Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

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cheli24
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Re: SdV2 - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von cheli24 » 14.01.2019, 01:13

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!




Hallo zusammen, :winken

tja, mit diesem Kapitel läuten wir das Ende einer meiner Lieblingsstoryline der 1. Staffel ein. :winken Mehr verrate ich dazu noch nicht. Diese Kapitel werden aus Storytechnischen Gründen nicht so lange sein, wie die letzten Kapitel. Bis zu meinem Urlaub werden voraussichtlich noch zwei Kapitel folgen. Danach gibt es eine kleine Pause. Ich hoffe aber, dass ich recht zügig weitermachen kann.

So, nun wünsche ich aber viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.


LG cheli24 (Marga)


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Kapitel 17 - Geständnis -



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Es war schon um die Mittagszeit, als Trish und Kyle mit einem Tag Verspätung endlich in Bridgeport angekommen waren. Ihr ursprünglicher Flug am vorgestrigen Abend war kurzfristig wegen einer Schlechtwetterfront über weite Teile des Mittleren Westens gecancelt worden. Erst gegen acht Uhr am Morgen war der Flugverkehr in Richtung Ostküste wieder freigegeben worden. Es hatte jedoch mehr als zwei Stunden gedauert, ehe die Maschine in Lucky Palms endlich abheben konnte, da sich ein großer Stau auf dem Flugfeld gebildet hatte. Nach und nach mussten die Starts der Maschinen auf den Startbahnen abgefertigt werden. Ihr Flug war einer der letzten gewesen. Aber auch in Bridgeport sollte das Wetter umschlagen. Für den Nachmittag hatte der Wetterdienst ergiebigen Regen vorhergesagt, örtlich zum Teil mit heftigen Unwettern.

Nach rund einstündiger Fahrt vom Flughafen hielt das Taxi vor dem Hause der Fairchilds. Nachdem Kyle den Fahrer entlohnt hatte, lud er seine Tasche in seinen Wagen, der in der Garage stand und betrat schließlich gemeinsam mit Trish sein Elternhaus. Es war das erste Mal seit Marlena, dass er wieder eine Frau mit zu seinen Eltern brachte. Charlene war diese Ehrung bislang nicht zuteil geworden.

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Trish blieb jedoch nur zu einer Tasse Kaffee, denn es stand ihr noch der schwere Gang zu ihren Eltern bevor. Während sie sich Maureen' s Freude sicher sein konnte, hatte sie keine Ahnung, wie ihr Vater auf ihr Erscheinen reagieren würde. Nachdem sie sich von Kyle' s Eltern verabschiedet hatte, trat dieser mit Trish vor die Tür.

Aufmunternd meinte er: „Nur Mut, Trish. Dein Vater freut sich sehr, Dich wieder zu sehen. Das hat er mir vor meiner Abreise noch zugesichert.“ Er umarmte sie freundschaftlich, ehe sich Trish auf den Weg begab.

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Die Häuser ihrer beider Eltern lagen nicht weit voneinander entfernt. Nur wenig später stand sie vor ihrem Elternhaus, das sie seit ihrem Rauswurf im Spätsommer des letzten Jahres, nicht mehr betreten hatte. Etwas zögernd drückte sie auf den Klingelknopf und trat einige Meter zurück, während sie mit klopfenden Herzen wartete. Augenblicklich öffnete sich die große Glastür und ihr Vater kam schnellen Schrittes auf sie zugelaufen. Schweigend sah er seine Tochter an und zog sie schließlich weinend in seine Arme. Minutenlang hielten sie sich beide umklammert, während er leise schluchzte.

„Da bist Du endlich. Ich freue mich so, Dich wiederzusehen. Du hast mir so sehr gefehlt, mein Schatz.“

„Du mir auch, Daddy.“ Eng schmiegte sie sich an ihn und genoss die Vertrautheit, die sie so vermisst hatte.

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„Trish, es tut mir so leid, was passiert ist. Wenn ich es rückgängig machen könnte... Aber die Tatsache, Dich ausgerechnet an die beiden Menschen verloren zu haben, die ich...“ Eric atmete schwer, während er Minuten später seiner Tochter am Esstisch gegenüber saß. „Es war nicht die alleinige Schuld Deiner Mum, musst Du wissen. Ich selbst habe sie mit meiner Gleichgültigkeit erst in Carlo‘ s Arme getrieben. Ich hatte damals nicht gewusst, dass die zwei sich von früher kennen und einen Sohn miteinander haben. Das habe ich erst von Deiner Großmutter in einem Brief erfahren, den sie mir vor drei oder vier Jahren geschrieben hatte. Vielleicht wäre es besser gewesen, wir hätten erst gar nicht geheiratet. Aber dann hätte ich nie eine solche Tochter wie Dich bekommen, mein Schatz. Wenn Deine Mum und ich eines gut hinbekommen haben, dann bist das Du.“

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„Warum hatte es mit Dir und ihr nicht funktioniert, Dad? Ihr habt Euch doch bestimmt einmal geliebt. Ansonsten hättet Ihr doch nicht geheiratet.“ Neugierig sah Trish ihren Vater an.

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„Nun ja, Anjelica war eine sehr leidenschaftliche Frau, für die...“

Er hüstelte etwas verlegen, so dass ihm Trish auf die Sprünge verhalf: „Du meinst, für die Sex sehr wichtig war.“

Eric nickte mit leicht geröteten Wangen. „Ja. Für mich war das eher zweitrangig. Nicht, dass ich sie nicht geliebt hätte. Doch, das hatte ich damals schon. Aber nachdem Du auf der Welt warst, sah ich es nur noch als eine Art Pflicht. Ja, ich weiß, es ist bescheuert. Aber damals hatte ich es so gesehen. Erst mit Maureen hatte sich das geändert.“

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„Und Anjelica hatte dann also Trost bei Carlo gesucht?“

Eric lehnte sich zurück und sah Trish traurig in die Augen. „Trish, was ich Dir jetzt erzähle, glaube mir, darauf bin ich nicht stolz und eigentlich hätte mich Anjelica auch anzeigen können. Ich hatte Glück, dass sie es nicht getan hatte.“

„Was ist passiert, Dad?“

Schließlich erzählte er ihr stockend von den Streitigkeiten, die seine Exfrau und er damals ausgetragen hatten. Dass er sie geschlagen hatte, erwähnte er ebenso, wie den Rauswurf aus dem Haus, der die Ehe der Beiden schließlich beendet hatte.

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„Ich hätte das nicht tun dürfen und schon gar nicht, sie aus dem Haus zu werfen und ihr den Umgang mit Dir gerichtlich zu untersagen. Es war nicht ihre Schuld, dass sie Dich verlassen hatte. Ich alleine habe das zu verantworten.“

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Es blieb lange still, jeder schien seinen eigenen Gedanken nachzugehen, ehe Trish plötzlich fragte: „Dann ist sie also zu Carlo gezogen?“

„Ja. Er hatte eine Zeitlang mit Fabio in Bridgeport gewohnt und ist nur wegen Anjelica hierhergekommen. Ich war wütend, als ich davon erfahren hatte. Ich wollte nicht, dass Du bei Carlo aufwächst. Also hatte ich mir einen Anwalt genommen, um das alleinige Sorgerecht anzustreben. Sie wiederum hatte auch einen eingeschaltet und es ist zwei, drei Monate zwischen den Anwälten hin und her gegangen. Ich hatte mich schon auf eine Verhandlung eingestellt, als ich plötzlich ein Schreiben meines Anwaltes bekommen hatte, das Verfahren wäre eingestellt geworden, Anjelica hätte auf das Sorgerecht verzichtet. Bis heute weiß ich nicht, warum. Sie hatte mir nie den Grund genannt und gefragt hatte ich sie nicht. Unmittelbar darauf muss sie dann wohl die Stadt verlassen haben. Zumindest hatte ich danach nichts mehr von ihr gehört, bis...“ Er brach schweigend ab.

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„... sie als Tante Audrey wieder aufgetaucht ist“, vervollständigte Trish den Satz.

„Ja“, stimmte Eric ihr zu. „Als ich davon erfahren hatte... Es war falsch gewesen, Trish. Ich hätte die Vergangenheit ruhen lassen und auf sie zugehen sollen. Stattdessen habe ich ihr mit Konsequenzen gedroht, sollte sie Dich noch einmal treffen. Trish, mein Schatz. Das tut mir alles so leid. Aber eins musst Du mir glauben, ich habe Dich immer geliebt und das wird sich auch nie ändern. Du bist doch mein Ein und Alles. Maureen und ich konnten keine Kinder bekommen, umso glücklicher bin ich, dass es Dich gibt.“

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„Ich auch. Aber Dad, ich werde nachher zu Carlo gehen. Es gibt da Lücken in meiner Erinnerung... Ich komme damit einfach nicht zurecht. Ich hoffe, Du hast dafür Verständnis.“

Auch wenn ihm diese Ankündigung nicht recht war, so wusste Eric aber auch, dass er es Trish nicht verbieten konnte.

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„Ja, ich kann Dich verstehen“, meinte er deshalb auch nur lapidar, während er sie durchdringend ansah und schließlich fragte: „Aber mal etwas anderes. Kyle? Was ist mit ihm und Dir? Ich meine, ich möchte nicht wissen, was zwischen Euch war. Das hat er mir bereits erzählt, als er hier bei mir war. Ich hatte ein ausführliches Gespräch mit ihm. Er ist ein sehr netter junger Mann. Nun ja, er müsste nicht Henry und Caroline‘ s Sohn sein. Mein Schatz, wenn jemand tausend Kilometer weit fliegt, nur um Dich zu suchen, dann tut er das nicht aus einer Laune heraus. Der Mann liebt Dich wirklich. Das habe ich sofort gespürt. Und Du liebst ihn doch auch. Hm?“

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Es dauerte lange und ihre Worte waren sorgfältig überdacht, als sie erwiderte: „Es ist nicht so einfach, Dad und...“ Ein tiefer Seufzer war zu hören. „Nach allem, was ich ihm angetan habe... Ich hatte ihm nicht geglaubt und vertraut. Das ist das Schlimmste in einer Beziehung. Wobei man davon gar nicht sprechen kann, denn wir hatten nur ein paar glückliche Tage in Monte Vista. Ich brauche einfach ein wenig Abstand, muss in Ruhe nachdenken, wie es weitergehen soll. Das alles ist wie eine Lawine über mich hereingebrochen. Die Tatsache, dass Fabio mein Halbbruder ist, dass Kyle gar nicht verlobt war und... Ja. Das war alles zu viel. Danach werden wir weitersehen. Und ich habe ja auch noch einen Job und kann nicht so einfach dort weg.“

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„Das verstehe ich ja alles, mein Schatz. Aber was kommt danach? Willst Du denn für immer in Lucky Palms bleiben? Welche Pläne hast Du?“

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„Nein. Für immer werde ich bestimmt nicht drüben bleiben. Mein Vertrag läuft noch ein halbes Jahr. Danach könnte ich mir vorstellen, zurückzukommen. Aber ich werde nichts planen. Es kommt ja meistens doch anders als man denkt.“

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„Na schön. Es ist Deine Entscheidung. Ich will Dir da nicht hineinreden. Aber warte nicht zu lange, sonst bereust Du es vielleicht irgendwann. Kyle ist ein attraktiver Mann und eine gute Partie ist er allemal. Er ist noch jung und wird bestimmt nicht ewig alleine bleiben wollen.“ Er legte eine kurze Pause ein, ehe er fortfuhr: „Du hast Kontakt zu Anjelica.“

Es hatte mehr nach einer Feststellung als nach einer Frage geklungen, so dass Trish ihren Vater erstaunt ansah. „Ich habe seit sie weggegangen ist, nichts mehr von ihr gehört. Also kann ich Dir auch nicht sagen, wo sie ist oder wie es ihr geht. Nein, ich weiß es nicht.“

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„Nun ja, es geht mich ja auch nichts an. Aber was versprichst Du Dir eigentlich von dem Gespräch mit Carlo? Warum willst Du ihn unbedingt sprechen?“

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„Ich habe einige Erinnerungen an damals, die recht verschwommen sind. Ich weiß nicht, ob es die wirklich gibt… Und außerdem… Dad, es kann doch kein Zufall gewesen sein, dass ich in Monte Vista ausgerechnet auf Anjelica getroffen bin. Ich habe da ein paar Fragen, die mir nur Carlo beantworten kann.“

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„Ich denke, dass es die richtige Entscheidung ist, Trish“, meldete sich plötzlich Maureen, die gerade aus der Küche gekommen war. „Es kann nicht schaden, Eric. Lass‘ sie, unser Mädchen weiß, was sie tut. Meine Unterstützung hast Du auf jeden Fall, Liebling.“

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Maureen nahm ebenfalls am Esstisch Platz und richtete den Blick auf ihre Stieftochter, die sie zuvor schon freudestrahlend begrüßt hatte: „Ist Anjelica denn auch hier?“

Trish zuckte mit der Achsel. „Dad hat mich das auch schon gefragt. Ich weiß es nicht, Mum. Aber ich werde es ja dann erfahren.“ Trish richtete ihren Blick auf die Räumlichkeiten und sagte schließlich: „Es sieht viel gemütlicher aus, als damals. Wer hatte denn die Idee dazu?“

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Maureen lachte hell auf. „Du kennst doch Deinen Dad, Trish. Mit Engelszungen habe ich auf ihn einreden müssen. Ich konnte dieses kalte Weiß einfach nicht mehr sehen. Wozu habe ich Innenarchitektur studiert? In zwei Wochen waren wir mit allem fertig.“

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„Unnötig, wenn Du mich fragst“, grummelte Eric. „Spätestens in zwei Jahren wollen wir nach New Sunset Valley ziehen und dann können wir nochmal anfangen.“

„Ach, Du. Noch sind wir aber hier.“

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„Gibt es denn schon konkrete Pläne?“, wollte Trish neugierig wissen, der bekannt war, dass ihre Eltern ihren Lebensabend nicht in Bridgeport verbringen wollten.

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„Dein Cousin macht sich schon sehr gut. Aber er braucht noch ein wenig Zeit. Spätestens in zwei Jahren werde ich die Firma an ihn übergeben. Im nächsten Jahr werde ich deshalb nur noch beratend tätig sein und mich in den Hintergrund zurückziehen“, klärte Eric seine Tochter auf. „In zwei Monaten beginnt der Bau. Wenn möglich, wollen wir das Haus in etwa so wie unser jetziges. Nur nicht so groß. Ich denke ja nicht, dass Du bei uns wohnen möchtest. Was aber nicht heißen soll, dass wir kein Zimmer für Dich einrichten werden oder auch eine kleine Wohnung, wenn Du magst.“

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„Das ist lieb von Dir. Aber vorerst ist es kein Thema. Vielleicht später einmal. Aber ein Zimmer genügt. Wer weiß, vielleicht ziehe ich irgendwann auch nach New Sunset Valley. Ist eine sehr schöne Gegend. Eine Freundin hatte mal dort gewohnt.“

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Nachdem sie sich noch ein wenig mit ihren Eltern unterhalten hatte, ging sie nach oben, um sich ein wenig frisch zu machen und umzuziehen. Anschließend rief sie Kyle an, um ihn zu fragen, ob er sie denn zu Carlo begleiten könne.


***


Nur eine Stunde später stand sie gemeinsam mit Kyle vor dem Vincenti-Anwesen. Über sechs Monate war es nun her, seit sie die Villa in einer Nacht- und Nebelaktion verlassen hatte. Seitdem hatte sie nichts mehr von Carlo gehört, auch ihre Mutter hatte sich nie bei ihr gemeldet. Warum auch? Schließlich hat sie ja bekommen, was sie wollte, dachte Trish enttäuscht.

Kyle trat auf Trish zu und fragte leise: „Bist Du soweit?“

Sie nickte mit ernstem Gesichtsausdruck. „Ja, lass‘ uns rein gehen.“ Ihre Nervosität und Anspannung konnte sie dabei nicht verbergen. Am liebsten wäre sie umgekehrt. Aber sie musste sich jetzt zusammenreißen, wollte sie endlich die Wahrheit erfahren.

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Kyle hatte seinen Besuch bei Carlo schon angekündigt und auch, warum er mit Trish vorbeikommen wollte. Beherzt stieg er vor ihr die Treppe hinauf, während sie ihm etwas zögernd folgte.

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Höflich gaben sich Carlo und Kyle gleich darauf zur Begrüßung die Hand, während Trish abwartend in der Diele stand. Schließlich ging Carlo auf sie zu. „Schön, Dich wiederzusehen, Trish. Bitte, komm‘ doch herein“, sagte er und bat sie ins Wohnzimmer.

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Trish erwiderte nichts darauf und gab ihm etwas verhalten die Hand, während sie zusammen mit Kyle auf dem Sofa Platz nahm. Sie hatte sich während der langen Wartezeit auf ihren Rückflug den Kopf zermalmt, was sie Carlo fragen wollte und nun, wo er vor ihr saß, war darin nur eine gähnende Leere.

Carlo war es schließlich, der das Gespräch begann: „Kyle hat mir bereits mitgeteilt, dass Du das mit Fabio weißt. Jelica und ich... Es tut mir sehr leid. Wir hätten es Euch sagen müssen.“

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Vorwurfsvoll antworte Trish: „Ja, das hättet Ihr tun müssen. Ich verstehe es nicht. Aber ich werde Euer Handeln eh nie verstehen. Weiß Fabio es denn schon?“

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„Ja, er hat es gestern erfahren.“

„Und... wie hat er reagiert?“

Carlo schloss müde die Augen. „Ähnlich wie Du.“

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„Nun, was hast Du erwartet? Weisst Du, was ich einfach nicht verstehe? Du hast von unserer Freundschaft gewusst und dass ich Fabio' s beste Freundin bin. Ist Dir dabei nie in den Sinn gekommen, es könnte mehr sein? Es hätte schließlich passieren können. Hättet Ihr uns dann erzählt, dass wir Halbgeschwister sind?“ Sie wartete seine Antwort erst gar nicht ab, sondern fügte rasch hinzu: „Aber deshalb bin ich nicht hier.“

„Sondern?“ Carlo sah sie fragend an.

Trish atmete tief ein. „Carlo, ich bin vor allem deswegen zu Dir gekommen, weil ich Fragen habe, die nur Du mir beantworten kannst.“

Neugierig musterte Carlo die junge Frau und sagte schließlich: „Okay. Was willst Du wissen?“

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„In meinen Erinnerungen tauchen Bilder auf, die ich nicht zuordnen kann. Ich sitze mit einem Jungen in einem Zimmer und wir spielen. Da ist eine große Terrasse, auf die wir aber alleine nicht dürfen. Gibt es diese Bilder wirklich oder sind sie nur meiner kindlichen Fantasie entsprungen?“

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Carlo seufzte auf. „Ich nehme an, dass Du mein Loft meinst, dass ich kurzzeitig mit Fabio bewohnt hatte. Du warst oft mit Deiner Mutter bei uns zu Besuch. Fabio und Du, Ihr seid ein Herz und eine Seele gewesen. Du hast immer mit ihm gespielt, wenn Deine Mum bei mir war. Die Terrasse durftet Ihr nicht betreten, das hatten wir Euch verboten, da es zu gefährlich war.“

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„Dann ist der Junge aus meiner Erinnerung also Fabio?“ Nachdenklich sah Trish Carlo an, ehe sie weitersprach: „Weißt Du, was mir einfach nicht in den Kopf will?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr sie fort: „Ihr liebt Euch, Ihr hasst Euch, Ihr schlaft miteinander, der Eine will den Anderen umbringen... Welche Art von Liebe ist das zwischen Euch? Sag‘ es mir, damit ich es verstehen kann. Warum hast Du so auf die Ehe mit mir gedrängt? War es Rache oder sollte ich nur ein Ersatz für sie sein? Wolltest Du ihr das nehmen, was sie am meisten liebte? War es das, Carlo? Hast Du mich deshalb geheiratet, um Dich an meiner Mum zu rächen?“

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Unbewusst war sie immer lauter geworden und ihr Zorn auf Carlo angestiegen. Nur mühsam hatte sie sich beherrschen können, nicht auf ihn loszugehen, während sie ihn anklagend ansah: „Wer bin ich denn? Bin ich ein Niemand, eine Person, auf die man herumtreten kann, wie einem beliebt? Du kennst mich von Kindesbeinen an. Es gibt Bilder in meiner Erinnerung, da lache ich mit einem Mann, der mich Huckepack trägt, der mir Geschichten erzählt, der mich tröstet, wenn ich hingefallen bin. Es war nicht mein Dad, das warst Du. Hab‘ ich Recht? Ich habe Dich „Zion“ Onkel genannt. Wie kannst Du mir dann Jahre später so etwas antun wollen? Ich verstehe das einfach nicht. Kann Liebe denn so zerstörend sein?“

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Bestürzt unterbrach Carlo sie: „Ich erwarte nicht, dass Du mir verzeihst, Trish. Es war eine Art Hassliebe zwischen Deiner Mutter und mir. Nicht von Anfang an, denn ich hatte sie wirklich sehr geliebt und ich liebe sie immer noch. Wir konnten nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander sein. Ich habe mit Deiner Mutter geschlafen, während meine Frau nur zwei Zimmer weiter ahnungslos in ihrem Bett gelegen hatte. Nachdem Dein Vater sie geschlagen hatte, wollte ich, dass sie mit Dir zu uns kommt. Ich wollte endlich eine Familie mit ihr und, dass Fabio und Du gemeinsam miteinander aufwachsen könnt. Ich hatte sie angefleht, Eric zu verlassen. Aber sie hatte es nicht getan. Noch schwerer hatte mir jedoch ihre krankhafte Eifersucht zu schaffen gemacht. Und dann hatte ich einen schweren Fehler begangen und sie dadurch für immer verloren.“

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Entsetzt riss Trish die Augen auf. Deshalb hat mir Dad davon erzählt. Er muss geahnt haben, dass Carlo es mir sagen wird. Er liebt Anjelica also immer noch. Aber warum hat er dann mich geheiratet? Ich verstehe das nicht. Dafür muss es doch einen Grund geben. Plötzlich wünschte sie sich weit weg von hier. Sie wollte das alles nicht mehr hören und wäre am liebsten weg gerannt. Aber sie musste und wollte endlich die ganze Wahrheit erfahren. So zwang sie sich, ihm weiter zuzuhören.

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„Trish, wahrscheinlich hätte ich das alles verdrängen können, wenn sie nicht im letzten Jahr zurückgekommen wäre, um mich zu vernichten. Ich habe einen Entschluss gefasst und werde in zwei Tagen Bridgeport für immer verlassen und in meine Heimat Monte Vista zurückkehren. In einer Stunde treffe ich Deine Mum und werde sie fragen, ob sie mitkommen will. Ob sie bereit ist, mir eine zweite Chance zu geben und den Lebensabend mit mir zu verbringen.“

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Trish spürte, wie sich alles in ihr verkrampfte und schluckte schwer. Die Nachricht, dass Carlo sich mit ihrer Mutter treffen wollte, versetzte ihr einen Stich. Es tat ihr mehr weh, als sie es sich eingestehen wollte. Seit Anjelica aus Bridgeport verschwunden war, hatte sie kein Lebenszeichen mehr von ihr gehört. Trish hatte ihr eine kurze SMS geschrieben, auf die sie jedoch nie geantwortet hatte. Ihre Stimme klang dementsprechend enttäuscht, als sie Carlo fragte: „Mum ist also hier?“

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Carlo nickte: „Ja, das ist sie. Ich bin mir sicher, dass sie sich noch mit Dir treffen wird. Trish, würdest Du uns einen Moment entschuldigen? Ich muss da noch etwas mit Kyle besprechen.“

Er erhob sich und ging auf Kyle zu. „Kyle, ich würde gerne mit Ihnen reden. Es ist wichtig. Trish, wir sind gleich wieder zurück.“

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Erstaunt stand Kyle auf und folgte Carlo in dessen Arbeitszimmer, während Trish ihnen verwundert hinterher sah. Was hatte das jetzt wieder zu bedeuten?

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Kapitel 18 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simsi68 » 16.01.2019, 14:31

Hallo Marga! :winken02

So, dann woll´n wir mal…

Aaaaaaaaaaaaah, Trish und Kyle… :freu2


Es war das erste Mal seit Marlena, dass er wieder eine Frau mit zu seinen Eltern brachte. Charlene war diese Ehrung bislang nicht zuteil geworden.
Na, das ist aber auch gut so!!! Dieses hinterhältige verlogene Biest hätte so etwas auch nicht verdient! :schimpfen

Ach ist das schön, Vater und Tochter so zu sehen! :herz2 Mir selbst stiegen Tränen der Rührung beim lesen und Bilder betrachten in die Augen; ganz ehrlich. Ich freu mich so! Für Trish, Kyle, Trish´s Vater incl. Maureen, die ihr immer wie eine echte Mutter – jedoch besser als ihre echte Mutter – war! (Klar, ich kenne jetzt den ganzen Hintergrund, aber trotzdem…)

Also, Eric´s Worte klingen wirklich merkwürdig. Ein Mann, für den Sex zweitrangig ist und diesen nur als eine Art Pflicht sah? Hm… Bild Aber soll´s scheinbar auch geben.
Ah ok, mit Maureen hat sich also geändert. Komisch. Bild

Eric spricht endlich Klartext mit seiner Tochter, erzählt ihr endlich alles aus seiner Vergangenheit mit Anjelica und das finde ich wirklich gut. Nur hätte er das, meines Erachtens, schon viel früher tun sollen. Ja, hätte… Bild
Sooooo schön… Die vertraute Familie wieder beisammen: Eric, Maureen und Trish :verliebt:

Man, ich freu mich: Trish ruft Kyle an, um ihn zu fragen, ob er sie zu Carlo begleiten könnte! Also die Tatsache alleine, dass sie ihn anruft und fragt ob er sie begleiten könnte! :verliebt :herz2 :verliebt:

Bei Carlo…
Oh, in Trish´s Haut hätte ich dann lieber doch nicht wirklich nicht stecken wollen, aber zum Glück war ja Kyle bei ihr.
Kyle... Endlich wieder die beiden zusammen, wenn auch noch nicht wirklich! :verliebt:
Aber ich kann Trish verstehen, dass sie noch ein Gespräch mit Carlo wollte.
Trish´s Feststellung zu der etwas merkwürdigen Liebe zwischen Carlo und Anjelica ist wirklich all zu passend, muss ich sagen! :nicken
Und all das, was sie ihm an Worten und Fragen ins Gesicht wirft, ebenfalls. Sie lässt einfach alles raus, was sie bedrückt und zu zerfressen droht und das ist gut so. Bild
Arme Trish! Es war wirklich viel, was sie in der letzten langen Zeit mitmachen musste. Es ist sicher nicht leicht für sie, aber ich hoffe, sie kann das alles bald verdauen und gibt auch Kyle und ihr eine neue Chance. Ja, das würde ich mir so sehr wünschen, denn die beiden gehören einfach zusammen! :verliebt:

So, und jetzt will Carlo also alleine mit Kyle unter 4 Augen sprechen? Hm… Ich glaube, ich wundere mich gerade nicht weniger darüber, als Trish selbst. Bild Ich bin sehr gespannt, was dabei heraus kommt. :freunde01

Und … uuuups, schon wieder zu Ende! Bild


Also… RESPEKT, Marga!!! Das Kapitel war mit soviel Hingabe erarbeitet, ob Text oder Bilder, wirklich der Wahnsinn! Alle Achtung! :daumenhoch1 Es hat mir wieder sehr gut gefallen! Neue Wahrheiten, beantwortete Fragen und und und…
Tja, und jetzt bin schon wieder total auf die nächste Folge gespannt!
Danke dafür, liebe Marga! :hug02


LG Astrid :tippen02
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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