff. So etwas mache ich nicht.“

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Alec wollte gerade etwas dazu sagen, als sie plötzlich in die Hände klatschte.

„So, mein Lieber. Wir haben Hunger, es ist Zeit fürs Mittagsessen. Ich gehe jetzt mal in die Küche und schneide das Gemüse. Könntest Du mir ein paar Zwiebeln aus dem Keller holen? Ich habe keine mehr oben.“

„Wird gemacht. Aber erst bekomme ich einen Kuss, oder zwei oder drei…“, grinste er sie schelmisch an, währender sie sich zu ihm umdrehte.

Ein Grinsen, das sie so sehr an ihm liebte und ihr Herz zum Pochen brachte. Noch ehe er sich jedoch versah, hatte sie schon ihre Hände um seinen Hinterkopf gelegt und Alec an sich gezogen. Ihr Kuss war zärtlich, hatte beinahe etwas von kindlicher Unschuld. Alec liebte diese Eigenschaften an ihr. Sie gab ihm nie das Gefühl den Ton angeben zu wollen, wusste, wann sie aktiv einschreiten oder sich einfach treiben lassen musste. Vielleicht war dies auch der Grund, weshalb er sie nie hatte vergessen können und sich trotz all seiner Affären stets nach ihr gesehnt hatte.

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Etwa eine Stunde später



Während dem Essen, das sie am kleinen runden Tisch in der Küche einnahmen, wies Alec auf den Garten hinaus. „Ich habe mir so meine Gedanken gemacht, wie wir Deinen Kräutergarten anlegen könnten. Ein paar Skizzen habe ich oben.“

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Roxy nickte lächelnd. „Ich habe sie auf dem Schreibtisch liegen sehen. Es hat mir sehr gut gefallen. Die Fassade könnten wir begrünen und seitlich einige Felder abstecken oder so, vielleicht auch ein kleines Gewächshaus. Wie findest Du denn die Idee, im Vorgarten, an der Fassade, einen Wasserlauf zu machen, außen herum mit Steinen und Pflanzen? Ich könnte mir das sehr gut vorstellen.“

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Alec nickte. „Ja, das wäre eine gute Idee und das Wasser könnten wir vom Brunnen ziehen. Wir könnten uns heute Abend oder morgen zusammensetzen. Ich glaube, es gibt da auch so eine Software, mit Plänen für Häuser und Garten. Das weiß ich von TJ. Seine Vermieterin hatte so eine und dann hatten die sich das alles am PC zusammengesetzt und angeschaut. Das hat er mir mal erzählt. Ist aber auch schon wieder eine Weile her. Wie es ihm wohl geht?“

Roxy hatte die Wehmut in Alecs Stimme herausgehört und meinte nachdenklich, nachdem sie die schmutzigen Teller und das Besteckt in die Geschirrspülmaschine eingeräumt hatte: „Ich habe auch schon lange nichts mehr von ihm gehört. Irgendwie vermisse ich ihn, ebenso wie Keiko und die anderen.“

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Alec seufzte auf: „Ich auch, Roxy. Wie konnte das passieren, dass wir uns so aus den Augen verlieren?“

„Ich weiß auch nicht, Alec. Schöne Freunde sind wir. Was hatten wir nicht alles…?“

Abrupt brach sie ab, während sie beide Hände mit einem unterdrückten Schmerzlaut auf ihrem Rücken platzierte.

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Sofort sprang Alec auf, um zu ihr zu eilen. Besorgnis schwang in seiner Stimme mit, als er sich vorsichtig erkundigte: „Ist alles in Ordnung, Schatz?“

Sie atmete kurz auf und ab, während sie ihn beruhigte. „Es geht schon wieder. Wenn nur diese verdammten Rückenschmerzen nicht immer wären.“

Er trat hinter sie und legte seine Hände sanft auf ihre Schulter, ehe er sanft seine Massage begann. Sofort spürte er sie, dass sie sich langsam, entspannte. „Ich mache Dir heute Abend ein warmes Schaumbad und massiere Deine Füße. Ist das okay?“

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Roxy grinste nur nickend mit dem Kopf, ehe sie sich ihm zuwandte. „Um nochmals auf TJ zurückzukommen. Ich werde ihn heute Abend mal anrufen. Vielleicht könnten wir auch grillen oder so. Soweit ist doch dieses Willow Creek nicht entfernt. Oder?“

Alec dachte kurz nach. „Ich glaube, eine Stunde oder so. Aber genau weiß ich es nicht. Aber Du, das ist eine gute Idee. Wir könnten…“

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Just in diesem Moment klingelte sein Handy, so dass er abbrach, um es von der Anrichte zu nehmen. Etwas irritiert schaute er auf sein Display. „Die Nummer kenne ich nicht“, murmelte er.

„Vielleicht wieder so eine Umfrage?“, vermutete Roxy.

„Stiles“ meldete er sich schließlich. Schon kurz darauf hörte Roxy ihn lachen: „Ja, wenn man vom Teufel spricht. TJJJJJ, das ist aber eine Überraschung. Gerade hatten wir von Dir gesprochen.“

Schnell klärte er den Freund auf, ehe TJ mit seinem Anliegen begann.

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Während Roxy zur Terrassentür ging, rief sie Alec noch zu. „Grüße TJ von mir und gib‘ ihm 1000 Bussis. Gib‘ ihn mir nachher mal, wenn Du fertig bist.“

Dieser lächelte. „Mache ich“, und schon hörte sie ihn sagen: „Ich soll Dir liebe Grüße von Roxy ausrichten und 1000 Bussis geben. Aber Kumpel, ich glaube, das erspare ich mir lieber. Ja es geht Ihr den Umständen entsprechend gut.“

Er lachte und rief Roxy zu: „1000 Bussis zurück.“

Roxy lächelte, während sie es sich auf der Liege, die unter dem Baum stand, bequem machte und den Vögeln lauschte, die in den Bäumen um die Wette zwitscherten. Die Sonne stand sehr hoch am Himmel und schien unbarmherzig auf die Erde nieder. Ihr hatte die Hitze noch nie etwas ausgemacht, im Gegenzug zu ihren früheren Bandkollegen. Sie zog ihre Beine wie ein Embryo nach oben und legte ihren Kopf zur Seite, während sie Alec immer wieder mal lachen hörte.

In dieser Stellung verharrte sie auch noch, als Alec eine halbe Stunde später den Garten betrat. Ein leises Schnarchen deutete ihm an, dass sie offensichtlich eingeschlafen war. Er hatte sie nicht wecken wollen, aber anscheinend hatte sie ihn doch gehört und sagte noch leicht schläfrig. „Jetzt bin ich wohl doch eingeschlafen.“

„Tut mir Leid, Roxy. Ich wollte Dich nicht wecken. Aber Du liegst reichlich unbequem.“

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Sie gähnte herzhaft, während sie sich vorsichtig aufrichtete, ihre Arme dehnte und sich den Rücken hielt. „Wie lange habe ich denn geschlafen?“, wollte sie neugierig wissen.

„Ich weiß nicht so genau. Vielleicht eine halbe Stunde oder so. Solange habe ich zumindest mit TJ gesprochen.“

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„Ach schade, dass ich ihn jetzt nicht sprechen konnte“, meinte Roxy bedauernd, während sie sich in die Höhe stemmte. „Was wollte er denn?“

In kurzen Worten informierte Alec die Brünette über das Gespräch, das er mit seinem besten Freund geführt hatte. Es war einige Minuten still, ehe Roxy ihn freudestrahlend ansah. „Aber das ist ja super. TJ will hierher ziehen?“

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Doch schon hob er abwehrend die Hand. „Na ja, das weiß er noch nicht. Er zieht es in Erwägung, aber es ist noch nicht sicher. Er kommt übernächsten Dienstag her, um sich das Studio anzuschauen. Anschließend wollen wir einige Häuser besichtigen, die zum Kauf anstehen.“

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Begeistert klatschte Roxy in die Hände. „Oh, da komme ich mit. Das Haus schräg gegenüber wäre super. Ich habe es mir kürzlich nach dem Einkaufen einmal angesehen. Aber das neben uns sieht auch toll aus und das Schönste ist, wir Drei wären endlich wieder zusammen.“

Alec nickte, während er auf der Ottomane Platz nahm, denn an diese Möglichkeit hatte er zuerst gedacht. Erst jetzt wurde ihm bewusst, wie sehr er seinen besten Freund vermisst hatte. Die Chance, mit TJ zusammenzuarbeiten, würde sich so schnell nicht mehr ergeben, so dass seine Entscheidung so gut wie gefallen war. Aber zunächst musste er das erst mit Roxy besprechen. Ihre Meinung dazu war ihm sehr wichtig.

„Und wie findest Du die Idee, mit ihm zusammen das Label zu leiten? Ich meine, ich habe so etwas noch nie gemacht. Denkst Du, ich könnte das? Ich bin mir da nicht so sicher“, warf er unsicher ein.

„Aber warum denn nicht, Schatz? Ihr habt den gleichen Studiengang belegt und Du hast Dich doch auch anfangs in unserer Band zusammen mit TJ um das Wirtschaftliche und Management gekümmert. Mit den Studiomusikern bist Du auch immer gut ausgekommen und Du erkennst ein Talent auf 1000 Meter Entfernung. Am Mischpult bist Du ein Meister. Also, ich traue Dir das durchaus zu.“

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Alec lächelte sie an, während er sich erhob. „Na schön, wenn Du an mich glaubst, dann denke ich, dass ich ihm zusagen werde.“

„Das wäre toll, Alec und wenn etwas sein sollte, ich bin ja auch noch da. Vergiss‘ das nicht.“

„Ich weiß Roxy und dafür bin ich sehr dankbar.“

Zärtlich zog er sie in seine Arme, während er leise fragte: „Weißt Du, was mein glücklichster und schönster Tag war?“

Roxy schüttelte wortlos den Kopf und legte ihre Hände auf seine Taille.

„Mein schönster Tag war, als Du zugestimmt hast, mit hierher zu kommen.“

„Und Dein glücklichster, Alec?“

Liebevoll sah sie in seine braunen Augen. „Als Du meinen Heiratsantrag angenommen hast.“

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„Und meine schönste Tage waren, als Du in LA vor meiner Tür gestanden hattest. Dann Deine Frage, ob ich mit Dir nach Willow Creek kommen will. Ich bin Dir auch so unendlich dankbar, wie Du mir während dieser Zeit zur Seite gestanden hast. Sei es, mich zu dem Gespräch mit Maxwell zu begleiten und auch, als Du mich vor Clark verteidigt hast.“ Sie kniff ihm kurz in die Wange, ehe sie fortfuhr: „Und der glücklichste Tag war Dein Heiratsantrag. Du hattest Dir so viel Mühe gegeben, mir einen wunderschönen und unvergesslichen Tag beschert, unseren Lieblingssong gespielt. Dafür liebe ich Dich, Alec und bin so froh, Dich zu mir nach LA gebeten zu haben.“

„Nein, Roxy. Ich war Dir das und so vieles schuldig, nach dem ganzen Scheiß, den ich gedreht hatte. Wenn ich eines bereue, dann mein ganzes Verhalten nach der Trennung von Dir und dabei hatte ich gelitten wie ein Hund. Das wird nie mehr vorkommen. Du bist die Frau, die ich immer wollte und die ich so unendlich liebe.“

Zärtlich legte er seine Lippen auf ihren Mund und küsste sie leidenschaftlich.

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Kapitel 21 folgt...

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